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Melanophryniscus klappenbachi im Terrarium halten

Einrichtungsbeispiele mit Hummelkrötchen

Melanophryniscus klappenbachi im Terrarium halten (Einrichtungsbeispiele mit Hummelkrötchen)
Melanophryniscus klappenbachi (Hummelkrötchen)

Wissenswertes zu Melanophryniscus klappenbachi (Hummelkrötchen)

Melanophryniscus klappenbachi, allgemein als Hummelkrötchen bekannt, gehört zu den kleinsten, aber gleichzeitig faszinierendsten Krötenarten, die in der Terraristik gepflegt werden. Diese Art zeichnet sich durch ihre leuchtenden Farben, ihr charakteristisches Verhalten und ihre besondere Haltung aus, die sowohl für Einsteiger als auch für erfahrene Terrarianer spannend ist.

Herkunft und Verbreitungsgebiet

Melanophryniscus klappenbachi stammt ursprünglich aus Südamerika. Das Verbreitungsgebiet erstreckt sich vor allem über Paraguay, den Süden Brasiliens und Teile Nordargentiniens. In diesen Regionen lebt die Art in feuchten Tieflandgebieten, die von saisonalen Regenfällen geprägt sind. Das Hummelkrötchen hat sich an das subtropische Klima angepasst, das sowohl trockene als auch feuchte Phasen bietet.

Die Art bevorzugt offene Landschaften mit dichter Bodendeckung und kurzen Gräsern, die Schutz vor Fressfeinden bieten. In freier Wildbahn sind die Tiere vor allem nach Regenfällen aktiv, wenn sie auf Nahrungssuche gehen oder zu Laichgewässern wandern.

Natürlicher Lebensraum

Der natürliche Lebensraum von Melanophryniscus klappenbachi ist durch feuchte Wiesen, Grasebenen und temporäre Wasserstellen geprägt. Diese Kröten sind Bodenbewohner und verbringen einen großen Teil ihres Lebens versteckt unter Laub, Steinen oder abgestorbenem Pflanzenmaterial. Die Nähe zu temporären Tümpeln und Pfützen ist essenziell, da sie während der Regenzeit diese Gewässer für die Fortpflanzung nutzen. Die Tiere sind tagaktiv, wenn die Temperaturen und die Luftfeuchtigkeit stimmen, ansonsten ziehen sie sich in feuchte Verstecke zurück.

Die natürlichen Bedingungen, mit denen Terrarianer vertraut sein sollten, umfassen also eine Kombination aus Bodenfeuchtigkeit, Laubabdeckung, moderaten Temperaturen und saisonal schwankender Luftfeuchtigkeit. Diese Faktoren sind entscheidend für die erfolgreiche Haltung und Zucht im Terrarium.

Gattung und Familie

Melanophryniscus klappenbachi gehört zur Familie der Kröten (Bufonidae), einer weit verbreiteten Familie, die sowohl in tropischen als auch gemäßigten Zonen vorkommt. Innerhalb dieser Familie bildet die Gattung Melanophryniscus eine besonders auffällige Gruppe kleiner bis mittelgroßer Krötenarten, die vor allem durch ihre auffällige Färbung und ihre giftigen Drüsen bekannt sind.

Die Gattung Melanophryniscus umfasst mehrere Arten, die häufig Hummelkrötchen genannt werden, da ihr Erscheinungsbild und die schwarz-gelben Muster an die Färbung von Hummeln erinnern. Melanophryniscus klappenbachi ist dabei eine der beliebtesten Arten in der Terraristik, da sie relativ pflegeleicht ist, ein interessantes Verhalten zeigt und vergleichsweise kleine Terrarien benötigt.

Beschreibung der Art

Melanophryniscus klappenbachi ist eine kleine Krötenart, deren Körpergröße ausgewachsener Tiere meist zwischen 2 und 4 Zentimetern liegt. Trotz ihrer geringen Größe zeichnen sich diese Kröten durch eine auffällige Färbung aus, die Schwarz, Gelb und Orange in auffälligen Mustern kombiniert. Dieses Farbspiel dient in der Natur der Warnung vor ihrer leichten Giftigkeit und signalisiert potenziellen Fressfeinden, dass sie ungenießbar sind.

Die Tiere haben einen kompakten, gedrungenen Körperbau, der typisch für Bodenkröten ist. Die Haut ist leicht warzig, was den Tieren ein robustes Erscheinungsbild verleiht. Die Augen sind prominent und wirken relativ groß im Vergleich zum Körper, was auf eine ausgeprägte Sinneswahrnehmung hindeutet, die für die Futtersuche und die Orientierung im Habitat wichtig ist.

Aussehen

Das auffälligste Merkmal von Melanophryniscus klappenbachi ist das kontrastreiche Farbpattern. Schwarze Grundfarbe wird oft durch gelbe oder orangefarbene Flecken und Bänder durchbrochen, die individuell variieren können. Diese Variabilität macht jedes Tier einzigartig und ist ein wichtiger Grund, warum die Art bei Terrarianern so beliebt ist.

Die Hautoberfläche ist leicht körnig bis warzig, was der Art hilft, sich vor Fressfeinden zu schützen. Die Beine sind kurz und kräftig, angepasst an den bodennahen Lebensstil, und ermöglichen schnelle Sprünge, um potenziellen Gefahren zu entkommen.

Verhalten

Melanophryniscus klappenbachi ist ein bodenbewohnendes Tier, das sich vorwiegend auf der Suche nach Nahrung bewegt. Die Tiere sind tagaktiv, insbesondere während feuchter Wetterperioden, und zeigen ein ruhiges, neugieriges Verhalten im Terrarium. Sie neigen dazu, Verstecke wie Laub, Rindenstücke oder flache Höhlen zu nutzen, um sich tagsüber zurückzuziehen.

In Gruppen gehalten, zeigen sie ein harmonisches Sozialverhalten, wobei Rangordnungen nicht stark ausgeprägt sind. Die Kröten sind jedoch keine ausgesprochenen Kletterer, sodass der Terrarienaufbau auf bodennahe Strukturen ausgelegt sein sollte. Ein weiterer interessanter Aspekt ihres Verhaltens ist das Lock- und Warnverhalten bei Gefahr, das sie durch aufrichten des Körpers und Sichtbarmachen ihrer auffälligen Färbung zeigen.

Haltung im Terrarium

Die Haltung von Melanophryniscus klappenbachi im Terrarium erfordert die Nachbildung ihres natürlichen Lebensraums. Ein Terrarium ab einer Größe von 60 x 40 cm für eine kleine Gruppe von fünf bis zehn Tieren ist ausreichend. Der Bodengrund sollte aus einer Mischung aus Torf, Laubstreu und etwas Sand bestehen, um die natürlichen Grab- und Versteckgewohnheiten zu ermöglichen.

Pflanzen wie Farne oder kleine Bodendecker eignen sich hervorragend, um Verstecke zu schaffen und gleichzeitig das Mikroklima zu stabilisieren. Es empfiehlt sich, Rindenstücke, flache Steine und Moos einzubauen, um zusätzliche Rückzugsmöglichkeiten zu bieten. Wichtig ist ein leicht abschüssiger Bereich, der als Trockenzone dient, während der Rest des Terrariums feucht gehalten wird.

Temperatur und Luftfeuchtigkeit

Die Temperatur sollte tagsüber zwischen 20 und 25 Grad Celsius liegen, nachts darf sie auf 18 bis 20 Grad abfallen. Extreme Hitze sollte vermieden werden, da Melanophryniscus klappenbachi empfindlich auf Austrocknung reagiert.

Die Luftfeuchtigkeit spielt eine entscheidende Rolle für das Wohlbefinden der Terrarientiere. Sie sollte tagsüber bei etwa 70 bis 80 Prozent liegen, nachts kann sie leicht abfallen. Regelmäßiges Besprühen des Terrariums sowie ein feuchtes Substrat helfen, die Luftfeuchtigkeit konstant zu halten. Gleichzeitig sollte darauf geachtet werden, dass keine stehenden Wasserpfützen entstehen, da dies die Gefahr von Pilz- oder Bakterienbefall erhöhen kann.

Fütterung

Melanophryniscus klappenbachi ernährt sich überwiegend von kleinen Insekten. Im Terrarium können Heimchen, Fruchtfliegen, Drosophila-Arten, kleine Grillen und andere wirbellose Tiere angeboten werden. Die Tiere sind sehr gefräßig, fressen aber nur Beute, die sie bewältigen können.

Um eine optimale Ernährung zu gewährleisten, sollten die Futtertiere mit Vitamin- und Mineralstoffpräparaten bestäubt werden. Das regelmäßige Abwechseln der Insektenarten trägt dazu bei, Mangelerscheinungen zu vermeiden und die Tiere langfristig gesund zu halten.

Giftigkeit

Wie viele Vertreter der Gattung Melanophryniscus besitzt auch M. klappenbachi eine geringe Giftigkeit. Die Haut enthält Alkaloide, die Fressfeinde abschrecken sollen. Für Menschen sind diese Gifte in der Regel ungefährlich, Hautkontakt sollte dennoch vermieden werden, insbesondere bei offenen Wunden oder empfindlicher Haut. Die Tiere sollten niemals direkt angefasst werden; stattdessen empfiehlt sich die Nutzung von Handschuhen oder das Umsetzen mit einem kleinen Behälter.

Vermehrung und Zucht

Die Zucht von Melanophryniscus klappenbachi ist anspruchsvoll, aber unter optimalen Bedingungen möglich. Die Paarungszeit wird in der Regel durch eine Erhöhung der Luftfeuchtigkeit nachgestellt, ähnlich wie die Regenzeit in der Natur. Während dieser Phase zeigen die Männchen auffällige Rufe, um Weibchen anzulocken.

Die Eiablage erfolgt in flachen Wasserbecken, die mit weichem Wasser gefüllt sind. Die Kaulquappen entwickeln sich innerhalb weniger Wochen und müssen ebenfalls artgerecht ernährt werden. Sobald sie zu kleinen Kröten heranwachsen, können sie auf den Bodengrund umgesetzt werden, der weiterhin feucht, aber nicht übermäßig nass gehalten wird. Eine erfolgreiche Zucht erfordert Geduld, Erfahrung und ein genaues Beobachten der Tiere.

Mögliche Krankheiten

Melanophryniscus klappenbachi ist relativ robust, kann jedoch unter bestimmten Bedingungen krank werden. Häufige Probleme entstehen durch unsachgemäße Haltung, insbesondere falsche Luftfeuchtigkeit, unzureichende Hygiene oder falsches Futter. Pilz- und Bakterieninfektionen können auftreten, wenn das Terrarium zu feucht oder zu verschmutzt ist.

Symptome von Krankheiten sind unter anderem Appetitlosigkeit, Hautveränderungen, Lethargie oder Bewegungsunfähigkeit. Bei Verdacht auf Krankheiten sollte die Ursache sofort beseitigt und gegebenenfalls ein Tierarzt konsultiert werden, der Erfahrung mit Amphibien hat.

Alternative Bezeichnungen

Neben dem gebräuchlichen Namen Hummelkrötchen wird Melanophryniscus klappenbachi gelegentlich auch als Klappenbach-Krötchen bezeichnet. Diese Namen werden in der Terraristik synonym verwendet und beziehen sich auf die charakteristische Färbung sowie auf den wissenschaftlichen Namen der Art.

Häufig gestellte Fragen

Sind Melanophryniscus klappenbachi giftig für Menschen?

Die Tiere besitzen leichte Alkaloid-Gifte, die für Menschen ungefährlich sind, dennoch sollte direkter Hautkontakt vermieden werden.

Wie groß sollte das Terrarium sein?

Für eine kleine Gruppe von fünf bis zehn Tieren ist ein Terrarium ab 60 x 40 cm ausreichend.

Welche Temperaturen sind ideal?

Tagsüber 20 bis 25 Grad Celsius, nachts 18 bis 20 Grad.

Welche Futtertiere eignen sich am besten?

Kleine Insekten wie Heimchen, Fruchtfliegen, kleine Grillen und andere wirbellose Tiere.

Kann man die Tiere in Gruppen halten?

Ja, die Art ist relativ sozial, Konflikte sind selten.

Wie oft sollte man das Terrarium besprühen?

Täglich leicht besprühen, um eine konstante Luftfeuchtigkeit von etwa 70 bis 80 Prozent zu gewährleisten.

Fazit

Melanophryniscus klappenbachi ist eine faszinierende Krötenart, die durch ihre auffällige Färbung, ihr interessantes Verhalten und ihre relative Pflegeleichtigkeit überzeugt. Die Haltung im Terrarium erfordert eine Nachbildung des natürlichen Lebensraums mit feuchtem Substrat, ausreichenden Versteckmöglichkeiten, stabiler Luftfeuchtigkeit und einer abwechslungsreichen Fütterung. Trotz ihrer geringen Größe sind die Tiere besonders attraktiv für Terrarianer, die sich für kleine Amphibien mit hoher Farbwirkung interessieren.

Die erfolgreiche Haltung und Zucht erfordert Aufmerksamkeit, Geduld und ein genaues Beobachten der Tiere, bietet dafür aber ein äußerst lohnendes Hobby. Mit der richtigen Pflege und einem artgerechten Terrarium können Melanophryniscus klappenbachi über viele Jahre gesund und aktiv gehalten werden, wodurch sie zu einem dauerhaften Highlight in der Terraristik werden.

Videos

Video Hummelkrötchen Nachwuchs  von Junglist (1iKhoKPu17w)

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