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In-vitro-Pflanzen im Aquarium: Vorteile, Verwendung und richtige Pflege

Einrichtungsbeispiele mit In-vitro-Pflanzen

Lesezeit: ca. 13 Minuten
In-vitro-Pflanzen im Aquarium: Vorteile, Verwendung und richtige Pflege (Einrichtungsbeispiele mit In-vitro-Pflanzen)
Invitro Pflanze

Wissenswertes zu Invitro Pflanze

In-vitro-Pflanzen haben sich in der modernen Aquaristik von einer speziellen Lösung für Aquascaper zu einer weit verbreiteten Alternative zu klassischen Topf- und Bundpflanzen entwickelt. Besonders bei neu eingerichteten Aquarien werden sie gerne verwendet, weil die kleinen Pflanzen sauber, kompakt und praktisch frei von unerwünschten Begleitorganismen geliefert werden. Schnecken, Algen, Planarien oder andere ungebetene Gäste lassen sich damit deutlich leichter vermeiden.

Der Begriff In-vitro beschreibt die Art, wie diese Aquarienpflanzen produziert werden. Sie wachsen nicht in einem gewöhnlichen Gewächshaus in Töpfen oder unter Wasser, sondern unter sterilen Bedingungen in geschlossenen Kulturgefäßen. Die Pflanzen erhalten ihre Nährstoffe aus einem speziellen Nährmedium und entwickeln sich in einer kontrollierten Umgebung. Das Ergebnis sind junge, vitale Pflanzen, die sich nach dem Einsetzen ins Aquarium an die dortigen Bedingungen anpassen müssen.

Gerade Bodendecker, Moose, kleinbleibende Stängelpflanzen und empfindliche Raritäten werden häufig als In-vitro-Kultur angeboten. Wer die Besonderheiten dieser Pflanzen kennt und ihnen während der Eingewöhnung gute Bedingungen bietet, kann aus einem kleinen Becher innerhalb weniger Wochen einen dichten Pflanzenbestand entwickeln.

Was sind In-vitro-Pflanzen?

In-vitro-Pflanzen sind Pflanzen, die unter kontrollierten Laborbedingungen vermehrt werden. Der Ausdruck In-vitro bedeutet sinngemäß, dass die Kultur außerhalb eines natürlichen Organismus beziehungsweise unter künstlich geschaffenen Bedingungen erfolgt. In der Pflanzenproduktion werden dafür kleine Gewebestücke, Triebe oder andere Pflanzenteile verwendet.

Diese Pflanzenstücke befinden sich in einem geschlossenen Kulturgefäß auf einem sterilen Nährmedium. Dort stehen ihnen Wasser, Mineralstoffe, Zucker und weitere für das Wachstum notwendige Bestandteile zur Verfügung. Durch geeignete Licht- und Temperaturbedingungen können aus kleinen Ausgangsgeweben zahlreiche genetisch weitgehend identische Jungpflanzen entstehen.

Für die Aquaristik hat diese Produktionsweise einen großen Vorteil: Die Pflanzen kommen während der Kultur normalerweise nicht mit Schnecken, Fischen, Garnelen, Algen oder anderen Aquarienorganismen in Kontakt.

Der Inhalt eines kleinen Bechers darf dabei nicht mit einer einzigen Pflanze verwechselt werden. Viele In-vitro-Becher enthalten zahlreiche Einzelpflanzen oder Pflanzengruppen, die beim Einsetzen geteilt werden können. Dadurch lässt sich mit relativ wenig Ausgangsmaterial eine vergleichsweise große Fläche bepflanzen.

Die wichtigsten Fakten zu In-vitro-Pflanzen

Merkmal Information
Produktionsweise Vermehrung unter kontrollierten, sterilen Bedingungen
Verkaufsform Meist geschlossene Becher oder Kulturgefäße
Nährmedium Gelartiges oder flüssiges Kulturmedium
Typische Pflanzen Bodendecker, Moose, Stängelpflanzen, Rosettenpflanzen
Schneckenrisiko Sehr gering
Algenbelastung In der Regel sehr gering
Pestizidbelastung Üblicherweise kein Problem durch klassische Gewächshausbehandlung
Vorbereitung Nährmedium gründlich entfernen
Pflanzung Meist in viele kleine Portionen teilen
Eingewöhnung Je nach Art einige Tage bis mehrere Wochen
Geeignet für Garnelen Besonders interessant durch die saubere Kultur
Wachstum nach Pflanzung Anfangs teilweise langsam, anschließend oft kräftig

Wie werden In-vitro-Aquarienpflanzen hergestellt?

Die Produktion beginnt mit ausgewähltem Pflanzenmaterial. Kleine Triebspitzen, Gewebestücke oder andere geeignete Pflanzenteile werden zunächst gereinigt und anschließend in ein steriles Kulturmedium gesetzt. Das Gefäß wird verschlossen, sodass während der weiteren Entwicklung möglichst keine Mikroorganismen eindringen können.

Das Nährmedium unterscheidet sich deutlich von gewöhnlichem Aquarienwasser. Es enthält genau abgestimmte Mineralstoffe sowie häufig Zucker und pflanzliche Wachstumsregulatoren. Diese Bedingungen ermöglichen eine schnelle Vermehrung selbst kleinster Pflanzenteile.

Aus einem einzelnen Ausgangsstück können zahlreiche neue Triebe entstehen. Diese werden erneut geteilt und weiterkultiviert. Auf diese Weise lassen sich große Stückzahlen einer Pflanzenart produzieren, ohne riesige Mutterpflanzenbestände unterhalten zu müssen.

Besonders interessant ist diese Methode für langsam wachsende, seltene oder sehr kleine Aquarienpflanzen. Auch verschiedene Zuchtformen lassen sich dadurch zuverlässig vermehren.

Die Pflanzen wachsen während dieser Phase allerdings unter völlig anderen Bedingungen als später im Aquarium. Deshalb ist eine Anpassungsphase nach dem Einsetzen vollkommen normal.

Vorteile von In-vitro-Pflanzen im Aquarium

Der wahrscheinlich wichtigste Vorteil ist die hohe hygienische Sicherheit. Klassisch kultivierte Aquarienpflanzen können zahlreiche Organismen mitbringen. Besonders häufig treten Schnecken oder Schneckeneier auf. Auch Algensporen, Würmer oder andere Kleinstlebewesen können unbeabsichtigt eingeschleppt werden.

Bei einer korrekt produzierten In-vitro-Kultur ist dieses Risiko wesentlich geringer. Das macht die Pflanzen insbesondere für frisch eingerichtete Aquarien attraktiv.

Auch Garnelenhalter schätzen diese Kulturform. Pflanzen aus konventioneller Produktion können unter Umständen mit Pflanzenschutzmitteln behandelt worden sein. Besonders empfindliche Wirbellose reagieren auf bestimmte Substanzen bereits in sehr niedrigen Konzentrationen. Bei In-vitro-Pflanzen entfällt dieses Problem normalerweise.

Ein weiterer Vorteil liegt in der großen Anzahl kleiner Einzelpflanzen. Ein Becher Bodendecker kann beispielsweise in zahlreiche Portionen geteilt werden. Werden diese mit etwas Abstand eingepflanzt, können sie nach und nach zu einem geschlossenen Teppich zusammenwachsen.

Zu den wichtigsten Vorteilen gehören:

  • sehr geringes Risiko für Schnecken und Schneckeneier
  • normalerweise keine unerwünschten Algen auf den Pflanzen
  • geringer Eintrag fremder Kleinstlebewesen
  • viele kleine Einzelpflanzen pro Becher
  • gute Portionierbarkeit
  • besonders interessant für Garnelenbecken
  • kompakte Lagerung und einfacher Transport
  • große Auswahl auch bei seltenen Pflanzenformen

Experten-Tipp: Teile einen In-vitro-Becher nicht nur in wenige große Stücke. Viele kleine Pflanzengruppen, mit etwas Abstand eingesetzt, bedecken den Bodengrund später meist gleichmäßiger und fördern einen dichteren Pflanzenbestand.

Gibt es auch Nachteile?

In-vitro-Pflanzen besitzen trotz ihrer Vorteile einige Besonderheiten. Der wichtigste Punkt ist die Eingewöhnung. Die Pflanzen kommen aus einer geschützten Umgebung mit hoher Luftfeuchtigkeit und einem leicht verfügbaren Nährstoffangebot. Im Aquarium müssen sie plötzlich mit Strömung, vollständig untergetauchtem Wachstum und anderen Lichtbedingungen zurechtkommen.

Einige Pflanzen verlieren deshalb zunächst ältere Blätter. Bei empfindlichen Arten kann es sogar so aussehen, als würde die Pflanze eingehen. Entscheidend ist, ob neue Triebe entstehen.

In-vitro-Pflanzen sind außerdem meist deutlich kleiner als klassische Topfpflanzen. Wer unmittelbar nach der Einrichtung ein optisch vollständig bepflanztes Aquarium erwartet, kann von der anfänglichen Größe enttäuscht sein.

Auch Fehler beim Einsetzen wirken sich stärker aus. Sehr kleine Pflanzen können leicht aufschwimmen, zu tief eingesetzt werden oder zwischen grobem Bodengrund verschwinden.

Welche Aquarienpflanzen werden als In-vitro-Kultur angeboten?

Das Angebot ist inzwischen ausgesprochen groß. Besonders häufig findet man Bodendecker. Pflanzen wie verschiedene kleinbleibende Vordergrundarten lassen sich im Labor hervorragend vermehren und anschließend in zahlreiche kleine Portionen teilen.

Daneben gibt es Moose, Stängelpflanzen, Rosettenpflanzen und Aufsitzerpflanzen. Selbst manche Bucephalandra-Formen, Cryptocorynen und andere vergleichsweise langsam wachsende Pflanzen sind erhältlich.

Besonders sinnvoll ist die Kulturform bei Arten, die sehr klein bleiben oder normalerweise nur langsam größere Bestände bilden. Ein Becher kann aus vielen winzigen Jungpflanzen bestehen, wodurch sich vergleichsweise schnell eine größere Startpopulation aufbauen lässt.

Nicht jede Art reagiert allerdings gleich gut auf die Umstellung. Anspruchsvolle Pflanzen bleiben auch als In-vitro-Variante anspruchsvoll. Die Kulturform verbessert die hygienische Ausgangssituation, ersetzt aber keine geeigneten Bedingungen im Aquarium.

In-vitro-Pflanzen richtig vorbereiten

Nach dem Öffnen des Bechers sollte zunächst das Nährmedium entfernt werden. Dieses Material gehört nicht in größeren Mengen ins Aquarium. Es ist zwar für die Pflanzenkultur entwickelt worden, enthält jedoch viele leicht verfügbare Nährstoffe und organische Bestandteile.

Die Pflanzen lassen sich meist vorsichtig aus dem Becher ziehen oder herausspülen. Anschließend wird das Gel unter sauberem, handwarmem Wasser gründlich entfernt.

Besonders zwischen feinen Wurzeln können Reste hängen bleiben. Dabei sollte jedoch nicht zu grob gearbeitet werden. Die jungen Pflanzen besitzen oft sehr empfindliche Wurzeln und Triebe.

Nach dem Reinigen wird der Pflanzenblock in kleinere Portionen geteilt. Bei Bodendeckern können zahlreiche kleine Büschel entstehen. Stängelpflanzen lassen sich häufig in einzelne oder kleine Gruppen von Trieben separieren.

Sehr feine Wurzeln müssen nicht vollständig erhalten bleiben. Viele Arten bilden im Aquarium schnell neue Wurzeln.

In-vitro-Pflanzen richtig einsetzen

Eine lange Pinzette erleichtert die Pflanzung erheblich. Gerade bei Bodendeckern sind die einzelnen Portionen so klein, dass sie mit den Fingern nur schwer sicher im Substrat platziert werden können.

Die Portion wird vorsichtig gegriffen und einige Millimeter bis wenige Zentimeter tief eingesetzt. Entscheidend ist, dass die Wurzeln im Boden sitzen, während der Vegetationspunkt nicht vollständig vergraben wird.

Bodendecker sollten mit etwas Abstand verteilt werden. Dadurch bekommt jede Pflanzengruppe zunächst ausreichend Licht und Platz. Später wachsen die Zwischenräume zu.

Bei Aufsitzerpflanzen gelten andere Regeln. Arten, die normalerweise auf Holz oder Stein wachsen, dürfen nicht vollständig in den Bodengrund gesetzt werden. Sie werden stattdessen entsprechend ihrer natürlichen Wuchsform befestigt.

Experten-Tipp: Wenn frisch eingesetzte In-vitro-Bodendecker ständig aufschwimmen, setze kleinere Portionen etwas tiefer ein und ziehe sie anschließend mit der Pinzette minimal nach oben. Dadurch liegen die Wurzeln gestreckt im Substrat, während die Blätter frei bleiben.

Die Eingewöhnungsphase nach dem Einsetzen

Die ersten Tage entscheiden häufig darüber, wie schnell sich die Pflanzen etablieren. Direkt nach dem Einsetzen können einige Arten zunächst stagnieren. Dieses Verhalten ist normal.

Viele In-vitro-Pflanzen besitzen Blätter, die unter den speziellen Kulturbedingungen entstanden sind. Unter Wasser werden teilweise andere Blattformen benötigt. Alte Blätter können vergilben oder durchsichtig werden, während gleichzeitig neue Unterwasserblätter entstehen.

Deshalb sollte nicht vorschnell angenommen werden, dass die Pflanze abgestorben ist. Solange der Vegetationspunkt gesund bleibt und neue Triebe erscheinen, verläuft die Anpassung grundsätzlich erfolgreich.

Starke Veränderungen der Beleuchtung oder Wasserwerte sollten während dieser Phase vermieden werden. Gleichmäßige Bedingungen erleichtern den Pflanzen die Umstellung.

Licht, CO2 und Nährstoffversorgung

In-vitro-Pflanzen benötigen grundsätzlich dieselben Bedingungen wie ausgewachsene Exemplare ihrer jeweiligen Art. Eine einfache Pflanze wird durch die In-vitro-Kultur nicht plötzlich anspruchsvoll, während eine anspruchsvolle Art dadurch nicht automatisch pflegeleicht wird.

Vor allem viele kompakte Bodendecker profitieren von guter Beleuchtung. Für besonders dichten und niedrigen Wuchs kann zusätzlich eine CO2-Versorgung sinnvoll oder sogar notwendig sein.

Auch Makro- und Mikronährstoffe müssen vorhanden sein. Stickstoff, Phosphor und Kalium gehören ebenso zur Versorgung wie Eisen und weitere Spurenelemente.

In neu eingerichteten Aquarien sollte jedoch nicht unkontrolliert stark gedüngt werden. Junge Pflanzen verbrauchen anfangs häufig weniger Nährstoffe als ein vollständig entwickelter Bestand. Ein deutlicher Überschuss kann das Algenwachstum fördern.

Eine ausgewogene Kombination aus Licht, CO2, Nährstoffen und Wasserpflege ist deshalb wichtiger als möglichst hohe Einzelwerte.

Sind In-vitro-Pflanzen für Garnelen geeignet?

Gerade für Garnelenaquarien sind In-vitro-Pflanzen besonders interessant. Empfindliche Garnelen können auf Rückstände bestimmter Pflanzenschutzmittel reagieren, die bei konventionell produzierten Pflanzen theoretisch vorhanden sein können.

Da In-vitro-Pflanzen unter kontrollierten Kulturbedingungen wachsen, ist eine solche Behandlung normalerweise nicht erforderlich. Nach gründlichem Entfernen des Kulturmediums können sie deshalb meist direkt verwendet werden.

Zusätzlich wird das Risiko reduziert, Schnecken oder andere Organismen einzuschleppen. Das ist besonders bei gezielt aufgebauten Zuchtbecken interessant.

Eine normale Anpassungsphase der Pflanzen kann trotzdem auftreten. Auch in einem Garnelenaquarium sollte deshalb auf ausreichendes Licht und passende Nährstoffversorgung geachtet werden.

Können In-vitro-Pflanzen Algen bekommen?

Während der geschlossenen Kultur sind die Pflanzen gewöhnlich weitgehend frei von typischen Aquarienalgen. Nach dem Öffnen des Bechers endet dieser Vorteil allerdings.

Sobald die Pflanzen im Aquarium stehen, befinden sie sich im gleichen Ökosystem wie alle anderen Pflanzen. Bei ungünstigen Bedingungen können Grünalgen, Fadenalgen, Kieselalgen oder andere Beläge auftreten.

In-vitro-Pflanzen verhindern also keine Algenprobleme. Sie sorgen lediglich dafür, dass normalerweise keine bereits befallenen Pflanzen eingesetzt werden.

Besonders während der Startphase eines Aquariums sollten Beleuchtungsdauer, Nährstoffe und Wasserwechsel ausgewogen aufeinander abgestimmt werden.

Häufige Fehler bei In-vitro-Pflanzen

Ein typischer Fehler besteht darin, den gesamten Pflanzenblock aus dem Becher als eine einzige Portion einzusetzen. Dadurch stehen die Pflanzen zu dicht und können sich gegenseitig beschatten.

Problematisch ist auch unzureichend entferntes Nährmedium. Größere Mengen davon können zusätzliche organische Belastungen verursachen.

Weitere typische Fehler sind zu tiefes Einsetzen, ungeeigneter Bodengrund, zu schwache Beleuchtung und eine fehlende CO2-Versorgung bei entsprechend anspruchsvollen Arten.

Besonders wichtig ist Geduld. Viele Pflanzen benötigen mehrere Wochen, bis sie deutlich sichtbar wachsen. Häufig entwickelt sich zunächst das Wurzelsystem, bevor oberirdisch größere Veränderungen zu erkennen sind.

Häufig gestellte Fragen zu In-vitro-Pflanzen

Müssen In-vitro-Pflanzen gewässert werden?

Ein mehrtägiges Wässern wie bei manchen konventionell produzierten Pflanzen ist normalerweise nicht notwendig. Das Kulturmedium sollte jedoch gründlich unter sauberem Wasser entfernt werden.

Kann das Gel aus dem Becher ins Aquarium?

Kleine Restmengen sind meist kein dramatisches Problem, dennoch sollte möglichst das gesamte Kulturmedium abgespült werden. Es wird im Aquarium nicht benötigt und kann zusätzliche Nährstoffe eintragen.

Wie lange brauchen In-vitro-Pflanzen zum Anwachsen?

Das hängt stark von Pflanzenart, Licht, CO2-Versorgung und Nährstoffangebot ab. Erste neue Triebe können bereits nach wenigen Tagen erscheinen. Bei langsam wachsenden Arten dauert die sichtbare Entwicklung deutlich länger.

Warum werden die Blätter nach dem Einsetzen durchsichtig?

Die Pflanze kann während der Anpassung ältere Blätter verlieren. Entscheidend ist, ob anschließend gesunde neue Blätter und Triebe entstehen.

Sind In-vitro-Pflanzen frei von Schnecken?

Bei fachgerechter steriler Produktion ist das Risiko sehr gering. Gerade dieser Punkt zählt zu den wichtigsten Vorteilen der Kulturform.

Können In-vitro-Pflanzen sofort ins Garnelenbecken?

Nach gründlichem Entfernen des Kulturmediums können sie grundsätzlich direkt eingesetzt werden. Gerade für empfindliche Wirbellose ist diese Pflanzenform besonders beliebt.

Brauchen In-vitro-Pflanzen immer CO2?

Nein. Der CO2-Bedarf hängt von der jeweiligen Pflanzenart ab. Anspruchslose Arten können ohne zusätzliche CO2-Düngung wachsen, während viele Bodendecker und anspruchsvollere Pflanzen deutlich davon profitieren.

Warum sind die Pflanzen im Becher so klein?

Es handelt sich um junge Pflanzen aus einer Gewebekultur. Nach erfolgreicher Eingewöhnung entwickeln sie die für ihre Art typische Größe und Wuchsform.

Kann man einen Becher auf mehrere Aquarien verteilen?

Ja. Enthält der Becher genügend Pflanzenmaterial, können die einzelnen Portionen problemlos auf mehrere Aquarien verteilt werden.

Fazit

In-vitro-Pflanzen sind eine besonders saubere und vielseitige Möglichkeit, Aquarien zu bepflanzen. Ihre sterile beziehungsweise weitgehend kontrollierte Produktion reduziert das Risiko, Schnecken, Algen, unerwünschte Kleinstlebewesen oder problematische Rückstände in ein Aquarium einzubringen. Besonders für Garnelenbecken, Aquascapes und sorgfältig geplante Neueinrichtungen ist das ein erheblicher Vorteil.

Der kleine Becherinhalt sollte dabei nicht unterschätzt werden. Viele Kulturen lassen sich in zahlreiche Einzelportionen teilen, die innerhalb weniger Wochen zu größeren Beständen zusammenwachsen können. Voraussetzung dafür sind eine sorgfältige Vorbereitung, das vollständige Entfernen des Nährmediums und eine auf die jeweilige Pflanzenart abgestimmte Versorgung.

Die ersten Tage nach der Pflanzung verlangen etwas Geduld. Blattverluste oder vorübergehender Wachstumsstillstand müssen nicht auf ein Problem hindeuten, sondern können Bestandteil der Umstellung auf das Unterwasserleben sein. Sobald neue Triebe erscheinen, hat die Pflanze den entscheidenden Schritt geschafft.

In-vitro-Pflanzen sind deshalb weder grundsätzlich besser noch pflegeleichter als andere Aquarienpflanzen. Ihr entscheidender Vorteil liegt in ihrem sauberen Ausgangszustand und der effizienten Vermehrungsform. Wer die Pflanzen richtig portioniert, sorgfältig einsetzt und ihnen passende Bedingungen bietet, erhält eine ausgezeichnete Grundlage für einen gesunden, dichten und langfristig attraktiven Pflanzenbestand im Aquarium.

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