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Dreck, Dreck und nochmals Dreck! Teil zwei

Dreck, Dreck und nochmals Dreck! Teil zwei

Die Bakterien der Moschusschildkröten für die Endler Guppys

Dreck, Dreck und nochmals Dreck! Teil zwei

Im ersten Teil ging es um die Kaudis Phalloceros caudimaculatus und die beiden Sternotherus odoratus Moschusschildkröten “Fix und Foxi“.

Dreck, Dreck und nochmals Dreck! Teil zweihttps://www.einrichtungsbeispiele.de/artikel/dreck--dreck-und-nochmals-dreck-teil-eins_aid5332.html

In diesem Teil wollte ich eigentlich über die Haltung der Moschusschildkröte Sternotherus carinatus “Brunhilda“ mit den Campoma Endler Guppys erzählen. Doch oft kommt es anders und das vor allem, wenn man mit Tieren zu tun hat. Da die Kaudis über die letzten Jahre bzw. Jahrzehnte ziemlich selten wurden und es neuerdings aber wieder mehrere Interessierte gibt, habe ich mich dazu entschlossen, in das Becken zu “Brunhilda“ ebenfalls Kaudis zu setzen.

Dreck, Dreck und nochmals Dreck! Teil zweiMeine Überlegungen waren diese, dass die jungen Kaudis den “Umgang mit einer Schildkröte“ von Beginn an kennen und die jungen Endler Guppys noch nicht. Außerdem hatte ich von den Endler Guppys nur mehr 3.1.0 Tiere, also drei Männchen und ein Weibchen und ich wollte das Risiko mit den Jungtieren noch nicht riskieren.

Doch erst mal von Beginn an!

Im Sommer 2017 erhielt ich einen Stamm Endler Guppys “Campoma“ (soweit ich weiß, Nr. 5) von einem befreundeten Aquarianer, der bei uns im Verein der “Aquarienfreunde Tirol 1990“ einen Vortrag hielt. Voller Stolz brachte ich die 20 Jungtiere nach Hause und setzte sie in mein 60x30x35cm Aquarium, das ich vorbereitet hatte. Die Fische erholten sich schnell von der Reise und fanden sich alsbald im neuen Becken zurecht. Sie zeigten tolle Farben und ich war überglücklich einen solchen Stamm bei mir schwimmen zu sehen.

Leider entschied ich mich dazu, noch einige Zwerg-Corydoras hinzuzusetzen. Das war allerdings ein Fehler… Was auch immer geschah (anfangs dachte ich, die Zwergcorydoras wären krank gewesen, später dachte ich, dass es ein Problem mit den Bakterien sein konnte…vielleicht brachten die Zwerg-Corydoras andere Bakterien mit, die sich mit den Bakterien der Endler Guppys nicht vertrugen?), die Campoma Endler Guppys wurden krank.

Die kleinen Welse holte ich sogleich aus dem Becken und fügte dem Endler Guppy-Becken etwas Salz hinzu. Dies wirkte bald und die Tiere erholten sich etwas, doch es waren immer wieder Tiere dabei, die helle Flecken hatten und etwas kümmerlich waren. Die Tiere magerten ab und konnten sich auch durch das Salz im Wasser scheinbar nicht mehr erholen. Es entstanden immer wieder “dünne“ Guppys, die noch einige Wochen lebten und dann verstarben.

Ich kenne diese “Phänomen“ von mehreren Haltern. Was es genau ist, das kann ich nicht sagen. Ich habe viele Theorien und auch einige Möglichkeiten parat, warum es soweit kommt. Darüber möchte ich jedoch nicht schreiben, da dies dann doch Biologen überprüfen sollten…

Anwendung der Bakterien im Aquarium

Aber was ich sicher sagen kann – den Guppys scheinen Bakterien oder Enzyme zu fehlen. Denn ich erinnerte mich an die Kaudis und wie vital und vermehrungsfreudig diese Fische bei den Moschus-Schildkröten im Becken plötzlich waren. Ich kam deshalb auf die Idee, die Bakterien aus dem Kaudi-Becken auch bei den letzten Campoma-Guppys zu versuchen…

Und siehe da! Es funktionierte. Zwar verstarben die beiden kranken Tiere – ich hatte zu Beginn der Kur 4.2 Endler Guppys Campoma im Becken über Nacht, da sie vermutlich schon sehr geschwächt waren – die anderen hingegen erholten sich blitzschnell und nur wenige Tage später entdeckte ich fünf Jungtiere!

Ich war überglücklich! Das letzte Weibchen mit “ihren“ drei Männchen hatte fünf Jungtiere geworfen. Der Stamm könnte gerettet sein, hatte ich die Hoffnung.

Zum Futter – ich füttere den Tieren zwei- bis fünfmal pro Woche Lebendfutter (Marine Copepoden, Artemia, weiße Mückenlarven, Daphnien und Enchyträen) und sonst gibt es Sera Viformo Futtertabletten, die ich teils auf die Oberfläche streue und manchmal gebe ich ein kleines Stück in das Becken. Das ist für die Tiere, die lieber am Grund fressen und für die Schnecken und anderen Lebewesen, die in einem Aquarium leben… Gefüttert wird zwei- bis dreimal am Tag.

Knapp zwei Wochen, nachdem ich die ersten Bakterien in das Guppys-Aquarium gab, fügte ich die nächsten Bakterien hinzu. Mir fiel auf, dass die Tiere wieder etwas “schwächelten“. Es war zwar nicht auf den ersten Blick zu sehen, doch nach einiger Beobachtung kam es mir so vor. Allerdings wechselte ich vor der zweiten Kur das Wasser zu 30%.

Was macht man mit dem Filter im Aquarium der Guppys? Den habe ich (soweit ich mich erinnere) vor der dritten Bakterien-Zugabe gereinigt. Doch dessen bin ich mir nicht mehr sicher…

Wie gebe ich die Bakterien hinzu?

Ich hole hier direkt den “Dreck“ aus dem Filter des Moschus- und Kaudi-Aquariums und leere diesen in das Guppy-Becken. Das ganze Becken wird dann trüb und die Guppys beginnen gleich nach den “Dreck“-Partikeln zu schnappen und sie anscheinend zu fressen. Es dauert anschließend einige Zeit, bis es wieder klar wird, aber das macht den Fischen bei mir nichts aus.

Ich denke, wenn jemand die Moschus-Schildkröten-Bakterien in seinem Fisch-Aquarium ausprobieren möchte, muss er oder sie einfach selbst etwas “experimentieren“. Falls man Bakterien von einem/r befreundeten Schildkröten-Halter/in bekommen sollte – die Bakterien halten nicht sehr lange. Ich habe die Bakterien (Dreckwasser) schon in Flaschen transportiert, die gut eine Stunde unterwegs waren, bis ich sie ins Becken goss. Ich gab beim Abfüllen dieser Flaschen etwas Frischwasser hinzu. Vielleicht wäre ¾ Aquarienwasser (aus dem Filter) mit dem Dreck (Filterschlamm) und ¼ frisches Wasser gut? Ich habe es so gemacht…

Das Endler Guppy Aquarium ist mittlerweile wieder gut mit Fischen “gefüllt“. Das letzte Weibchen lebt und sorgt mit ihren drei Männern immer wieder für Nachwuchs. Die Jungtiere tummeln sich im Becken – ich glaube, es sind wieder über 25 Fische, die älter als ein Monat sind. Letzte Woche habe ich wieder Bakterien ins Becken gegeben und tags darauf sind einige neue Junge im Aquarium “aufgetaucht“.

Anwendung bei einem Aquarien-Kollegen

Was meine Theorie auch andernorts bestätigt – Anfang April 2019 gab ich einem Aquarien-Kollegen aus unserem Verein “Aquarienfreunde Tirol 1990“, der ähnliche Probleme mit seinen Guppys hat, auch von den Moschus-Schildkröten-Bakterien aus dem Filter meines Schildkröten- und Kaudi-Beckens. Schon am nächsten Tag kam die positive Rückmeldung per Whats App, dass man es schon bemerken würde, dass seine Guppys viel agiler schwimmen würden und vitaler wirken.

Zweimal im März und einmal im April 2019 habe ich die Bakterien auch in meinem Süd-Amerika-Aquarium angewandt und eines der beiden Pärchen Laetacara dorsigera hatte im April 2019 Jungtiere… Hierzu werde ich wohl später noch genaueres berichten. Wie es aussieht wird noch ein dritter Teil kommen…

Helga Kury für www.einrichtungsbeispiele.de

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Titel: Dreck, Dreck und nochmals Dreck! Teil zwei
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