Guppy Haltung im Aquarium
Einrichtungsbeispiele für Poecilia reticulata

Haltungsempfehlungen
Um Poecilia reticulata (Guppy) möglichst artgerecht zu halten, empfehlen wir nachfolgende Bedingungen zu schaffen. Vor allem bei der Angabe zur Mindestgröße bitten wir zu beachten, dass die optimalen Verhältnisse unter Umständen erst in wesentlich größeren Aquarien hergestellt werden können.
- Wassertemperatur: 18° bis 28°C
- pH-Wert: 6.8 bis 8.0
- Gesamthärte: 10° bis 30° dGH
- Mindestaquariengröße: 54 Liter
Wissenswertes zu Poecilia reticulata (Guppy)
Rolle in der Aquaristik
Der Guppy ist einer der beliebtesten Aquariumfische aus Südamerika und gilt als der Einsteigerfisch in die Aquarienwelt, was unter anderem darauf zurückzuführen sein dürfte, dass der Lebendgebärende sich im Aquarium sehr schnell vermehrt und damit auch Anfänger sehr schnell ein echtes aquaristisches Erfolgserlebnis haben. Unter den Aquariumfischen gelten die Guppies als enorm vermehrungsfreudig und einfach zu halten.
Neben den Wildformen dieser lebendgebärenden Zahnkarpfen gibt es im Handel zahlreiche Zuchformen, die aber oft sehr empfindlich auf Änderungen der Wasserchemie reagieren. Deshalb gibt es immer mehr Aquarianer, die ganz bewußt die Wildform wie z.B. Endlers Guppy halten. Wichtig ist dabei zu wissen, dass es deutliche Unterschiede zwischen Endler und den viel häufiger angebotenen Guppy Zuchtformen gibt.
Herkunft
Die Heimat liegt im nördlichen Teil Südamerikas und seinen vorgelagerten karibischen Inseln. Neben seinem natürlichen Biotop ist er allerdings weltweit als Neozoon in tropischen und subtropischen Gewässern zu finden. Sogar in Deutschland überleben die Tiere nach dem Aussetzen z.B. in Flüssen, die durch Kraftwerke o.ä. erwärmt werden.
Haltung im Aquarium
An die Einrichtung stellen Guppys keine besonderen Anforderungen und können sogar beim Zimmertemperatur gehalten werden, wobei 24 bis 26°C als optimal gelten. Guppys können in Wasser mit einem pH-Wert zwischen 6.8 und 8 und einer Gesamthärte zwischen 10 und 30°dGH gepflegt werden. Als wichtig gilt es also bei der Guppy Haltung zu beachten, dass das Wasser nicht zu weich sein sollte.
Als problematisch gelten allerdings verschiedene Hochzuchtguppies. Vor allem aus dem asiatischen Raum kommen Guppies zu uns, die nur schwer an Wasserwerte in Aquarien zu gewöhnen sind, die von ihrem Zuchtbecken abweichen.
Als Aquarium kommen Behälter ab einer Größe von 54 Litern und einer Kantenlänge ab 60 cm in Frage. In ein Nano Beim Aquarium einrichten für die Zahnkarpfen ist es wichtig, dass das Aquariumbecken teilweise dicht bepflanzt wird. Da die Fische nicht an die Aquarienpflanzen gehen, ist die Auswahl zum Beispiel aus dem Pflanensortiment von Dennerle groß. Der verwendete Bodengrund spielt bei der Guppyhaltung keine Rolle.
Der Fisch sollte im Aquarium abwechslungsreiches Futter erhalten. Geeignet sind kleinere Futtersorten, die auch pflanzliche Anteile enthalten.
Um eine Vermehrung der Guppys zu vermeiden, halten viele Aquarianer, die keine Zucht betreiben wollen, nur Männchen. Die Pflege sollte immer in einer größeren Gruppe ab mindestens 8 Tieren erfolgen. Im Normalfall sollten mehr Weibchen als Männchen gehalten werden. Die Anzahl an Guppys, die in einem Aquarium gehalten werden können, liegt natürlich an der Größe des Beckens. Viel schlimmer als zu viele, ist es zu wenige Exemplare dieser Gruppenfische zu halten.
Aquarianer, die es nicht übers Herz bringen, die Nachzuchten zu verfüttern und die keine Möglichkeit haben, die Aquarienfische im Handel abzugeben, sollten sich bereits vor der Anschaffung von Guppys überlegen, welche Lösung sie für die Vermehrungsfreude der Fische haben.
Synonyme
Guppy ist sicher die gängigste Bezeichnung für diese Zierfische. Unter Aquarianern ist der Lebendgebärende aber auch unter den Bezeichnungen Lebistes reticulatus und Heterandria guppyi bekannt.
Vergesellschaftung mit Wirbellosen
Oft wird der Guppy in Nano Aquarien gehalten und soll dort mit Garnelen oder anderen Wirbellosen vergesellschaftet werden. Dies ist normal problemlos möglich. Es kann allerdings passieren, dass sich die Fische am Garnelennachwuchs vergreifen. Ebeso kann es bei der Vergesellschaftung mit Krebsen oder Garnelen dazu kommen, dass sich die Wirbellosen an den Flossen der Guppys vergreifen.
Eine Vergesellschaftung mit Zergkrallenfröschen wird als unproblematisch beschrieben.
Lebenserwartung
Bei der Lebenserwartung von Guppys gibt es die unterschiedlichsten Berichte. Bei Hochzuchtguppys ist davon auszugehen, dass sie deutlich weniger lange leben. Oft dauert ein Guppyleben nur etwa 1 Jahr. Vermutet wird, dass der Grund dafür in der Inzucht liegt. Offen sichtbar wird dies in typischen Defekten, wie der Deformation der Wirbelsäule. Die Tiere sehen bereits auf den ersten Blick verkrümmt aus. Solche Tiere sollten nicht erworben werden. In einen bestehenden Besatz sollte immer wieder frisches Blut gebracht werden. Es sollten also immer wieder in regelmäßigen Abständen Fische aus anderen Linien eingekreuzt werden.
Gegen diese Theorie sprechen allerdings Laborbestände, die bereits seit Anfang des 20. Jahrhunderts bestehen, ohne dass neue Tiere eingekreuzt worden wären.
Bei den Wildformen liegt die Lebenserwartung bei guten Haltungsbedingungen zwischen 2 und 3 Jahren. Es existieren aber auch Berichte über einen Kurzschwanzguppy, der ein Alter von 9 Jahren erreicht haben soll.
Nachzucht
Der Guppy wird aufgrund seiner Reproduktionsfreudigkeit auch als Millionenfisch bezeichnet. Die Nachzucht ist auch für den Einsteiger sehr einfach oder anders gesagt, fast nicht zu verhindern.
Schon im Alter von 4 bis 6 Wochen können die Zierfische Junge bekommen.
Wird ein Weibchen begattet, erfolgt dies über das Gonopodium, dem Begattungsorgan des Männchens. Das Weibchen kann Sperma sogar speichern für den Fall, dass einmal kein Männchen vorhanden sein sollte.
Ob ein Weibchen trächtig ist, lässt sich daran erkennen, dass es dann etwas fülliger wird. Auch der Trächtigkeitsfleck über der Afterflosse kann ein Hinweis darauf sein.
Nach einer Tragzeit von etwa 25 bis 40 Tagen bringt das Weibchen voll entwickelte Jungfische lebend zur Welt (lebendgebärend).
Geübte Guppyhalter, die ihre Nachzuchten möglichst vollständig aufziehen wollen, setzen die trächtigen Weibchen in einen Ablaichkasten oder ein Laichbecken um, sobald diese anfangen sich abzusondern und zu verstecken.
Der Geburtsvorgang dauert zwischen 1 und mehreren Stunden. Es kommen je nach Größe des Weibchens zwischen 20 und 30 Jungtiere zur Welt. Vereinzelt wird von Guppyweibchen berichtet, die 120 bis 150 Junge je Wurf produzieren.
Die Aufzucht kann im Gesellschaftsbecken erfolgen. Aufgrund der Menge an Jungfischen kommt auch hier in der Regel immer wieder Guppynachwuchs durch.
Als Aufzuchtfutter ist alle gängige Aufzuchtfutter aus dem Zoohandel geeignet. Selbst fein zerriebenes Flockenfutter wird angenommen.
Aussehen
Guppys haben einen länglichen Körper mit einem abgerundeten Kopf und großen Augen. Sie haben eine einzige Rückenflosse, die von der Mitte des Rückens bis zum Schwanzansatz verläuft. Die Schwanzflosse ist meist groß und auffällig und kann in verschiedenen Formen vorkommen, einschließlich der typischen Fächerform oder der spitz zulaufenden V-Form. Die Bauchflossen sind klein und im Vergleich zu anderen Flossen nicht besonders auffällig.
Die Farbe und Musterung der Guppys kann stark variieren und hängt von der Zuchtlinie ab. Es gibt viele verschiedene Farben, darunter Rot, Orange, Gelb, Blau, Grün und Violett. Die Muster können von einfachen Punkten bis hin zu komplexen Streifen und Flecken reichen.
Männliche Guppys haben oft hellere und intensivere Farben als Weibchen und haben auch auffälligere Flossen, insbesondere die Schwanzflosse. Männliche Guppys haben auch eine Gonopodium genannte Fortpflanzungsstruktur, die sich von der Bauchflosse entwickelt und zur Befruchtung der Weibchen verwendet wird.
Guppys kaufen
Im Aquaristikhandel sind Guppys praktisch immer erhältlich. In den meisten Zoohandlungen gehören sie zum Standardsortiment. Die Preise für die Zuchtformen liegen selten über 3 Euro. Seltenere Varianten und Wildformen können in Onlineshops wie Garnelio, Interaquaristik oder Aquaristik-CSI in einer breiten Auswahl gekauft werden. Die Preise können dafür auch bis zu 10 Euro betragen.Guppys als Anfängerfische
Lange Zeit wurden Guppys als DER Anfängerfisch überhaupt genannt. Das kommt vor allem daher, dass sie generell und mit Ausnahme der Hochzuchten sehr robust sind und ein breites Spektrum an Wasserparametern tolerieren. Sie sind nicht anfällig für Krankheiten. Sie gelten als friedlich und für ein Gesellschaftbecken sehr gut geeignet. Selbstverständlich ist es gerade für Anfänger ein tolles Erlebnis, wenn sich bereits nach kurzer Zeit Nachwuchs einstellt und beobachtet werden kann.
Problematisch für Anfänger ist aber, dass sie oft nicht erkennen können, ob sie sich ein gesundes Tier kaufen oder ob ihnen ein verkrüppeltes oder überzüchteter Zierfisch angedreht wird, der nur eine sehr geringe Lebenserwartun hat. Für Einsteiger ist es meist sehr schwierig, mit der hohen Zahl an Fischnachwuchs zurecht zu kommen.
FAQ zum Guppy
Was ist Poecilia reticulata (Guppy)?
Poecilia reticulata ist ein kleiner, lebendgebärender Süßwasserfisch aus der Familie der Lebendgebärenden Zahnkarpfen. Er gehört zu den beliebtesten Aquarienfischen weltweit, weil er farbenfroh, robust und relativ leicht zu halten ist. Ursprünglich stammt er aus Südamerika und hat sich inzwischen in vielen tropischen und subtropischen Gewässern verbreitet.
Wo kommt der Guppy ursprünglich her?
Der Guppy stammt ursprünglich aus dem nördlichen Südamerika sowie von einigen Karibikinseln. Dort lebt er in langsam fließenden oder stehenden Gewässern wie Gräben, kleinen Flüssen und Tümpeln. In seiner natürlichen Umgebung bevorzugt er warmes Wasser mit dichter Vegetation.
Wie groß werden Guppys im Aquarium?
Männliche Guppys bleiben in der Regel deutlich kleiner und erreichen meist etwa 2,5 bis 4 Zentimeter Körperlänge. Weibchen werden etwas größer und können bis zu 6 Zentimeter erreichen. Die Größe hängt stark von Haltung, Ernährung und genetischer Linie ab.
Woran erkennt man männliche und weibliche Guppys?
Männchen sind meist deutlich bunter gefärbt und haben große, auffällige Flossen. Weibchen wirken dagegen eher schlicht grau bis silbrig und haben einen runderen, kräftigeren Körperbau. Außerdem ist die Afterflosse beim Männchen zu einem Gonopodium umgebildet, das der Fortpflanzung dient.
Wie sollte ein Guppy-Aquarium eingerichtet sein?
Guppys fühlen sich in gut bepflanzten Aquarien besonders wohl, da Pflanzen Schutz bieten und Stress reduzieren. Schwimmpflanzen und feinfiedrige Pflanzen sind ideal, weil sie Rückzugsorte für Jungtiere schaffen. Gleichzeitig brauchen sie freie Schwimmflächen, da sie sehr aktive Fische sind.
Welche Wasserwerte sind für Guppys ideal?
Guppys bevorzugen warmes Wasser mit Temperaturen zwischen etwa 22 und 28 Grad Celsius. Der pH-Wert liegt idealerweise im leicht alkalischen Bereich zwischen 7,0 und 8,0. Außerdem kommen sie mit eher hartem Wasser gut zurecht, was sie zu sehr anpassungsfähigen Aquarienbewohnern macht.
Was fressen Guppys?
Guppys sind Allesfresser und nehmen sowohl pflanzliche als auch tierische Nahrung an. Im Aquarium fressen sie hochwertiges Flockenfutter, feines Granulat sowie Frost- und Lebendfutter wie Artemia oder Mückenlarven. Eine abwechslungsreiche Ernährung sorgt für kräftige Farben und gesunde Tiere.
Wie oft sollte man Guppys füttern?
Guppys sollten mehrmals täglich in kleinen Portionen gefüttert werden, damit das Futter schnell aufgenommen wird und nicht im Wasser verdirbt. Eine Überfütterung sollte unbedingt vermieden werden, da sie schnell zu Wasserbelastung und Gesundheitsproblemen führen kann. Ein Fastentag pro Woche ist oft sogar sinnvoll.
Wie vermehren sich Guppys?
Guppys sind lebendgebärend, das heißt, die Weibchen bringen vollständig entwickelte Jungfische zur Welt. Nach einer Tragzeit von etwa vier Wochen können je nach Größe und Zustand des Weibchens viele Jungtiere geboren werden. Eine einmalige Paarung kann zudem mehrere Würfe ermöglichen.
Wie schützt man Guppy-Nachwuchs im Aquarium?
Der Nachwuchs wird oft von den eigenen Eltern oder anderen Fischen gefressen, wenn er nicht geschützt ist. Dichte Pflanzenbestände oder spezielle Aufzuchtbecken erhöhen die Überlebenschancen deutlich. Viele Aquarianer setzen bewusst auf gut strukturierte Becken, damit sich einzelne Jungfische selbst verstecken können.
Sind Guppys für Anfänger geeignet?
Guppys gelten als klassische Anfängerfische, weil sie robust und anpassungsfähig sind. Sie verzeihen kleinere Pflegefehler eher als viele andere Arten und sind sehr aktiv, was sie interessant zu beobachten macht. Trotzdem benötigen sie stabile Wasserwerte und regelmäßige Pflege, um langfristig gesund zu bleiben.
Wie lange leben Guppys?
Die durchschnittliche Lebenserwartung liegt bei etwa ein bis drei Jahren, abhängig von Haltung und Genetik. In gut gepflegten Aquarien mit optimalen Bedingungen können einzelne Tiere auch etwas älter werden. Stress, schlechte Wasserqualität und Überpopulation verkürzen die Lebensdauer deutlich.
Können Guppys mit anderen Fischen vergesellschaftet werden?
Guppys lassen sich gut mit vielen friedlichen Arten vergesellschaften, solange diese ähnliche Ansprüche an Wasserwerte und Temperatur haben. Wichtig ist, keine sehr aggressiven oder räuberischen Arten dazuzusetzen, da Guppys sonst schnell unter Stress geraten. Besonders gut passen andere friedliche Lebendgebärende oder kleine Schwarmfische.
Warum sterben Guppys manchmal plötzlich?
Plötzliche Verluste hängen häufig mit schlechter Wasserqualität, Stress oder unbemerkten Krankheiten zusammen. Auch Überbesatz, falsche Temperatur oder neue Fische ohne Quarantäne können Probleme verursachen. Ein stabiles Aquarium mit regelmäßigen Wasserwechseln reduziert dieses Risiko deutlich.





