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Engawa: Die japanische Terrasse

Lesezeit: ca. 4 Minuten
Engawa: Die japanische Terrasse
Engawa: Die japanische Terrasse - Foto 1

Die japanische Gartenkultur ist weltweit für ihre Ästhetik, Harmonie und tief verwurzelte Philosophie bekannt. Ein zentrales Element vieler traditioneller japanischer Häuser und Gärten ist das Engawa – eine Terrasse, die den Innen- und Außenbereich miteinander verbindet. Doch was genau ist Engawa? Warum ist es in der japanischen Architektur so bedeutsam? In diesem Artikel tauchen wir tief in die Geschichte, Gestaltung und Funktion des Engawas ein und geben Tipps, wie man dieses Konzept auch im eigenen Garten umsetzen kann.

Definition: Was ist Engawa?

Das Engawa ist eine schmale, oft überdachte Holzterrasse, die entlang der Außenwände traditioneller japanischer Häuser verläuft. Es handelt sich dabei um eine Übergangszone zwischen Innenraum und Garten, die sowohl funktional als auch ästhetisch eine wichtige Rolle spielt. Engawa kann als Veranda, Laufsteg oder Sitzbereich genutzt werden und ist typisch für japanische Häuser der Edo- und Meiji-Zeit.

Engawa: Die japanische Terrasse
Engawa: Die japanische Terrasse - Foto 2

Wichtigste Merkmale:

  • Material: Meist aus Holz gefertigt, oft ohne Lack, um die natürliche Schönheit zu betonen.
  • Position: Direkt angrenzend an den Innenraum, oft mit Schiebetüren (Shoji oder Fusuma) verbunden.
  • Funktion: Als Sitzplatz, Durchgang oder Raum zur Meditation.

Die Philosophie hinter dem Engawa

In der japanischen Architektur spiegelt Engawa das Streben nach Harmonie zwischen Mensch und Natur wider. Es lädt dazu ein, die Umgebung bewusst wahrzunehmen – sei es das Blühen der Kirschbäume, das Geräusch von Regen oder die herbstlichen Farben des japanischen Gartens.

Wichtige philosophische Konzepte:

  • Wabi-Sabi: Die Schönheit des Unvollkommenen und Vergänglichen wird oft durch das natürliche Holz und die schlichte Gestaltung des Engawas dargestellt.
  • Ma: Der Raum dazwischen – Engawa ist genau das: ein Raum zwischen Innen und Außen, der beide Welten miteinander verbindet.

Geschichte des Engawa

Engawa hat seinen Ursprung in der traditionellen japanischen Architektur der Heian-Zeit (794–1185), als es erstmals als praktisches Element in aristokratischen Residenzen auftauchte.
Im Laufe der Jahrhunderte entwickelte sich das Design und wurde besonders während der Edo-Zeit (1603–1868) populär. Die Holzterrassen dienten nicht nur der Ästhetik, sondern auch als Schutz vor Sonne, Regen und Wind.

Nutzung des Engawa in der modernen Zeit

Auch in modernen japanischen Häusern findet man das Engawa – allerdings oft in zeitgemäßer Interpretation. Es dient als:

  • Meditationsbereich: Ein ruhiger Ort, um zur Ruhe zu kommen und den Garten zu genießen.
  • Geselliger Treffpunkt: Perfekt für Teestunden oder Gespräche.
  • Kreative Inspiration: Viele Künstler und Schriftsteller nutzen das Engawa, um Inspiration in der Natur zu finden.

Gestaltung und Materialien

Die Gestaltung eines Engawas folgt einfachen, klaren Linien. Typischerweise besteht die Terrasse aus Naturmaterialien wie Holz, Bambus oder Stein.

Essenzielle Elemente:

  • Holz: Zedernholz oder Hinoki-Zypresse sind beliebt, da sie langlebig und ästhetisch sind.
  • Überdachung: Schützt vor Witterungseinflüssen und sorgt für eine angenehme Atmosphäre.
  • Übergang zum Garten: Häufig mit Trittsteinen, Kieswegen oder einem Steingarten kombiniert.

Tipps für die Umsetzung eines Engawas im eigenen Garten

Ein Engawa lässt sich auch in westlichen Gärten realisieren. Hier einige Tipps:

  • Standortwahl: Platzieren Sie die Terrasse so, dass sie einen schönen Blick auf den Garten bietet.
  • Materialien: Nutzen Sie unbehandeltes Holz für einen authentischen Look.
  • Gestaltung des Gartens: Kombinieren Sie das Engawa mit typischen Elementen wie einem Zen-Garten, einer Wasserquelle oder Bambuspflanzen.
  • Minimalismus: Halten Sie die Gestaltung schlicht und funktional.

Fazit

Das Engawa ist mehr als nur eine Terrasse – es ist ein Ausdruck der japanischen Lebensphilosophie und der harmonischen Verbindung von Innen- und Außenwelt. Es lädt dazu ein, den Garten in seiner ganzen Pracht zu genießen und einen Moment der Ruhe und Besinnung zu finden. Egal, ob Sie ein traditionelles japanisches Design nachahmen oder moderne Elemente einfließen lassen – ein Engawa bringt zeitlose Schönheit und Funktionalität in jeden Garten.

Machen Sie den ersten Schritt und lassen Sie sich von der japanischen Architektur inspirieren – Ihr Garten wird es Ihnen danken!

Tom

Userbild von TomTom ist Administrator*in von EB und stellt 12 Beispiele vor. In den Bereichen Malawisee, Tanganjikasee, Victoriasee, West- / Zentralafrika, Südamerika, Mittelamerika, Amerikagesellschaftsbecken, Asien/Australien, Gesellschaftsbecken, Wasserchemie, Fragen zu einrichtungsbeispiele.de steht er/sie den Usern bei Fragen kompetent als Anspechpartner zur Seite.

Titel: Engawa: Die japanische Terrasse (Artikel 6573)

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