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Etagenzucht in der Kolonie: Schneckenbuntbarsche aus dem Tanganjikasee mit besonderer Fortpflanzungsstrategie

Lesezeit: ca. 10 Minuten
Etagenzucht in der Kolonie: Schneckenbuntbarsche aus dem Tanganjikasee mit besonderer Fortpflanzungsstrategie
Etagenzucht in der Kolonie: Schneckenbuntbarsche aus dem Tanganjikasee mit besonderer Fortpflanzungsstrategie - Foto 1

Der Tanganjikasee in Ostafrika zählt zu den faszinierendsten Süßwasserökosystemen der Erde. Mit einem Alter von mehreren Millionen Jahren gehört er zu den ältesten Seen der Welt und beherbergt eine außergewöhnlich vielfältige Fischfauna. Besonders bekannt ist der See für seine zahlreichen endemischen Buntbarsche, die sich im Laufe der Evolution an unterschiedlichste ökologische Nischen angepasst haben. Unter diesen Arten nehmen die Schneckenbuntbarsche eine Sonderstellung ein.

Schneckenbuntbarsche sind kleine Buntbarsche, die leere Schneckenhäuser als Schutzraum, Reviergrenze und Brutstätte nutzen. Ihre Lebensweise unterscheidet sich deutlich von der vieler anderer Aquarienfische. Besonders bemerkenswert ist dabei die sogenannte Etagenzucht in der Kolonie. Hierbei leben mehrere Generationen gemeinsam auf engem Raum zusammen und betreiben eine Form der Brutpflege, die in der Aquaristik immer wieder für Begeisterung sorgt.

Etagenzucht in der Kolonie: Schneckenbuntbarsche aus dem Tanganjikasee mit besonderer Fortpflanzungsstrategie
Etagenzucht in der Kolonie: Schneckenbuntbarsche aus dem Tanganjikasee mit besonderer Fortpflanzungsstrategie - Foto 2

Arten wie der Vielgestreifte Schneckenbuntbarsch, wissenschaftlich Neolamprologus multifasciatus, oder der Similis-Schneckenbuntbarsch, wissenschaftlich Neolamprologus similis, bilden teilweise riesige Kolonien aus Hunderten von Individuen. In diesen Gemeinschaften entstehen regelrechte Unterwasserstädte aus Schneckenhäusern, in denen Jungfische, halbwüchsige Tiere und adulte Exemplare nebeneinander leben. Die daraus resultierende Fortpflanzungsstrategie wird häufig als Etagenzucht bezeichnet, da mehrere Generationen gleichzeitig innerhalb derselben Kolonie existieren und unterschiedliche Bereiche des Lebensraums nutzen.

Für Aquarianer bieten diese Fische die Möglichkeit, außergewöhnliche Verhaltensweisen zu beobachten, die weit über das hinausgehen, was in klassischen Gesellschaftsaquarien zu sehen ist. Die Kombination aus Sozialverhalten, Revierbildung, Brutpflege und generationsübergreifender Koloniestruktur macht Schneckenbuntbarsche zu den interessantesten Bewohnern eines Tanganjika-Aquariums.

Was sind Schneckenbuntbarsche?

Schneckenbuntbarsche gehören überwiegend zur Gattung Neolamprologus innerhalb der Familie der Buntbarsche. Ihr natürlicher Lebensraum befindet sich in den sandigen Flachwasserzonen des Tanganjikasees. Dort sammeln sich große Mengen leerer Schneckenhäuser, die ursprünglich von Riesenschnecken stammen.

Etagenzucht in der Kolonie: Schneckenbuntbarsche aus dem Tanganjikasee mit besonderer Fortpflanzungsstrategie
Etagenzucht in der Kolonie: Schneckenbuntbarsche aus dem Tanganjikasee mit besonderer Fortpflanzungsstrategie - Foto 3

Diese Schneckenhäuser stellen für die kleinen Buntbarsche einen überlebenswichtigen Bestandteil ihres Lebensraums dar. Sie dienen als Rückzugsort vor Räubern, als Schlafplatz sowie als Brutkammer für die Fortpflanzung.

Im Gegensatz zu vielen anderen Buntbarschen erreichen Schneckenbuntbarsche nur geringe Körpergrößen. Viele Arten werden lediglich vier bis sechs Zentimeter lang. Trotz ihrer geringen Größe zeigen sie ein ausgeprägtes Territorialverhalten und verteidigen ihre Schneckenhäuser mit erstaunlicher Entschlossenheit.

Zu den bekanntesten Arten gehören:

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  • Vielgestreifter Schneckenbuntbarsch – Neolamprologus multifasciatus
  • Similis-Schneckenbuntbarsch – Neolamprologus similis
  • Goldschneckenbuntbarsch – Neolamprologus brevis
  • Ocellatus-Schneckenbuntbarsch – Neolamprologus ocellatus
  • Goldener Ocellatus – Lamprologus ocellatus Gold
  • Meeli-Schneckenbuntbarsch – Lamprologus meleagris

Besonders Neolamprologus multifasciatus und Neolamprologus similis sind für ihre ausgeprägte Koloniebildung bekannt.

Der natürliche Lebensraum im Tanganjikasee

Die natürlichen Schneckenfelder des Tanganjikasees gehören zu den ungewöhnlichsten Biotopen im Süßwasserbereich. Auf großen Sandflächen liegen Tausende von leeren Schneckenhäusern verstreut. Diese stammen überwiegend von der ausgestorbenen Riesenschnecke Neothauma tanganyicense.

Neothauma tanganyicense

Etagenzucht in der Kolonie: Schneckenbuntbarsche aus dem Tanganjikasee mit besonderer Fortpflanzungsstrategie
Etagenzucht in der Kolonie: Schneckenbuntbarsche aus dem Tanganjikasee mit besonderer Fortpflanzungsstrategie - Foto 5

Die Schneckenhäuser bilden regelrechte Siedlungen. Zwischen den Gehäusen leben zahlreiche Fischarten, die sich auf diese besondere Umgebung spezialisiert haben.

Der Bodengrund besteht überwiegend aus feinem Sand. Felsen und größere Strukturen fehlen oftmals vollständig. Für Schneckenbuntbarsche sind die Häuser daher die einzigen festen Strukturen in ihrer Umgebung.

Durch das Eingraben, Umsetzen und Freilegen der Schneckenhäuser verändern die Fische ihren Lebensraum ständig. Diese Tätigkeit erinnert an die Arbeit von Landschaftsarchitekten und trägt maßgeblich zur Entstehung komplexer Koloniestrukturen bei.

Etagenzucht in der Kolonie: Schneckenbuntbarsche aus dem Tanganjikasee mit besonderer Fortpflanzungsstrategie
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Die Entstehung einer Kolonie

Eine Schneckenbuntbarschkolonie beginnt häufig mit wenigen Tieren. Ein Männchen besetzt ein Gebiet mit mehreren Schneckenhäusern und verteidigt dieses gegen Konkurrenten. Weibchen wählen geeignete Häuser innerhalb des Reviers aus und etablieren eigene kleine Territorien.

Nach erfolgreicher Fortpflanzung verlassen die Jungfische zunächst ihr Schneckenhaus nur selten. Mit zunehmendem Wachstum erweitern sie ihren Aktionsradius. Anders als bei vielen anderen Fischarten werden die Jungtiere jedoch nicht zwangsläufig vertrieben.

Dadurch entsteht eine bemerkenswerte Situation: Mehrere Generationen leben gleichzeitig innerhalb desselben Reviers.

Etagenzucht in der Kolonie: Schneckenbuntbarsche aus dem Tanganjikasee mit besonderer Fortpflanzungsstrategie
Etagenzucht in der Kolonie: Schneckenbuntbarsche aus dem Tanganjikasee mit besonderer Fortpflanzungsstrategie - Foto 7

Im Laufe der Zeit entwickelt sich daraus eine stabile Kolonie mit komplexen sozialen Strukturen. Die Tiere nutzen unterschiedliche Bereiche des Schneckenfeldes und bilden eine Art vertikale und horizontale Verteilung innerhalb des Lebensraums.

Genau dieses Phänomen wird als Etagenzucht bezeichnet.

Was bedeutet Etagenzucht?

Der Begriff Etagenzucht beschreibt das gleichzeitige Zusammenleben mehrerer Generationen innerhalb einer Kolonie. Dabei existieren verschiedene Altersgruppen nebeneinander.

Die jüngsten Larven befinden sich tief im Inneren der Schneckenhäuser. Etwas ältere Jungfische halten sich unmittelbar um den Eingang ihrer Behausung auf. Halbwüchsige Tiere erkunden größere Bereiche des Schneckenfeldes. Erwachsene Exemplare besetzen die zentralen Reviere und sorgen für die Verteidigung der Kolonie.

Dadurch entstehen gewissermaßen verschiedene Ebenen oder Etagen innerhalb derselben Gemeinschaft.

Diese Struktur bietet zahlreiche Vorteile:

  • Verbesserter Schutz vor Räubern
  • Höhere Überlebensrate der Jungfische
  • Effektivere Revierverteidigung
  • Nutzung begrenzter Ressourcen
  • Kontinuierliches Wachstum der Kolonie

Im Aquarium lässt sich dieses Verhalten besonders gut beobachten, da die Tiere häufig über viele Jahre hinweg stabile Familienverbände bilden.

Die Fortpflanzungsstrategie der Schneckenbuntbarsche

Die Fortpflanzung erfolgt im Inneren eines Schneckenhauses. Das Weibchen legt die Eier tief in der geschützten Höhle ab. Anschließend werden die Eier vom Männchen befruchtet.

Nach dem Ablaichen übernimmt überwiegend das Weibchen die direkte Brutpflege. Es bewacht das Schneckenhaus und sorgt für eine ausreichende Sauerstoffversorgung der Eier.

Die Entwicklung verläuft relativ schnell. Bereits nach wenigen Tagen schlüpfen die Larven. Anschließend verbleiben sie noch einige Zeit im Inneren des Gehäuses.

Sobald die Jungfische frei schwimmen können, verlassen sie das Haus zunächst nur kurzzeitig. Bei Gefahr ziehen sie sich sofort wieder zurück.

Diese Strategie erhöht die Überlebenswahrscheinlichkeit erheblich. Räuber haben kaum Zugriff auf die geschützten Jungfische.

Generationenübergreifendes Zusammenleben

Eine der bemerkenswertesten Eigenschaften vieler Kolonie bildender Schneckenbuntbarsche ist das generationsübergreifende Zusammenleben.

Während zahlreiche Fischarten ihren Nachwuchs nach kurzer Zeit ignorieren oder sogar fressen, zeigen Schneckenbuntbarsche ein deutlich toleranteres Verhalten.

Ältere Geschwister verbleiben häufig in unmittelbarer Nähe der Brutgebiete. Ihre Anwesenheit trägt indirekt zur Sicherheit der Kolonie bei. Durch ihre zusätzliche Wachsamkeit werden potenzielle Gefahren früher erkannt.

Dadurch entsteht eine soziale Struktur, die bei Süßwasserfischen vergleichsweise selten vorkommt.

In großen Kolonien können gleichzeitig folgende Altersstufen beobachtet werden:

  • Eier
  • Larven
  • Jungfische
  • Halbwüchsige Tiere
  • Geschlechtsreife Tiere
  • Ältere Elterntiere

Diese Mehrgenerationengesellschaft ist der Kern der Etagenzucht.

Neolamprologus multifasciatus als Paradebeispiel

Der Vielgestreifte Schneckenbuntbarsch Neolamprologus multifasciatus gilt als bekanntester Vertreter dieser Fortpflanzungsstrategie.

Mit einer Körperlänge von lediglich vier bis fünf Zentimetern zählt er zu den kleinsten Buntbarschen überhaupt. Dennoch bildet er beeindruckende Kolonien.

Die Tiere verbringen einen Großteil ihres Lebens mit dem Umbau ihrer Umgebung. Sand wird bewegt, Schneckenhäuser werden eingegraben oder freigelegt und Reviergrenzen ständig angepasst.

In gut gepflegten Aquarien können innerhalb weniger Jahre mehrere Dutzend Tiere aus einer kleinen Startgruppe entstehen.

Besonders faszinierend ist die Beobachtung der Jungfische, die zwischen den Schneckenhäusern umherziehen und dabei stets in Reichweite eines sicheren Rückzugsortes bleiben.

Unterschiede zwischen Neolamprologus multifasciatus und Neolamprologus similis

Auf den ersten Blick wirken beide Arten sehr ähnlich. Beide besitzen ein gestreiftes Erscheinungsbild und bilden Kolonien.

Neolamprologus similis weist jedoch meist eine etwas dichtere Streifenzeichnung auf. Die dunklen Bänder reichen häufig bis in den Kopfbereich hinein.

Auch das Sozialverhalten unterscheidet sich leicht. Similis-Kolonien erscheinen oftmals etwas kompakter, während Multifasciatus-Kolonien größere Flächen besiedeln können.

Beide Arten eignen sich hervorragend für die Beobachtung der Etagenzucht.

Vorteile der Koloniehaltung

Die Koloniehaltung bietet Schneckenbuntbarschen zahlreiche ökologische Vorteile.

Durch die Nähe vieler Individuen entsteht ein Frühwarnsystem gegen Feinde. Bewegungen oder Gefahrensignale werden von mehreren Tieren gleichzeitig wahrgenommen.

Darüber hinaus verbessert die Koloniestruktur die Partnersuche. Geschlechtsreife Tiere finden leichter geeignete Fortpflanzungspartner.

Auch die Nutzung der verfügbaren Schneckenhäuser wird optimiert. Freie Häuser können schnell besetzt werden, wodurch die Kolonie kontinuierlich wächst.

Diese Faktoren haben dazu beigetragen, dass sich die Strategie der Etagenzucht über lange Zeiträume evolutionär bewähren konnte.

Haltung im Aquarium

Die Haltung koloniebildender Schneckenbuntbarsche zählt zu den spannendsten Bereichen der Tanganjika-Aquaristik.

Für eine kleine Kolonie sollte ein Aquarium mit mindestens 80 Zentimetern Kantenlänge zur Verfügung stehen. Größere Becken ermöglichen ein natürlicheres Sozialverhalten.

Der Bodengrund sollte aus feinem Sand bestehen. Grober Kies erschwert das natürliche Grabverhalten erheblich.

Besonders wichtig sind ausreichend Schneckenhäuser. Idealerweise stehen deutlich mehr Häuser zur Verfügung als Fische vorhanden sind.

Die Wasserwerte orientieren sich am natürlichen Lebensraum des Tanganjikasees:

  • Temperatur zwischen 24 und 27 Grad Celsius
  • Hoher pH-Wert
  • Mittlere bis hohe Wasserhärte
  • Gute Sauerstoffversorgung

Eine strukturierte Einrichtung mit freien Sandflächen unterstützt die Ausbildung natürlicher Koloniestrukturen.

Beobachtungsmöglichkeiten für Aquarianer

Wer Schneckenbuntbarsche pflegt, erhält Einblicke in eine Vielzahl spannender Verhaltensweisen.

Besonders interessant sind:

  • Das Eingraben von Schneckenhäusern
  • Die Revierverteidigung
  • Balzverhalten
  • Brutpflege
  • Kommunikation innerhalb der Kolonie
  • Wachstum mehrerer Generationen

Viele Aquarianer berichten, dass das Verhalten dieser kleinen Fische deutlich spannender ist als das vieler größerer Arten.

Statt spektakulärer Farben stehen hier soziale Interaktionen im Mittelpunkt.

Herausforderungen bei der Zucht

Obwohl Schneckenbuntbarsche als relativ vermehrungsfreudig gelten, können einige Herausforderungen auftreten.

Eine zu geringe Anzahl von Schneckenhäusern führt häufig zu Revierstreitigkeiten. Auch eine Überbevölkerung des Aquariums kann langfristig Probleme verursachen.

Regelmäßige Wasserwechsel und eine angepasste Fütterung sind entscheidend für die Gesundheit der Kolonie.

Bei optimalen Bedingungen vermehren sich die Tiere oft kontinuierlich über viele Jahre hinweg.

Bedeutung für die Verhaltensforschung

Die sozialen Strukturen der Schneckenbuntbarsche sind nicht nur für Aquarianer interessant. Auch Verhaltensbiologen beschäftigen sich intensiv mit diesen Arten.

Die Kombination aus Koloniebildung, Familienverbänden, Revierverhalten und generationsübergreifendem Zusammenleben liefert wertvolle Erkenntnisse über die Evolution sozialer Systeme.

Insbesondere Neolamprologus multifasciatus gilt als Modellorganismus für Untersuchungen zur Gruppenbildung bei Fischen.

Die Beobachtung natürlicher Kolonien zeigt, wie komplex selbst die sozialen Strukturen kleiner Fischarten sein können.

Häufig gestellte Fragen

Was versteht man unter Etagenzucht bei Schneckenbuntbarschen?

Unter Etagenzucht versteht man das gleichzeitige Zusammenleben mehrerer Generationen innerhalb einer Kolonie. Jungfische, halbwüchsige Tiere und erwachsene Exemplare nutzen unterschiedliche Bereiche des Lebensraums und leben dauerhaft nebeneinander.

Welche Schneckenbuntbarsche zeigen dieses Verhalten besonders deutlich?

Vor allem Neolamprologus multifasciatus und Neolamprologus similis sind für ihre ausgeprägte Koloniebildung und ihre generationsübergreifende Fortpflanzungsstrategie bekannt.

Warum nutzen Schneckenbuntbarsche Schneckenhäuser?

Die Schneckenhäuser dienen als Schutzraum, Brutplatz, Schlafplatz und Revierzentrum. Sie sind ein unverzichtbarer Bestandteil des natürlichen Lebensraums.

Wie groß werden Schneckenbuntbarsche?

Die meisten Arten erreichen lediglich vier bis sechs Zentimeter Körperlänge und gehören damit zu den kleinsten Buntbarschen überhaupt.

Sind Schneckenbuntbarsche für Anfänger geeignet?

Mit einer guten Vorbereitung und passenden Wasserwerten können viele Arten auch von engagierten Einsteigern erfolgreich gepflegt werden. Die Beobachtung ihres Verhaltens macht sie besonders attraktiv.

Wie viele Schneckenhäuser werden benötigt?

Es sollten stets deutlich mehr Schneckenhäuser vorhanden sein als Fische im Aquarium leben. Dadurch werden Konflikte reduziert und natürliche Verhaltensweisen gefördert.

Können mehrere Generationen dauerhaft zusammenleben?

Ja, genau dieses Verhalten macht die Etagenzucht aus. In stabilen Kolonien leben verschiedene Altersstufen oft über lange Zeiträume gemeinsam.

Vermehren sich Schneckenbuntbarsche leicht?

Unter geeigneten Bedingungen gelten viele Arten als sehr fortpflanzungsfreudig. Besonders Neolamprologus multifasciatus vermehrt sich häufig regelmäßig und zuverlässig.

Fazit

Die Etagenzucht in der Kolonie gehört zu den faszinierendsten Fortpflanzungsstrategien der Aquaristik. Schneckenbuntbarsche aus dem Tanganjikasee zeigen ein Sozialverhalten, das weit über die klassischen Vorstellungen von Fischhaltung hinausgeht. Statt einzelner Brutzyklen mit anschließender Trennung der Generationen entsteht eine dauerhafte Gemeinschaft, in der Jungfische, Eltern und ältere Geschwister gemeinsam leben.

Vor allem der Vielgestreifte Schneckenbuntbarsch Neolamprologus multifasciatus und der Similis-Schneckenbuntbarsch Neolamprologus similis demonstrieren eindrucksvoll, wie erfolgreich diese Strategie sein kann. Die Nutzung von Schneckenhäusern als Brutstätten, die Bildung stabiler Kolonien und das generationsübergreifende Zusammenleben machen diese Arten zu einzigartigen Bewohnern des Aquariums.

Für Aquarianer eröffnet sich damit die seltene Möglichkeit, natürliche Sozialstrukturen über viele Jahre hinweg zu beobachten. Kaum eine andere Fischgruppe erlaubt derart tiefe Einblicke in Familienverbände, Revierverhalten und kollektive Fortpflanzungsstrategien. Gerade diese Kombination aus biologischer Besonderheit, spannender Beobachtung und erfolgreicher Nachzucht macht Schneckenbuntbarsche zu den bemerkenswertesten Bewohnern eines Tanganjika-Aquariums.

Tom

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Titel: Etagenzucht in der Kolonie: Schneckenbuntbarsche aus dem Tanganjikasee mit besonderer Fortpflanzungsstrategie (Artikel 8005)

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