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Blogartikel 'Artentafel - Cyrtocara moorii' von Der Schweizer

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1987


Artentafel - Cyrtocara moorii

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Lebensraum

Typische Cyrtocora Moorii-Biotope sind in seichten und ruhigen ufernahen Buchten zu finden. Solche sedimentreichen Buchten sind durch vereinzelt herumliegende grosse flache Steine markiert und werden oft von grossen Schilf- und Valisnerienständen umrandet.
Der Moori bevorzugt zwar die beschriebenen Biotope, ist aber nicht kompromisslos an solche gebunden.


Wassertiefe der Moorii-Habitate

C. Moori wird vorwiegend im seichten, 3 bis 15 Meter tiefen Wasser angetroffen. Gelegentlich begegnet man ihm aber auch bis in Tiefen von 20 Metern.


Ernährung

Cyrtocara moorii zählt zu den carnivoren Cichliden und ist ein typischer Verfolgerfisch, welcher in den, von sogenannten Gräberfischen frisch freigelegten, Sandschichten nach fressbaren Partikeln (Wirbellose, Krebstierchen, Kleinstlebewesen) sucht. In der freien Natur ernährt sich der Moorii fast ausschliesslich auf diese Weise.


Verhalten

Einzelne, oder auch mehrere Cyrtocara moorii heften sich einem Gräberfisch (z. Bsp. Fossochromis rostratus, grosse Lethrinops oder Taeniolethrinops) an die Fersen und schwimmen einem „grossen“ Exemplar immer hinterher. Hat sich erstmals ein Moori an ein solches Wirtstier angehängt, verteidigt er dieses als bewegliches Nahrungsrevier sowohl gegen Artgenossen als auch gegen andere Verfolgerfische. Ein einmal ausgesuchtes Wirtstier muss nicht für immer verfolgt werden, jedoch sind Wechsel eher die Ausnahmen.

Da der Wirt, wie beschrieben, als Revier betrachtet wird, nimmt der verfolgende C. moori seine dunkelblaue Territorialfärbung an. Wenn er kein Wirtstier verfolgt, oder in einer möglichen Verfolgergruppe eine untergeordnete Stellung einnimmt, wird seine „hellblaue“ Färbung durch drei markante dunkle Flecken charakterisiert.

WICHTIGE INFO: das Felckenmuster im Aquarium kann auch Zeichen des Unwohlseins sein.

C. moori laicht direkt über dem Sand ab, ohne dass vorgängig grossartig „geputzt“ oder z.Bsp. ein Laichkrater gebaut wird. Der eigentliche Laichplatz wird aber während der Balz und des Ablaichens recht heftig verteidigt. Der Umstand, dass die Eier ausserhalb des Mauls des Weibchens befruchtet werden, lässt darauf schliessen, dass es sich hier um eine „alte“ Art im Malawi-See handelt.


Populationen

Bei Cyrtocara moori kann nicht im eigentlichen Sinne von Populationen gesprochen werden. Der Moori kommt überall im Malawi- und Malombe-See vor, wo er geeignete Biotope antrifft (siehe auch Punkt Lebensraum), obwohl er nicht zu den häufig vorkommenden Cichliden zu rechnen ist.


Haltung im Aquarium

Für die Haltung im Aquarium bietet sich die Gestaltung einer grossen Sandfläche an, welche durch einzelne grössere Felsbrocken unterbrochen wird. Ebenfalls ideal wären einige Valisnerien-Gürtel in den hinteren oder seitlichen Bereichen des Beckens. Absolute Pflicht aber ist, dass viele offene Sandflächen belassen werden, welche ständig für die Futtersuche genutzt werden und den Mooris zudem den benötigten freien Schwimmraum gewährleisten.

C. moori kann in Becken ab 600 Litern gehalten werden, wobei eine Mindestkantenlänge von 160 cm gewährleistet werden sollte. Ich empfehle, aufgrund des natürlichen Verhaltens, diese Art in Gruppen (z.Bsp. 1m/5-7w) zu pflegen. Da Böcke untereinander ziemlich ruppig werden können, ist bei Gruppen mit mehreren Männchen Vorsicht geboten.


Vergesellschaftung

Cyrtocara moori kann sehr gut mit anderen grossen Cichliden vergesellschaftet werden, auch wenn diese durchaus etwas ruppig sein können. Optimalerweise wäre Moori durch eine Gruppe Gräberfische zu ergänzen, was zu unglaublichen Schauspielen im Becken führen wird. Ebenfalls können Lauerjäger, welche dieselben seichten Buchten mit Pflanzenständen besiedeln, in Betracht gezogen werden


Mögliche Gräerfische:
>> Fossochromis rostratus
>> Taeniolethrinops praeorbitalis
>> grosse Lethrinops-Arten

Lauerjäger aus der ufernahen Schilfzone:
>> Dimidiochromis compressiceps

Selbstverständlich können auch weitere Arten vergesellschaftet werden, welche seichte sandige Biotope bewohnen und nicht allzu sensibel sind.


Beckenbeleuchtung

In den natürlichen Habitaten von C. moorii werden die Spektralfarben BLAU, GRÜN und GELB stark reflektiert. Die Absorption von ORANGE beginnt erst in einer Tiefe von 10 Metern. ROT wird ab ca. 5 Metern total absorbiert und ist dem entsprechend in den oberen Bereichen der Moori-Habitate immer noch vorhanden.

Optimal wäre also ein Lichtspektrum mit dominanten GELB- und ORANGE-, sowie etwas abgeschwächten GRÜN- und BLAU-Anteilen. Ein reduzierter ROT-Peak wäre bei der Wahl der Leuchtmittel empfehlenswert.

Für eine naturnahe Beleuchtung eines Moori-Beckens würden sich folgende Leuchtmittel (siehe auch BLOG "Lichtverhältnisse im Wasser / Malawisee") empfehlen:

>> SERA Daylight brilliant
>> Dennerle Trocal Color Plus
>> HAGEN Aqua GLO
>> HAGEN Power GLO
>> JBL ULTRA Solar Nature
 
Artentafel - Cyrtocara moorii
 
Blogartikel 'Blog 3681: Artentafel - Cyrtocara moorii' aus der Kategorie: "Ichthyologie" zuletzt bearbeitet von Der Schweizer am 06.11.2010 um 15:10 Uhr
 
 
Kommentare:
 
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Geschrieben am 07.11.2010 um 12:20 von Falk
Morgen Silvan

Man muß auch überlegen...warum kommen die Tiere nicht in tiefer gelegenen Regiobnen vor ??

Dies kann man in etwa so definieren oder umschreiben...das man zwar davon spricht die Art kommt fast überall vor, was ich nicht unterschreibe , denn die oberen Wasserschichten sind einfach sonnendurchfluteter ,daher in flachen Sanduferbereichen sehr viel mehr an Kleinstkrebsen usw. zu finden sind.
Es kann fast genau so behandelt werden , wie im Meerwasser, da nur die oberen Schichten eine chemische Grundkonsistenz zum Aufbau von Kryll ermöglichen,welches durch Sonnenlicht gesteuert wird und auch strömungsabhängig ist.

Wie ich ja schon sagte , die Art eben hier eher zu finden ist.
Aus diesen genannten Gründen sollte man die festsetzung , das die Art seeweit vorkommt doch differenzieren.

Danke fürs Zuhören und sorry für den Ausschweif meinerseits...****

Hau rein

LG Falk
 
 
Geschrieben am 06.11.2010 um 22:29 von Falk
sorry ich nochmal...

mir fällt dann ja noch so manches ein ...

Silovan , Du solltest in Bezug auf Zugehörigkeit mal die taxonomie und Morphologie der Barsche mit einbeziehen , um Streitigkeiten zu vermeiden...
Dies geht dann nur , das der Körperaufbau für Utakas mal näher hier aufgelistet wird ,denn es steht immer an erster Stelle was Fische in einer gattung an Gemeinsamkeiten im Körperbau haben ,um sie auch in die gattung stellen zu können, die Biotop/Fundortrelevanten Dinge stellen kein Zeugnis aus...ebenso das Fressverhalten....

ein Link für das Allgemeinverständnis...

http://www.kritische-naturgeschichte.de/Seiten/darwinian_evolution.html#buntbarsche

Auch auf den Seiten der Uni Graz findet man ein paar umfangreiche Daten zum Thema....

LG Falk
 
 
Geschrieben am 06.11.2010 um 21:46 von Falk
Hi Ihr Streithähne

Na , ich komm hier aus dem urlaub und was sehe ich...verschiedene meinungen....

na egal...C. moorii folgt ausnahmslos seinem "Wirtsfisch" , das ist ja nicht nur einer sondern verschiedene Sandbewohnende Arten....diese meist auch nicht Schwarmfische sind, von daher nur Harems von morriis folgen (können) und auch hier die Hackordnung gewahrt wird...es werden sich Gruppen von höchstens 4-5 Tieren an den Aufwirbelungen des Wirtstiers laben können...die Art ist darauf spezialisiert.

und ohne das ich hier jemand recht bzw. unrecht sprechen will sage ich , das dies im aquarium fast lkeine Rolle spielt , da sehr schwer nachzumachen geht....ich empfehle hier einen Siebköder mit Gammarus oder ähnlichem , der vom jeweiligen Halter mehrmals am tag über den Sand gezogen werden kann...nur so !!! läßt sich ein natürliches Fressverhalten erzeugen.....

Ansonsten wünsche ich mir ein Näherkommen der Kontrahenten....Jungs , sonst seid ihr auch logisch drauf...in diesem Fall wäre es sogar sehr logisch...

Gruß Falk

 
 
Geschrieben am 06.11.2010 um 19:17 von Der Schweizer
Ich habe nie etwas davon geschrieben, dass der Moorii ein Schwarmfisch sei....
Ich habe von kleineren Gruppen geschrieben, welche einem dominanten hinterher dem Wirtstier folgen....und, dass Gruppen aufgrund des erhöhten Vermehrungszwangs sinnvoller wären, da die Weiber sonst überbelastet würden.

Zu Deiner Dritten Auflage Ad Konings` Malawicichliden: lies das Buch mal durch, dann wirst Du einige Passagen finden, welche Deinem Zitat von Seite 306 widersprechen. Kongings schreibt auch, dass die Definition eines Utakas rein durch sein zoolpanktonfressendes Verhalten, sich längst geändert hat..

Abgesehen davon gilt diese Dritte Auflage als inkomplett, fehlerhaft und überholt. Wenn ich Dir einen guten Rat geben darf, dann beschaffe Dir die Vierte Auflage. Du wirst feststellen, dass selbst Konings nicht auf seinen Fehlern beharrt, sondern kontinuierlich dazulernt.

Die von mir aufgezählten Räuber zählen ebenfalls alle zu den Haplochrominen...

Aber bevor unsere Diskussion hier in persönliche Angriffe wie "...-Stammtisch-Geschwafel" ausarten, breche ich die Übung hiermit ab. Wenn Du anderer Ansicht bist als ich, ist das Dein gutes Recht. Es zwingt Dich niemand, meine Blogs zu lesen oder sogar gut zu heissen.

Gruss
 
 
Geschrieben am 06.11.2010 um 17:28 von Malawi-Guru.de
@all

Habe dies mal mitverfolgt,und gleich mal rumtelefoniert,dabei habe ich jetzt mal mit 2 Leuten gesprochen die ebenfalls diese Art pflegen oder gepflegt haben.

Hierbei wurde mir gesagt:

Beides ist durchaus machbar,das ganze ist wie bei vielen Malawis abzuwägen.

Insgesamt muss man immer bei sehr vielen Arten schauen wie sie sich im Aquarium geben,und dementsprechend handeln.

In dem Beispiel ( Simons Becken ) rein auf die Dekoration hin betrachtet, besteht wenig Rückzugsmöglichkeit da das Becken nur sehr wenig Sichtschutz bietet.

Daher würde ich jetzt mal sagen es kommt drauf an,wie bei sovielen Malawis ist es letztlich mit der Zeit zu betrachten und dann den richtigen Punkt treffen.

Ein kleines anderes Beispiel:

Ich hatte lange Zeit den Aulonocara Mbenji, nicht sonderlich gross und weitestgehend als eher nicht sonderlich durchsetzungsfähig "unter NonMbunas" entpuppte sich der Bock als Rudelführer und hatte zu guter letzt sogar die Fire Fish und selbst die Red Rubin im Griff !!!!

Da soll einer mal sagen dies ist ein Weichei gewesen.

Also Jungs, wir sollten auspendeln und darauf hinweisen.

Eines habe ich gelernt,manchmal wird man immer wieder überrascht;-))

Aber dafür sind wir ja hier !!!

LG

Flo

P.S. Bezüglich Utaka sage ich jetzt nichts da wurde alles gut erklärt !



 
 
Geschrieben am 06.11.2010 um 15:07 von Der Schweizer
Zum Erläuterung des Oberbegriffs UTAKA empfehle ich, meine BLOG "Was ist ein UTAKA?" zu lesen.

Hier ein kleiner Auszug:

*Heute ist Utaka der Oberbegriff für mehrere Gattungen von Cichliden, welche endemisch im Malawisee leben. Die meisten Arten werden zur Tribus (eine zwischen Gattung/Genus und Unterfamilie/Subfamilia gelegene Rangstufe der klassischen biologischen Systematik) HAPLOCHROMINE gezählt. *

Cyrtocara moorii wurde lange Zeit unter den Namen Haplochromis moorii geführt, bevor diese "Allgemein-Gattung" taxonomisch weiter aufgesplittet wurde. Trotzdem ist und bleibt Cyrtocara moorii ein Haplochromine und somit ein Utaka...

Es ist richtig, dass Böcke im Aquarium untereinander etwas ruppig werden können....aus diesem Grund werde ich die Haltungsempfehlung leicht anpassen.

Ich selber habe jahrelang eine schöne grosse Moorii-Gruppe im Becken gehabt und nie sind Probleme aufgetaucht, weshalb ich antgegengesetzte Erfahrungen eher als Ausnahmen zu betrachten geneigt bin.
 
 
Geschrieben am 05.11.2010 um 19:38 von Der Schweizer
Hi Simon

Danke für die Blumen :-)

Bezüglich der Gruppenbildung stütze ich mich auf 2 Quellen. Einseits meine eigenen Erfahrungen in geräumigen Becken und andererseits den Beobachtungen von Ad Konings im See.
Konings schreibt zwar, dass die Tiere oft einzeln ein Wirtstier in "Besitz" nehmen und dieses gegen Artgenossen und andere Tiere verteidigen, aber es dennoch immer wieder zu ganzen Betta-Gruppen komme, welche dem dominanten "Revier"-Besitzer folgen und auf einen Futteranteil hoffen.

Da die Befruchtung der Eier ausserhalb des weiblichen Mauls passiert, fallen bereits viele Eier verschiedensten Bruträubern zum Opfer, weshalb die Mooris sich viel öfters und mit viel mehr verschiedenen Weibchen paaren müssen, um den Arterhalt zu sichern. Eine optimale Gruppe wäre also 1 Bock und viele Weibchen. Da sich aber die Böcke untereinander nicht an den Kragen gehen (sofern das Becken gross genug ist), wäre auch eine Gruppe mit mehreren Männchen möglich.

Wie im Blog beschrieben sollten es einfach Gruppen sein und nicht Paare oder Kleinst-Harems.

Abgesehen davon ist die Wirkung, welche eine grössere Gruppe im Aquarium auf den Betrachter macht, nicht zu vergleichen mit lediglich einem Päärchen

lG Silvan
 
 


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