Blog: Nach der Hitzeperiode: Warum der Gartenteich jetzt nicht randvoll nachgefüllt werden sollte (8256)
Die große Hitze ist vorbei, die ersten kühleren Tage stellen sich ein und vielerorts bringen die angekündigten Regenfälle endlich wieder Wasser in die Gärten. Nach Wochen mit hohen Temperaturen und ausgetrockneten Böden möchten viele Teichbesitzer nun den Wasserverlust der vergangenen Wochen schnell auszugleichen und den Teich wieder bis zum gewohnten Wasserstand aufzufüllen.
Doch genau jetzt ist etwas Zurückhaltung angebracht. Denn mit dem Ende der sommerlichen Trockenheit beginnt gleichzeitig der Herbst – und damit eine Jahreszeit, in der innerhalb kurzer Zeit erhebliche Wassermengen vom Himmel kommen können. Wer den Teich unmittelbar vor einer Regenperiode bis zum Rand auffüllt, schafft sich unter Umständen ein ganz anderes Problem: Das Wasser kann über die Ufer treten.
Ein niedriger Wasserstand ist nicht automatisch ein Problem
Während einer langen Hitzeperiode verliert ein Gartenteich durch Verdunstung große Mengen Wasser. Besonders flache Teiche können dabei deutlich an Höhe verlieren. Auch Wasserpflanzen leiden teilweise unter den ungewöhnlich niedrigen Wasserständen, während sich die Wassertemperatur stark erhöht.
Trotzdem bedeutet ein niedriger Wasserstand nicht zwangsläufig, dass sofort nachgefüllt werden muss. Ein Gartenteich muss nicht permanent bis zu seiner maximalen Füllhöhe gefüllt sein. Gerade nach einer außergewöhnlich trockenen Phase kann es sinnvoll sein, zunächst zu beobachten, wie sich das Wetter entwickelt.
Dabei sollte allerdings zwischen einem lediglich abgesenkten Wasserstand und einer tatsächlichen Gefahr für die Teichbewohner unterschieden werden. Wenn Fische, Amphibien oder andere Teichtiere aufgrund des niedrigen Wasserstands nicht mehr ausreichend Lebensraum haben oder der Teich sich extrem aufheizt, kann ein vorsichtiges Nachfüllen notwendig werden.
Der Herbst bringt das Wasser zurück
Mit dem Übergang vom Sommer zum Herbst verändert sich die Wasserbilanz des Teiches deutlich. Die Temperaturen sinken, die Sonneneinstrahlung nimmt ab und damit geht auch die Verdunstung zurück. Gleichzeitig können Herbstfronten innerhalb kurzer Zeit beträchtliche Regenmengen bringen.
Dabei muss es nicht einmal tagelang regnen. Ein kräftiger Schauer oder ein Gewitter kann innerhalb weniger Stunden mehr Wasser in den Garten bringen, als während mehrerer trockener Tage verdunstet. Ein Teich, der kurz zuvor künstlich bis knapp unter den Rand aufgefüllt wurde, hat dann kaum noch Puffer.
Besonders wichtig ist deshalb der Unterschied zwischen „Wasser fehlt“ und „der Teich muss jetzt randvoll sein“. Für die meisten Gartenteiche ist ein gewisser Abstand zwischen Wasseroberfläche und Teichrand durchaus sinnvoll.
Vor dem Auffüllen zunächst den Wetterverlauf beobachten
Nach einer langen Trockenperiode ist es verständlich, den Teich möglichst schnell wieder auf den gewohnten Stand bringen zu wollen. Gerade im Spätsommer und Frühherbst lohnt sich jedoch ein Blick auf die Wettervorhersage.
Stehen ergiebige Regenfälle bevor, kann es sinnvoll sein, mit dem Auffüllen noch einige Tage zu warten. Der natürliche Niederschlag übernimmt dann einen Teil der Arbeit. Das spart nicht nur Wasser, sondern verhindert auch, dass der Teich unmittelbar vor einem Starkregen unnötig hoch gefüllt wird.
Anders sieht es aus, wenn der Wasserstand bereits so niedrig ist, dass die Bedingungen für die Teichbewohner kritisch werden. Dann sollte nicht ausschließlich auf den nächsten Regen gewartet werden. In diesem Fall kann vorsichtig Wasser nachgefüllt werden, allerdings ebenfalls nicht zwingend bis zur maximalen Füllhöhe.
Nicht auf einmal große Mengen kaltes Wasser einleiten
Muss nachgefüllt werden, sollte dies möglichst schonend erfolgen. Leitungswasser kann sich in Temperatur und chemischer Zusammensetzung deutlich vom Teichwasser unterscheiden. Besonders nach einem heißen Sommer ist ein plötzlicher Austausch großer Wassermengen für die Teichbewohner unnötiger Stress.
Besser ist es, langsam und portionsweise nachzufüllen. Das Wasser sollte möglichst nicht mit hohem Druck direkt in den Teich geleitet werden. Ein sanfter Wasserstrahl oder eine geeignete Verteilung über eine größere Fläche ermöglicht eine allmähliche Vermischung.
Auch bei einem stark abgesunkenen Wasserstand muss nicht zwangsläufig sofort die gesamte Differenz ausgeglichen werden. Ein moderates Anheben kann zunächst ausreichen.
Regenwasser ist nicht immer automatisch die bessere Wahl
Nach einer Dürreperiode liegt es nahe, möglichst viel Regenwasser für den Teich zu verwenden. Sauberes, unbelastetes Regenwasser kann grundsätzlich eine gute Ergänzung sein. Allerdings sollte nicht jedes Wasser vom Dach ungeprüft in den Teich geleitet werden.
Von Dachflächen können sich Staub, Schmutz, Vogelkot und andere Ablagerungen lösen, die mit dem ersten kräftigen Regen in die Regentonne oder direkt in den Teich gelangen. Bei bestimmten Dachmaterialien können außerdem Stoffe ausgewaschen werden, die im Gartenteich unerwünscht sind.
Wer Regenwasser nutzt, sollte deshalb auf die Herkunft und Qualität des Wassers achten. Gesammeltes Regenwasser aus einer geeigneten, sauberen Anlage ist etwas anderes als der ungefilterte Ablauf eines verschmutzten Daches.
Auch Starkregen kann für den Teich problematisch sein
Der Herbstregen ist für einen Gartenteich grundsätzlich willkommen – zu viel Wasser auf einmal kann allerdings ebenfalls zum Problem werden. Besonders bei Teichen ohne ausreichend dimensionierten Überlauf kann das Wasser über die Ufer treten.
Dabei kann nicht nur Teichwasser verloren gehen. Es besteht die Gefahr, dass Schlamm, Erde und Nährstoffe aus dem Umfeld in den Teich gespült werden.
Ein gut geplanter Überlauf schafft hier Sicherheit. Er sollte so angelegt sein, dass überschüssiges Wasser kontrolliert vom Teich weggeleitet wird und keine Tiere mitgerissen werden können. Gerade nach einer langen Trockenperiode lohnt es sich, diesen Bereich zu kontrollieren: Ein Überlauf, der durch Pflanzenreste, Schlamm oder andere Ablagerungen verstopft ist, kann seine Funktion bei einem heftigen Regen nicht erfüllen.
Jetzt lieber auf einen sicheren Wasserstand achten
Nach einem extrem trockenen Sommer ist der Wunsch verständlich, den Gartenteich wieder „schön voll“ zu sehen. Doch gerade der bevorstehende Herbst spricht dafür, nicht sofort bis zum äußersten Rand aufzufüllen. Ein sinnvoller Wasserstand lässt etwas Spielraum für kommende Niederschläge. Gleichzeitig sollte der Teich natürlich nicht so weit austrocknen, dass seine Bewohner oder die empfindlichen Bereiche des Ökosystems beeinträchtigt werden.
Der beste Zeitpunkt zum Nachfüllen lässt sich deshalb nicht allein am aktuellen Wasserstand festmachen. Entscheidend sind Wettervorhersage, Größe und Tiefe des Teiches, Verdunstung, vorhandener Überlauf und die Bedürfnisse der Teichbewohner. Wer nach der Dürre nicht sofort zum Gartenschlauch greift, sondern zunächst beobachtet, kann möglicherweise schon bald erleben, wie der Herbst den Wasserverlust ganz natürlich ausgleicht. Und wenn der Regen dann tatsächlich kommt, ist ein kleiner Freiraum bis zum Teichrand genau das, was jetzt gebraucht wird.
Autorin: Caroline Haller für www.einrichtungsbeispiele.de






