Blog: Seerosen: Das ist der richtige Zeitpunkt für den Rückschnitt (8047)
Seerosen stellen oft den strahlenden Mittelpunkt eines Gartenteichs dar, ihre Schwimmblätter spenden Schatten, mindern die Wassererwärmung und bieten zahlreichen Kleintieren Schutz. Gleichzeitig können sie bei starkem Wachstum andere Wasserpflanzen verdrängen oder die Wasseroberfläche nahezu vollständig bedecken. Ein gezielter Rückschnitt kann dann notwendig werden.
Geeignete Zeitpunkte
Ein Rückschnitt ist vor allem dann angebracht, wenn Seerosen mehr als etwa die Hälfte der Wasseroberfläche bedecken. In diesem Fall wird der Gasaustausch behindert, und es gelangt weniger Licht in die tieferen Wasserschichten. Auch ein deutlicher Rückgang anderer Wasserpflanzen kann ein Hinweis auf zu starkes Seerosenwachstum sein.
Der beste Zeitraum für Pflegemaßnahmen liegt im Sommer, wenn die Pflanzen aktiv wachsen, das Entfernen der Blätter schadet der Pflanze nicht, sie können einfach abgeschnitten werden.
Abgestorbene oder vergilbte Blätter können während der gesamten Vegetationsperiode entfernt werden, da sie sonst auf den Teichgrund absinken und dort zur Schlammbildung beitragen.
Ein größerer Rückschnitt oder eine Auslichtung sollte jedoch nicht zu spät im Jahr erfolgen, damit die Pflanzen genügend Reserven für den Winter einlagern können.
Im Herbst beschränkt sich der Eingriff idealerweise auf das Entfernen abgestorbener Pflanzenteile. Ein radikaler Rückschnitt kurz vor dem Winter ist zu vermeiden, da Seerosen ihre Rhizome auf die kalte Jahreszeit vorbereiten.
Standort und Wasserwerte beachten
Neben dem eigentlichen Schneiden sollte auch der Standort der Seerosen regelmäßig überprüft werden. Stark wachsende Sorten benötigen ausreichend Platz und sollten nicht zu dicht gepflanzt sein. Wird genügend Abstand eingehalten, kann man sich das Auslichten vielleicht sparen
Auch der Nährstoffgehalt des Wassers spielt eine Rolle. Ein übermäßiges Wachstum kann auf einen hohen Nährstoffeintrag hindeuten, etwa durch Laub, Fischfutter oder umliegende Düngung. In solchen Fällen ist der Rückschnitt nur eine begleitende Maßnahme. Eine Reduzierung der Nährstoffquellen trägt langfristig stärker zur Stabilität des Teichsystems bei.
So geht´s
Beim Schneiden werden die Blattstiele einige Zentimeter unter der Wasseroberfläche mit einer scharfen Schere oder einem speziellen Teichwerkzeug gekappt. Ein Herausreißen der Blätter ist zu vermeiden, da dabei die Rhizome beschädigt werden können. Das vollständige Entfernen aller Blätter ist ökologisch nicht sinnvoll, da vielen Tieren damit schlagartig Schutz und Lebensraum entzogen würden.
Ein wichtiger Aspekt des naturnahen Vorgehens ist der Umgang mit dem Schnittgut. Das entfernte Pflanzenmaterial sollte nicht sofort entsorgt werden. Es ist sinnvoll, es für einige Stunden oder einen Tag am Teichrand liegen zu lassen. So haben Insektenlarven, Kleinkrebse und andere im Blattwerk lebende Organismen die Möglichkeit, wieder ins Wasser zurückzukehren. Erst danach wird das Material kompostiert oder anderweitig verwertet.
Sortenwahl und Pflegeaufwand
Seerosensorten unterscheiden sich deutlich in ihrer Wuchsstärke, Blattgröße und Ausbreitung. Stark wachsende Sorten sind für große, nährstoffreiche Teiche geeignet, während sie in kleineren Gewässern schnell dominierend werden und regelmäßige Rückschnitte notwendig machen. Für kleine bis mittelgroße Gartenteiche sind daher schwach bis mittelstark wachsende Seerosen die ökologisch sinnvollere Wahl, da sie die Wasseroberfläche nicht übermäßig beschatten und andere Pflanzen nicht verdrängen.
Auch die empfohlene Pflanztiefe spielt eine wichtige Rolle. Wird eine Sorte zu flach gesetzt, fördert dies ein besonders kräftiges Blattwachstum. Eine standortgerechte Pflanzung gemäß den Sortenangaben hilft, ein ausgewogenes Wachstum zu erreichen. Zudem sollte auf robuste, standortangepasste Sorten zurückgegriffen werden, die mit den vorhandenen Lichtverhältnissen und Wasserwerten gut zurechtkommen. Eine bewusste Sortenwahl, bei der man sich nicht nur von einer auffallenden Blüte einfange lässt, reduziert langfristig den Pflegeaufwand!
Häufige Fragen zum Rückschnitt von Seerosen
Müssen Seerosen jedes Jahr zurückgeschnitten werden?
Nein, ein jährlicher starker Rückschnitt ist nicht grundsätzlich notwendig. Seerosen sollten nur dann zurückgeschnitten werden, wenn sie sehr dicht wachsen, große Teile der Wasseroberfläche bedecken oder viele abgestorbene Blätter vorhanden sind. In gut abgestimmten Teichen mit passend ausgewählten Sorten beschränkt sich die Pflege oft auf das gelegentliche Entfernen einzelner alter Blätter.
Was passiert, wenn Seerosen nicht zurückgeschnitten werden?
Ohne Rückschnitt können Seerosen mit der Zeit einen Großteil der Wasseroberfläche bedecken. Dadurch wird der Lichteinfall reduziert, was andere Wasserpflanzen beeinträchtigt. Außerdem kann der Gasaustausch eingeschränkt werden. Absterbende Pflanzenteile sinken auf den Teichgrund und erhöhen dort die organische Belastung, was langfristig zu Schlammbildung und Sauerstoffmangel führen kann.
Ist ein Rückschnitt für Tiere im Teich problematisch?
Ein unsachgemäßer oder zu radikaler Rückschnitt kann Lebensräume zerstören. Deshalb sollte immer maßvoll vorgegangen werden. Besonders wichtig ist es, das Schnittgut nicht sofort zu entsorgen, sondern es für einige Zeit am Teichrand liegen zu lassen. So können Kleinstlebewesen, Insektenlarven und andere Tiere wieder in den Teich zurückkehren.
Ist es sinnvoll, Seerosen im Herbst komplett zu entfernen?
Nein, ein vollständiger Rückschnitt im Herbst ist nicht empfehlenswert. Die Seerosen ziehen zu dieser Zeit Nährstoffe aus den Blättern in die Rhizome zurück, um sich auf den Winter vorzubereiten. Entfernt werden sollten lediglich abgestorbene oder stark beschädigte Pflanzenteile, die sich sonst im Wasser zersetzen würden.
Welche Werkzeuge eignen sich für den Rückschnitt?
Am besten eignen sich scharfe Scheren, Teichscheren oder spezielle Schneidwerkzeuge mit langem Stiel. Wichtig ist ein sauberer Schnitt. Blätter sollten nicht herausgerissen werden, da dies die Rhizome beschädigen und die Pflanze nachhaltig schwächen kann.
Kann man durch die richtige Seerose Rückschnitte vermeiden?
Ja, die Auswahl einer zur Teichgröße passenden Seerose kann den Pflegeaufwand deutlich reduzieren. Schwach wachsende Sorten für kleine Teiche und eine korrekte Pflanztiefe sorgen dafür, dass sich das Wachstum in natürlichen Grenzen hält. In solchen Fällen beschränkt sich der Rückschnitt meist auf das Entfernen einzelner alter Blätter.
Hat der Rückschnitt Einfluss auf die Wasserqualität?
Ein gezielter Rückschnitt kann sich positiv auf die Wasserqualität auswirken. Durch das Entfernen abgestorbener Pflanzenteile wird der Eintrag organischen Materials reduziert. Gleichzeitig bleibt die beschattende Funktion der Seerosen erhalten, was einer starken Erwärmung und Algenbildung entgegenwirkt.
Autorin: Caroline Haller für www.einrichtungsbeispiele.de





