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Blogartikel 'Was ist "Aquascaping" und wo liegen die Grenzen?' von disco-d

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Was ist "Aquascaping" und wo liegen die Grenzen?

 
Das aktuelle Layout habe ich Jaguar genannt, da der gedrungene Wurzelaufbau mich auf den ersten Blick eher an einem "geduckten Jaguar vor dem Sprung" erinnert, als an eine (Dschungel)-Landschaft. Das Tiere als Vorbild für ein Layout herhalten, widerspricht auch nicht dem Gedanken des Naturaquariums, bzw. des Aquascapings. Denn der Jaguar bewegt sich in der Regel nicht in Großstädten, sondern in der Natur und auch sein "Shape" ist auch natürlichen Ursprungs. Hardscape mit einer solchen Assoziation im Hinterkopf zu arrangieren und mit Pflanzen zu gestalten kann man als "scapen" unter Wasser, also als Aquascaping bezeichnen.

Nach welchen Gesichtspunkten sollte ein Aquascape kategorisiert werden und wo liegen die Grenzen zu anderen Methoden in der Aquaristik?
 
Was ist "Aquascaping" und wo liegen die Grenzen?
 
Blogartikel aus der Kategorie: "Mein Einrichtungsbeispiel" zuletzt bearbeitet am 20.09.2013 um 17:39 Uhr
 
 
Kommentare:
 
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Geschrieben am 17.11.2013 um 15:35 von Falk
Hallo

Nun, auf Anfrage möchte ich meine bescheidene meinung zu diesem Blog schreiben.

Wenn man Aquascaping definieren möchte, so muß eindeutig erst eine Frage beantwortet werden, die meist außer acht gelassen wird.
Was hat man vor sich, wenn es fertig vor einem steht?
Die Antwort leitet eigentlich alles weitere ab, denn sie lautet..." Ein lebendiges Kunstwerk" ! Diese Formulierung hat Gary Wu (Creative Aquascape Union) in 2012 abgegeben.

Und dies sollte stimmen, denn egal ob nur Planting (Plantartaquarien) oder nur Fishing (Artbecken) oder beides, es ist ein werk, welches Lebewesen beinhaltet und sollte oder muß! eigentlich auch so behandelt sein. Es steht außer Frage, ob jemand einen Ast links oder rechts positioniert, oder nur einen Steinhaufen für Flossensauger kreiert, es ist in dem Sinne als Aquascape zu sehen. Die eigene Kreativität macht das Ergebnis aus, ebenso die dadurch entstandene Ästhetik, das Geschick ist nicht gleich und nur hier sind Grenzen gesetzt. Eine Unterwasserhalde aus menschlichen Wegwerfnissen zu kreieren mag irgendwo seine Bewandnis haben, aber hat mit Aquascaping egal welcher Stilrichtung rein gar nix zu tun, da wir ja Lebewesen im Becken haben und sicherlich der Wasserhaushalt begrenzt ist.

Zur Frage des eigenen Geschicks, ohne dem man gar nicht erst anfangen sollte, ist auch zu betrachten, ob es mit ihm möglich ist, eine 1zu1-(Natur zu Becken)Umsetzung zu schaffen oder nur eine Pflanzentraumwelt... beides hat gleichermaßen seine Berechtigung.

Mehrere Faktoren spielen auch noch eine Rolle, welche Aquascaping ausmachen. Da wäre zu nennen das man ein "Ökosystem erschafft, welches mehrere Bewandnisse einschließt, z.Bsp. das wichtige Thema Wechselwirkung von Pflanzen zu Tieren und umgekehrt.

Das ursprüngliche Anliegen der Uraquascaper, war seinerzeit die Umsetzung der eigenen Ästhetik, aus dem sich einige verschiedene Stilrichtungen ergeben haben. Z.Bsp. Iwagumi. Was aber für mich ganz wichtig ist, sich der Hang zum Biotopbecken immer stärker herauskristalisiert, denn auch mit diesem kann man seine "Holland-ecke" trotzdem einbringen ,woraus sich wieder ein Aquascape und ein Naturbiotop gleichermaßen definieren lassen.

Wie heist es auf meiner HP... "Good Plant" , "Good Work"

In diesem Sinne Drücker an alle*
 
 
Geschrieben am 12.10.2013 um 16:02 von snooze
Hallo,

Fredo , hat es mit seiner Aussage gut getroffen und alles schon gesagt. Aquascaping ist Unterwassergärtnerei.
Wie jeder weiss ist takashi amano einer der Erfinder dieser Aquariengestaltungsart.
Aquascaping ist meiner Meinung nach eine Möglichkeit sich selbst zu verwirklichen. Grenzen zu überschreiten , etwas zu erschaffen ,sich von der Menge abzuheben.
Möchte man ein Aquarium gestalten ,das der Natur ( Rede von der Unterwasserwelt) so nah wie möglich kommt , wäre man als Betrachter zum Teil sehr enttäuscht. Als Beispiel möchte ich das Verbreitungsgebiet der Diskus nennen. Trübes Wasser , fast keine Pflanzen, Steine , Schlammboden ect pp. In der Natur hält sich keine Pflanze an eine Wuchshöhe oder an einen vorgewiesenen Standort. Ein Stein liegt da, wo er liegt und verändert seine Position nicht ,weil er 5 cm weiter besser zur Geltung kommt.


Im Bereich des Scaping gibt es unzählige Beispiele, die mit der Unterwasser- Natur nichts zu tun haben. Denke hier nur an Aquascaping- Weltmeister Oliver Knott. Hier wurde ein Fernseher hinter das Becken gestellt, um Bilder von vorbeiziehenden Wolken darzustellen. Oder ein schlafender Drache mit einen Haus auf dem Rücken und und .. Habe im Netz sogar ein Becken gesehen, das sich der Umweltverschmutzung angenommen hat. Das Becken wurde mit Ht-Rohren , verrosteten Blechbüchsen und Reifen gestaltet. Die Beleuchtung war grünlich. Ist das noch Aquascaping ? In Grunde ja , denn es wird einTeil des Zustandes der Natur dargestellt.


Beim Aquascaping: Hier werden Ideen und Fantasien umgesetzt . Möchte sagen, eine Geschichte erzählt. Es wird versucht Orte wie Gebirge ,Wüsten, Wälder wie auch Filme ( zb. Avatar) unterwasser zu bringen und diese umzusetzen.Vergleichbar mit einem Künstler der ein Kunstwerk erschafft.

Die einzige Möglichkeit (dies ist meine Meinung) wäre Aquascaping für die der Unterwasserwelt angelehnten Becken und Underwater construction für andere Darstellungsarten zu benennen.

Zum Schluss sollte jeder sich sein Becken so gestalten , dass es einem in erster Linie selbst gefällt und sich nicht dem Begriff Aquascaping beugen. Denn dieser Begriff ist, wie Tuning beim Auto ,so weit gefächert, dass eine genaue Abgrenzung der Darstellung und Kategorisierung fast unmöglich ist.

Die Grenzen des Scaping liegen bei jedem selbst.

Gruss Thomas


 
 
Geschrieben am 07.10.2013 um 17:02 von Arami Gurami
Hi Lutz,
interessantes Thema. Letzen Endes gibt es hier nicht wirklich klare Grenzen, die sind eher verschwommen. Letztes Jahr hat jmd beim IAPLC zwei kämpfende Drachen mit Steinen, Holz und Stöcken nachgebildet. Das sah sehr eindrucksvoll und würde ich auch noch als Aquascaping definieren. Für mich persönlich sollte der Landschaftsgedanke noch deutlich genug sein, dh. ist noch die Impression einer Landschaft wahrnehmbar, dann ist es für mich ein Aquascape.
LG,
Aram
 
 
Geschrieben am 20.09.2013 um 22:14 von Fredo Fuss
Hi Lutz!

Interessantes Gedankenspiel, wenn auch wenig verkopft und nicht abschliessend zu beantworten da die Grenzen im wahrsten Wortsinn fliessend sind.
Wenn wir zunächst mal davon ausgehen das hinter der Gestaltung eine Vision steckt, können wir einen gewissen Anteil an Gesellschaftsaquarien klar abgrenzen.
Aquascaping, planlos sicher nicht.
In Biotopaquarien soll eine möglichst genaue Kopie des natürlichen Lebensraumes geschaffen werden.
Der Gestalter nimmt sich zurück, der Wunsch nach Realismus steht hier im Vordergrund, man möchte ein "echtes" und "funktionierendes" Stück Natur zurück in die eigenen 4 Wände holen.
Anders als beim Naturaquarium wo bewusst auf "Realismus" verzichtet wird um der dem Gestalter innewohnenden Fantasie
Raum zu geben.
Hier entstehen als eher Traumlandschaften.
Ich denke beides hat seine Berechtigung und die besten Scapes wie auch die besten Biotopaquarien tragen beides in sich.
Das Abbild eines Naturideals als auch die Persönlichkeit des Gestalters.
Ich würde meinen das es sich bei der Abgrenzung von Naturaquarien zu Aquascapes ähnlich verhält, genau wie es bei Hollandaquarien ja auch Bandbreiten gibt.
Abschliessend denke ich das für mich das Gesamterlebnis entscheidend.
Man kann nicht immer alles in gleichem Maße erfüllen aber für mich ist es entscheidend welche Aspekte ich beim betrachten wiederfinde.
Geht es in dem Becken Flora und Fauna gut, habe ich einen rein ästhetischen Genuss, sehe ich einen Bezug(oder sagen wir Liebe) zur Natur und kann ich etwas über den Menschen erfahren der hier sein Herzblut vergoss hat?
Wenn all das vorhanden ist, ist es gut, egal welchem Genre man es zuordnet!

Das meine 2Cent, spontan auf der PS3 zurechtgezimmert wie ich mit nicht wenig Stolz betonen möchte!

LG Fredo
 
 


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