Taranteln im Terrarium halten
Einrichtungsbeispiele für Taranteln

Wissenswertes zu Tarantel
Herkunft
Bei Taranteln handelt es sich um große Spinnen aus der Familie der Wolfsspinnen (Lycosidae). Der Name stammt aus der Erstbeschreibung von Lycosa tarantula (Apulischen Tarantel), die unter dem Synonym Tarentula apuliae geführt wurde. Die Gattung Tarentula wird heute nicht mehr verwendet.
Missbräuchlich werden auch verschiedene Vogelspinnen als Taranteln bezeichnet.
Aussehen
Taranteln sind große, haarige Spinnen mit acht Beinen. Sie haben einen abgeflachten Körper und auffällige Cheliceren (Kieferklauen) an ihrem Kopf, die sie zum Fangen von Beute verwenden. Die Größe und Farbe von Taranteln kann je nach Art stark variieren.
Die meisten Tarantelarten haben einen Körper von etwa 5-12 cm Länge und Beinspannen von 12-30 cm.
Die Färbung von Taranteln kann ebenfalls sehr unterschiedlich sein und reicht von schwarz oder braun bis hin zu leuchtend blau, grün, rot, orange und anderen Farben. Viele Taranteln haben auch markante Streifen oder Muster auf ihrem Körper, insbesondere auf den Beinen.
Taranteln haben auch sehr lange, dichte und manchmal stachelige Haare auf ihrem Körper, die als Verteidigung und Schutz vor Feinden dienen können. Einige Arten haben auch "Urthärchen" auf ihrem Hinterleib, die bei Kontakt ausgestoßen werden können und Hautreizungen und Schmerzen verursachen können.
Haltung
Grundsätzlich muss bei der Haltung von Taranteln immer die Ansprüche der jeweils gehaltenen Art berücksichtigt werden. Als grobe Anhaltspunkte gelten folgende Empfehlungen:
- Wählen Sie das richtige Terrarium: Das Terrarium sollte groß genug sein, damit die Tarantel darin herumlaufen kann. Ein Terrarium mit einer Größe von mindestens 30 x 30 x 30 cm für eine einzelne Tarantel ist empfehlenswert.
- Verwenden Sie das richtige Substrat: Legen Sie eine Schicht Substrat (z.B. Kokosfaser oder Vermiculite) auf den Boden des Terrariums. Dies ermöglicht der Tarantel das Graben von Höhlen und bietet auch eine geeignete Feuchtigkeit für das Tier.
- Stellen Sie Versteckmöglichkeiten bereit: Taranteln benötigen mindestens eine Versteckmöglichkeit, um sich sicher und geborgen zu fühlen. Sie können beispielsweise Korkröhren oder leere Kokosnusshälften verwenden.
- Kontrollieren Sie die Temperatur und Feuchtigkeit: Taranteln benötigen eine bestimmte Temperatur- und Feuchtigkeitsumgebung, um gesund zu bleiben. Eine Temperatur von 23-27°C und eine Luftfeuchtigkeit von 60-70% sind für die meisten Arten geeignet.
- Füttern Sie die Tarantel angemessen: Taranteln sollten etwa alle 1-2 Wochen gefüttert werden. Sie können lebende Insekten wie Heuschrecken oder Grillen als Nahrung verwenden.
- Achten Sie auf Hygiene: Es ist wichtig, das Terrarium sauber zu halten, um Krankheiten und Infektionen zu vermeiden. Entfernen Sie regelmäßig Futterreste und Kot aus dem Terrarium und reinigen Sie das Substrat alle paar Wochen gründlich.
Es ist wichtig zu beachten, dass verschiedene Arten unterschiedliche Bedürfnisse haben können. Stellen Sie daher sicher, dass Sie die spezifischen Anforderungen Ihrer Tarantelart recherchieren, bevor Sie mit der Haltung beginnen.
Arten
Verschiedene Arten von Taranteln sind in Europa und im angrenzenden Asien beheimatet, sodass die Haltung meist ohne großen technischen Aufwand möglich ist:
- Apulische Tarantel (Lycosa tarantula)
- Südrussische Tarantel (Lycosa singoriensis)
- Deserta-Tarantel (Hogna ingens)
- Schwarzbäuchige Tarantel (Hogna radiata)
- Porto Santo-Tarantel (Hogna schmitzi)
- Scheintaranteln (Alopecosa)
Vorsicht giftig!
Die meisten Taranteln sind für den Menschen nicht lebensbedrohlich, da ihre Bisse zwar schmerzhaft sein können, aber in der Regel keine ernsthaften gesundheitlichen Probleme verursachen.
Die meisten Taranteln sind mit einer Art Gift ausgestattet, das sie zum Töten ihrer Beute verwenden. Das Gift einer Tarantel ist jedoch normalerweise für den Menschen nicht gefährlich, da es nicht stark genug ist, um eine schwere Reaktion auszulösen. Der "Veitstanz" oder die Redewendung "wie von der Tarantel gestochen" dürfte auf den Biss durch eine deutlich giftigere Spinnenart wie der Schwarzen Witwe zurückzuführen sein.
Es ist jedoch wichtig zu beachten, dass einige Personen allergisch auf das Gift von Spinnen reagieren können. In seltenen Fällen kann ein Tarantelbiss zu einer schwereren allergischen Reaktion führen. Personen mit einer bekannten Allergie gegen Spinnengift sollten daher besonders vorsichtig sein und gegebenenfalls medizinische Hilfe in Anspruch nehmen.
Insgesamt sind Taranteln für den Menschen in der Regel nicht gefährlich, solange sie respektvoll behandelt werden und nicht unnötig provoziert oder gestört werden.
Häufig gestellte Fragen zu Taranteln
Was sind Taranteln?
Als Taranteln werden ursprünglich vor allem größere Wolfsspinnen bezeichnet, insbesondere die Europäische Tarantel Lycosa tarantula. Im allgemeinen Sprachgebrauch wird der Begriff allerdings häufig auch für Vogelspinnen verwendet. Zoologisch handelt es sich um unterschiedliche Spinnengruppen. Während echte Taranteln zur Familie der Wolfsspinnen gehören, bilden Vogelspinnen die Familie Theraphosidae.
Sind Taranteln giftig?
Taranteln besitzen wie die meisten Spinnen Giftdrüsen, mit denen sie ihre Beutetiere überwältigen. Das Gift dient hauptsächlich der Jagd und Verteidigung. Ein Biss kann beim Menschen Schmerzen, Schwellungen und lokale Entzündungsreaktionen verursachen. Bei den meisten echten Taranteln sind schwere Vergiftungen ungewöhnlich. Die Giftwirkung unterscheidet sich allerdings zwischen den Arten, weshalb grundsätzlich Vorsicht geboten ist.
Sind Taranteln für Anfänger geeignet?
Einige größere Wolfsspinnen lassen sich mit entsprechender Vorbereitung im Terrarium halten. Allerdings sind sie häufig sehr schnell, schreckhaft und empfindlich gegenüber ungeeigneten Haltungsbedingungen. Anfänger sollten sich deshalb zunächst ausführlich über die jeweilige Art informieren. Besonders wichtig sind ein ausbruchssicheres Terrarium, geeignete Versteckmöglichkeiten und ein möglichst stressfreier Umgang mit den Tieren.
Wie groß muss ein Terrarium für Taranteln sein?
Die erforderliche Terrariengröße hängt von der jeweiligen Art und ihrer Körpergröße ab. Für eine größere, bodenbewohnende Wolfsspinne kann ein Terrarium mit einer Grundfläche von etwa 30 × 30 Zentimetern als Ausgangspunkt dienen. Bewegungsfreudige Arten benötigen gegebenenfalls mehr Platz. Entscheidend sind ausreichend Bodenfläche, eine geeignete Substrattiefe und mehrere Rückzugsmöglichkeiten. Die Höhe sollte so gewählt werden, dass gefährliche Stürze vermieden werden.
Welche Temperaturen benötigen Taranteln im Terrarium?
Die optimale Temperatur richtet sich nach dem natürlichen Verbreitungsgebiet der jeweiligen Art. Viele mediterrane Wolfsspinnen bevorzugen tagsüber Temperaturen zwischen etwa 22 und 28 Grad Celsius, wobei lokale Wärmeplätze etwas höhere Temperaturen erreichen können. Nachts darf die Temperatur häufig deutlich absinken. Wichtig ist ein Temperaturgefälle, damit sich die Tiere selbstständig einen geeigneten Aufenthaltsbereich aussuchen können.
Welche Luftfeuchtigkeit ist für Taranteln ideal?
Die benötigte Luftfeuchtigkeit hängt stark von der Herkunft und den Lebensraumansprüchen der jeweiligen Tarantelart ab. Arten aus trockenen mediterranen Regionen benötigen normalerweise keine dauerhaft hohe Luftfeuchtigkeit. Dennoch sollte ihnen ein leicht feuchter Rückzugsbereich zur Verfügung stehen. Eine gute Belüftung verhindert Staunässe und Schimmelbildung. Dauerhaft feuchtes Substrat kann insbesondere bei trockenheitsliebenden Arten problematisch werden.
Welcher Bodengrund eignet sich für Taranteln?
Für bodenbewohnende Taranteln eignet sich ein grabfähiges Substrat aus geeigneter, ungedüngter Erde mit mineralischen Anteilen. Die Mischung sollte ausreichend stabil sein, damit selbst angelegte Wohnröhren nicht sofort zusammenfallen. Eine mehrere Zentimeter starke Bodenschicht ermöglicht den Tieren ihr natürliches Grabverhalten. Reiner Sand ist häufig ungeeignet, weil er wenig Stabilität bietet und die Anlage dauerhafter Wohnhöhlen erschwert.
Benötigen Taranteln Versteckmöglichkeiten?
Taranteln benötigen unbedingt geeignete Rückzugsmöglichkeiten, da sie sich in der Natur häufig in selbst gegrabenen Wohnröhren oder vorhandenen Bodenverstecken aufhalten. Korkrinde, flache Steine und künstlich angelegte Höhlen können als Ausgangspunkt für eigene Verstecke dienen. Schwere Dekorationsgegenstände müssen standsicher aufgestellt werden, damit sie beim Graben nicht verrutschen und die Spinne verletzen.
Was fressen Taranteln?
Taranteln ernähren sich überwiegend von lebenden Wirbellosen. Im Terrarium können geeignete Futterinsekten wie Heimchen, Grillen, Schaben oder kleinere Heuschrecken angeboten werden. Die Größe der Futtertiere muss an die Körpergröße der Spinne angepasst sein. Eine abwechslungsreiche Fütterung mit gesunden Futterinsekten unterstützt die Versorgung mit wichtigen Nährstoffen. Wild gefangene Insekten sollten wegen möglicher Pestizidbelastungen und Parasiten vermieden werden.
Wie häufig müssen Taranteln gefüttert werden?
Die Fütterungshäufigkeit richtet sich nach Alter, Größe, Ernährungszustand und Aktivität der Spinne. Jungtiere benötigen in der Regel häufiger Nahrung als ausgewachsene Exemplare. Erwachsene Tiere können je nach Art und Zustand häufig mit ein bis zwei Fütterungen pro Woche ausreichend versorgt werden. Längere Fresspausen sind nicht grundsätzlich ungewöhnlich. Entscheidend ist, den Ernährungszustand regelmäßig zu beobachten und Überfütterung zu vermeiden.
Müssen Taranteln regelmäßig trinken?
Auch Taranteln benötigen Wasser, obwohl sie einen Teil ihres Flüssigkeitsbedarfs über ihre Beutetiere decken. Eine kleine, flache Wasserschale mit sauberem Wasser ist deshalb empfehlenswert. Die Schale sollte standsicher und leicht erreichbar sein. Zusätzlich kann ein geeigneter Bereich des Bodengrundes gelegentlich leicht angefeuchtet werden, sofern die Haltungsansprüche der jeweiligen Art dies erlauben.
Sind Taranteln nachtaktiv?
Viele Taranteln sind überwiegend dämmerungs- oder nachtaktiv. Tagsüber halten sie sich häufig in ihren Wohnröhren oder unter schützenden Gegenständen auf. Mit abnehmender Helligkeit verlassen sie ihre Verstecke und suchen nach Beutetieren. Das Aktivitätsmuster kann jedoch je nach Art, Temperatur, Jahreszeit und individuellen Eigenschaften unterschiedlich ausfallen. Manche Tiere sind auch tagsüber gelegentlich außerhalb ihrer Verstecke zu beobachten.
Können Taranteln einzeln gehalten werden?
Die Einzelhaltung ist für die meisten Tarantelarten empfehlenswert, da sie überwiegend einzelgängerisch leben. Treffen mehrere Tiere auf engem Raum aufeinander, können Konkurrenz, Stress und gegenseitige Verletzungen entstehen. Unter ungünstigen Umständen ist auch Kannibalismus möglich. Eine gemeinsame Haltung sollte deshalb nicht versucht werden, sofern keine gesicherten artspezifischen Erkenntnisse dafür sprechen.
Können Taranteln mit anderen Terrarientieren zusammenleben?
Eine Vergesellschaftung mit anderen Terrarientieren ist normalerweise nicht empfehlenswert. Kleinere Tiere können als Beute betrachtet werden, während größere Mitbewohner die Spinne verletzen oder dauerhaft stressen können. Auch unterschiedliche Anforderungen an Temperatur, Luftfeuchtigkeit und Einrichtung erschweren eine gemeinsame Haltung. Ein separates Artterrarium bietet wesentlich bessere Möglichkeiten, die Bedürfnisse der Spinne gezielt zu erfüllen.
Kann man Taranteln auf die Hand nehmen?
Taranteln sollten möglichst nicht auf die Hand genommen werden. Sie sind keine Streicheltiere und können durch direkten Kontakt erheblich gestresst werden. Bei Bedrohung können sie beißen oder versuchen zu fliehen. Zusätzlich besteht die Gefahr, dass die Spinne herunterfällt und sich schwer verletzt. Für notwendige Umsetzungen eignet sich ein vorsichtiges Vorgehen mit einer geeigneten Fangdose deutlich besser.
Wie alt werden Taranteln?
Die Lebenserwartung hängt von der Art, dem Geschlecht und den Haltungsbedingungen ab. Bei vielen Wolfsspinnen liegt sie deutlich unter der Lebenserwartung großer Vogelspinnen. Während einige Wolfsspinnen nur ein bis wenige Jahre leben, können bestimmte Vogelspinnenweibchen mehrere Jahrzehnte erreichen. Die häufig genannten sehr hohen Lebensalter von Taranteln beziehen sich daher meist auf Vogelspinnen und dürfen nicht pauschal auf echte Taranteln übertragen werden.
Häuten sich Taranteln?
Wie alle Spinnen müssen sich Taranteln während ihres Wachstums regelmäßig häuten, weil ihr Außenskelett nicht mitwachsen kann. Vor einer Häutung stellen viele Tiere die Nahrungsaufnahme ein und ziehen sich zurück. Während des eigentlichen Häutungsvorgangs sind sie besonders verletzlich. Deshalb sollten sie nicht gestört werden. Nach der Häutung benötigt das neue Außenskelett Zeit zum Aushärten, bevor wieder gefüttert werden darf.
Warum frisst meine Tarantel plötzlich nicht mehr?
Eine vorübergehende Futterverweigerung kann unterschiedliche Ursachen haben. Häufig steht sie mit einer bevorstehenden Häutung, ungünstigen Temperaturen, Stress oder einem bereits ausreichenden Ernährungszustand in Verbindung. Auch saisonale Veränderungen können die Nahrungsaufnahme beeinflussen. Solange das Tier einen normalen Eindruck macht, muss eine kurze Fresspause kein Grund zur Sorge sein. Bei auffälliger Schwäche, Verletzungen oder länger anhaltenden Problemen sollten die Haltungsbedingungen überprüft und fachkundiger Rat eingeholt werden.
Können Taranteln Krankheiten bekommen?
Taranteln können unter anderem von Parasiten, Pilzbefall, Verletzungen und Häutungsproblemen betroffen sein. Ungeeignete Haltungsbedingungen können das Risiko gesundheitlicher Schwierigkeiten erhöhen. Warnzeichen sind auffällige Bewegungsstörungen, ungewöhnliche Körperhaltungen, sichtbare Verletzungen oder eine deutliche Verschlechterung des Allgemeinzustands. Bei entsprechenden Symptomen sollte möglichst frühzeitig ein auf Wirbellose spezialisierter Tierarzt hinzugezogen werden.
Wie erkennt man das Geschlecht einer Tarantel?
Die Geschlechtsbestimmung hängt von der Art und dem Entwicklungsstadium ab. Bei ausgewachsenen Männchen sind häufig besondere Strukturen an den Pedipalpen erkennbar, die der Fortpflanzung dienen. Weibchen unterscheiden sich unter anderem durch ihre Geschlechtsorgane. Bei Jungtieren ist eine sichere Bestimmung deutlich schwieriger. Eine genaue Untersuchung entsprechender anatomischer Merkmale ist zuverlässiger als eine Einschätzung anhand von Körpergröße oder Färbung.
Lassen sich Taranteln im Terrarium vermehren?
Die Nachzucht ist bei verschiedenen Tarantelarten grundsätzlich möglich, erfordert jedoch genaue Kenntnisse über Fortpflanzungsverhalten und artspezifische Bedingungen. Männchen und Weibchen sollten nur kontrolliert zur Paarung zusammengeführt werden. Nach erfolgreicher Befruchtung kann das Weibchen einen Eikokon anfertigen, in dem sich die Jungtiere entwickeln. Da die Nachkommen später häufig getrennt aufgezogen werden müssen, sollte bereits vor der Zucht ausreichend Platz vorhanden sein.
Brauchen Taranteln eine Winterruhe?
Ob eine saisonale Ruhephase erforderlich ist, hängt von der jeweiligen Art und ihrem natürlichen Lebensraum ab. Einige mediterrane Wolfsspinnen erleben in der Natur ausgeprägte jahreszeitliche Veränderungen und reduzieren während kühler Perioden ihre Aktivität. Bei solchen Arten kann eine angepasste saisonale Temperaturführung sinnvoll sein. Tropische Arten haben dagegen häufig andere Ansprüche. Eine Winterruhe darf deshalb nicht pauschal für alle Taranteln empfohlen werden.
Welche Beleuchtung benötigen Taranteln?
Taranteln benötigen normalerweise keine besonders intensive Beleuchtung. Ein natürlicher Tag-Nacht-Rhythmus ist für die meisten Arten ausreichend. Spezielle UV-Lampen sind bei der üblichen Haltung nicht grundsätzlich erforderlich. Wichtig ist, direkte Sonneneinstrahlung auf das Terrarium zu vermeiden, da sich kleine Behälter schnell überhitzen können. Falls eine zusätzliche Wärmequelle erforderlich ist, sollte sie thermostatisch geregelt und gegen direkten Kontakt gesichert sein.
Warum gräbt sich meine Tarantel ständig ein?
Das Graben gehört bei vielen bodenbewohnenden Taranteln zum natürlichen Verhalten. Die Tiere legen Wohnröhren an, in denen sie Schutz vor Feinden, Temperaturschwankungen und Austrocknung finden. Manche Spinnen verbringen einen großen Teil ihres Lebens in solchen Verstecken. Dieses Verhalten ist deshalb normalerweise kein Hinweis auf schlechte Haltungsbedingungen. Wichtig ist, dass das Substrat ausreichend tief und stabil ist.
Wie oft muss das Terrarium gereinigt werden?
Ein Tarantelterrarium sollte regelmäßig kontrolliert, aber nicht unnötig vollständig ausgeräumt werden. Futterreste, tote Insekten und erkennbare Verschmutzungen müssen zeitnah entfernt werden. Wasserschalen sollten regelmäßig gereinigt und neu befüllt werden. Ein vollständiger Austausch des Bodengrundes ist normalerweise nur bei stärkeren Verunreinigungen, Schimmelproblemen oder anderen hygienischen Schwierigkeiten erforderlich. Häufige Komplettreinigungen können erheblichen Stress verursachen.
Sind Taranteln gefährlich für Kinder und Haustiere?
Taranteln sind grundsätzlich keine geeigneten Tiere für den unbeaufsichtigten Umgang durch Kinder. Auch Hunde und Katzen sollten keinen Zugang zum geöffneten Terrarium haben. Neben möglichen Bissen besteht die Gefahr, dass die Spinne durch neugierige Haustiere verletzt wird oder entkommt. Ein stabil verschlossenes Terrarium an einem ruhigen, sicheren Standort ist deshalb besonders wichtig.
Können Taranteln aus dem Terrarium entkommen?
Taranteln können erstaunlich schnell laufen und kleine Öffnungen ausnutzen. Deshalb muss das Terrarium zuverlässig verschlossen sein. Besonders auf Lüftungsöffnungen, Kabeldurchführungen und schlecht sitzende Schiebescheiben ist zu achten. Bei Pflegearbeiten sollten Türen nur so weit und so lange wie nötig geöffnet werden. Eine entkommene Spinne kann sich in schwer zugänglichen Bereichen der Wohnung verstecken.
Woran erkennt man, dass sich eine Tarantel im Terrarium wohlfühlt?
Eine gut eingewöhnte Tarantel zeigt überwiegend artspezifisches Verhalten, nutzt ihre Verstecke und nimmt unter geeigneten Bedingungen regelmäßig Nahrung auf. Auch das Anlegen von Wohnröhren und ein normaler Häutungsverlauf können auf passende Haltungsbedingungen hinweisen. Da Spinnen keine eindeutig interpretierbaren Zeichen von Wohlbefinden zeigen, sollten ihr Verhalten, der Ernährungszustand und die Umweltbedingungen immer gemeinsam beurteilt werden.
Welche Fehler werden bei der Tarantelhaltung besonders häufig gemacht?
Zu den häufigsten Haltungsfehlern gehören ungeeignete Temperaturen, falsche Feuchtigkeitsverhältnisse, unzureichende Belüftung und ein zu flacher oder instabiler Bodengrund. Auch übermäßiges Füttern, häufiges Herausnehmen und ständige Veränderungen der Einrichtung können Probleme verursachen. Besonders kritisch ist es, die Ansprüche verschiedener Spinnenarten miteinander gleichzusetzen. Eine erfolgreiche Haltung orientiert sich deshalb immer an den natürlichen Lebensbedingungen der konkreten Art.
Muss man die Haltung von Taranteln in Deutschland anmelden?
Eine allgemeine bundesweite Meldepflicht für sämtliche Tarantelarten besteht nicht. Allerdings können je nach Art besondere Regelungen zum Artenschutz, zur Herkunftsdokumentation und zur Haltung gefährlicher Tiere gelten. Zusätzlich unterscheiden sich die Vorschriften teilweise zwischen den Bundesländern und Kommunen. Vor der Anschaffung sollten deshalb die jeweils geltenden Bestimmungen geprüft werden. Wichtig ist außerdem, dass Tiere ausschließlich aus legaler und nachvollziehbarer Herkunft erworben werden.
Was ist der Unterschied zwischen Taranteln und Vogelspinnen?
Echte Taranteln gehören zur Familie der Wolfsspinnen und sind überwiegend aktive Bodenjäger, die häufig Wohnröhren anlegen. Vogelspinnen gehören dagegen zur Familie Theraphosidae und unterscheiden sich unter anderem in Körperbau, Größe und bestimmten Verhaltensweisen. Viele Vogelspinnen besitzen eine besonders kräftige und dichte Behaarung. Obwohl beide Gruppen gelegentlich unter dem Begriff Taranteln zusammengefasst werden, unterscheiden sich ihre Haltungsansprüche erheblich. Für eine fachgerechte Terrarienhaltung ist deshalb die genaue wissenschaftliche Artbezeichnung entscheidend.