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Nexilosus latifrons im Aquarium halten

Einrichtungsbeispiele mit Coquito Riffbarsch

Nexilosus latifrons im Aquarium halten (Einrichtungsbeispiele mit Coquito Riffbarsch)
Nexilosus latifrons (Coquito Riffbarsch) - Bildquelle: Das Bild stammt von der freien Enzyklopädie Wikipedia. Lizenzhinweise: (c) Georgina Jones, some rights reserved (CC BY-SA), Nexilosus latifrons, Cabo Douglas, Ecuador imported from iNaturalist photo 426726223, CC BY-SA 4.0

Wissenswertes zu Nexilosus latifrons (Coquito Riffbarsch)

Der Nexilosus latifrons, besser bekannt als Coquito Riffbarsch, ist ein eher unbekannter, aber ausgesprochen interessanter Meeresfisch für Liebhaber besonderer Rifffische. Während viele Aquarianer auf die klassischen Riffbarsche der Gattungen Chromis oder Dascyllus setzen, bietet Nexilosus latifrons eine spannende Alternative für alle, die Wert auf natürliches Verhalten, charakterstarke Tiere und eine naturnahe Aquariengestaltung legen. Diese Art stammt aus dem östlichen Pazifik und unterscheidet sich in vielen Punkten deutlich von den bekannteren Vertretern aus dem Indopazifik. Gerade das macht ihn für erfahrene Aquarianer so reizvoll.

Herkunft und natürlicher Lebensraum

Nexilosus latifrons stammt aus dem östlichen Pazifik und ist dort entlang der Küsten Mittel- und Südamerikas verbreitet. Sein Verbreitungsgebiet reicht von Mexiko über Costa Rica, Panama und Kolumbien bis nach Ecuador und Peru. Besonders häufig findet man ihn rund um felsige Küsten, in Buchten sowie an küstennahen Riffen.

Im Gegensatz zu vielen tropischen Riffbarschen lebt der Coquito Riffbarsch oft in Gebieten mit leicht kühlerem Wasser. Die Temperaturen liegen je nach Region und Jahreszeit meist zwischen 20 und 26 Grad Celsius. Das Wasser ist oft nährstoffreicher als in klassischen Korallenriffen, die Sicht kann eingeschränkt sein und die Strömung variiert stark.

Die Tiere halten sich bevorzugt in der Nähe von Felsstrukturen, Geröllfeldern und Algenbewuchs auf. Dort finden sie Schutz vor Fressfeinden und gleichzeitig ausreichend Nahrung. Häufig sind sie in kleinen Gruppen oder lockeren Verbänden anzutreffen, wobei jedes Tier ein eigenes kleines Revier verteidigt.

Gattung und Familie

Der Nexilosus latifrons gehört zur Familie der Riffbarsche, wissenschaftlich Pomacentridae genannt. Diese Familie umfasst mehrere hundert Arten, die überwiegend in tropischen und subtropischen Meeren vorkommen. Charakteristisch für diese Familie sind ihr meist territoriales Verhalten, ihre Robustheit und ihre Anpassungsfähigkeit an unterschiedliche Lebensräume.

Die Gattung Nexilosus ist vergleichsweise klein und weniger bekannt als andere Riffbarsch-Gattungen. Nexilosus latifrons ist die bekannteste und am häufigsten beschriebene Art dieser Gattung. Innerhalb der Pomacentridae nimmt er eine eher ursprüngliche Stellung ein, was sich unter anderem in seinem Verhalten und seiner Körperform widerspiegelt.

Beschreibung der Art

Der Coquito Riffbarsch ist ein mittelgroßer Vertreter der Riffbarsche und erreicht eine Endgröße von etwa 10 bis 12 Zentimetern. Damit zählt er nicht zu den Zwergen, ist aber auch kein besonders großer Fisch. Sein Körper ist hochrückig, seitlich abgeflacht und kräftig gebaut, was ihm ein robustes Erscheinungsbild verleiht.

Typisch für Nexilosus latifrons ist seine ruhige, aber dennoch wachsame Art. Er wirkt oft gelassen, kann aber bei Revierstreitigkeiten oder Bedrohung überraschend entschlossen auftreten. Im Aquarium zeigt er ein sehr natürliches Verhalten, was ihn besonders interessant für Beobachter macht.

Aussehen und Färbung

Das Erscheinungsbild des Coquito Riffbarschs ist eher dezent, aber keineswegs langweilig. Die Grundfärbung reicht von graubraun bis olivfarben, je nach Stimmung, Alter und Umgebung. Oft sind die Schuppen leicht schimmernd, was im richtigen Licht sehr attraktiv wirkt.

Auffällig ist ein dunkler Fleck im Schulterbereich, der je nach Individuum unterschiedlich stark ausgeprägt sein kann. Dieser Fleck dient vermutlich der Abschreckung von Fressfeinden oder der Kommunikation mit Artgenossen. Die Flossen sind meist transparent bis leicht bräunlich gefärbt und können feine dunkle Ränder aufweisen.

Jungtiere sind oft kontrastreicher gefärbt als adulte Tiere. Mit zunehmendem Alter wird die Färbung meist etwas gleichmäßiger und dunkler. Geschlechtsunterschiede sind äußerlich kaum erkennbar, was die gezielte Zucht erschwert.

Verhalten und Sozialstruktur

Nexilosus latifrons zeigt ein typisches Riffbarsch-Verhalten, ist dabei aber weniger aggressiv als viele seiner Verwandten. Er ist territorial, verteidigt sein Revier jedoch eher durch Drohgebärden als durch direkte Attacken. Im Vergleich zu manchen Chromis- oder Dascyllus-Arten wirkt er fast schon gelassen.

Im natürlichen Lebensraum lebt er oft in kleinen Gruppen, wobei jedes Tier ein eigenes kleines Territorium hat. Diese Struktur lässt sich auch im Aquarium beobachten, sofern ausreichend Platz und Versteckmöglichkeiten vorhanden sind.

Gegenüber artfremden Fischen ist der Coquito Riffbarsch meist friedlich, solange diese nicht zu aufdringlich oder revierbildend sind. Sehr kleine Fische können allerdings als Eindringlinge betrachtet werden, besonders wenn sie sich dauerhaft im Revier des Riffbarschs aufhalten.

Haltung im Aquarium

Aquariengröße

Für die artgerechte Haltung von Nexilosus latifrons ist ein ausreichend großes Aquarium unerlässlich. Für ein einzelnes Tier oder ein harmonierendes Paar sollte das Becken mindestens 1000 Liter fassen. Möchte man mehrere Exemplare halten, sind deutlich größere Becken notwendig, idealerweise ab 1500 Litern aufwärts.

Ein großes Volumen sorgt nicht nur für stabilere Wasserwerte, sondern ermöglicht auch die Ausbildung von Revieren, ohne dass es zu permanentem Stress kommt.

Aquarieneinrichtung

Die Einrichtung sollte sich stark am natürlichen Lebensraum orientieren. Felsaufbauten mit vielen Spalten, Höhlen und Rückzugsmöglichkeiten sind essenziell. Lebendgestein oder hochwertiges Riffgestein bietet nicht nur Verstecke, sondern auch zusätzliche Nahrungsquellen in Form von Aufwuchs.

Sandboden ist empfehlenswert, wobei der Coquito Riffbarsch keinen starken Bezug zum Bodengrund hat. Wichtig ist vielmehr die vertikale Struktur, damit sich die Tiere bei Gefahr schnell zurückziehen können.

Wasserwerte

Nexilosus latifrons ist vergleichsweise tolerant, bevorzugt aber stabile, leicht kühlere Bedingungen als viele tropische Riffbewohner.

Empfohlene Wasserwerte:

  • Temperatur: 22–26 °C
  • pH-Wert: 8,0–8,4
  • Salinität: 1,022–1,025
  • Nitrat: möglichst unter 20 mg/l
  • Nitrit: nicht nachweisbar
  • Ammonium/Ammoniak: nicht nachweisbar

Regelmäßige Wasserwechsel sind wichtig, um die Wasserqualität hoch zu halten und das Immunsystem der Fische zu stärken.

Vergesellschaftung

Der Coquito Riffbarsch lässt sich gut mit robusten, nicht zu aggressiven Meeresfischen vergesellschaften. Geeignet sind zum Beispiel größere Grundeln, Lippfische, Doktorfische oder friedliche Kaiserfische entsprechender Größe.

Von sehr kleinen Fischen oder extrem aggressiven Arten sollte man absehen. Auch andere territoriale Riffbarsche können problematisch sein, insbesondere in kleineren Becken.

Ernährung und Fütterung

In der Natur ernährt sich Nexilosus latifrons omnivor. Er frisst Zooplankton, kleine Krebstiere, Algen und organische Partikel aus dem Wasser. Diese vielseitige Ernährung sollte auch im Aquarium nachgeahmt werden.

Geeignet sind:

  • Hochwertige Flocken- und Granulatfutter für Meerwasserfische
  • Frostfutter wie Mysis, Artemia und Krill
  • Feines Zooplankton
  • Pflanzliche Bestandteile wie Algenflocken oder Spirulina

Abwechslungsreiche Kost sorgt für gesunde Tiere, intensive Farben und ein stabiles Immunsystem. Mehrere kleine Fütterungen pro Tag sind besser als eine große.

Giftigkeit

Nexilosus latifrons gilt als ungiftig. Er besitzt weder Giftdrüsen noch giftige Stacheln. Auch für den Menschen besteht keinerlei Gefahr, weder beim Umgang mit dem Tier noch beim eventuellen Verzehr, wobei letzteres in der Aquaristik natürlich keine Rolle spielt.

Wie bei allen Meeresfischen sollte man dennoch vorsichtig sein, da Verletzungen durch Flossenstrahlen oder Bisse zu Infektionen führen können, wenn sie nicht richtig behandelt werden.

Vermehrung und Zucht

Die Vermehrung von Nexilosus latifrons im Aquarium ist bisher nur selten gelungen und gilt als anspruchsvoll. In der Natur handelt es sich um Substratlaicher. Das Weibchen legt die Eier auf festen Untergrund, meist in einer Höhle oder an einer geschützten Felswand ab.

Das Männchen übernimmt anschließend die Bewachung und Belüftung der Eier. Es verteidigt das Gelege energisch gegen Eindringlinge und fächelt frisches Wasser darüber, um die Sauerstoffversorgung sicherzustellen.

Nach dem Schlupf gehen die Larven ins freie Wasser über und leben zunächst pelagisch. Genau diese Phase stellt im Aquarium die größte Herausforderung dar, da die Larven extrem klein sind und spezielles, sehr feines Lebendfutter benötigen.

Für eine erfolgreiche Zucht sind notwendig:

  • Ein harmonierendes Paar
  • Ruhige Umgebung ohne Stress
  • Spezielles Aufzuchtbecken für die Larven
  • Lebendfutter wie Rädertierchen und frisch geschlüpfte Copepoden

Aufgrund des hohen Aufwands ist Nexilosus latifrons aktuell eher ein Kandidat für erfahrene Züchter und Forschungseinrichtungen.

Mögliche Krankheiten

Der Coquito Riffbarsch ist grundsätzlich robust, kann aber wie alle Meeresfische an typischen Meerwassererkrankungen leiden. Besonders häufig treten Probleme auf, wenn die Wasserqualität nicht stimmt oder die Tiere unter Stress stehen.

Typische Erkrankungen sind:

  • Pünktchenkrankheit
  • Oodinium
  • bakterielle Infektionen
  • Flossenfäule
  • parasitäre Hauterkrankungen

Vorbeugung ist der beste Schutz. Stabile Wasserwerte, abwechslungsreiche Ernährung und ausreichend Platz reduzieren das Krankheitsrisiko erheblich. Neue Fische sollten möglichst in Quarantäne gehalten werden, bevor sie ins Hauptbecken einziehen.

Alternative Bezeichnungen und Namen

Nexilosus latifrons ist unter verschiedenen Namen bekannt. Neben der gebräuchlichen Bezeichnung Coquito Riffbarsch finden sich auch folgende Namen:

  • Coquito Damselfish
  • Coquito Riffbarsch
  • Latifrons Riffbarsch
  • Eastern Pacific Damselfish

Je nach Region und Fachliteratur können diese Bezeichnungen variieren.

Häufig gestellte Fragen (FAQs)

Ist Nexilosus latifrons für Anfänger geeignet?

Eher nicht. Zwar ist die Art robust, benötigt aber viel Platz, stabile Wasserwerte und Erfahrung im Umgang mit territorialen Meeresfischen.

Kann man ihn paarweise halten?

Ja, sofern sich ein harmonierendes Paar findet und das Aquarium groß genug ist.

Frisst der Coquito Riffbarsch Korallen?

Nein, er gilt als riffsicher und zeigt kein Interesse an Korallen oder anderen sessilen Wirbellosen.

Wie alt wird Nexilosus latifrons?

Bei guter Pflege kann er im Aquarium 8 bis 10 Jahre alt werden, teilweise auch länger.

Ist eine Gruppenhaltung möglich?

In sehr großen Aquarien ja, in kleineren Becken führt dies meist zu Stress und Revierkämpfen.

Fazit

Der Nexilosus latifrons ist ein faszinierender, aber anspruchsvoller Riffbarsch, der sich deutlich von den bekannten Standardarten abhebt. Seine Herkunft aus dem östlichen Pazifik, sein ruhiges, territoriales Verhalten und sein robustes Wesen machen ihn zu einem spannenden Pflegling für erfahrene Aquarianer.

Wer bereit ist, ausreichend Platz, eine durchdachte Aquariengestaltung und stabile Wasserbedingungen zu bieten, wird mit einem natürlichen Verhalten und einem langlebigen, charakterstarken Fisch belohnt. Für Liebhaber besonderer Meeresfische und naturnaher Aquarien ist der Coquito Riffbarsch definitiv eine Überlegung wert.

Haltungsbedingungen

Um Nexilosus latifrons (Coquito Riffbarsch) möglichst artgerecht zu halten, empfehlen wir nachfolgende Bedingungen zu schaffen. Vor allem bei der Angabe zur Mindestgröße bitten wir zu beachten, dass die optimalen Verhältnisse unter Umständen erst in wesentlich größeren Aquarien hergestellt werden können.

  • Wassertemperatur: 22° bis 26°C
  • pH-Wert: 8.0 bis 8.4
  • Mindestaquariengröße: 1000 Liter

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