Pycnochromis margaritifer im Aquarium halten
Einrichtungsbeispiele mit Zweifarben-Riffbarsch

Wissenswertes zu Pycnochromis margaritifer (Zweifarben-Riffbarsch)
Der Zweifarben-Riffbarsch, wissenschaftlich Pycnochromis margaritifer, gehört zu den bekanntesten und zugleich faszinierendsten Bewohnern tropischer Korallenriffe. Kaum ein anderer Riffbarsch wird in der Meerwasseraquaristik so häufig wahrgenommen, weil er mit seinem klaren Farbkontrast sofort ins Auge fällt. Gleichzeitig sorgt genau dieser Fisch immer wieder für Diskussionen: Ist er anfängerfreundlich oder eher problematisch? Friedlich oder aggressiv? Gut geeignet für Gesellschaftsaquarien oder nur für Spezialisten?
Herkunft und natürlicher Lebensraum
Pycnochromis margaritifer stammt aus dem tropischen Indopazifik. Sein Verbreitungsgebiet ist sehr groß und reicht von den Küsten Ostafrikas über den Indischen Ozean bis hin zu den Korallenriffen des westlichen Pazifiks. Besonders häufig wird er in Regionen wie Indonesien, den Philippinen, Papua-Neuguinea, dem Great Barrier Reef und rund um Inselgruppen im zentralen Pazifik beobachtet.
In der Natur lebt der Zweifarben-Riffbarsch fast ausschließlich in Korallenriffen, meist in flachen bis mittleren Tiefen zwischen etwa einem und zwanzig Metern. Er hält sich bevorzugt in verzweigten Steinkorallen oder Felsstrukturen auf, die ihm Schutz und Rückzugsmöglichkeiten bieten. Diese enge Bindung an feste Reviere ist ein entscheidender Punkt, um sein Verhalten im Aquarium zu verstehen.
Das Wasser in seinem natürlichen Lebensraum ist klar, nährstoffarm, gut durchströmt und stabil in den Parametern. Temperatur, Salzgehalt und pH-Wert unterliegen kaum Schwankungen – ein Aspekt, der bei der Haltung im Aquarium unbedingt berücksichtigt werden sollte.
Systematik: Gattung und Familie
Familie Pomacentridae – Riffbarsche
Der Zweifarben-Riffbarsch gehört zur Familie der Pomacentridae, also den Riffbarschen. Diese Familie umfasst mehrere hundert Arten, darunter auch Clownfische und zahlreiche andere farbenfrohe Riffbewohner. Riffbarsche sind bekannt für ihr ausgeprägtes Territorialverhalten, ihre Anpassungsfähigkeit und ihre oft erstaunliche Robustheit.
Typisch für Pomacentridae sind ein seitlich abgeflachter Körper, eine durchgehende Rückenflosse sowie eine hohe Standorttreue. Viele Arten verteidigen kleine Reviere sehr energisch, selbst gegen deutlich größere Fische.
Gattung Pycnochromis
Die Gattung Pycnochromis wurde früher oft der Gattung Chromis zugeordnet. Neuere taxonomische Einteilungen haben jedoch dazu geführt, dass einige Arten, darunter Pycnochromis margaritifer, in eine eigene Gattung überführt wurden. Innerhalb dieser Gattung finden sich mehrere Arten mit teils ähnlicher Körperform, aber sehr unterschiedlicher Färbung.
Pycnochromis-Arten sind meist kleiner bis mittelgroß, leben reviergebunden und zeigen ein stark ausgeprägtes Sozial- und Territorialverhalten.
Beschreibung und allgemeine Merkmale
Pycnochromis margaritifer ist ein relativ kleiner Riffbarsch, der in der Regel eine Endgröße von etwa 6 bis maximal 8 Zentimetern erreicht. Sein Körper ist hochrückig, seitlich abgeflacht und wirkt kompakt. Die Rückenflosse ist durchgehend, die Schwanzflosse leicht gegabelt.
Was ihn so beliebt macht, ist seine klare Zweifarbigkeit. Der vordere Körperbereich ist meist leuchtend blau bis blauviolett gefärbt, während die hintere Körperhälfte ein kräftiges Gelb zeigt. Die Trennlinie zwischen den Farben ist deutlich sichtbar, was dem Fisch ein sehr kontrastreiches Erscheinungsbild verleiht.
Je nach Herkunft, Alter und Stimmung können die Farben leicht variieren. Jungtiere wirken oft etwas blasser, während adulte Tiere bei guter Haltung eine intensive, fast leuchtende Farbgebung zeigen.
Aussehen und Farbvariationen
Obwohl Pycnochromis margaritifer allgemein als „Zweifarben-Riffbarsch“ bekannt ist, gibt es durchaus leichte Unterschiede zwischen einzelnen Populationen. In manchen Regionen ist der blaue Bereich eher dunkel und violett, in anderen heller und fast türkis. Auch die Intensität des Gelbs kann variieren.
Unter Stress, bei Revierkämpfen oder während der Eingewöhnung ins Aquarium kann die Farbe zeitweise verblassen. Das ist normal und kein Grund zur Sorge, solange sich die Farben nach einiger Zeit wieder stabilisieren.
Die Augen sind relativ groß und dunkel, was dem Fisch einen wachsamen, manchmal sogar etwas „frechen“ Ausdruck verleiht – ein Eindruck, der gut zu seinem Verhalten passt.
Verhalten und Charakter
Territorialverhalten
Der wohl wichtigste Punkt bei Pycnochromis margaritifer ist sein ausgeprägtes Revierverhalten. Dieser Fisch ist klein, aber äußerst selbstbewusst. In der Natur verteidigt er ein klar abgegrenztes Gebiet rund um seine Koralle oder Felshöhle und vertreibt Eindringlinge konsequent.
Im Aquarium zeigt sich dieses Verhalten oft noch deutlicher, da der verfügbare Raum begrenzt ist. Besonders gegenüber Artgenossen, ähnlich gefärbten Fischen oder ruhigeren Arten kann er sehr dominant auftreten.
Sozialverhalten
Gegenüber größeren, robusten Fischen verhält sich der Zweifarben-Riffbarsch meist erstaunlich mutig, aber selten wirklich gefährlich. Er droht, jagt kurz hinterher und zieht sich dann wieder zurück. Dauerhafte Verletzungen entstehen dabei in der Regel nicht, sofern die Vergesellschaftung sinnvoll gewählt wurde.
Artgenossen werden meist nicht toleriert, es sei denn, das Aquarium ist sehr groß und bietet klar getrennte Reviere. In kleinen Becken kommt es fast immer zu dauerhaften Kämpfen.
Aktivität
Pycnochromis margaritifer ist tagsüber sehr aktiv. Er schwimmt viel im mittleren und unteren Bereich des Aquariums, kehrt aber regelmäßig zu seinem Stammplatz zurück. Nachts zieht er sich in Höhlen oder zwischen Korallen zurück.
Haltung im Aquarium
Beckengröße
Für die Haltung eines einzelnen Pycnochromis margaritifer wird ein Meerwasseraquarium mit mindestens 300 Litern empfohlen. Größer ist immer besser, vor allem wenn weitere Fische im Becken leben. In kleineren Aquarien kann der Revierdruck schnell zu Stress für andere Bewohner führen.
Aquarieneinrichtung
Eine strukturreiche Einrichtung ist entscheidend. Lebendgestein, Riffaufbauten, Höhlen und Spalten geben dem Fisch die Möglichkeit, ein Revier zu bilden und sich zurückzuziehen. Offene Schwimmflächen sollten trotzdem vorhanden sein.
Korallen werden in der Regel nicht beschädigt, allerdings kann es vorkommen, dass der Fisch bestimmte Bereiche sehr energisch verteidigt, sodass empfindliche Korallen dort unter Stress geraten.
Wasserwerte
Stabile Wasserwerte sind für Pycnochromis margaritifer extrem wichtig:
- Temperatur: 24–26 °C
- Salzgehalt: 1,023–1,025
- pH-Wert: 8,0–8,4
- Nitrat und Phosphat möglichst niedrig
Plötzliche Schwankungen sollten unbedingt vermieden werden.
Strömung und Beleuchtung
Eine moderate bis kräftige Strömung entspricht dem natürlichen Lebensraum und wird gut angenommen. Die Beleuchtung richtet sich eher nach den Korallen im Becken, der Fisch selbst ist in dieser Hinsicht wenig anspruchsvoll.
Ernährung
Pycnochromis margaritifer ist ein Allesfresser mit deutlicher Tendenz zu tierischer Nahrung. In der Natur frisst er Zooplankton, kleine Krebstiere und Algenaufwuchs.
Im Aquarium nimmt er in der Regel problemlos Frostfutter wie Mysis, Artemia oder feines Krillfutter an. Auch hochwertiges Granulat- und Flockenfutter wird meist schnell akzeptiert. Eine abwechslungsreiche Ernährung mit pflanzlichen Anteilen ist empfehlenswert, um Mangelerscheinungen vorzubeugen.
Mehrere kleine Fütterungen am Tag sind besser als eine große, da sie dem natürlichen Fressverhalten entsprechen.
Giftigkeit
Pycnochromis margaritifer ist nicht giftig. Er besitzt keine Giftstacheln und gibt keine toxischen Substanzen an das Wasser ab. Weder für andere Aquarienbewohner noch für den Menschen besteht eine direkte Giftgefahr.
Allerdings sollte man bedenken, dass Stress und aggressive Interaktionen indirekt zu Problemen im Aquarium führen können, etwa durch Verletzungen oder erhöhten Stresspegel bei anderen Fischen.
Vermehrung und Zucht
Fortpflanzung in der Natur
In freier Wildbahn bildet Pycnochromis margaritifer meist Paare oder lebt in lockeren Gruppen. Die Fortpflanzung erfolgt über Substratlaichen. Das Weibchen legt die Eier auf einem festen Untergrund ab, meist in der Nähe des Reviers. Das Männchen bewacht und befächelt die Eier, bis die Larven schlüpfen.
Zucht im Aquarium
Eine erfolgreiche Nachzucht im Heimaquarium ist möglich, aber anspruchsvoll. Das größte Problem ist die Aufzucht der Larven. Diese sind sehr klein und benötigen spezielles Planktonfutter in den ersten Lebenstagen.
In Gesellschaftsaquarien werden die Eier oder Larven meist schnell gefressen. Wer ernsthaft züchten möchte, benötigt ein separates Zucht- und Aufzuchtbecken sowie Erfahrung in der Planktonzucht.
Mögliche Krankheiten
Pycnochromis margaritifer gilt als relativ robust, ist aber nicht immun gegen typischen Meerwassererkrankungen. Besonders häufig treten auf:
- Pünktchenkrankheit bei Stress oder Neueinsetzen
- Flossenfransigkeit bei Revierkämpfen
- Bakterielle Infektionen bei schlechter Wasserqualität
Vorbeugung ist der beste Schutz: stabile Wasserwerte, gute Ernährung und eine durchdachte Vergesellschaftung reduzieren das Krankheitsrisiko deutlich.
Alternative Bezeichnungen und Namen
Der Zweifarben-Riffbarsch ist unter verschiedenen Namen bekannt:
- Zweifarben-Riffbarsch
- Perlen-Riffbarsch
- Bicolor Damselfish
- Blue and Gold Damselfish
Der wissenschaftliche Name Pycnochromis margaritifer ist jedoch die eindeutigste und sicherste Bezeichnung.
Häufige Fragen (FAQ)
Ist Pycnochromis margaritifer für Anfänger geeignet?
Er ist robust und pflegeleicht, aber wegen seines aggressiven Verhaltens nicht ideal für absolute Anfänger.
Kann man mehrere Exemplare zusammen halten?
Nur in sehr großen Aquarien mit klar getrennten Revieren, ansonsten kommt es zu Kämpfen.
Frisst er Korallen oder Wirbellose?
Nein, er frisst keine Korallen und lässt Wirbellose meist in Ruhe.
Ist er reef-safe?
Ja, im klassischen Sinn gilt er als riffverträglich.
Fazit
Pycnochromis margaritifer ist ein beeindruckender, farbenfroher Riffbarsch mit starkem Charakter. Seine leuchtende Zweifarbigkeit macht ihn zu einem echten Blickfang, doch sein ausgeprägtes Territorialverhalten erfordert eine durchdachte Haltung. In ausreichend großen Aquarien, mit passender Einrichtung und sinnvoller Vergesellschaftung, kann er ein langlebiger und äußerst interessanter Bewohner sein.
Wer seine Eigenheiten respektiert und ihm den nötigen Raum gibt, wird mit einem aktiven, robusten und faszinierenden Fisch belohnt, der das Leben im Meerwasseraquarium spürbar bereichert.
Haltungsbedingungen
Um Pycnochromis margaritifer (Zweifarben-Riffbarsch) möglichst artgerecht zu halten, empfehlen wir nachfolgende Bedingungen zu schaffen. Vor allem bei der Angabe zur Mindestgröße bitten wir zu beachten, dass die optimalen Verhältnisse unter Umständen erst in wesentlich größeren Aquarien hergestellt werden können.
- Wassertemperatur: 24° bis 26°C
- pH-Wert: 8.0 bis 8.4
- Mindestaquariengröße: 300 Liter