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Pycnochromis abruptus im Aquarium halten

Einrichtungsbeispiele mit Weißschwanz-Riffbarsch

Pycnochromis abruptus im Aquarium halten (Einrichtungsbeispiele mit Weißschwanz-Riffbarsch)
Pycnochromis abruptus (Weißschwanz-Riffbarsch) - Bildquelle: Das Bild stammt von der freien Enzyklopädie Wikipedia. Lizenzhinweise: Debra Baker, Pycnochromis abruptus, CC BY 4.0

Wissenswertes zu Pycnochromis abruptus (Weißschwanz-Riffbarsch)

Der Pycnochromis abruptus, im Deutschen meist als Weißschwanz-Riffbarsch bezeichnet, gehört zu den eher unbekannten, aber unglaublich spannenden Vertretern der Riffbarsche. Gerade für Meerwasseraquarianer, die sich abseits der „klassischen“ Einsteigerfische bewegen möchten, ist diese Art extrem interessant. Er kombiniert ein vergleichsweise ruhiges Verhalten mit einer auffälligen, klar strukturierten Färbung und bringt dabei typische Eigenschaften der Riffbarsche mit, ohne übermäßig aggressiv zu sein. In der richtigen Umgebung kann Pycnochromis abruptus zu einem echten Blickfang im Aquarium werden.

Herkunft und natürlicher Lebensraum

Pycnochromis abruptus stammt aus dem tropischen Indopazifik. Sein Verbreitungsgebiet erstreckt sich über verschiedene Regionen des westlichen und zentralen Pazifiks. Besonders häufig wird er an Korallenriffen in Indonesien, Papua-Neuguinea, den Philippinen sowie in Teilen Mikronesiens beobachtet. Dort lebt er bevorzugt in flachen bis mittleren Rifftiefen, meist zwischen etwa 3 und 20 Metern.

Sein natürlicher Lebensraum sind strukturreiche Korallenriffe mit vielen Versteckmöglichkeiten. Er hält sich bevorzugt in der Nähe von verzweigten Steinkorallen, Felsüberhängen und Spalten auf. Diese Strukturen sind wichtig, da sie ihm Schutz vor Fressfeinden bieten und gleichzeitig als Reviergrenzen dienen. In freier Natur lebt Pycnochromis abruptus meist paarweise oder in kleinen lockeren Gruppen, abhängig von der lokalen Population und dem Nahrungsangebot.

Das Wasser in diesen Habitaten ist klar, sauerstoffreich und durch konstante Strömung geprägt. Die Temperaturen liegen in der Regel zwischen 24 und 28 Grad Celsius, der Salzgehalt ist stabil, und Schwankungen kommen nur selten vor. Diese stabilen Umweltbedingungen sind ein wichtiger Punkt für die spätere Aquarienhaltung.

Gattung und Familie

Der Weißschwanz-Riffbarsch gehört zur Familie der Pomacentridae, also der Riffbarsche. Diese Familie umfasst mehrere hundert Arten, darunter bekannte Gattungen wie Amphiprion (Anemonenfische), Chromis oder Dascyllus. Riffbarsche sind in der Meerwasseraquaristik sehr beliebt, da sie meist robust, anpassungsfähig und vergleichsweise langlebig sind.

Die Gattung Pycnochromis wurde früher teilweise der Gattung Chromis zugeordnet. Erst durch genauere morphologische und genetische Untersuchungen wurde klar, dass es sich um eine eigenständige Gattung handelt. Pycnochromis-Arten zeichnen sich unter anderem durch eine kompakte Körperform, eine klare Farbtrennung und ein oft ausgeprägtes Sozial- und Revierverhalten aus.

Pycnochromis abruptus ist innerhalb dieser Gattung eine eher selten angebotene Art, was ihn für spezialisierte Aquarianer besonders interessant macht.

Beschreibung der Art

Pycnochromis abruptus ist ein kleiner bis mittelgroßer Riffbarsch mit einer maximalen Länge von etwa 7 bis 8 Zentimetern. Sein Körper ist seitlich leicht abgeflacht und kompakt gebaut, was ihm schnelle, wendige Bewegungen zwischen Korallen und Felsen ermöglicht.

Charakteristisch für diese Art ist der deutliche Farbkontrast zwischen dem Körper und der Schwanzflosse, der ihr auch den deutschen Namen Weißschwanz-Riffbarsch eingebracht hat. Die Grundfarbe des Körpers variiert je nach Herkunft und Stimmung zwischen graubraun, leicht violett bis hin zu einem dunkleren Grauton. Die Schwanzflosse ist deutlich heller, oft reinweiß oder cremefarben, und hebt sich klar vom restlichen Körper ab.

Diese abrupte Farbtrennung wirkt im Aquarium besonders auffällig, vor allem bei guter Beleuchtung und dunklerem Riffaufbau im Hintergrund.

Aussehen und Färbung

Das Aussehen von Pycnochromis abruptus ist auf den ersten Blick eher schlicht, entfaltet aber bei genauer Betrachtung einen ganz eigenen Reiz. Die Schuppen sind fein und leicht glänzend, wodurch der Fisch im Licht subtil schimmert. Die Rücken- und Afterflosse sind meist transparent bis leicht eingefärbt und passen sich farblich dem Körper an.

Die Augen sind relativ groß und dunkel, was typisch für viele riffbewohnende Arten ist. Sie ermöglichen dem Fisch eine gute Orientierung auch in schattigen Bereichen des Riffs. Die Brustflossen sind durchsichtig und werden ständig in Bewegung gehalten, was dem Fisch ein „schwebendes“ Erscheinungsbild verleiht.

Je nach Stimmung, Rangordnung oder Stresslevel kann sich die Intensität der Körperfarbe verändern. In entspanntem Zustand wirkt der Fisch heller und gleichmäßiger gefärbt, während er bei Stress oder Revierverteidigung dunkler werden kann. Diese Farbveränderungen sind ein gutes Mittel, um den Gesundheits- und Gemütszustand des Tieres einzuschätzen.

Verhalten und Sozialstruktur

Wie viele Riffbarsche zeigt auch Pycnochromis abruptus ein ausgeprägtes, aber meist gut kontrollierbares Revierverhalten. Im Vergleich zu einigen aggressiveren Vertretern der Familie gilt er als relativ friedlich. Trotzdem sollte man sein Verhalten nicht unterschätzen.

In der Natur lebt er häufig paarweise oder in kleinen Gruppen mit klarer Rangordnung. Im Meerwasseraquarium zeigt er sich meist selbstbewusst, aber nicht übermäßig dominant. Gegenüber deutlich kleineren oder sehr ruhigen Fischen kann er jedoch territoriales Verhalten zeigen, besonders wenn das Aquarium zu klein oder schlecht strukturiert ist.

Innerartlich kann es bei mehreren Exemplaren zu Reibereien kommen, vor allem in kleineren Becken. In ausreichend großen Aquarien mit vielen Verstecken ist eine Paarhaltung oder sogar eine kleine Gruppe möglich. Wichtig ist, dass jedes Tier sein eigenes Rückzugsgebiet findet.

Pycnochromis abruptus ist tagaktiv und ständig in Bewegung. Er schwimmt meist in Bodennähe oder im mittleren Bereich des Aquariums und kehrt regelmäßig zu seinen bevorzugten Verstecken zurück.

Haltung im Aquarium

Aquariengröße

Für die Haltung eines einzelnen Pycnochromis abruptus oder eines Paares empfiehlt sich ein Aquarium mit mindestens 300 Litern Volumen. Bei Gruppenhaltung oder Vergesellschaftung mit anderen Riffbarschen sollte das Becken deutlich größer sein, idealerweise ab 450 Litern aufwärts.

Wichtig ist weniger die reine Literzahl als vielmehr die Grundfläche und Strukturierung des Aquariums. Ein langes Becken mit viel Riffaufbau ist besser geeignet als ein hohes, schmales Aquarium.

Einrichtung und Dekoration

Ein strukturreicher Riffaufbau ist entscheidend für das Wohlbefinden dieser Art. Lebendgestein oder hochwertiges Riffgestein sollte so angeordnet sein, dass viele Höhlen, Spalten und Überhänge entstehen. Diese dienen als Rückzugsorte und helfen, Reviergrenzen zu definieren.

Offene Schwimmzonen sollten ebenfalls vorhanden sein, da Pycnochromis abruptus gerne kurze Strecken frei schwimmt, bevor er wieder Deckung sucht. Ein zu dicht gepacktes Becken kann ihn genauso stressen wie ein zu leeres.

Korallen werden in der Regel nicht beschädigt. Der Fisch kann problemlos mit Weichkorallen, LPS und SPS vergesellschaftet werden.

Wasserwerte

Stabile Wasserwerte sind für Pycnochromis abruptus besonders wichtig. Empfohlene Parameter sind:

  • Temperatur: 24–26 °C
  • Salzgehalt: 1,023–1,025
  • pH-Wert: 8,0–8,4
  • Karbonathärte: 7–9 dKH
  • Nitrit: nicht nachweisbar
  • Nitrat: möglichst unter 20 mg/l

Regelmäßige Wasserwechsel und eine leistungsfähige Filtertechnik tragen wesentlich zur Gesundheit der Tiere bei.

Ernährung

Pycnochromis abruptus ist ein Allesfresser mit deutlicher Vorliebe für tierische Nahrung. In der Natur ernährt er sich von Zooplankton, kleinen Krebstieren und anderen winzigen Organismen, die er aus dem Wasser filtert oder von Oberflächen pickt.

Im Aquarium nimmt er in der Regel problemlos Frostfutter wie Artemia, Mysis, Cyclops und fein gehackte Krillstücke an. Hochwertiges Granulat- oder Flockenfutter für Meerwasserfische wird ebenfalls akzeptiert, sollte aber nicht die einzige Nahrungsquelle sein.

Eine abwechslungsreiche Fütterung sorgt nicht nur für gute Gesundheit, sondern auch für intensive Färbung und ein aktives Verhalten. Mehrere kleine Fütterungen am Tag sind besser als eine große.

Giftigkeit

Pycnochromis abruptus ist nicht giftig und stellt weder für andere Aquarienbewohner noch für den Menschen eine Gefahr dar. Er besitzt keine Giftstacheln oder toxischen Hautsekrete. Trotzdem sollte man wie bei allen Meeresfischen vorsichtig sein, wenn man im Aquarium hantiert, da Stresssituationen zu panischen Reaktionen führen können.

Vermehrung und Zucht

Die Zucht von Pycnochromis abruptus im Aquarium ist grundsätzlich möglich, aber anspruchsvoll. Wie viele Riffbarsche ist er ein Substratlaicher. Das bedeutet, dass die Eier auf festen Untergrund abgelegt werden, meist auf glatten Steinen oder in Höhlen.

Paarbildung

Die Paarbildung erfolgt meist selbstständig, wenn mehrere Jungtiere zusammen aufwachsen oder ein harmonisches Paar im Becken gehalten wird. Innerhalb des Paares übernimmt meist ein Tier die dominante Rolle.

Laichverhalten

Vor dem Ablaichen reinigt das Männchen eine geeignete Stelle. Das Weibchen legt dort die Eier ab, die anschließend vom Männchen befruchtet und bewacht werden. Während dieser Zeit zeigt das Männchen ein deutlich aggressiveres Verhalten gegenüber anderen Fischen.

Aufzucht der Larven

Nach wenigen Tagen schlüpfen die Larven, die extrem klein sind und spezielles Aufzuchtfutter benötigen. In den meisten Fällen ist die Aufzucht im Gesellschaftsbecken nicht erfolgreich, da die Larven schnell gefressen werden. Erfolgreiche Nachzuchten erfordern ein separates Aufzuchtbecken, sehr feines Lebendfutter und viel Erfahrung.

Mögliche Krankheiten

Pycnochromis abruptus gilt als relativ robust, kann aber wie alle Meerwasserfische an typischen Meerwassererkrankungen leiden. Dazu gehören:

  • Pünktchenkrankheit
  • Samtkrankheit
  • bakterielle Infektionen
  • Flossenfäule

Die meisten Probleme entstehen durch Stress, schlechte Wasserwerte oder falsche Vergesellschaftung. Eine stabile Umgebung, Quarantäne neuer Fische und abwechslungsreiche Ernährung sind die besten Vorsorgemaßnahmen.

Häufig gestellte Fragen (FAQs)

Ist Pycnochromis abruptus für Anfänger geeignet?

Mit etwas Grundwissen in der Meerwasseraquaristik ja, für komplette Neueinsteiger eher bedingt.

Kann man ihn einzeln halten?

Ja, Einzelhaltung ist problemlos möglich, wenn das Becken gut strukturiert ist.

Ist er reef-safe?

Ja, er gilt als riffverträglich und schädigt keine Korallen.

Wie alt wird der Weißschwanz-Riffbarsch?

Bei guter Pflege kann er 5 bis 8 Jahre alt werden.

Alternative Bezeichnungen

Neben dem Namen Weißschwanz-Riffbarsch ist die Art auch unter folgenden Bezeichnungen bekannt:

  • White-tail Chromis
  • Abrupt Chromis
  • Pycnochromis abrupta (ältere Schreibweise)

Fazit

Pycnochromis abruptus ist ein unterschätzter, aber äußerst attraktiver Riffbarsch für das Meerwasseraquarium. Seine klare Farbzeichnung, das interessante Sozialverhalten und seine vergleichsweise gute Verträglichkeit machen ihn zu einer spannenden Wahl für Aquarianer, die etwas Besonderes suchen. Mit ausreichend Platz, stabilen Wasserwerten und einer durchdachten Einrichtung lässt sich diese Art langfristig erfolgreich pflegen und beobachten. Gerade in ruhigen Riffbecken mit durchdachter Fischzusammenstellung kann der Weißschwanz-Riffbarsch sein volles Potenzial entfalten und zu einem echten Highlight werden.

Haltungsbedingungen

Um Pycnochromis abruptus (Weißschwanz-Riffbarsch) möglichst artgerecht zu halten, empfehlen wir nachfolgende Bedingungen zu schaffen. Vor allem bei der Angabe zur Mindestgröße bitten wir zu beachten, dass die optimalen Verhältnisse unter Umständen erst in wesentlich größeren Aquarien hergestellt werden können.

  • Wassertemperatur: 24° bis 26°C
  • pH-Wert: 8.0 bis 8.4
  • Mindestaquariengröße: 300 Liter