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caridina dennerli, meine Erfahrungen mit der Kardinalsgarnele

März 2012 sah ich sie zum ersten mal in einem Schaubecken beim Händler meines Vertrauens. Nach dem er mir zugesichert hatte das man sie, da es sich um Nachzuchten handelt, problemlos in normalem Wasser bei 26 C° halten kann wußte ich derer nehme ich mir an.

Mein erstes Becken:
160 Liter, ein paar Pflanzen eine große Wurzel, 26 C°, schwarzer Kies und 10 Tiere für die ich stolze 100 Euro bezahlt habe.
Gefüttert habe ich nach Empfehlung meines Händlers pro Woche und 10 Tiere einen einzelnen Brennesselstick. Er sagte mir die kommen aus kargen Regionen und weniger sei mehr.
Und tatsächlich hat sich nach wenigen Wochen Nachwuchs eingestellt obwohl ich, wie ich mittlerweile weiß, so ziemlich alles falsch gemacht habe.
Der Brennesselstick lag oft unangerührt rum, je nach dem wo er gelandet ist, da die dennerli nicht zum Futter gehen wie "normale" Zwerggarnelen und obendrein große Futterstücke überhaupt nicht mögen und von dem Nachwuchs, über den ich mich anfänglich sehr gefreut habe, sind die meisten gestorben. Der Bestand hat sich gehalten aber eine wirkliche "Vermehrung" der Tiere konnte ich nicht erzielen.


Ich habe dann angefangen, wer will kann mir das vorwerfen "erst dann", mich zu informieren über eine bessere Art der Haltung der dennerlis und festgestellt das es sehr schwierig ist an Informationen zur Haltung und Zucht zu kommen, auch bei Einrichtungsbeispiele.de hat mir niemand auf meinen Hilferuf geantwortet. Kein Nachtreten, nur eine Feststellung.
Vielleicht liegt es daran das das Ganze letztendlich gar nicht so kompliziert ist, wenn man weiß wie, man aber immer noch pro Tier, je nach Anbieter, 6-10 Euro bezahlt.
Ein Bekannter aus einen anderen Forum und überraschender Weise die Logemann-Brüder von Frank und Carstens Garnelenhaus konnten mir dann ein paar Tips geben die ich mir zu Herzen genommen habe. Seitdem habe ich eine Vermehrungsrate wie bei "normalen" Zwerggarnelen auch und erfreue mich über eine stetig wachsende Population in meinem Becken.

Das umgestaltete Becken:
In ihrer Heimat leben die dennerlis gerne versteckt zwischen Steinplatten in Gewässern in denen es so gut wie keinen Pflanzewuchs gibt. Also habe ich alle Pflanzen und die große Wurzel rausgeholt und ersetzt durch Schieferplatten und so eine Menge schmaler Zwischenräume geschafft in die sich die sehr scheuen Tiere zurückziehen können.
Des weiteren habe ich die Beckentemperatur auf 28C° erhöht, in ihrer Heimat sind es gut und gerne bis 30 C°.
Im laufe der Zeit hat sich eine schöne grün/braune Algenschicht auf Filtermatte, Steinen und Wurzel gebildet welche dem Becken eine natürliche Optik verleiht und als Weidefläche gerne von den Tieren in Anspruch genommen wird. Fadenalgen entferne ich in dem ich sie auf einem Stock aufwickel.
Auch sind ein paar der eigentlich entfernten Pflanzen wieder, offensichtlich waren noch Wurzeln im Boden, aufgetaucht, ich laße sie erst mal solange es nicht zu viele werden.

Das Wasser:
Ich mache wöchentlich, bei 160 Liter Nennvolumen, genau 40 Liter Wasserwechsel. Wie mache ich das? Ich habe mir an der seitlichen Styroporplatte eine Markierung gemacht bis zu der ich ablaße. Wenn ich dann bis zum Anfang des Deckels auffülle habe ich genau 40 Liter ausgetauscht.
Das Wasser reichere ich mit Sulawesi Mineral 7,5 an. Dazu habe ich eine Methode die das Auflösen des Minerals, welches sich schwer auflöst, erleichtert entwickelt.
Ich gebe die entsprechend der Gebrauchsanweisung vorgeschriebene Menge an Mineral in ein Gefäß mit warmen Wasser und löse es darin mit Hilfe eines Stabmixers auf. Während nun das Frischwasser über einen Schlauch ins Becken fließt gebe ich das Mineralwasser durch einschütten hinzu.

Ich nehme hierfür nicht wie empfohlen Osmosewasser sondern normales Leitungswasser, und verwende halt immer etwas weniger Sulawesi Mineral als vorgeschrieben. In meinem Fall anstatt 2 leicht gehäufte und einen Drittel Meßlöffel 2 glatt gestrichene und einen Drittel Löffel.

Das Wasser fließt über einen Schlauch direkt ins Becken und obwohl das Wasser in dem Gefäß in dem ich das Mineral auflöse deutlich über 28C° hat sinkt die Temperatur doch jedesmal um bis zu 4 C°, je nach dem wie kalt es draußen und damit das Leitungswasser ist. Das scheint, wie ich im übrigen auch bei meinen anderen Wirbellosen beobachten konnte, die Tiere nicht im geringsten zu stören sondern, ganz im Gegenteil, sie eine erhöhte Aktivität zeigen zu lassen.

Das Futter, wie ich füttere:
Ich füttere täglich, bis auf den Tag an dem ich Wasserwechsel mache.
Als Futter habe ich Ebi Dama Futterpads für Ziergarnelen, Brennesselsticks, Spinatsticks, gefrorene Artemia, Paprika, Möhre, Blasenschnecken welche ich direkt aus dem Becken fische.
Ich kombiniere das Futter, es gibt nie nur eine Sorte, nie 2 Tage hinter einander das selbe, manchmal von allem etwas, manchmal nur Gemüse. Einmal die Woche gibts Schnecken und einmal die Woche Artemia, also 2 mal tierisches Eiweiß.
Wie viel?
So viel wie bei "normalen" Zwerggarnelen auch, schließlich will ich das die Tiere satt werden und der Nachwuchs auch, ich bin aber trotzdem, mehr vielleicht noch als bei anderen Garnelen, darauf bedacht nicht zu viel zu füttern. Trotzdem muß die zugegebene Menge im Laufe der Zeit natürlich steigen wenn man die Vermehrungsrate und die Population halten will.
Wie?
Ich nehme Wasser aus dem Becken in ein Gefäß und gebe die Menge an ausgewähltem Futter in dieses Gefäß. Da die Sticks und das Ebi Dama sehr hart und trocken sind laße ich das Ganze dann erst mal eine Weile stehen zum einweichen. Dann Stabmixer in das Gefäß und die ganze Suppe richtig schön staubfein machen bis bestenfalls keine großen Stücke mehr da sind.
Dann kippe ich diese Suppe ins Wasser, direkt auf den von der Aquariumpumpe ausgehenden Wasserstrahl was dafür sorgt das sie sich im ganzen Becken verteilt und kurzfristig auch trübt. So ist aber meiner Erfahrung nach am besten gewährleistet das auch wirklich bei allen Tieren Futter ankommt. Vor dieser Methode verwendete ich eine andere und zwar habe ich diese Suppe dann mit einem Schlauch an einer Spritze aufgesaugt und direkt zwischen die Schieferplatten gespritzt. Das wurd mir aber auf Dauer zu aufwendig und ich war mir nicht sicher ob wirklich bei allen Tieren Futter ankommt und ob ich nicht punktuell zu viel Futter hinpuste.
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