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Ein offenes Aquarium: Das sind die wichtigsten Tipps für Aquarianer

Lesezeit: ca. 5 Minuten
Ein offenes Aquarium: Das sind die wichtigsten Tipps für Aquarianer
Ein offenes Aquarium: Das sind die wichtigsten Tipps für Aquarianer - Foto 1

Ein offenes Aquarium – also ein Aquarium ohne Abdeckung – erfreut sich in der modernen Aquaristik immer größerer Beliebtheit. Besonders in Aquascaping-Kreisen oder bei Liebhabern ästhetisch anspruchsvoller Becken ist diese Form der Aquarienhaltung weit verbreitet. Offene Aquarien bieten nicht nur einen freien Blick auf die Wasseroberfläche, sondern ermöglichen auch kreative Gestaltungsmöglichkeiten mit über die Wasserlinie hinaus wachsenden Pflanzen.

Doch so ansprechend ein offenes Aquarium auch wirken mag, es bringt einige Herausforderungen und Besonderheiten mit sich, die jeder Aquarianer kennen und berücksichtigen sollte. In diesem ausführlichen Ratgeber erfährst du, worauf du beim Betrieb eines offenen Aquariums achten musst – von der Technik über das Thema Verdunstung bis hin zur Auswahl geeigneter Zierfische und Pflanzen.

Ein offenes Aquarium: Das sind die wichtigsten Tipps für Aquarianer
Ein offenes Aquarium: Das sind die wichtigsten Tipps für Aquarianer - Foto 2

Tipps zum offenen Aquarium

1. Verdunstung und Wasserstand

Der offensichtlichste Unterschied zwischen einem offenen und einem geschlossenen Aquarium ist die Verdunstung des Wassers. Ohne Abdeckung verdunstet täglich ein nicht unerheblicher Teil des Wassers, abhängig von Raumtemperatur, Luftfeuchtigkeit und Oberflächenbewegung. Das kann täglich mehrere Liter ausmachen, besonders in größeren Becken oder bei starkem Lichteinfluss.

Wichtige Punkte:

  • Tägliches Nachfüllen mit Osmosewasser oder abgestandenem Leitungswasser ist notwendig, um den Wasserstand konstant zu halten.
  • Die Verdunstung erhöht langfristig die Konzentration gelöster Stoffe (v.a. Salze, wenn nicht mit Osmosewasser gearbeitet wird).
  • Ein automatisches Nachfüllsystem (Auto Top Off) kann helfen, den Wasserstand konstant zu halten.

2. Luftfeuchtigkeit und Raumklima

Durch die erhöhte Verdunstung steigt auch die Luftfeuchtigkeit im Raum, was insbesondere in kleinen oder schlecht belüfteten Räumen zu Problemen führen kann.

Tipps:

  • Regelmäßiges Lüften oder der Einsatz eines Luftentfeuchters kann helfen, Schimmelbildung an Wänden oder Möbeln zu vermeiden.
  • In offenen Wohnbereichen ist die Luftzirkulation meist ausreichend, dennoch sollte man die Luftfeuchtigkeit im Auge behalten.

3. Sicherheitsaspekte: Fischspringen und Wasserverlust

Viele Fischarten – insbesondere lebhafte oder schreckhafte Arten – neigen dazu, zu springen. In einem offenen Aquarium besteht daher die Gefahr, dass Tiere aus dem Becken springen und verenden.

Lösungen:

  • Auswahl geeigneter Fischarten, die wenig zum Springen neigen.
  • Installation eines transparenten Sicherheitsrahmens aus Acryl oder einer kaum sichtbaren Netzabdeckung (z. B. mit einem Fliegengitter).
  • Pflanzeninseln oder Schwimmpflanzen können ebenfalls als psychologische Barriere wirken.

4. Temperaturstabilität

Ein geschlossenes Aquarium bietet einen gewissen Isolationsschutz. Bei offenen Aquarien ist dieser Effekt nicht gegeben, was zu stärkeren Temperaturschwankungen führen kann.

Wichtige Überlegungen:

  • Im Sommer kann sich das Wasser stärker aufheizen. Hier helfen Kühlgebläse oder Aquarienkühler.
  • Im Winter kann es nötig sein, leistungsstärkere Heizstäbe einzusetzen.
  • Die regelmäßige Kontrolle der Temperatur mit einem Thermometer ist Pflicht.

5. Lichtstreuung und Beleuchtung

In offenen Aquarien ist die Positionierung der Beleuchtung besonders wichtig. Ohne Abdeckung entweicht viel Licht zur Seite, was zu weniger effizienter Ausleuchtung führen kann.

Empfehlungen:

  • Verwendung von Hängeleuchten oder Aufsatzleuchten mit Reflektoren.
  • LED-Systeme mit klar fokussierter Lichtführung bieten gute Ergebnisse.
  • Aufpassen bei besonders hellen LEDs: Ohne Abdeckung kann es zu störender Blendung kommen.

6. Reinigung und Pflege

Ein offenes Aquarium ist anfälliger für Verunreinigungen von außen: Staub, Insekten oder Pflanzenreste können ins Wasser fallen.

Pflegehinweise:

  • Regelmäßiges Abkeschern der Oberfläche (z. B. mit einem Oberflächenabsauger oder Skimmer).
  • Häufigeres Reinigen der Beleuchtung und der Umgebung.
  • Abwischen des Beckenrandes, da sich dort Kalkränder bilden können.

7. Gestaltung und Pflanzenwahl

Offene Aquarien bieten tolle Möglichkeiten zur Gestaltung mit emersen Pflanzen – also solchen, die aus dem Wasser herauswachsen. Das verleiht dem Becken ein besonders natürliches und harmonisches Aussehen.

Beliebte Pflanzen:

  • Anubias auf Wurzeln oberhalb der Wasserlinie
  • Bucephalandra
  • Hygrophila, Limnophila und andere Stängelpflanzen, die auch emers wachsen
  • Schwimmpflanzen wie Salvinia, Pistia oder Limnobium

Diese Pflanzen schaffen nicht nur ein schönes Bild, sondern helfen auch, Nährstoffe aus dem Wasser aufzunehmen und Algenwachstum zu minimieren.

8. Ästhetik und Geräuschentwicklung

Offene Aquarien wirken modern, elegant und fügen sich gut in viele Wohnkonzepte ein. Die freie Wasseroberfläche kann jedoch auch Geräusche verursachen, etwa durch Oberflächenbewegung oder Filterauslauf.

Tipps:

  • Geräuschreduzierende Filterausläufe verwenden (z. B. Lily Pipes oder breite Ausläufe).
  • Luftbetriebene Filter sind meist leiser als Pumpen.
  • Bei Aquarien im Schlafzimmer oder Büro sollte besonders auf Geräuscharmut geachtet werden.

FAQs – Häufig gestellte Fragen

Wie oft muss ich bei einem offenen Aquarium Wasser nachfüllen?
Das hängt von der Beckengröße, Raumtemperatur und Luftfeuchtigkeit ab. In der Regel muss täglich bis alle paar Tage Wasser nachgefüllt werden.

Welche Fischarten eignen sich für offene Aquarien?
Ideal sind ruhige Arten wie Zwergbuntbarsche, Salmler oder Garnelen. Weniger geeignet sind Springer wie Guppys, Killifische oder viele Labyrinther.

Wie kann ich verhindern, dass meine Fische herausspringen?
Entweder durch die Auswahl geeigneter Arten, durch Netzabdeckungen oder durch hohe Randbepflanzung. Ein Rahmen aus Acryl oder Glas kann ebenfalls helfen.

Brauche ich spezielle Technik für ein offenes Aquarium?
Nicht unbedingt, aber einige Anpassungen sind sinnvoll: z. B. ein automatisches Nachfüllsystem, Oberflächenabsauger, leisere Filtertechnik und ein Kühlgebläse für den Sommer.

Wie beeinflusst ein offenes Aquarium die Luftfeuchtigkeit im Raum?
Je nach Größe des Aquariums kann die Luftfeuchtigkeit spürbar ansteigen. Besonders in kleinen oder schlecht belüfteten Räumen ist regelmäßiges Lüften essenziell.

Fazit

Ein offenes Aquarium kann ein echter Hingucker sein und bietet viele gestalterische Freiheiten, die mit klassischen abgedeckten Becken nicht möglich sind. Doch mit der Schönheit kommt auch Verantwortung. Die offene Bauweise verlangt nach mehr Aufmerksamkeit bei der Pflege, Kontrolle der Wasserparameter und bei der Auswahl von Besatz und Technik. Themen wie Verdunstung, Luftfeuchtigkeit und Sicherheit der Tiere sollten nicht unterschätzt werden.

Wer sich jedoch gut informiert, regelmäßig pflegt und sein Aquarium aufmerksam beobachtet, wird mit einem offenen Aquarium ein außergewöhnliches, lebendiges Stück Natur in den eigenen vier Wänden schaffen. Ob als Teil eines Aquascapes oder als minimalistisches Designobjekt – ein offenes Aquarium ist definitiv mehr als nur ein Trend: Es ist Ausdruck eines bewussten, modernen Umgangs mit der Aquaristik.

Tom

Userbild von TomTom ist Administrator*in von EB und stellt 12 Beispiele vor. In den Bereichen Malawisee, Tanganjikasee, Victoriasee, West- / Zentralafrika, Südamerika, Mittelamerika, Amerikagesellschaftsbecken, Asien/Australien, Gesellschaftsbecken, Wasserchemie, Fragen zu einrichtungsbeispiele.de steht er/sie den Usern bei Fragen kompetent als Anspechpartner zur Seite.

Titel: Ein offenes Aquarium: Das sind die wichtigsten Tipps für Aquarianer (Artikel 6985)

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