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Meine Erfahrungen mit Blaualgen (Cyanobakterien)

Lesezeit: ca. 6 Minuten

Ich habe seit meinem Einstieg in die Aquaristik im Juni 2009 nun schon 2-mal mit Blaualgen ???zu tun??? gehabt. Hier möchte ich darüber berichten, wie es mir gelungen ist, die Blaualgen ohne Chemie aus meinem Becken zu entfernen. Viele Stunden habe ich wegen dieser Algen (die eigentlich keine Algen sind, sondern Bakterien) im Internet nach ???dem??? Rezept gesucht um sie loszuwerden. Es gibt viele Tipps aus denen ich mir mein eigenes ???Konzept??? gebastelt habe, welches bei mir jetzt zwei Mal funktioniert hat.

Mein ???erstes Mal??? mit Blaualgen

Als ich im Juni 2009 mein erstes Aquarium (200 ltr.) geschenkt bekam, hatte ich von Aquaristik keinen Schimmer. Als erstes habe ich mich im Internet über Aquarien-Filter informiert und las von einem Hamburger-Mattenfilter. Was dort geschrieben stand hörte sich sehr gut an und ich entschied mich für diesen Filter. Da ich Handwerklich nicht besonders geschickt bin, habe ich mir einen für meine Aquariengrösse passenden HMF bestellt. Das Becken lief ca. 8 Monate ohne Probleme, ja sogar perfekt. Die Pflanzen wuchsen und die Fische waren quietsch fidel. Ich habe wöchentlich einen Wasserwechsel gemacht und die Matte von dem HMF nur ab und zu dabei abgesaugt. Im Internet stand geschrieben, dass man diesen Filter nur beim Wasserwechsel absaugen muss und ihn nie auswaschen muss! Tja, heute weiss ich, dass dies nicht funktionieren kann???

8 Monate nach Einrichtung wuchsen dann plötzlich Algen im Becken. Von Tag zu Tag wurden es mehr und irgendwann fing das Wasser im Aquarium an zu stinken. Ein richtig strenger, beissender Geruch, der nach Arbeiten im Aquarium sogar an den Händen blieb, wenn ich sie gewaschen hatte. Boh, war ich deprimiert! Ein Freund meines Mannes, der auch ein Aquarium hat, guckte sich das Becken an und fragte nach Wasserwechsel und Filterreinigung. ???Wie lange haste den Filter laufen? 8 Monate? Und nicht einmal ausgewaschen? Kein Wunder, dass du Blaualgen hast!??? Yes, als er es aussprach, fand ich es auch sehr logisch!!! Verstopfter Filter!!! Wie ich die Dinger loswerde wusste er allerdings auch nicht. Gut, dass es das Internet gibt!

Mein Plan war die Beseitigung der Blaualgen (von denen ich nun schon wusste, dass es eigentlich Bakterien sind und was sie zum Leben benötigen) ohne chemische Mittel. Dazu musste ich die wenigen guten Bakterien in meinem Becken erhalten. Also habe ich bestimmte Schritte in einem Abstand von einer Woche durchgeführt, um das Becken nicht zu ???steril??? zu machen.

Als erstes kam natürlich der HMF raus! Zum Glück konnte ich von einem Bekannten einen Juwel-Innenfilter (Bioflow 3.0) günstig kaufen. Diesen stellte ich provisorisch in das Becken, ausgestattet mit den blauen Filtermatten und zwei (statt einer) Kohlefilter-Matten. An dem gleichen Tag habe ich ausserdem noch alle befallenen Pflanzen-Teile aus dem Becken entfernt (eigentl. blieben fast keine Pflanzen mehr übrig) Mein Becken sah nun aus wie der Rhein in seinen schlimmsten Zeiten!

Eine Woche danach waren die Einrichtungsgegenstände dran. Die Wurzeln habe ich vernichtet, die Steine abgekocht und die Scheiben des Beckens von innen gründlich von den Blaualgen befreit (bei ausgeschalteter Pumpe).Ich habe einen Wasserwechsel von ca. 75% durchgeführt und die Pumpe anschliessend wieder eingeschaltet.

Ein Wochenende später roch das Wasser schon wieder fast normal, allerdings wuchsen immer noch ganz hartnäckig und langsam Blaualgen an einigen Stellen. Also spülte ich das Filtermaterial kurz durch und machte einen 50%igen Wasserwechsel. Anschliessend wurde das Aquarium für fünf Tage komplett verdunkelt (Pumpen-Auslass über der Wasseroberfläche für O2-Zufuhr!). In dieser Zeit wurden auch die Fütterungen eingestellt. Nach fünf Tagen Dunkelkur waren komplett alle Blaualgen verschwunden. Ausser einem Antennenwels haben alle Fische (Sumatrabarben) überlebt. Pflanzen brauchte ich komplett neu und zusätzlich kaufte ich mir noch einen Aussenfilter für das Becken (der ca. 3 Wochen nach der Dunkelkur in Betrieb genommen wurde). Die Filterung über Aktivkohle (regelmässiger Wechsel der Kohlefiter!) wurde noch 8 Wochen nach der Dunkelkur fortgesetzt.

Auf diesem Weg bin ich die Blaualgen losgeworden ohne Chemie! Und dass als Anfänger, da war ich schon ein wenig stolz??? Es wäre wohl einfacher gewesen ab und zu mal die Filtermatte des HMF zu reinigen??? Allerdings hätte ich dann wohl vor kurzem die Entstehung von Blaualgen in meinem Becken nicht so früh bemerkt???

Das zweite Mal Blaualgen!

???hatte ich am 02. Juli 2011, also noch gar nicht so lange her. Vermehrten Algenwuchs hatte ich bereits seit einiger Zeit beobachtet und es auf die Fütterungen geschoben. Als ich jedoch am 01. Juli abends zum füttern den Deckel des Beckens öffnete, dachte ich, ich hätte ganz leicht den Geruch von Blaualgen gerochen. Da ich eine Pollenallergie habe und meine Nase ständig zu oder am Laufen war, habe ich dem keine Beachtung geschenkt. Am nächsten Tag war dann der Wasserwechsel fällig und es kam mir vor, als wäre der Geruch stärker geworden. Also hab ich meinen Mann zum ???schnüffeln??? gerufen. Er hat es mir dann bestätigt: es riecht leicht nach Blaualgen. Sofort habe ich die Filter überprüft. Die waren okay. Die Wurzel auf der rechten Seite war beim betasten etwas schwammig und ich habe sie aus dem Becken genommen. Sie roch fürchterlich!!! Die ???Verseuchung??? des Beckens war (Gott sei Dank) noch nicht weit Fortgeschritten.

Folgende Massnahmen habe ich durchgeführt:

02. Juli: faulende Wurzel entfernt, Aussenfilter gereinigt, Aktivkohle-Filter in den Innenfilter, Scheiben gereinigt, die Hälfte der von Algen befallenen Pflanzenteile entfernt, 30%iger Wasserwechsel

09. Juli: Mulm abgesaugt, Scheiben gereinigt, 50%iger Wasserwechsel

17. Juli: Innenfilter gereinigt, alle Pflanzenteile mit Algenbefall entfernt, Scheiben gereinigt, 30%iger Wasserwechsel

24. Juli: keine Blaualgen mehr vorhanden!

Diesmal war keine Dunkelkur nötig, vielleicht weil sie früh genug bemerkt und bekämpft wurden. Auch musste ich dieses Mal nur eine Pflanze (die Bleheri rechts neben der Wurzel) komplett zurückschneiden. Mittlerweile hat sie schon wieder ca. 15 cm grosse Blätter.

Es gibt leider kein ???Universal-Rezept??? zur Beseitigung von Blaualgen oder anderen Algen, aber vielleicht hilft dieser Blog ja dem einen oder anderen bei der Beseitigung von Blaualgen.

Das Allerwichtigste jedoch ist: die Ursache für den Algenwuchs herauszufinden und zu beseitigen!

Viele Grüsse

Sue

Autor*in: Sue

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Sue ist Mitglied von EB und stellt 1 Beispiele vor.

Titel: Meine Erfahrungen mit Blaualgen (Cyanobakterien) (Artikel 4272)

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