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Schneckenbuntbarsche: Das sind die geeigneten Arten für Anfänger

Lesezeit: ca. 6 Minuten
Schneckenbuntbarsche: Das sind die geeigneten Arten für Anfänger
Schneckenbuntbarsche: Das sind die geeigneten Arten für Anfänger - Foto 1

Schneckenbuntbarsche gehören zu den faszinierendsten Bewohnern des Aquariums. Sie stammen aus dem Tanganjikasee in Ostafrika, einem der ältesten und artenreichsten Süßwasserseen der Welt. Diese Buntbarsche haben eine einzigartige Lebensweise entwickelt: Sie nutzen leere Schneckengehäuse als Schutzraum und Brutstätte. Schneckenbuntbarsche sind nicht nur für erfahrene Aquarianer interessant, sondern auch für Anfänger eine lohnenswerte Option. Doch welche Arten eignen sich besonders für Einsteiger in der Aquaristik? In diesem Artikel gehen wir auf die beliebtesten Schneckenbuntbarsche für Anfänger ein, erklären ihre Haltung, Pflegeanforderungen und geben Tipps zur Einrichtung eines artgerechten Aquariums.

Was sind Schneckenbuntbarsche?

Schneckenbuntbarsche, wissenschaftlich als Lamprologini bekannt, gehören zur Familie der Cichliden. Im Gegensatz zu vielen anderen Buntbarscharten sind Schneckenbuntbarsche relativ klein, die meisten bleiben unter 10 cm. Ihre Anpassung an das Leben in Schneckengehäusen macht sie einzigartig und bietet spannende Beobachtungsmöglichkeiten im Aquarium.

Schneckenbuntbarsche: Das sind die geeigneten Arten für Anfänger
Schneckenbuntbarsche: Das sind die geeigneten Arten für Anfänger - Foto 2

Sie leben in den felsigen Küstenregionen des Tanganjikasees, wo es viele leere Schneckenhäuser gibt, die sie als Versteck und Brutplatz nutzen. Das macht sie für Aquarien besonders attraktiv, da man durch das Bereitstellen von Schneckengehäusen ihr natürliches Verhalten nachahmen kann. Schneckenbuntbarsche sind in der Regel friedlich, können aber territorial werden, insbesondere wenn sie Brutpflege betreiben.

Anforderungen an das Aquarium

Bevor wir auf die besten Schneckenbuntbarscharten für Anfänger eingehen, sollten einige grundlegende Anforderungen an das Aquarium und die Wasserparameter geklärt werden. Schneckenbuntbarsche bevorzugen hartes, alkalisches Wasser mit einem pH-Wert von 7,5 bis 9,0 und einer Temperatur zwischen 24 und 27 Grad Celsius. Der Tanganjikasee hat einen hohen Mineraliengehalt, daher sollte das Wasser eine entsprechende Härte von 10 bis 20 dGH aufweisen. Diese Werte können durch Zugabe von speziellen Salzen für afrikanische Buntbarsche erreicht werden.

Das Aquarium für Schneckenbuntbarsche sollte mindestens 54 Liter Fassungsvermögen haben, besser mehr. Da Schneckenbuntbarsche sehr territorial sind, empfiehlt es sich, genügend Schneckenhäuser und Verstecke anzubieten. Auch flache Steinaufbauten eignen sich gut, um ihr natürliches Habitat nachzubilden. Ein feiner Sandboden ist ideal, da die Fische gerne graben und die Schneckenhäuser nach ihren Bedürfnissen positionieren.

Schneckenbuntbarsche: Das sind die geeigneten Arten für Anfänger
Schneckenbuntbarsche: Das sind die geeigneten Arten für Anfänger - Foto 3

Die besten Schneckenbuntbarsche für Anfänger

Neolamprologus multifasciatus (Multis)

Der Neolamprologus multifasciatus, oft kurz „Multis“ genannt, ist die wohl bekannteste und beliebteste Art von Schneckenbuntbarschen. Diese kleinen Fische, die selten größer als 4 bis 5 cm werden, sind ideal für Anfänger geeignet. Sie sind robust, anpassungsfähig und relativ friedlich, solange sie genügend Schneckenhäuser zur Verfügung haben.

Multis leben in Kolonien und bauen ihre eigene kleine Welt aus Schneckengehäusen. Es ist faszinierend zu beobachten, wie sie Sand um die Gehäuse herum aufschichten und dabei immer wieder ihr Revier umgestalten. Diese Buntbarsche sind auch für ihre Brutpflege bekannt: Die Eltern kümmern sich intensiv um ihre Jungen, was es Anfängern ermöglicht, das Fortpflanzungsverhalten dieser faszinierenden Fische hautnah zu erleben.

Aquariumgröße: Ein 54-Liter-Aquarium reicht für eine kleine Kolonie von 6 bis 8 Tieren aus, wobei pro Tier mindestens 2 Schneckenhäuser bereitgestellt werden sollten.

Futter: Multis sind keine wählerischen Esser. Sie können mit hochwertigem Trockenfutter, Frostfutter und Lebendfutter gefüttert werden.

Neolamprologus similis

Ähnlich wie der Neolamprologus multifasciatus ist auch der Neolamprologus similis eine hervorragende Wahl für Anfänger. Diese Art sieht den Multis sehr ähnlich, hat aber vertikale Streifen auf dem Körper, während Multis eher eine gepunktete Musterung aufweisen. Similis sind etwas territorialer, was bedeutet, dass in einem kleineren Aquarium möglicherweise weniger Tiere gehalten werden sollten.

Diese Art zeigt ebenfalls ein sehr interessantes Sozialverhalten und lebt in Kolonien. Die Similis sind ebenso leicht zu pflegen und robust gegenüber wechselnden Wasserparametern, solange diese im richtigen Bereich bleiben. Auch hier steht die Brutpflege im Vordergrund, was für Anfänger eine tolle Möglichkeit bietet, das Verhalten von Eltern und Jungfischen zu beobachten.

Aquariumgröße: Ein Aquarium ab 54 Litern ist auch für den Similis ausreichend. Für eine Kolonie von 4 bis 6 Tieren sollten genügend Schneckenhäuser zur Verfügung stehen.

Futter: Similis sind Allesfresser und nehmen sowohl Trocken- als auch Frost- und Lebendfutter gerne an.

Lamprologus ocellatus

Der Lamprologus ocellatus ist etwas größer und kräftiger als die zuvor genannten Arten. Mit einer Körperlänge von etwa 6 cm gehört er zu den „größeren“ Schneckenbuntbarschen. Diese Art ist besonders auffällig durch ihre goldene Färbung und die großen Augen, die ihnen einen besonderen Ausdruck verleihen.

Ocellatus sind etwas aggressiver als die anderen Schneckenbuntbarsche und verteidigen ihr Territorium, insbesondere die Schneckenhäuser, sehr energisch. Trotzdem sind sie bei ausreichendem Platzangebot und einer richtigen Vergesellschaftung gut für Anfänger geeignet.

Aquariumgröße: Ein Aquarium ab 100 Litern ist für ein Paar oder eine kleine Gruppe von Lamprologus ocellatus empfehlenswert. Auch hier sollten genügend Schneckenhäuser bereitgestellt werden, damit die Tiere ihre Reviere abstecken können.

Futter: Ocellatus sind Allesfresser, wobei sie besonders Lebendfutter wie Artemia und Mückenlarven bevorzugen. Auch hochwertiges Granulatfutter wird gerne genommen.

Vergesellschaftung von Schneckenbuntbarschen

Die Vergesellschaftung von Schneckenbuntbarschen mit anderen Fischarten ist möglich, sollte jedoch vorsichtig angegangen werden. Aufgrund ihres territorialen Verhaltens und der benötigten Schneckenhäuser sollten keine anderen Arten gehalten werden, die ähnliche Habitate bevorzugen. Kleine, friedliche Arten wie Neonsalmler oder Zwergpanzerwelse können eine gute Ergänzung sein, da sie in anderen Wasserschichten leben und sich nicht für die Schneckenhäuser interessieren.

Eine Vergesellschaftung mit anderen Tanganjikasee-Bewohnern, wie zum Beispiel kleineren Julidochromis-Arten oder kleineren Arten von Tropheus, ist ebenfalls möglich, sofern das Aquarium groß genug ist.

Fazit

Schneckenbuntbarsche sind eine hervorragende Wahl für Anfänger in der Aquaristik. Sie sind robust, faszinierend zu beobachten und relativ pflegeleicht, solange die Grundbedingungen im Aquarium stimmen. Besonders der Neolamprologus multifasciatus, Neolamprologus similis und der Lamprologus ocellatus eignen sich gut für Einsteiger. Ihre natürlichen Verhaltensweisen, insbesondere das Leben in Schneckengehäusen und die Brutpflege, machen sie zu einer interessanten Ergänzung für jedes Aquarium.

Mit der richtigen Pflege und einem gut eingerichteten Aquarium können auch Anfänger lange Freude an diesen einzigartigen Fischen haben. Schneckenhäuser, eine stabile Wasserqualität und eine abwechslungsreiche Ernährung sind der Schlüssel zu einem erfolgreichen und artgerechten Schneckenbuntbarsch-Aquarium.

Tom

Userbild von TomTom ist Administrator*in von EB und stellt 12 Beispiele vor. In den Bereichen Malawisee, Tanganjikasee, Victoriasee, West- / Zentralafrika, Südamerika, Mittelamerika, Amerikagesellschaftsbecken, Asien/Australien, Gesellschaftsbecken, Wasserchemie, Fragen zu einrichtungsbeispiele.de steht er/sie den Usern bei Fragen kompetent als Anspechpartner zur Seite.

Titel: Schneckenbuntbarsche: Das sind die geeigneten Arten für Anfänger (Artikel 6466)

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