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Der Schneckenbuntbarsch Lamprologus kungweensis

Haltungs- und Zucht-Erfahrungen mit meinen “Mini-Sandcichliden“

Im August 2016 erhielt ich ein schönes Pärchen der Schneckenbuntbarsche Neolamprologus kungweensis (POLL 1956) “gold“ aus dem Tanganjikasee. (Eigentlich Lamprologus kungweensis)

Die Art kommt dort im Bereich Kungwe Bay vor und wurde wohl darum “kungweensis“ benannt. Die Männchen erreichen eine Größe von ca. 6cm, die Weibchen bleiben mit 4cm sichtlich kleiner und zeigen einen goldenen Bauch. (Es gibt noch eine "violette" Variante, wo die Weibchen einen violetten Bach haben.)

"Kungweensis" bewohnen im Tanganjikasee selbstgegrabene Röhren im schlammigen Bodengrund und kommen im Aquarium auch mit Schneckenhäusern zurecht.

Die Männchen schimmern teils in grünlicher Farbe und ihren Körper überzieht ein zartes Schuppen-Netz. Zwischen den Augen zeigen die Fische einen blau schimmernden Fleck, der vor allem bei Droh-Gebärden gezeigt wird. Die Weibchen haben ein oder zwei schwarze Flecken in der Rückenflosse, den die Männchen nur schwach oder gar nicht zeigen. Mich erinnert der Fleck an Augen, die auch Schmetterlinge in ihren Flügeln haben…

Hier geht es zum Becken:

https://www.einrichtungsbeispiele.de/becken-beispiele/tanganjikasee/lamprologus-kungweensis--zucht-becken-36312-von-helga-kury_36312.html

Mein Pärchen bezog ein Becken mit den Maßen 60x30x30cm, das von zwei Innen-Filtern betrieben wird und eine gute Strömung aufweist. Mir ist aufgefallen, dass die Tiere in meinem Becken Strömung bevorzugen und mit Vorliebe in die Strömung schwimmen. Das Aquarium ist ausgestattet mit einem Sand-Kies-Gemisch von ¼ Kies und ¾ Sand, einer größeren Anubia in der linken Hälfte und zwei kleineren Javafarnen in der rechten. Mehrere Steine, im Becken verteilt und vier (momentan nur zwei) kleine Tonröhren mit einem Durchmesser von ca. 3cm wurden noch im Becken verteilt. Diese Tonröhren sind auf einer Seite geschlossen und finden ansonsten in der Harnischwels-Zucht Verwendung.

Mein Pärchen setzte ich also in dieses Becken, das anfangs nur von einem Innen-Filter betrieben wurde. Ich habe auf Facebook schon einige Erfahrungs-Berichte von Aquarianer-Kollegen gelesen, wonach es ziemlich schwierig sein soll, ein passendes Pärchen zu finden und dass das Männchen das Weibchen auch mal töten kann. Glücklicherweise habe ich bei meinen Tieren niemals solche Feindseligkeiten beobachten können und ihr Zusammenleben war von Anfang an recht harmonisch.

Zuerst gab ich den Tieren genügend Zeit, um sich einzugewöhnen und hantierte bis auf den zwei-wöchigen 50%igen Wasserwechsel in den ersten Wochen möglichst gar nicht im und am Becken. Die Tiere beobachtete ich jedoch eingehend, um herauszufinden, was ihnen an Einrichtung oder anderen Dingen noch fehlen/zusagen könnte. Die Tiere schienen liebend gerne in die Strömung des Filters zu schwimmen und somit kam ich nach mehreren Wochen auf die Idee, einen zweiten, kleinen Filter in das Becken zu setzen. Die Fütterung war besonders interessant. Die Tiere holten sich das Futter direkt aus der Strömung und beachteten das in den ruhigeren Ecken befindliche Futter nicht wirklich.

Den Bodengrund habe ich in meinen Zucht-Aquarien aufgrund von etwaigier Fäulnis (Jungfische müssen mehrmals täglich gefüttert werden) nicht sehr hoch.

Nach ca. einem halben Jahr begann das Weibchen das Männchen mit ihrem goldenen Bauch “anzubalzen“. Doch es sollte noch recht lange dauern, bis sich auch Nachwuchs einstellte.

Gefüttert wurde mit gängigen Futtersorten der Marken Sera, JBL, Söll und Tetra. Meist erhielten die Tiere Granulat von Tetra oder JBL oder Futtertabletten von Sera. Von Söll verwendete ich später manchmal das Aufzucht-Futter… Ich mische die Sorten gerne, damit die Tiere möglichst abwechslungsreich ernährt werden.

Lebendfutter erhielten die beiden jede Woche meist zweimal oder bis zu viermal. Es kam auch mal vor, dass es zwei Wochen kein Lebendfutter gab, doch mein Augenmerk liegt vor allem bei meinen Schneckenbuntbarschen auf Lebendfutter… Gefrierfutter füttere ich immer wieder mal, doch bin in den letzten ein bis zwei Jahren ziemlich auf Lebendfutter umgestiegen.

Zu den Temperaturen – die Tiere hält man bei 25-27 Grad Celsius. Im Sommer muss man aufpassen, dass die Temperaturen nicht auf die 30 Grad zugehen, dies vertragen die Fische nicht sehr gut.

Und dann – im Herbst 2017 war es soweit. Die erste Brut war da und die Eltern fleißig am Pflegen. Ich fütterte die Jungen vermehrt mir zerbröselten Futtertabletten von Sera (vilformo) und zusätzlich ca. zwei- bis dreimal in der Woche erhielten die Junge lebende Marine Copepoden. Es war ein schönes Schauspiel die Jungtiere in der Strömung des Aquariums zu beobachten, wie sie das Futter aus der Strömung holten. Sie “hüpften“ von Stein zu Stein, genau wie ihre Eltern…

Der Lamprologus kungweensis ist ein Fisch, der mit seinen Bauchflossen gerne am Boden “zu stehen“ scheint. Mich erinnern diese Schneckenbuntbarsche sehr an Sandcichliden, die ebenfalls im Tanganjikasee vorkommen, jedoch um einiges größer sind. Deshalb haben die Tiere für mich auch den Beinamen “Mini-Sandcichliden“.

Die Eltern pflegen ihren Nachwuchs sehr lange und der darf ohne weiteres im Becken bleiben. Doch als die zweite Brut hinzukam, da wurde es etwas eng und die Eltern begannen allmählich, die ersten Jungtiere zu verjagen… Dies war für mich auch der Zeitpunkt, wo ich die Eltern aus dem Becken holte und in ein anderes Aquarium, diesmal mit 80cm Länge einsetzte. Leider war für die Eltern in diesem Becken etwas nicht optimal, weshalb sie dort nicht zur Brut schritten.

Die verbliebenen Jungtiere im alten Becken zog ich dort weiterhin auf und setzte sie später in ein anderes 60cm Becken, damit ich ihre Eltern wieder zurück, in ihr angestammtes Aquarium geben konnte.

Was im 80cm Becken nicht optimal war, das kann ich nicht genau sagen. Ich vermute jedoch, dass es an der fehlenden Strömung liegen musste, denn dort war zwar ein kleiner Eheim Außenfilter angeschlossen, doch die Strömung war lange nicht so stark, wie in dem 60cm Becken…

Nun, im Frühling 2018 bin ich gespannt, wie es weitergehen wird und ob das Eltern-Paar in “ihrem Aquarium“ erneut ablaichen wird. Ein Tag nach der Übersiedlung schienen sich die Tiere schon sichtlich wohl zu fühlen und begannen mit Grabe-Tätigkeiten… Mein Gefühl sagt mir, dass es nicht all zulange dauern wird und erneut Jungtiere in diesem Becken sein werden. Das nächste Mal werde ich jedoch die Jungtiere heraus fangen und die Eltern in ihrem Becken belassen…

Anmerkungen:

1.) Achtung, diese Art spring gerne und gut. Vorsicht beim fangen der Tiere - Gefäße stets gut abdecken. Auch das Aquarium muss gut abgedeckt sein, da bei eventuellen Streits die Tiere aus dem Becken springen.

2.) Paar-Findung... Noch bin ich beim Beobachten der Jungtiere. Diese schwimmen momentan in einem Becken mit den Maßen 100x50x50cm zur Hälfte mit Wasser befüllt.

Es sind 4.3 Jungtiere im Becken wovon sich zwei Paare gebildet haben. Ein Paar mittlerer Größe ist mein Favorit und kommt etwas später in ein eigenes Becken. Ein Männchen hat sein eigenes Revier und scheint sich um keine Dame zu bemühen. Beim zweiten Paar ist stets eine Dame in der Nähe, die sich gerne den Mann "schnappen möchte". Das vierte Männchen möchte anscheinend das Weibchen des Pärchens für sich... Und der Mann des zweiten Pärchens bekriegt das erste Pärchen (meine Favoriten)... Ich bin gespannt, wie es weitergeht.

3.) Ich glaube, dass speziell bei diesen Buntbarschen eine "Paarfindung" von Klein auf geschehen sollte. Wenn sich Tiere bei Lamprologus kungweensis nicht vertragen, hat es keinen Sinn. Ich würde keine fremden Tiere zusammensetzen. Das Aquarium kann dann nach meinen Beobachtungen nicht groß genug sein und das Männchen könnte das Weibchen töten! (Nach meinen Beobachtungen)

Weitere Informationen findet man hier:

Gruppe auf Facebook:

Suche nach “Schneckenbuntbarsche“

https://www.facebook.com/groups/390055108034503/?ref=br_rs

Quellen – Bücher, die ich empfehlen kann:

Schneckencichliden, Hans Hirsch – bede Verlag (Ihr Hobby)

Schneckenbuntbarsch-Fibel, Wolfgang Staeck – Dähne Verlag (Fibeln)

Schneckenbuntbarsche – Kobolde des Tanganjikasees, Wilhelm Eugen Klaas – VerlagsKGWolf (Special Interest)

Helga Kury für www.einrichtungsbeispiele.de

Titel: Der Schneckenbuntbarsch Lamprologus kungweensis
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