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03.03.2021 von Tom

Zierfischhaltung: Warum findet man scheinbar im Internet keine verlässlichen Informationsquellen?

Zierfischhaltung: Warum findet man scheinbar im Internet keine verlässlichen Informationsquellen?
Vor allem Anfänger und ausgerechnet jene, die sich vor ihrem ersten Besatz über die Ansprüche von Zierfischen informieren wollen, sind verzweifelt: Warum sind im Internet die Angaben zu den richtigen Wasserwerten und sonstigen Haltungsbedingungen einer Fischart so unterschiedlich? Welche Informationsquelle bietet zuverlässig die richtigen Informationen? Warum erzählt der Verkäufer im Zoofachgeschäft etwas ganz Anderes als aus der Webseite XY geschrieben steht und warum wissen Aquarienbesitzer in Facebook- und WhatsApp-Gruppen scheinbar als Einzige über die richtige Haltung von Tieren im Aquarium Bescheid?

Die Antworten auf diese Fragen kommen später. Zunächst einmal ein Blick darauf, wie solche Angaben zustande kommen.


Bereits vor dem Internetzeitalter kursierten Infos zur Zierfischhaltung. In Büchern und Fachzeitschriften. Die Älteren werden sich vielleicht noch an diese Medien erinnern. Woher stammten die dort veröffentlichten Infos? Meist waren es Ichthyologen, also Fischkundler, die zu Forschungsreisen in die Herkunftsgebiete von Zierfischen aufbrachen. Dort wurden die Ursprungsbiotope untersucht. Wasserwerte gemessen. Lebensraum der Tiere analysiert. Verhalten im natürlichen Lebensraum beobachtet. Meist wurden dann auch noch Exemplare verschiedener Zierfische der Natur entnommen und nach der Rückkehr im Aquarium gepflegt. Wieder Verhalten beobachtet. Reaktionen auf evtl. abweichende Wasserwerte, Beckengrößen, Einrichtungen und die eine oder andere Vergesellschaftung dokumentiert. Dahinter steckt sehr viel akribischer Aufwand. Es handelt sich dabei um wissenschaftliches Arbeiten, dass trotz allem nicht ausschließt, dass unterschiedlicher Forscher zu ganz unterschiedlichen Ergebnissen kommen können.
Eine andere Möglichkeit, Informationen in die Aquaristik zu bekommen, ist die Übersetzung von ichthyologischen Veröffentlichungen aus anderen Sprachen ins Deutsche. Inklusive Übersetzungsfehlern, Ungenauigkeiten, ländertypisch abweichenden Testverfahren, etc.
Nachdem die Menge an Informationen eher begrenzt war, blieben die gefundenen Informationen aber zumindest recht ähnlich. Manchmal auch sehr falsch. Was mit dem heutigen Blick, vor allem bei empfohlenen Aquariengrößen, sehr einfach zu sehen ist. Aber der Vorteil war trotzdem, dass die Aquaristik überschaubar und recht umfassend begreifbar war. Dass das Angebot an unterschiedlichen Arten und Zuchtformen ebenfalls noch deutlich geringer war, tat wohl das Seine dazu.
Was heute wahrzunehmen ist, ist eine Art Schwarmintelligenz. Natürlich vor allem dann, wenn man es positiv sehen will. Negativ betrachtet, handelt es sich um ein Gewirr unterschiedlichster Meinungen, die auf den vielfältigsten Wissensständen beruhen. Praktisch kaum noch zu unterscheiden sind wissenschaftlich belegte Tatsachen von immer wieder nachgeplapperten Überzeugungen, deren eigentlicher Ursprung nicht mehr nachvollziehbar ist.
Dabei soll der Wert von Erfahrungen und Beobachtungen außerhalb der klassischen Wissenschaft überhaupt nicht in Abrede gestellt werden. Es ist längst überfällig, die spärlichen wissenschaftlichen Erkenntnisse im Bereich der Aquaristik zu erweitern und zu falsifizieren. Langjährige Erfahrungen können einen wertvollen Beitrag leisten. Dazu braucht es aber einen Diskurs, der vor allem in den sozialen Medien nur schwer möglich scheint. Viel zu wenig Bewusstsein ist an diesen Stellen meist dafür vorhanden, was überhaupt notwendig ist, um von eigenen Beobachtungen auf allgemeingültige Tatsachen schließen zu können. Übertrieben gesagt: Wenn Aquarienbesitzer, die erst seit wenigen Wochen oder Monaten ein Becken besitzen und die Beobachtung, dass Rote Neonsalmler für einige Wochen in hartem Wasser und einem hohen pH-Wert überlebt haben, führt zwar oft dazu, dass dies auch anderen Anfängern geraten wird, Sinn macht das aber auf keinen Fall. Es ist im Gegenteil sogar gefährlich, wenn solche Meinungen verbreitet, wiederholt und nachgeplappert werden. Ganze Aquaristikmythen basieren auf solchen Falschinformationen. Auf Fake-News, die mangels besseren Wissens oder auch gerade, wenn es dem eigenen Vorteil dient, verbreitet werden. Beispiele? Die Mär von Fischen, die sich der Beckengröße oder den Wasserwerten anpassen würden, hält sich beharrlich. Obwohl schon oft widerlegt, dient es noch immer einigen Händlern oder Züchtern dazu, ihre Zielgruppe zu erweitern und damit leichter potentielle Käufer zu finden.

Die Lösung des Problems ist jetzt erst recht nicht offensichtlich?



Grundsätzlich ist es wichtig, das Anspruchsdenken an Informationen zum Hobby zu ändern. Es gibt nicht die eine allgemeingültige Wahrheit. Kein schwarz und weiß. Es gibt auch keine Anleitung, die dafür sorgen kann, dass bei genauer Einhaltung, keine Fehler mehr passieren oder Tiere sterben könnten. Genauso ist es unmöglich, innerhalb eines Beratungsgespräches in einer Zoohandlung alles nötige Wissen zur Aquaristik zu erfahren. Wer sich ausschließlich auf einen einzigen Ratgeber, eine einzelne Informationsquelle verlassen will und im Umkehrschluss nicht bereit ist, mehr Zeit und Mühe zu investieren, um verschiedene Quellen gegenüberzustellen und auszuwerten, der ist in der Aquaristik grundsätzlich falsch.

Was macht Einrichtungsbeispiele.de zu einer guten Informationsquelle?



Wir sind davon überzeugt, dass die Informationen, die wir auf Einrichtungsbeispiele.de auf den redaktionellen Seiten, also im Ratgeber und bei den Themenseiten, hilfreich sind. Wir sammeln die Infos mit verschiedenen Quellen. Online wie auch offline recherchieren wir und lassen unsere Erkenntnisse von verschiedenen Menschen mit Fachkenntnissen überprüfen. Wir stellen uns immer dem Diskurs und sind offen für Feedback, das uns hilft, unsere Inhalte zu verbessern.
Mit modernen technischen Möglichkeiten versuchen wir, die Informationen so aufzuarbeiten, dass auch für Anfänger die Fülle an Inhalten durchdringbar wird.
Wertvoll wird die Hilfe der Community auch dadurch, dass jeder sein eigenes Aquarium, bzw. seine Aquarien zeigt. Jeder kann also sehen, was der Ratgeber selbst auf die Beine gestellt hat. Niemand muss befürchten, gerade Feedback von jemanden zu bekommen, der selbst nur über nachgeplappertes Wissen verfügt. Die Erfahrung hat gezeigt, dass auf EB eine Basis für Diskussionen gegeben ist, die sich deutlich von anderen sozialen Medien unterscheidet. Die Mitglieder begegnen sich viel leichter auf Augenhöhe, da jeder sein aquaristisches Können outet und klar ist: Wirklich perfekt und fehlerlos ist kein Aquarium. Jeder ist sich bewusst, dass es immer Möglichkeiten gibt, etwas zu verbessern. Niemand muss sich so für seine Fehler schämen oder müsste ungerechtfertigte Kritik über sich ergehen lassen, wenn er oder sie sein Aquarium präsentiert.
Lassen sich also gute Informationen zur Aquarienhaltung von Fischen im Internet finden?
Zweifellos. Es ist sicher nicht einfach, zu lernen, wie man die richtig guten Inhalte herausfiltert. Wir versuchen dabei eine Hilfestellung zu geben. Nicht mehr und nicht weniger.

Tom

Userbild von TomTom ist Administrator*in von EB und stellt 11 Beispiele vor. In den Bereichen Malawisee, Tanganjikasee, West- / Zentralafrika, Südamerika, Fragen zu einrichtungsbeispiele.de steht er/sie den Usern bei Fragen kompetent als Anspechpartner zur Seite.

Zu den Einrichtungsbeispielen und Beiträgen von Tom

Titel: Zierfischhaltung: Warum findet man scheinbar im Internet keine verlässlichen Informationsquellen? (Artikel 5469)