Grundeln im Aquarium: Faszinierende Bodenbewohner mit Charakter
Einrichtungsbeispiele mit Grundel-Arten

Wissenswertes zu Grundeln (Gobiidae)
Grundeln gehören zu den spannendsten, aber oft unterschätzten Fischen in der Aquaristik. Wer sie einmal genauer beobachtet, versteht schnell, warum diese Tiere für viele Aquarianer einen besonderen Reiz haben. Sie schwimmen nicht einfach nur durch das Aquarium, sondern sitzen, hüpfen, lauern, graben, verteidigen kleine Reviere und zeigen ein Verhalten, das fast schon an kleine Persönlichkeiten erinnert. Gerade diese Mischung aus ungewöhnlicher Körperform, bodennahem Leben und ausgeprägtem Verhalten macht Grundeln zu interessanten Pfleglingen für Süßwasser-, Brackwasser- und Meerwasseraquarien.
Der Begriff Grundeln umfasst eine große Zahl unterschiedlicher Arten aus verschiedenen Lebensräumen. Manche Arten leben dauerhaft im Süßwasser, andere bevorzugen Brackwasserzonen, wieder andere sind typische Bewohner tropischer Korallenriffe. Für Aquarianer ist deshalb besonders wichtig, nicht nur nach dem Namen Grundel zu gehen, sondern die jeweilige Art genau zu betrachten. Eine friedliche kleine Süßwassergrundel hat völlig andere Ansprüche als eine kräftige Brackwassergrundel oder eine grabende Meerwassergrundel, die mit Knallkrebsen zusammenlebt.
Was sind Grundeln?
Grundeln sind fischkundlich betrachtet keine einzelne kleine Spezialgruppe, sondern eine sehr artenreiche Fischgruppe, die vor allem durch ihre Lebensweise auffällt. Viele Arten besitzen einen langgestreckten Körper, einen breiten Kopf, relativ große Augen und eine bodenorientierte Haltung. Typisch ist auch, dass sich viele Grundeln nicht dauerhaft frei schwimmend im Wasser aufhalten. Stattdessen sitzen sie auf Steinen, Wurzeln, Sandflächen, Korallenästen oder Pflanzenblättern und bewegen sich in kurzen, ruckartigen Sprüngen fort.
In der Aquaristik werden Grundeln in mehreren Bereichen gepflegt. Süßwassergrundeln kommen unter anderem aus Flüssen, Bächen und Seen Asiens, Australiens, Afrikas und Europas. Brackwassergrundeln leben in Übergangszonen zwischen Fluss und Meer, etwa in Mangrovenbereichen, Flussmündungen oder Küstenlagunen. Meerwassergrundeln sind besonders aus Riffaquarien bekannt und werden dort wegen ihres Verhaltens, ihrer Farben und ihrer oft nützlichen Rolle im Bodengrund geschätzt.
Wichtig ist, dass Grundeln nicht automatisch einfache Anfängerfische sind. Einige Arten sind robust und gut haltbar, andere benötigen sehr spezielle Bedingungen. Besonders kleine Arten können empfindlich auf falsche Wasserwerte, unpassende Fütterung oder aggressive Mitbewohner reagieren. Wer sich jedoch sorgfältig vorbereitet, wird mit sehr interessanten Beobachtungen belohnt.
Herkunft und natürliche Lebensräume
Grundeln besiedeln weltweit sehr unterschiedliche Lebensräume. Viele Arten leben in küstennahen Regionen, in Flussmündungen oder in tropischen Bächen. Andere Arten sind in klaren Bergbächen mit starker Strömung zu finden, während wiederum andere schlammige Uferbereiche, Mangrovenwälder oder sandige Meeresböden bevorzugen.
Für die Aquarienhaltung ist der natürliche Lebensraum entscheidend. Grundeln aus schnell fließenden Bächen benötigen häufig sauerstoffreiches, sauberes Wasser und strukturreiche Steinaufbauten. Arten aus ruhigen Brackwasserzonen kommen dagegen oft besser mit härterem Wasser und leichtem Salzgehalt zurecht. Meerwassergrundeln brauchen stabile Salinität, gut eingefahrene Aquarien und je nach Art Sandflächen, Höhlen oder Korallenstrukturen.
Gerade bei Grundeln ist es ein häufiger Fehler, alle Arten gleich zu behandeln. Das funktioniert in der Praxis kaum. Eine Art, die aus kühlen, strömungsreichen Gewässern stammt, sollte nicht dauerhaft in einem warmen, sauerstoffarmen Becken gehalten werden. Eine Brackwassergrundel ist im reinen Süßwasser oft nur kurzfristig unauffällig, kann langfristig aber geschwächt werden. Deshalb sollte vor dem Kauf immer geklärt werden, ob es sich um eine Süßwasser-, Brackwasser- oder Meerwasserart handelt.
Aussehen und typische Merkmale
Grundeln wirken auf den ersten Blick oft unscheinbar, entfalten ihren Reiz aber bei genauer Beobachtung. Viele Arten besitzen einen gedrungenen oder länglichen Körper, einen auffälligen Kopf und kräftige Brustflossen. Diese Flossen werden nicht nur zum Schwimmen genutzt, sondern auch zum Abstützen auf dem Untergrund. Dadurch entsteht die typische sitzende Haltung.
Bei einigen Grundeln sind die Bauchflossen zu einer Art Haftscheibe umgebildet. Damit können sich die Tiere auf Steinen oder anderen Oberflächen festhalten, was besonders bei Arten aus strömungsreichen Lebensräumen ein Vorteil ist. Andere Grundeln sind eher bodenlebende Lauerjäger oder Sandbewohner.
Die Farbgebung reicht von dezent braun, grau oder sandfarben bis hin zu kräftigen Blau-, Gelb-, Rot- oder Orangezeichnungen. Besonders im Meerwasserbereich gibt es sehr attraktive Arten, die auch in kleineren Aquarien gepflegt werden können. Im Süßwasserbereich sind es oft weniger grelle Farben, dafür aber spannende Zeichnungen, Balzfarben und Verhaltensweisen, die den Reiz ausmachen.
Männchen und Weibchen lassen sich je nach Art unterschiedlich gut unterscheiden. Bei manchen Arten sind Männchen größer, farbiger oder besitzen verlängerte Flossen. Bei anderen Arten sind die Unterschiede nur während der Balz oder anhand der Körperfülle erkennbar.
Verhalten im Aquarium
Das Verhalten ist einer der wichtigsten Gründe, warum Grundeln so beliebt sind. Viele Arten sind keine hektischen Schwarmfische, sondern revierbezogene Charaktertiere. Sie beobachten ihre Umgebung, reagieren auf Futter, verteidigen kleine Höhlen oder Sandflächen und kommunizieren mit Artgenossen über Drohgebärden, Körperhaltung und Farbe.
Grundeln sind häufig bodenorientiert. Sie sitzen auf dem Untergrund und warten auf Futterpartikel, kleine Krebstiere oder andere Beute. Einige Arten durchsieben Sand, andere picken Aufwuchs ab oder lauern vor einer Höhle. In Meerwasseraquarien sind grabende Grundeln besonders interessant, weil sie den Bodengrund bewegen und dadurch das Becken lebendig wirken lassen.
Nicht alle Grundeln sind friedlich. Viele Arten sind gegenüber artgleichen oder ähnlich aussehenden Fischen territorial. Das gilt besonders in kleinen Aquarien oder während der Fortpflanzungszeit. Einzelhaltung, Paarhaltung oder Gruppenhaltung hängt stark von der Art ab. Kleine friedliche Arten können in gut strukturierten Becken auch in Gruppen funktionieren, während andere Arten besser paarweise oder einzeln gepflegt werden.
Experten-Tipp: Bei Grundeln entscheidet die Bodenzone über den Haltungserfolg. Wer nur auf die Literzahl achtet, übersieht oft, dass Reviergrenzen, Sichtschutz und geeignete Höhlen viel wichtiger sein können als ein großes, aber leer eingerichtetes Aquarium.
Das passende Aquarium für Grundeln
Ein gutes Grundel-Aquarium sollte an die Lebensweise der Tiere angepasst sein. Da viele Arten bodennah leben, ist die Grundfläche oft wichtiger als die reine Höhe des Beckens. Ein langes, gut strukturiertes Aquarium ist für viele Grundeln besser geeignet als ein hohes Becken mit wenig nutzbarer Bodenfläche.
Der Bodengrund sollte zur Art passen. Sand ist für viele Grundeln ideal, vor allem für Arten, die graben, sieben oder Höhlen anlegen. Scharfkantiger Kies ist ungünstig, weil er die Bauchseite und empfindliche Flossen verletzen kann. Bei Bachgrundeln können runde Kiesel, größere Steine und flache Steinplatten sinnvoll sein. Im Meerwasseraquarium ist feiner bis mittlerer Korallensand je nach Art geeignet.
Wichtig sind Verstecke. Höhlen aus Steinen, Wurzeln, Tonröhren, Muschelschalen oder Riffgestein geben Sicherheit und ermöglichen Revierbildung. Gleichzeitig sollten freie Sichtflächen vorhanden sein, damit die Tiere fressen und sich zeigen können. Eine zu offene Einrichtung führt oft dazu, dass Grundeln scheu bleiben oder ständig unter Stress stehen.
Eine sichere Abdeckung ist ebenfalls wichtig. Viele Grundeln können springen, besonders bei Stress, Revierkämpfen oder plötzlichen Bewegungen. Offene Aquarien sind daher riskant. Kleine Spalten an Techniköffnungen sollten ebenfalls gesichert werden.
Wasserwerte und Technik
Die passenden Wasserwerte hängen stark von der jeweiligen Art ab. Süßwassergrundeln benötigen je nach Herkunft weiches bis mittelhartes oder auch hartes Wasser. Brackwassergrundeln brauchen häufig einen stabilen, leichten bis mittleren Salzgehalt. Meerwassergrundeln benötigen klassische stabile Meerwasserbedingungen.
Entscheidend sind Stabilität, gute Sauerstoffversorgung und sauberes Wasser. Viele Grundeln reagieren empfindlich auf schlechte Wasserqualität, besonders auf erhöhte Nitritwerte oder dauerhaft hohe organische Belastung. Eine leistungsfähige Filterung und regelmäßige Wasserwechsel sind deshalb wichtig. Bei Arten aus Strömungsgewässern sollte zusätzlich auf gute Wasserbewegung geachtet werden.
Die Temperatur sollte ebenfalls artgerecht gewählt werden. Tropische Arten mögen meist wärmeres Wasser, während einige subtropische oder aus gemäßigten Regionen stammende Arten keine dauerhaft hohen Temperaturen vertragen. Bei falscher Temperatur können Grundeln anfälliger für Krankheiten werden oder ein unnatürlich kurzes Leben führen.
Fütterung von Grundeln
Grundeln sind je nach Art sehr unterschiedlich in ihrer Ernährung. Viele Arten sind kleine Räuber oder Allesfresser mit Schwerpunkt auf tierischer Nahrung. Frostfutter wie Artemia, Mysis, Cyclops, rote und schwarze Mückenlarven oder feines Krillfutter wird von vielen Arten gut angenommen. Kleine Lebendfuttertiere können besonders bei frisch eingesetzten oder heiklen Arten helfen.
Trockenfutter wird nicht von allen Grundeln zuverlässig gefressen. Manche lernen mit der Zeit, Granulat oder Futtertabletten anzunehmen, andere bleiben wählerisch. Besonders Wildfänge oder Arten mit stark spezialisiertem Fressverhalten sollten zunächst gezielt mit Frost- und Lebendfutter versorgt werden.
Bei bodenlebenden Arten ist wichtig, dass das Futter wirklich am Boden ankommt. Schnelle Freiwasserfische können Grundeln leicht verdrängen. Deshalb sollte gezielt gefüttert werden, etwa mit einer Futterpipette oder an mehreren Stellen im Aquarium.
Geeignete Futtersorten können sein:
- feines Frostfutter für kleine Arten
- Mückenlarven, Artemia, Cyclops und Mysis
- sinkendes Granulat für robuste Arten
- Lebendfutter zur Eingewöhnung
- Aufwuchs und Kleinstlebewesen bei spezialisierten Arten
Überfütterung ist zu vermeiden, da Futterreste im Bodengrund schnell die Wasserqualität belasten. Grundeln wirken manchmal gierig, brauchen aber keine übermäßigen Futtermengen.
Vergesellschaftung mit anderen Fischen
Die Vergesellschaftung von Grundeln muss gut geplant werden. Viele Arten sind friedlich gegenüber Fischen, die andere Wasserzonen nutzen, können aber gegenüber bodennahen Arten territorial reagieren. Panzerwelse, Schmerlen, kleine Buntbarsche oder andere Grundeln können zu Konkurrenten werden, wenn sie dieselben Höhlen und Futterplätze beanspruchen.
Gute Partner sind ruhige, nicht zu dominante Fische, die den Grundeln ausreichend Futter lassen. Sehr schnelle, aggressive oder stark revierbildende Arten sind weniger geeignet. Bei kleinen Grundeln sollten außerdem keine großen Raubfische gewählt werden, da sie sonst selbst zur Beute werden können.
Im Meerwasseraquarium sind Grundeln häufig gut mit friedlichen Riffbewohnern kombinierbar. Allerdings muss auch hier auf Revierverhalten geachtet werden. Manche Arten dulden keine gleichartigen Grundeln, andere leben als Paar oder sogar in lockeren Gruppen. Symbiosegrundeln, die mit Knallkrebsen zusammenleben, benötigen eine passende Sandzone und stabile Steinaufbauten, damit Grabaktivität nicht zu Einstürzen führt.
Vor- und Nachteile von Grundeln im Aquarium
| Vorteile | Nachteile |
| Sehr interessantes Verhalten und hohe Beobachtungsqualität | Artansprüche unterscheiden sich stark und müssen genau geprüft werden |
| Viele Arten bleiben klein und eignen sich für gut geplante Spezialbecken | Einige Arten sind territorial oder unverträglich mit Artgenossen |
| Große Auswahl für Süßwasser, Brackwasser und Meerwasser | Nicht jede Art nimmt problemlos Trockenfutter an |
| Viele Grundeln nutzen die Bodenzone und bringen Leben in untere Beckenbereiche | Offene Aquarien sind wegen Sprunggefahr riskant |
| Manche Arten helfen durch Sandbewegung oder Aufwuchspicken bei der Beckenpflege | Brackwasserarten werden häufig falsch im Süßwasser gehalten |
| Spannende Balz, Revierbildung und Brutpflege möglich | Kleine Arten können bei der Fütterung leicht zu kurz kommen |
Vermehrung und Zucht
Viele Grundeln zeigen ein interessantes Fortpflanzungsverhalten. Häufig werden Eier in Höhlen, Spalten, unter Steinen oder an geschützten Flächen abgelegt. Das Männchen bewacht bei vielen Arten das Gelege, befächelt die Eier und verteidigt die Brutstelle gegen Eindringlinge. Dieses Verhalten ist im Aquarium besonders spannend zu beobachten.
Die Zucht gelingt je nach Art unterschiedlich gut. Bei manchen Süßwassergrundeln ist sie mit geeigneten Paaren, guter Fütterung und passenden Höhlen möglich. Andere Arten haben Larven, die eine marine oder brackige Entwicklungsphase benötigen. Das macht die Nachzucht deutlich anspruchsvoller.
Für erfolgreiche Zuchtversuche sind stabile Wasserwerte, hochwertiges Futter und ruhige Bedingungen wichtig. Ein separates Zuchtbecken kann sinnvoll sein, damit Eier oder Larven nicht gefressen werden. Bei sehr kleinen Jungfischen werden anfangs oft feinste Lebendfutter wie Infusorien, Rädertierchen oder frisch geschlüpfte Artemia benötigt.
Experten-Tipp: Wer Grundeln züchten möchte, sollte nicht erst beim Laichansatz beginnen. Entscheidend sind gut konditionierte Elterntiere, passende Höhlen und ein Plan für die Erstfütterung der Jungfische.
Häufige Krankheiten und Probleme
Grundeln sind bei guter Haltung meist robuste Tiere, können aber empfindlich reagieren, wenn Grundbedingungen nicht stimmen. Häufige Probleme entstehen durch schlechte Wasserqualität, falsche Salinität, ungeeignete Temperaturen oder Stress durch falsche Vergesellschaftung.
Typische Schwierigkeiten sind Abmagerung, Fressunlust, Scheuern, bakterielle Infektionen, Flossenschäden und Hauttrübungen. Gerade frisch importierte Tiere können geschwächt sein und brauchen eine ruhige Eingewöhnung. Bei Brackwasserarten ist eine falsche Haltung im reinen Süßwasser eine häufige Ursache langfristiger Probleme.
Auch Verletzungen kommen vor, etwa durch Kämpfe, scharfkantigen Bodengrund oder instabile Dekoration. Grabende Arten benötigen sichere Steinaufbauten, die nicht auf lockerem Sand stehen. Sonst können Einstürze entstehen.
Vorbeugung ist bei Grundeln wichtiger als spätere Behandlung. Dazu gehören:
- artgerechte Wasserwerte
- sauberes, sauerstoffreiches Wasser
- passender Bodengrund
- ausreichend Verstecke
- stressarme Vergesellschaftung
- abwechslungsreiches Futter
- Quarantäne bei neuen Tieren
Medikamente sollten nur gezielt eingesetzt werden, da manche Arten empfindlich reagieren können. Vor jeder Behandlung sollten Ursache und Symptome sorgfältig geprüft werden.
Beliebte Grundeln in der Aquaristik
Zu den bekannten Süßwassergrundeln zählen verschiedene Rhinogobius-Arten, Stiphodon-Arten, Tateurndina ocellicauda und weitere kleine Arten aus Asien und Ozeanien. Einige davon bevorzugen kühleres, sauerstoffreiches Wasser, andere kommen gut in tropischen Gesellschaftsbecken zurecht, sofern die Mitbewohner passend gewählt werden.
Im Brackwasserbereich sind Rittergrundeln und andere kräftigere Arten bekannt. Sie sind reizvoll, werden aber häufig unterschätzt, weil sie nicht dauerhaft wie klassische Süßwasserfische gepflegt werden sollten.
Im Meerwasseraquarium sind Wächtergrundeln, Symbiosegrundeln, Schläfergrundeln und kleine Riffgrundeln beliebt. Einige Arten leben sehr versteckt, andere zeigen sich regelmäßig auf Sandflächen oder zwischen Korallen. Besonders reizvoll ist die Vergesellschaftung bestimmter Grundeln mit Knallkrebsen, sofern das Aquarium dafür geeignet ist.
Worauf beim Kauf zu achten ist
Beim Kauf sollten Grundeln aktiv, gut genährt und aufmerksam wirken. Eingefallene Bäuche, hektische Atmung, trübe Augen, ausgefranste Flossen oder apathisches Verhalten sind Warnzeichen. Wichtig ist auch, den genauen Artnamen zu kennen. Handelsnamen können ungenau sein und führen leicht zu falscher Haltung.
Vor dem Einsetzen sollte das Aquarium eingefahren und passend eingerichtet sein. Grundeln sind keine Fische, die man spontan in jedes beliebige Becken setzt. Besonders bei spezialisierten Arten lohnt es sich, das Aquarium zuerst auf die Grundeln auszurichten und nicht erst nachträglich anzupassen.
FAQs zu Grundeln im Aquarium
Sind Grundeln für Anfänger geeignet?
Einige Grundeln sind auch für engagierte Anfänger geeignet, wenn die Art gut recherchiert wurde und das Aquarium passend eingerichtet ist. Viele Arten sind aber Spezialisten, die besondere Ansprüche an Wasserwerte, Futter oder Vergesellschaftung stellen. Anfänger sollten daher robuste, gut beschriebene Arten wählen und auf spontane Käufe verzichten.
Können Grundeln im Gesellschaftsaquarium gehalten werden?
Viele Grundeln können in einem Gesellschaftsaquarium gepflegt werden, wenn die Mitbewohner ruhig sind und andere Wasserzonen nutzen. Wichtig ist, dass die Grundeln am Boden genügend Futter bekommen und nicht von dominanten Fischen verdrängt werden. Sehr kleine oder scheue Arten sind in Artbecken oft besser aufgehoben.
Brauchen Grundeln Sandboden?
Viele Grundeln profitieren von Sandboden, besonders grabende und bodensiebende Arten. Für Bachgrundeln können auch glatte Kiesel und Steine passend sein. Scharfkantiger Kies ist ungünstig, weil er Verletzungen verursachen kann.
Springen Grundeln aus dem Aquarium?
Ja, viele Grundeln können springen. Das passiert besonders bei Stress, Revierkämpfen, plötzlichen Bewegungen oder ungeeigneten Bedingungen. Eine gut schließende Abdeckung ist deshalb sehr empfehlenswert.
Fressen Grundeln Trockenfutter?
Manche Grundeln nehmen Trockenfutter an, andere nicht. Frostfutter und Lebendfutter sind oft deutlich zuverlässiger. Besonders bei frisch eingesetzten Tieren sollte nicht davon ausgegangen werden, dass sie sofort Granulat oder Flockenfutter fressen.
Kann man mehrere Grundeln zusammen halten?
Das hängt stark von der Art, dem Geschlecht und der Beckengröße ab. Manche Arten lassen sich paarweise oder in Gruppen halten, andere sind gegenüber Artgenossen sehr unverträglich. Eine strukturierte Einrichtung mit Sichtbarrieren ist bei mehreren Tieren besonders wichtig.
Sind Grundeln nützlich im Aquarium?
Einige Grundeln können nützlich sein, weil sie Sand bewegen, Futterreste aufnehmen oder Aufwuchs abweiden. Sie sollten aber nie nur als Reinigungskräfte gekauft werden. Jede Grundel hat eigene Ansprüche und braucht gezielte Pflege.
Arten
Es werden zahlreiche Grundelarten vorgestellt, zum Beispiel
- Allomogurnda nesolepis (Gelbbauch-Schläfergrundel)
- Amblyeleotris gymnocephala (Masken-Grundel)
- Amblygobius phalaena (Bagger-Grundel)
- Aphia minuta (Glasgrundel)
- Asterropteryx striata (Gestreifte Zwerggrundel)
- Awaous flavus (Schmetterlingsgrundel)
- Bathygobius soporator (Krausflossen-Grunde)
- Buenia affinis (De Buens-Grundel)
- Butis koilomatodon (Schlammschläfer)
- Chlamydogobius eremius (Australische Wüstengrundel)
- Chromogobius quadrivittatus (Vierstreifengrundel)
- Coryphopterus glaucofraenum (Gepunktete Glasgrundel)
- Cryptocentrus fasciatus (Blaupunkt-Wächtergrundel)
- Ctenogobiops aurocingulus
- Elacatinus jarocho
- Elacatinus multifasciatus (Grünstreifen-Grundel)
- Eleotris sandwicensis
- Eviota albolineata
- Exyrias akihito (Akihitos Grundel)
- Favonigobius gymnauchen
- Fusigobius duospilus
- Gammogobius steinitzi (Steinitz-Grundel)
- Gobiodon okinawae (Gelbe Korallengrundel)
- Giuris margaritacea (Schlangenkopf-Schläfergrundel)
- Gnatholepis anjerensis (Augenpunkt-Grundel)
- Gobiosoma bosc (Nacktgrundel)
- Gobius auratus
- Gobiusculus flavescens (Schwimmgrundel)
- Grallenia lipi
- Gunnellichthys viridescens
- Hazeus otakii
- Istigobius campbelli (Campbells Grundel)
- Kelloggella oligolepis
- Koumansetta hectori (Hectors Grundel)
- Lesueurigobius friesii (Fries-Grundel)
- Lophogobius cyprinoides (Atlantische Schopfgrundel)
- Lotilia graciliosa (Weißkappengrundel)
- Lubricogobius exiguus (Gelbe Zwerggrundel)
- Luposicya lupus
- Lythrypnus dalli (Blaustreifen-Grundel)
- Macrodontogobius wilburi
- Mahidolia mystacina
- Mauligobius maderensis (Madeiragrundel)
- Microgobius carri
- Millerigobius macrocephalus (Großkopf-Grundel)
- Mimoblennius atrocinctus
- Mogurnda mogurnda (Australische Tüpfelgrundel)
- Mugilogobius adeia (Zebragrundel)
- Nemateleotris magnifica (Feuerschwertgrundel)
- Nes longus (Orangefleck-Grundel)
- Nesogobius pulchellus (Australische Segelflossengrundel)
- Odondebuenia balearica (Balearengrundel)
- Oplopomus oplopomus (Stachelwangengrundel)
- Osopsaron formosensis (Schnabelfisch)
- Oxymetopon cyanoctenosum
- Oxyurichthys notonema
- Palatogobius incendius
- Paragobiodon modestus (Warzen-Grundel)
- Parasicydium bandama
- Periophthalmus gracilis (Schlanker Schlammspringer)
- Pholidichthys leucotaenia (Weissstreifen-Aalgrundel)
- Phyllogobius platycephalops
- Pleurosicya boldinghi (Gespenster Weichkorallengrundel)
- Pomatoschistus bathi (Baths Sandgrundel)
- Priolepis aureoviridis
- Psammogobius pisinnus
- Pseudaphya ferreri (Ferrer Grundel)
- Pseudogobiopsis oligactis (Phuketgrundel)
- Ptereleotris hanae (Blaue Hana-Grundel)
- Pterogobius elapoides
- Rhinogobiops nicholsii (Schwarzaugengrundel)
- Sagamia geneionema
- Sicyopus rubicundus (Lippenstiftgrundel)
- Signigobius biocellatus (Krabbenaugengrundel)
- Stiphodon percnopterygionus (Goldene Neongrundel)
- Stonogobiops pentafasciata
- Thorogobius ephippiatus (Leopardengrundel)
- Tigrigobius dilepis (Orangefleckgrundel)
- Tomiyamichthys alleni (Allens Partnergrundel)
- Trimma annosum
- Tryssogobius colini
- Typhlogobius californiensis (Blinde Höhlengrundel)
- Valenciennea wardii (Breitband-Schläfergrundel)
- Vanderhorstia ambanoro
- Yongeichthys criniger
- Zebrus zebrus (Zebragrundel)
- Zosterisessor ophiocephalus (Schlangenkopfgrundel)
Fazit
Grundeln sind außergewöhnliche Aquarienfische für Halter, die gerne genau beobachten und ihr Aquarium bewusst gestalten. Sie bringen Leben in die Bodenzone, zeigen spannendes Revier- und Brutverhalten und sind in Süßwasser-, Brackwasser- und Meerwasseraquarien vertreten. Gerade ihre Vielfalt macht sie so interessant, verlangt aber auch sorgfältige Vorbereitung.
Der wichtigste Schlüssel zur erfolgreichen Haltung ist die genaue Kenntnis der jeweiligen Art. Wasserwerte, Temperatur, Bodengrund, Futter, Salinität, Sozialverhalten und Beckeneinrichtung können sich von Art zu Art stark unterscheiden. Wer diese Unterschiede respektiert, vermeidet viele typische Probleme.
Grundeln sind keine Fische für beliebige Standardlösungen, sondern kleine Spezialisten mit großem Charakter. In einem passend eingerichteten Aquarium entwickeln sie ein faszinierendes Verhalten und können zu echten Lieblingsfischen werden. Für Aquarianer, die Wert auf naturnahe Gestaltung, Verhaltensbeobachtung und besondere Arten legen, sind Grundeln eine hervorragende Wahl.



