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Ein Aquarium anschaffen: Die ersten Kosten im Überblick

Blog: Ein Aquarium anschaffen: Die ersten Kosten im Überblick (7709)

Die Einrichtung eines Aquariums ist ein faszinierendes Projekt, mit dem man sich ein Stück Natur in die eigenen vier Wände holen kann. Bevor jedoch die ersten Fische ihre Bahnen ziehen, ist eine sorgfältige Planung und ein realistischer Blick auf die anfallenden Kosten unerlässlich, da viele angehende Aquaristen die Summe der einzelnen Posten häufig unterschätzen, die für einen erfolgreichen Start notwendig sind. Die Auswahl des Aquariums, die notwendige Technik, Dekoration sowie die ersten Bewohner bringen jeweils eigene Kostenpunkte mit sich, die sich schnell summieren können. Eine realistische Einschätzung dieser Ausgaben bildet die Grundlage für einen gelungenen Start und sorgt dafür, dass das Hobby von Beginn an langfristig Freude bereitet.

Anschaffungskosten für das Aquarium 

Das Herzstück ist das Becken selbst. Die Preisspanne ist sehr variabel und hängt primär von der Größe, dem Material und der Verarbeitungsqualität ab. Ein kleines Nano-Aquarium mit 10 bis 30 Litern Volumen ist beispielsweise schon ab etwa 30 Euro erhältlich. Für einen Einstieg mit einem stabilen Süßwasserbecken ab 100 Litern muss mit Anschaffungskosten zwischen 150 und 400 Euro gerechnet werden. Für größere Becken mit über 300 Litern Fassungsvermögen können die Kosten hingegen schnell 1.300 Euro oder mehr betragen. Und Panoramabecken aus hochwertigem Weißglas oder bruchsichere Acrylbecken können je nach Anbieter und Größe sogar noch weitaus teurer werden. 

Aquarien werden in der Regel entweder als Komplettset oder im Einzelkauf angeboten. Komplettsets, beispielsweise von Marken wie Tetra, Juwel oder Eheim, enthalten oft bereits Becken, Abdeckung, Beleuchtung, Filter und manchmal auch Heizung und Unterschrank. Sie sind besonders für Einsteiger empfehlenswert, da die Komponenten aufeinander abgestimmt sind und die Auswahl dementsprechend erleichtert wird. Beim Einzelkauf besteht hingegen deutlich mehr Gestaltungsfreiheit, allerdings ist hier auch mehr Basis- und Fachwissen notwendig. 

Marke und Verarbeitungsqualität sind entscheidend für Langlebigkeit und Sicherheit. Es lohnt sich, auf geprüfte Qualität und ausreichende Garantiebedingungen zu achten. Ein weiterer großer Kostenfaktor ist die Entscheidung zwischen Neu- und Gebrauchtkauf. Gebrauchte Komplettanlagen sind häufig auf Online-Marktplätzen zu finden und können mehrere hundert Euro einsparen. Allerdings ist hier Vorsicht geboten: Das Becken könnte undicht sein, die Technik defekt oder unzureichend. Ein gebrauchtes Becken sollte vor dem Kauf daher immer einer gründlichen Prüfung unterzogen werden. 

H2: Kosten für die technische Grundausstattung 

Die Technik ist das Lebenserhaltungssystem des Aquariums und besteht aus Pflichtkomponenten, die je nach Beckengröße und -typ dimensioniert werden müssen.

Die Grundausstattung umfasst:

  • Filter: Für kleinere Becken (bis ca. 150 l) ist ein Innenfilter oft ausreichend. Entscheidend sind jedoch Beckengröße, Besatz, Fütterung und die tatsächliche Filterleistung. Für größere oder stärker besetzte Becken sind leistungsstärkere Außenfilter häufig die bessere Wahl (ab 60 Euro).
  • Heizung: Ein Heizstab ist für die Haltung tropischer Fische unverzichtbar. Die passende Leistung hängt unter anderem von der Raumtemperatur, der gewünschten Wassertemperatur und der Abdeckung des Beckens ab. Als grobe Orientierung gilt häufig ein Bereich von etwa 0,5 bis 1 Watt pro Liter Wasser. In kühleren Räumen kann mehr Leistung nötig sein, in warmen entsprechend weniger.
  • Beleuchtung: Sie ist essenziell für das Pflanzenwachstum und das Wohlbefinden der Tiere. Moderne und energiesparende LED-Leuchten sind Standard und in Komplettsets oft bereits integriert. 

Zwischen Basis- und Premiumtechnik liegen erhebliche Preisunterschiede. Eine einfache LED-Beleuchtung beginnt bei 15 Euro, während hochmoderne Systeme mit Tag-Nacht-Simulation weit über 100 Euro kosten können. Gleiches gilt natürlich auch in Bezug auf die Filtertechnik: Premium-Filter sind leiser, energieeffizienter und deutlich langlebiger.

Darüber hinaus ist die Kompatibilität mit der Beckengröße entscheidend. Ein zu schwacher Filter kann das Wasser nicht ausreichend reinigen, ein zu starker Heizer ist überdimensioniert und verbraucht unnötig Energie. Faustregeln wie „1 Watt Heizleistung pro Liter“ oder die Filter-Empfehlungen der Hersteller helfen bei der Auswahl.

Einsparpotenzial bietet zudem der Kauf von Technik-Sets (oft günstiger als Einzelkomponenten) oder der Erwerb gebrauchter, hochwertiger Markengeräte. Bei letzteren sollte aber auf jeden Fall vorab die Funktionsfähigkeit sichergestellt werden. 

H2: Ausgaben für Bodengrund und Dekoration 

Bodengrund und Dekoration sind weit mehr als nur optisches Beiwerk. Sie schaffen die biologische Grundlage und strukturieren zudem den Lebensraum. Der Bodengrund ist notwendig für die Ansiedlung nützlicher Bakterien und als Halt für Pflanzen. Je nach Aquarientyp kommen unterschiedliche Materialien zum Einsatz:

  • Kies oder Sand: Die klassische und preiswerte Wahl. Die Kosten liegen bei rund 1 bis 2 Euro pro Kilogramm. Für ein 100-Liter-Becken werden etwa 15 bis 25 kg benötigt. 
  • Soil (Pflanzensubstrat): Ein spezieller, nährstoffreicher Bodengrund für dicht bepflanzte Becken oder besonders anspruchsvolle Pflanzen. Soil ist teurer als Kies, fördert dafür aber das Pflanzenwachstum deutlich.

Dekorationselemente wie Wurzeln (Moorkienholz etc.) und Steine geben dem Aquarium Struktur, bieten Verstecke und prägen seinen unverwechselbaren Charakter. Die Preise sind sehr variabel: Kleine Dekorationsartikel beginnen bei wenigen Euro, während große, ausgewählte Wurzeln oder Steinsets 50 Euro und mehr kosten können. 

Bei der Auswahl zwischen natürlichen und künstlichen Materialien spielen Optik und Funktionalität eine Rolle. Natürliche Materialien wie echte Steine und Wurzeln wirken authentischer, können aber das Wasser beeinflussen (beispielsweise durch die Abgabe von Gerbstoffen oder Kalk). Künstliche Dekoration ist oft pflegeleichter und garantiert chemisch neutral. Für das Wohl der Tiere ist es wichtig, dass alle Materialien abgerundet sind und keine Verletzungsgefahr bergen. 

H2: Kosten für Pflanzen und erste Bewohner 

Auch bei Aquarienpflanzen ist mit großen Preisunterschieden zu rechnen. Einfache und eher anspruchslose Arten wie Javafarn oder Wasserpest kosten oft nur wenige Euro pro Bund. Anspruchsvolle oder seltene Pflanzenarten können hingegen ein Vielfaches kosten. InVitro-Pflanzen, die in sterilen Bechern gezogen werden, sind frei von unerwünschten Mitbewohnern wie Schnecken oder Algen, aber meist etwas teurer als Topf- oder Bundpflanzen. Ein Starterpaket mit 10 bis 15 Pflanzen liegt preislich bei etwa 20 bis 50 Euro.

Die ersten tierischen Bewohner stellen einen großen emotionalen, aber auch finanziellen Faktor dar. Die Preise für Fische variieren extrem: Beliebte Anfängerfische wie Guppys, Platys oder kleine Salmler sind oft für unter 5 Euro pro Tier zu haben. Größere oder speziell gezüchtete Fische wie Diskus oder bestimmte Welse können 30 bis über 100 Euro kosten. Garnelen und Schnecken sind in der Anschaffung meist günstiger (einige Euro pro Tier). 

Eine vorausschauende Besatzplanung ist für das Tierwohl und die Kostenkontrolle entscheidend. Es sollte immer der spätere Endbesatz geplant werden, um stressige und teure Umbauten zu vermeiden. Zudem muss die Gesamtzahl der Tiere zur Beckengröße passen. Ein günstiger Startbesatz mit robusten und preiswerten Arten ist sinnvoll, da das biologische Gleichgewicht in einem neuen Becken („Einfahrphase“) noch instabil ist. Verluste sind in dieser Phase leider nicht ungewöhnlich, weshalb teure oder empfindliche Arten besser erst nach mehreren Wochen einziehen sollten. 

H2: Weitere notwendige Anschaffungen zum Start 

Neben den großen Posten summieren sich viele kleine Ausgaben zu einem relevanten Betrag. Folgende Pflege- und Hilfsmittel sind für einen reibungslosen Start unerlässlich:

  • Wassertests: Ein Testset zur Kontrolle von pH-Wert, Nitrit, Nitrat und anderen wichtigen Parametern ist in der Einfahrphase absolut notwendig. Einfache Streifentests beginnen bei etwa 10 Euro, genauere Tröpfchentests kosten 15 bis 30 Euro.
  • Pflegezubehör: Dazu gehören ein Kescher zum Umsetzen von Tieren, eine Mulmglocke (Siphon) für den Wasserwechsel und ein Scheibenreiniger (Magnetreiniger oder Algenschaber). Ein Basisset liegt bei etwa 40 Euro.
  • Wasseraufbereitung: Ein Wasseraufbereiter ist vor allem dann sinnvoll, wenn das Leitungswasser Chlor enthält oder Schwermetalle gebunden werden sollen. Viele Aquarianer nutzen ihn beim Erstbefüllen und bei Wasserwechseln routinemäßig. Eine Flasche kostet wenige Euro und reicht praktischerweise relativ lange.
  • Werkzeuge: Lange Pinzetten und Pflanzenscheren erleichtern die Bepflanzung und Pflege erheblich.

Auch Transport- und Einrichtungskosten sollten bedacht werden. Ein gefülltes Aquarium ist sehr schwer (100 Liter Wasser wiegen 100 kg, plus Becken und Einrichtung). Ein stabiler Unterschrank, der dieses Gewicht dauerhaft trägt, ist Pflicht und kostet für ein mittleres Becken zwischen 80 und 150 Euro. Praktisch sind auch eine Zeitschaltuhr für die Beleuchtung (ab 10 Euro) und eine Steckdosenleiste. 

Auch wenn man vieles im Handel bekommt, kann die Produktauswahl je nach Standort und Sortiment variieren. Umso mehr lohnt es sich, zusätzlich online zu schauen. Im Internet ist die Auswahl schier unendlich, weshalb sich ein Preisvergleich für Tierbedarf empfiehlt, um passende Produkte schneller zu finden und Preise besser einordnen zu können.

H2: Fazit: Erst planen, dann kaufen 

Die Anschaffung eines Aquariums erfordert eine initiale Investition, die bei einem einfachen, kleinen Becken bei etwa 200 bis 300 Euro beginnen und für ein anspruchsvoll eingerichtetes und dementsprechend größeres Becken leicht 800 Euro oder mehr betragen kann. Die größten Kostentreiber sind das Becken mit Unterschrank, die Technik und die Einrichtung. Durch den Kauf gebrauchter, hochwertiger Sets, eine realistische Größenwahl und den Fokus auf robuste und preiswerte Pflanzen und Tiere für den Start kann das Budget jedoch sinnvoll gesteuert werden. Gleichzeitig sollten auch die laufenden Kosten eines Aquariums für Strom (Beleuchtung, Filter, Heizer), Futter, Wasserpflege und Verbrauchsmaterialien von Anfang an einkalkuliert werden, da sie über die Zeit einen relevanten Anteil ausmachen können. Eine gründliche Planung aller Posten hilft, versteckte Kosten aufzudecken und sorgt dafür, dass die Freude am eigenen Unterwasserreich von Anfang an im Vordergrund steht. 

Blogartikel 'Blog 7709: Ein Aquarium anschaffen: Die ersten Kosten im Überblick ' aus der Kategorie: "Tipps & Tricks" zuletzt bearbeitet am 12.02.2026 um 15:20 Uhr von Tom

Tom

Userbild von TomTom ist Administrator*in von EB und stellt 12 Beispiele vor. In den Bereichen Malawisee, Tanganjikasee, Victoriasee, West- / Zentralafrika, Südamerika, Mittelamerika, Amerikagesellschaftsbecken, Asien/Australien, Gesellschaftsbecken, Wasserchemie, Fragen zu einrichtungsbeispiele.de steht er/sie den Usern bei Fragen kompetent als Anspechpartner zur Seite.

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