Lebens(t)räume für Menschen, Tiere & Pflanzen
Gestaltungsbeispiele für naturnahe Lebensräume
Einrichtungsbeispiele.de-Logo
Neu
Login
Wir werden unterstützt von:

Pomacentrus wardi im Aquarium halten

Einrichtungsbeispiele mit Wards Riffbarsch

Pomacentrus wardi im Aquarium halten (Einrichtungsbeispiele mit Wards Riffbarsch)
Pomacentrus wardi (Wards Riffbarsch) - Bildquelle: Das Bild stammt von der freien Enzyklopädie Wikipedia. Lizenzhinweise: Paul Asman and Jill Lenoble, Pomacentrus wardi Ward's Damselfish, CC BY 2.0

Wissenswertes zu Pomacentrus wardi (Wards Riffbarsch)

Der Pomacentrus wardi, im Deutschen meist als Wards Riffbarsch bezeichnet, gehört zu den weniger bekannten, aber dennoch sehr interessanten Vertretern der Riffbarsche. Gerade für Meerwasseraquarianer, die sich abseits der absoluten Standardarten bewegen möchten, ist diese Art ein spannender Kandidat. Er vereint ein attraktives Erscheinungsbild mit typischem Riffbarschverhalten und ist bei richtiger Haltung relativ robust. Gleichzeitig bringt er einige Eigenheiten mit, die man kennen sollte, bevor man ihn ins heimische Riffaquarium einsetzt.

Herkunft und natürlicher Lebensraum

Pomacentrus wardi stammt aus dem Indopazifik und ist dort vor allem in bestimmten Regionen Australiens und angrenzender Meeresgebiete zu finden. Sein Verbreitungsgebiet ist vergleichsweise begrenzt, was ihn weniger bekannt macht als andere Pomacentrus-Arten, die teilweise ein sehr großes Areal besiedeln. Typischerweise lebt er in küstennahen Korallenriffen, Lagunen und an Außenriffen mit guter Wasserbewegung.

In der Natur hält sich Pomacentrus wardi bevorzugt in flachen bis mittleren Tiefen auf, meist zwischen wenigen Metern und etwa 20 Metern Tiefe. Dort bewohnt er strukturreiche Bereiche mit vielen Korallenästen, Felsvorsprüngen und Spalten. Diese Strukturen dienen ihm als Rückzugsorte, Schlafplätze und Reviergrenzen. Besonders wichtig ist für ihn eine gute Durchströmung, da sie sauerstoffreiches Wasser und Nahrungspartikel heranträgt.

Der natürliche Lebensraum ist geprägt von stabilen Wasserwerten, hoher Lichtintensität und einer großen biologischen Vielfalt. Diese Bedingungen sollte man im Aquarium möglichst gut nachbilden, um dem Tier ein langfristig gesundes Leben zu ermöglichen.

Gattung und Familie

Pomacentrus wardi gehört zur Familie der Pomacentridae, also der Riffbarsche. Diese Familie umfasst mehrere hundert Arten und ist eine der bekanntesten Fischfamilien in Korallenriffen weltweit. Riffbarsche sind oft klein bis mittelgroß, territorial, farbenfroh und sehr anpassungsfähig.

Die Gattung Pomacentrus ist besonders artenreich und umfasst zahlreiche bekannte Aquarienfische. Typisch für diese Gattung sind eine eher kompakte Körperform, ein ausgeprägtes Revierverhalten und eine hohe Standorttreue. Viele Pomacentrus-Arten sind Allesfresser mit starkem Bezug zu Algenaufwuchs und kleinen wirbellosen Tieren.

Innerhalb der Gattung gilt Pomacentrus wardi als eher ruhiger Vertreter, zumindest im Vergleich zu einigen sehr aggressiven Arten. Dennoch bleibt er ein klassischer Riffbarsch mit deutlichem Territorialverhalten.

Beschreibung der Art

Pomacentrus wardi ist ein relativ kleiner Meerwasserfisch, der im Aquarium meist eine Endgröße von etwa 7 bis 9 Zentimetern erreicht. In der Natur können einzelne Exemplare minimal größer werden, bleiben aber insgesamt im kleineren Größenbereich.

Sein Körper ist seitlich leicht abgeflacht und relativ hochrückig. Diese Körperform erlaubt ihm schnelle Wendungen und kurze, explosive Bewegungen, wie sie im dichten Riff notwendig sind. Die Rückenflosse ist durchgehend und gut entwickelt, die Schwanzflosse leicht gegabelt bis abgerundet.

Charakteristisch für Pomacentrus wardi ist sein klares, kontrastreiches Erscheinungsbild, das ihn auch aus einiger Entfernung gut erkennbar macht. Trotz seiner eher geringen Größe wirkt er im Aquarium präsent und selbstbewusst.

Aussehen und Färbung

Das Aussehen von Pomacentrus wardi ist einer der Hauptgründe, warum sich Aquarianer für diese Art interessieren. Die Grundfärbung variiert je nach Herkunft und Stimmung des Tieres, liegt aber meist im Bereich von Blau- bis Grautönen. Häufig zeigen die Fische einen dezenten metallischen Glanz, der unter Aquarienbeleuchtung besonders gut zur Geltung kommt.

Typisch sind dunklere Akzente an den Flossenrändern oder im Bereich des Kopfes. Die Augen sind relativ groß und aufmerksam, was dem Fisch einen wachen Ausdruck verleiht. Jungtiere können in der Färbung etwas kontrastreicher oder heller wirken als ausgewachsene Exemplare.

Wie bei vielen Riffbarschen kann sich die Färbung je nach Stress, Revierkämpfen oder Fortpflanzungsstimmung verändern. Besonders während der Brutpflege wirken die Farben oft intensiver und klarer.

Verhalten und Sozialstruktur

Pomacentrus wardi zeigt das für Riffbarsche typische territoriale Verhalten. Er sucht sich im Aquarium einen festen Bereich aus, den er gegen Artgenossen und teilweise auch gegen andere ähnlich gebaute Fische verteidigt. Dieses Verhalten ist nicht extrem aggressiv, sollte aber keinesfalls unterschätzt werden.

Gegenüber friedlichen, zurückhaltenden Fischen kann Pomacentrus wardi dominant auftreten, vor allem wenn das Aquarium zu klein ist oder zu wenig Struktur bietet. In ausreichend großen Becken mit vielen Verstecken verteilt sich die Aggression jedoch gut.

Innerhalb der eigenen Art kann es zu Revierstreitigkeiten kommen, insbesondere zwischen gleichgeschlechtlichen Tieren. Eine Paarhaltung ist möglich, erfordert aber Erfahrung und ausreichend Platz. Gruppenhaltung ist eher schwierig und nur in sehr großen Aquarien mit sorgfältig abgestimmter Besatzdichte zu empfehlen.

Im Alltag ist Pomacentrus wardi sehr aktiv. Er schwimmt viel im mittleren und unteren Bereich des Aquariums, inspiziert ständig sein Revier und reagiert aufmerksam auf Futtergaben und Veränderungen im Becken.

Haltung im Aquarium

Beckengröße und Einrichtung

Für die dauerhafte Haltung von Pomacentrus wardi empfiehlt sich ein Meerwasseraquarium mit mindestens 300 Litern Volumen. Für ein Pärchen oder die Vergesellschaftung mit mehreren anderen Fischen sollte das Becken entsprechend größer sein.

Wichtig ist eine strukturreiche Einrichtung mit viel Lebendgestein. Höhlen, Spalten und Überhänge bieten Rückzugsorte und helfen dabei, Reviere klar abzugrenzen. Je mehr Sichtbarrieren vorhanden sind, desto geringer fällt die Aggression aus.

Der Bodengrund kann aus feinem bis mittlerem Korallensand bestehen. Eine starke, aber nicht zu turbulente Strömung ist ideal, da sie den natürlichen Lebensraum gut imitiert.

Wasserwerte

Pomacentrus wardi ist relativ tolerant, bevorzugt aber stabile, riffübliche Wasserwerte:

  • Temperatur: 24–26 °C
  • Salzgehalt: 1,023–1,025
  • pH-Wert: 8,0–8,4
  • Karbonathärte: 7–9 dKH
  • Nitrat: möglichst unter 20 mg/l
  • Phosphat: möglichst niedrig

Stabile Werte sind wichtiger als das exakte Einhalten einzelner Zahlen. Regelmäßige Wasserwechsel tragen maßgeblich zur Gesundheit der Fische bei.

Beleuchtung

Die Beleuchtung richtet sich in erster Linie nach den gepflegten Korallen. Pomacentrus wardi selbst stellt keine besonderen Ansprüche, profitiert aber von einer hellen, natürlichen Ausleuchtung, die seine Farben gut zur Geltung bringt.

Ernährung

In der Natur ernährt sich Pomacentrus wardi omnivor. Er frisst Algenaufwuchs, kleine Krebstiere, Zooplankton und andere mikroskopisch kleine Organismen. Diese Ernährungsweise sollte auch im Aquarium berücksichtigt werden.

Eine abwechslungsreiche Kost ist entscheidend. Geeignet sind:

  • Hochwertiges Flocken- und Granulatfutter für Meerwasserfische
  • Frostfutter wie Mysis, Artemia und Cyclops
  • Pflanzliche Bestandteile wie Spirulina
  • Gelegentlich fein gehackte Meeresalgen

Mehrere kleine Fütterungen pro Tag sind besser als eine große. So bleibt der Fisch aktiv und das Wasser wird weniger belastet.

Giftigkeit und Verträglichkeit

Pomacentrus wardi ist nicht giftig. Er besitzt keine Giftstacheln und gibt keine toxischen Stoffe ab. Für den Menschen besteht keine Gefahr, abgesehen von möglichen kleinen Bissverletzungen bei Arbeiten im Aquarium, wenn der Fisch sein Revier verteidigt.

In Bezug auf die Verträglichkeit gilt: Er kann mit vielen anderen Meerwasserfischen vergesellschaftet werden, solange diese nicht zu schüchtern oder sehr ähnlich gebaut sind. Gut geeignet sind größere Lippfische, Grundeln, Doktorfische oder ruhige Kaiserfische in entsprechend großen Becken.

Sehr aggressive Fische oder andere dominante Riffbarsche können hingegen zu Problemen führen. Auch kleine, extrem friedliche Arten können unter Druck geraten.

Vermehrung und Zucht

Die Nachzucht von Pomacentrus wardi im Aquarium ist grundsätzlich möglich, aber anspruchsvoll. Wie viele Riffbarsche gehört er zu den Substratlaichern. Das Paar sucht sich eine geeignete Fläche, meist einen flachen Stein oder eine geschützte Stelle im Riffaufbau, auf der das Weibchen die Eier ablegt.

Nach der Eiablage übernimmt meist das Männchen die Brutpflege. Es bewacht die Eier, fächelt ihnen Frischwasser zu und verteidigt das Revier besonders aggressiv. Die Larven schlüpfen nach wenigen Tagen und werden mit der Strömung ins freie Wasser getragen.

Die größte Herausforderung liegt in der Aufzucht der Larven. Diese sind sehr klein und benötigen feinste Lebendnahrung wie Rädertierchen oder frisch geschlüpfte Copepoden. Zudem ist eine separate Aufzuchtanlage mit stabilen Bedingungen notwendig.

Aus diesem Grund stammen die meisten im Handel erhältlichen Tiere aus Wildfängen, auch wenn Nachzuchten vereinzelt vorkommen.

Mögliche Krankheiten

Pomacentrus wardi gilt als robust, ist aber wie alle Meerwasserfische anfällig für typischen Meerwassererkrankungen. Dazu gehören:

  • Pünktchenkrankheit
  • Samtkrankheit
  • Bakterielle Infektionen
  • Parasitenbefall

Stress ist einer der Hauptauslöser für Krankheiten. Zu kleine Aquarien, falsche Vergesellschaftung oder schlechte Wasserqualität schwächen das Immunsystem.

Eine Quarantäne neuer Fische, regelmäßige Beobachtung und gute Pflege sind die besten Vorsorgemaßnahmen. Bei ersten Anzeichen von Krankheit sollte schnell gehandelt werden.

Häufig gestellte Fragen (FAQ)

Ist Pomacentrus wardi für Anfänger geeignet?

Mit etwas Grundwissen in der Meerwasseraquaristik ja. Er ist robust, aber sein Revierverhalten sollte verstanden werden.

Kann man ihn einzeln halten?

Ja, Einzelhaltung ist problemlos möglich und oft die einfachste Variante.

Ist eine Paarhaltung sinnvoll?

Möglich, aber nur in ausreichend großen Aquarien und mit Erfahrung.

Frisst Pomacentrus wardi Korallen?

Nein, er gilt als riffsicher und schädigt keine Korallen.

Wie alt wird Pomacentrus wardi?

Bei guter Pflege können 8 bis 10 Jahre erreicht werden.

Alternative Bezeichnungen

Pomacentrus wardi ist unter verschiedenen Namen bekannt. Neben der deutschen Bezeichnung Wards Riffbarsch findet man ihn auch als Ward’s Damselfish oder Ward’s Demoiselle. In manchen Regionen wird er einfach als australischer Riffbarsch bezeichnet.

Fazit

Pomacentrus wardi ist ein attraktiver, robuster und interessanter Meeresfisch, der sich besonders für Aquarianer eignet, die klassische Riffbarsche mögen, aber etwas Abwechslung suchen. Sein selbstbewusstes Auftreten, die schöne Färbung und sein aktives Verhalten machen ihn zu einem echten Blickfang im Riffaquarium.

Gleichzeitig sollte man sein territoriales Wesen nicht unterschätzen. Mit ausreichend Platz, guter Strukturierung des Aquariums und einer durchdachten Vergesellschaftung lässt sich Pomacentrus wardi jedoch problemlos langfristig pflegen.

Wer bereit ist, sich mit seinen Bedürfnissen auseinanderzusetzen, bekommt mit dem Wards Riffbarsch einen langlebigen und spannenden Bewohner, der das Leben im Meerwasseraquarium deutlich bereichert.

Haltungsbedingungen

Um Pomacentrus wardi (Wards Riffbarsch) möglichst artgerecht zu halten, empfehlen wir nachfolgende Bedingungen zu schaffen. Vor allem bei der Angabe zur Mindestgröße bitten wir zu beachten, dass die optimalen Verhältnisse unter Umständen erst in wesentlich größeren Aquarien hergestellt werden können.

  • Wassertemperatur: 24° bis 26°C
  • pH-Wert: 8.0 bis 8.4
  • Mindestaquariengröße: 300 Liter