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Pomacentrus chrysurus im Aquarium halten

Einrichtungsbeispiele mit Weißschwanz-Demoisselle

Pomacentrus chrysurus im Aquarium halten (Einrichtungsbeispiele mit Weißschwanz-Demoisselle)
Pomacentrus chrysurus (Weißschwanz-Demoisselle) - Bildquelle: Das Bild stammt von der freien Enzyklopädie Wikipedia. Lizenzhinweise: Paul Asman and Jill Lenoble, Pomacentrus chrysurus Whitetail Damsel - 46819995184, CC BY 2.0

Wissenswertes zu Pomacentrus chrysurus (Weißschwanz-Demoisselle)

Die Weißschwanz-Demoisselle, wissenschaftlich unter dem Namen Pomacentrus chrysurus bekannt, gehört zu den farbenprächtigsten und zugleich pflegeleichtesten Fischarten für das Meerwasseraquarium. Diese kleine, aber auffällige Fischart besticht durch ihre leuchtenden Farben, ihr lebhaftes Verhalten und ihre Anpassungsfähigkeit, was sie sowohl für Anfänger als auch für erfahrene Aquarianer interessant macht.

Herkunft und Verbreitung

Die Weißschwanz-Demoisselle stammt aus dem westlichen Pazifikraum, insbesondere aus den Küstenregionen rund um Indonesien, die Philippinen und Papua-Neuguinea. Sie bewohnt bevorzugt Korallenriffe und küstennahe Lagunen, wo sie sich zwischen den Korallenverzweigungen versteckt und Nahrung findet. Die Art ist bekannt für ihre hohe Anpassungsfähigkeit an unterschiedliche Riffbereiche, sei es in flachen Gewässern von nur wenigen Metern Tiefe oder in tieferen Bereichen bis etwa 20 Meter.

In der Natur spielt die Weißschwanz-Demoisselle eine wichtige Rolle im Ökosystem der Riffe. Sie ernährt sich hauptsächlich von Plankton, kleinen Algen und gelegentlich von kleinen wirbellosen Tieren. Durch ihr Verhalten, sich in der Nähe von Korallen zu bewegen und Algen zu kontrollieren, trägt sie indirekt zur Gesundheit des Riffs bei. Die Population dieser Art gilt als stabil, was sie zu einem beliebten Kandidaten für die Aquaristik macht.

Systematik: Gattung und Familie

Die Weißschwanz-Demoisselle gehört zur Familie der Pomacentridae, die weltweit für ihre leuchtenden Farben, ihre lebhaften Bewegungen und ihre komplexen sozialen Strukturen bekannt ist. Innerhalb dieser Familie gehört sie zur Gattung Pomacentrus, die zahlreiche kleine bis mittelgroße Meeresfische umfasst.

Die Gattung Pomacentrus zeichnet sich durch die folgenden Merkmale aus: kompakte Körperform, eine kräftige Schwanzflosse, einen relativ großen Kopf im Verhältnis zum Körper und ausgeprägte Augen, die eine gute Wahrnehmung der Umgebung ermöglichen. Pomacentriden sind meist territorial, was besonders in Aquarien eine Rolle spielt, da sie feste Bereiche innerhalb des Beckens verteidigen.

Pomacentrus chrysurus wurde erstmals wissenschaftlich beschrieben, weil ihre auffällige weiße Schwanzflosse und die gelbliche Färbung am Schwanzende sie von anderen ähnlichen Arten unterscheidet. Neben ihrem wissenschaftlichen Namen sind alternative Bezeichnungen in der Fachliteratur die Weißschwanz-Demoiselle, Gelbschwanz- Demoiselle oder schlicht Demoisellenfisch.

Beschreibung und Aussehen

Die Weißschwanz-Demoisselle ist ein kleiner, kräftiger Fisch, der in der Regel eine Größe von etwa 7 bis 9 Zentimetern erreicht. Einige Exemplare können unter optimalen Bedingungen bis zu 10 Zentimeter lang werden, was sie für die meisten mittelgroßen Meerwasseraquarien gut geeignet macht.

Der Körper ist hochrückig und oval geformt, mit einer leicht abgeflachten Seitenansicht, was ihr die Fähigkeit verleiht, sich geschickt zwischen Korallenästen zu bewegen. Das auffälligste Merkmal ist die weiße Schwanzflosse, die sich deutlich vom ansonsten leuchtend blauen bis türkisfarbenen Körper abhebt. Der Kopf ist relativ groß, die Augen sind prominent und dunkel gefärbt, was der Art eine ausdrucksstarke Erscheinung verleiht.

Die Grundfarbe des Körpers kann je nach Alter, Geschlecht und Umweltbedingungen variieren, reicht von kräftigem Blau über Türkis bis hin zu einem leicht metallischen Schimmer. Jungtiere zeigen oft intensivere Farbkontraste, die sich mit zunehmendem Alter und Reife leicht abschwächen.

Die Flossen sind gut ausgebildet: Rücken- und Afterflosse tragen kleine Stacheln, die der Verteidigung dienen, während die Brust- und Bauchflossen für präzise Bewegungen und schnelle Richtungswechsel sorgen. Diese Flossen ermöglichen es der Weißschwanz-Demoisselle, in engen Korallenräumen flink zu manövrieren, was sowohl der Nahrungssuche als auch dem Ausweichen vor Fressfeinden dient.

Verhalten

Die Weißschwanz-Demoisselle ist ein lebhafter, aktiver und teils territoriale Fischart. In der Natur besetzt sie kleine Bereiche innerhalb von Korallenriffen und verteidigt diese gegen Artgenossen oder andere kleine Fische. Sie ist tagsüber sehr aktiv, schwimmt konstant zwischen Verstecken und Futterplätzen hin und her und zeigt dabei ein ausgesprochen neugieriges Verhalten.

In Aquarien zeigt sich dieses Verhalten deutlich: Sie erkundet das gesamte Becken, sucht nach Verstecken und reagiert lebhaft auf Bewegung im Raum. Sie kann sich gut mit anderen friedlichen Riffbewohnern vertragen, sollte jedoch nicht mit deutlich größeren, aggressiven oder sehr dominanten Arten zusammengehalten werden, da sie sonst eingeschüchtert wird oder unter Stress leidet.

Soziale Strukturen sind bei dieser Art interessant zu beobachten: In Gruppen von mehreren Exemplaren kann es zu Hierarchien kommen, wobei dominante Tiere bestimmte Bereiche besetzen. Bei zu engem Zusammenleben können kleinere Konflikte auftreten, die sich jedoch in der Regel durch ausreichend Verstecke und territoriale Strukturen im Aquarium vermeiden lassen.

Haltungsempfehlungen

Aquariumgröße und Einrichtung

Für die Haltung von Pomacentrus chrysurus sollte das Becken mindestens 800 Liter fassen, da diese Art Bewegungsfreiheit benötigt und territoriale Ansprüche hat. Optimal ist ein Riffaquarium mit vielen Versteckmöglichkeiten wie Steinhöhlen, Korallenblöcken und künstlichen Riffen, die dem Fisch Rückzugsmöglichkeiten bieten und Stress reduzieren.

Die Bodengrundgestaltung sollte Sand oder feinen Kies enthalten, um natürliche Bedingungen zu imitieren. Lebende Korallen sind empfehlenswert, jedoch sollte auf die Verträglichkeit der Art mit empfindlichen Korallen geachtet werden, da einige Demoisellen gelegentlich kleine Teile anknabbern können.

Wasserwerte

Pomacentrus chrysurus ist relativ robust, reagiert aber empfindlich auf starke Schwankungen der Wasserparameter. Ideale Wasserwerte liegen bei:

  • Temperatur: 24–28 °C
  • Salzgehalt: 1,023–1,026 SG
  • pH-Wert: 8,1–8,4
  • Karbonathärte: 8–12 °dKH
  • Nitrit/Nitrate: möglichst nahe Null

Regelmäßige Wasserwechsel von 10–15 % alle zwei Wochen unterstützen die Gesundheit der Tiere, insbesondere in dicht besetzten Becken.

Ernährung

Die Weißschwanz-Demoisselle ist ein Allesfresser. In der Natur ernährt sie sich von Plankton, kleinen Krebstieren und Algen. Im Aquarium lässt sie sich hervorragend mit hochwertigem Flockenfutter, Granulat, gefrorenen oder lebenden Artemia- und Mysis-Krebsen füttern. Ergänzend kann pflanzliche Kost in Form von Algenblättern oder Spirulina angeboten werden.

Futter sollte 2–3 Mal täglich in kleinen Mengen gereicht werden, um Überfütterung und Wasserbelastung zu vermeiden. Diese Fütterungsfrequenz unterstützt zudem das natürliche Verhalten der Art, die regelmäßig auf Nahrungssuche ist.

Vergesellschaftung

Die Art ist mit vielen friedlichen Riffbewohnern kompatibel, darunter Clownfische, Doktorfische, Zwergkaiserfische und andere kleine bis mittelgroße Lippfische. Vorsicht ist bei sehr aggressiven Arten geboten, da diese die Weißschwanz-Demoisselle unterdrücken können. Einzelhaltung ist möglich, aber die Haltung in kleinen Gruppen (2–4 Tiere) kann das natürliche Verhalten und die Farbenpracht der Fische fördern.

Giftigkeit

Pomacentrus chrysurus ist für den Menschen ungiftig. Es gibt keine Berichte über gesundheitsschädliche Substanzen oder besondere Gefahren bei Berührung. Dennoch sollten Aquarianer beim Einsetzen, Reinigen oder Handling von Fischen immer vorsichtig sein, um Stress für die Tiere zu vermeiden.

Vermehrung und Zucht

Die Zucht von Weißschwanz-Demoisellen ist möglich, stellt aber aufgrund der spezifischen Anforderungen an Wasserqualität und Futter eine Herausforderung dar. In der Natur ist die Art ovipar, das heißt, sie legt Eier, die anschließend vom Männchen bewacht und belüftet werden.

Im Aquarium können sich männliche Tiere Nistplätze aussuchen, z. B. in kleinen Höhlen oder auf glatten Steinen. Nach der Eiablage bewacht das Männchen die Eier, schlägt mit den Flossen darüber, um Sauerstoff zuzuführen und verhindert, dass Schimmel oder Algen die Eier schädigen. Die Larven schlüpfen nach etwa 4–7 Tagen, abhängig von Temperatur und Wasserqualität. In dieser Phase ist eine Fütterung mit feinsten Lebendfutterformen wie frisch geschlüpften Artemia-Nauplien notwendig, da die Larven sehr empfindlich sind.

Die Aufzucht von Jungfischen erfordert Geduld und Erfahrung, kann aber bei richtiger Pflege erfolgreich durchgeführt werden und ist für ambitionierte Züchter eine lohnenswerte Herausforderung.

Krankheiten

Wie alle Meeresfische kann die Weißschwanz-Demoisselle unter verschiedenen Krankheiten leiden. Häufig sind:

  • Ichthyophthirius multifiliis (Ich): Erkennbar an weißen Punkten auf Haut und Flossen.
  • Velvet-Krankheit (Oodinium): Ein goldbrauner Belag auf der Haut, häufig begleitet von Atemnot.
  • Bakterielle Infektionen: Durch Verletzungen oder Stress ausgelöst.

Vorbeugend sind stabile Wasserwerte, ausreichende Verstecke, hochwertige Ernährung und eine Quarantäne neuer Tiere empfehlenswert. Bei Ausbruch von Krankheiten ist eine schnelle Diagnose und Behandlung mit geeigneten Medikamenten entscheidend.

Häufig gestellte Fragen (FAQs)

1. Wie groß wird die Weißschwanz-Demoisselle?

Die maximale Größe liegt bei 7–10 cm, wobei ausgewachsene Tiere meist 8–9 cm erreichen.

2. Ist die Art für Anfänger geeignet?

Ja, sie gilt als robust und pflegeleicht, solange die Wasserqualität konstant bleibt und das Aquarium ausreichend groß ist.

3. Kann man sie mit Korallen halten?

Ja, sie ist weitgehend korallenverträglich, kann aber gelegentlich Algen oder kleine Korallenteile anknabbern.

4. Wie lange lebt Pomacentrus chrysurus im Aquarium?

Bei optimalen Bedingungen kann die Weißschwanz-Demoisselle 5–7 Jahre alt werden, vereinzelt auch länger.

5. Ist die Art aggressiv?

Sie zeigt territoriales Verhalten, ist aber gegenüber friedlichen Beckenbewohnern meist verträglich.

Alternative Bezeichnungen

Die Weißschwanz-Demoisselle wird in verschiedenen Quellen unter unterschiedlichen Namen geführt:

  • Weißschwanz-Demoiselle
  • Gelbschwanz-Demoiselle
  • Demoisellenfisch
  • Gelber Schwanz-Demoiselle

Der wissenschaftliche Name Pomacentrus chrysurus wird in der Fachliteratur durchgehend verwendet, während die deutschen Bezeichnungen eher im Hobbybereich gängig sind.

Fazit

Die Weißschwanz-Demoisselle (Pomacentrus chrysurus) ist ein faszinierender Fisch für das Meerwasseraquarium, der durch leuchtende Farben, lebhaftes Verhalten und relativ einfache Pflege besticht. Sie eignet sich sowohl für Anfänger als auch für erfahrene Aquarianer, die ein aktives, farbenfrohes Tier in einem gut strukturierten Riffbecken halten möchten.

Ihre Robustheit, Kompatibilität mit vielen friedlichen Arten, abwechslungsreiche Ernährung und die Möglichkeit der Nachzucht machen sie zu einer der attraktivsten Arten innerhalb der Familie der Pomacentridae. Mit der richtigen Aquariumgröße, stabilen Wasserwerten, einer abwechslungsreichen Ernährung und ausreichend Verstecken kann die Weißschwanz-Demoisselle viele Jahre lang Freude bereiten und ist ein Highlight für jeden Meerwasseraquarianer.

Wer die faszinierende Welt der Korallenriffe ins eigene Zuhause holen möchte, findet in Pomacentrus chrysurus einen Fisch, der sowohl optisch als auch verhaltensmäßig beeindruckt und gleichzeitig die Pflegeanforderungen überschaubar hält. Ihre lebendige Art und die auffällige weiße Schwanzflosse machen sie zu einem echten Blickfang in jedem Riffbecken und zu einem dauerhaften Liebling unter Meerwasseraquarianern.

Haltungsbedingungen

Um Pomacentrus chrysurus (Weißschwanz-Demoisselle) möglichst artgerecht zu halten, empfehlen wir nachfolgende Bedingungen zu schaffen. Vor allem bei der Angabe zur Mindestgröße bitten wir zu beachten, dass die optimalen Verhältnisse unter Umständen erst in wesentlich größeren Aquarien hergestellt werden können.

  • Wassertemperatur: 24° bis 28°C
  • pH-Wert: 8.1 bis 8.4
  • Mindestaquariengröße: 800 Liter