Pomacentrus indicus im Aquarium halten
Einrichtungsbeispiele mit Indischer Riffbarsch

Wissenswertes zu Pomacentrus indicus (Indischer Riffbarsch)
Der Pomacentrus indicus, besser bekannt als Indischer Riffbarsch, ist ein farbenprächtiger, lebhafter Meeresfisch, der besonders in der Riffaquaristik immer mehr Aufmerksamkeit bekommt. Trotz seiner vergleichsweise geringen Größe bringt er eine starke Präsenz ins Aquarium, sowohl optisch als auch durch sein ausgeprägtes Verhalten. Diese Art gehört zu den typischen Bewohnern tropischer Korallenriffe und ist für Aquarianer interessant, die robuste, aktive und zugleich attraktive Fische pflegen möchten.
Herkunft und natürlicher Lebensraum
Pomacentrus indicus stammt aus dem Indischen Ozean und ist dort weit verbreitet. Sein Verbreitungsgebiet erstreckt sich von der Ostküste Afrikas über das Rote Meer, den Arabischen Golf, die Malediven, Sri Lanka und Indien bis hin zu Teilen Südostasiens. Er bewohnt bevorzugt flache Korallenriffe, Lagunen und küstennahe Riffbereiche.
In der Natur hält sich der Indische Riffbarsch meist in Tiefen zwischen 1 und 15 Metern auf. Dort lebt er in strukturreichen Bereichen mit vielen Korallen, Spalten und kleinen Höhlen. Diese bieten Schutz vor Fressfeinden und dienen gleichzeitig als Revier und Laichplatz. Das Wasser ist klar, warm und strömungsreich, mit stabilen Salz- und Temperaturwerten.
Gattung und Familie
- Wissenschaftlicher Name: Pomacentrus indicus
- Gattung: Pomacentrus
- Familie: Pomacentridae (Riffbarsche)
Die Familie der Pomacentridae umfasst mehrere hundert Arten und zählt zu den bekanntesten Fischfamilien in der Meeresaquaristik. Neben den klassischen Riffbarschen gehören auch die Anemonenfische zu dieser Familie. Die Gattung Pomacentrus ist besonders artenreich und zeichnet sich durch meist kleinere, sehr aktive Fische mit ausgeprägtem Territorialverhalten aus.
Beschreibung der Art
Der Indische Riffbarsch ist ein kompakter, seitlich leicht abgeflachter Fisch mit einer typischen Riffbarsch-Silhouette. Seine Körperform ist auf Wendigkeit und schnelle Bewegungen zwischen Korallen ausgelegt. In der Natur lebt er häufig in kleinen Gruppen oder lockeren Verbänden, wobei jedes Tier ein eigenes kleines Revier beansprucht.
Charakteristisch für Pomacentrus indicus ist seine hohe Anpassungsfähigkeit. Er kommt mit wechselnden Umweltbedingungen gut zurecht und gilt daher als vergleichsweise widerstandsfähig. Das macht ihn auch für Aquarianer interessant, die noch nicht jahrelange Erfahrung mit empfindlichen Meeresfischen haben.
Aussehen und Färbung
Optisch ist der Indische Riffbarsch ein echter Hingucker. Die Grundfarbe des Körpers ist meist intensiv blau bis blaugrün, oft mit metallischem Schimmer. Je nach Herkunft und individueller Ausprägung können Farbnuancen variieren. Manche Tiere zeigen leicht gelbliche oder grünliche Akzente, besonders im Kopf- und Rückenbereich.
Die Flossen sind meist dunkler gefärbt und können schwarze oder dunkelblaue Ränder aufweisen. Jungtiere sind oft etwas blasser, entwickeln ihre volle Farbintensität jedoch mit zunehmendem Alter und bei optimalen Haltungsbedingungen.
Die maximale Größe liegt bei etwa 8 bis 9 Zentimetern, im Aquarium bleiben die meisten Tiere etwas kleiner.
Verhalten und Charakter
Pomacentrus indicus ist ein lebhaftes, neugieriges und territoriales Tier. Er erkundet ständig sein Umfeld und zeigt ein ausgeprägtes Revierverhalten, besonders gegenüber Artgenossen oder ähnlich gefärbten Fischen. Dieses Verhalten ist typisch für viele Riffbarsche.
Gegenüber friedlichen, größeren Fischen ist er meist unproblematisch, kann jedoch kleinere oder sehr ruhige Arten gelegentlich bedrängen. Innerhalb einer Gruppe kann es zu Rangordnungen kommen, die durch kurze Jagden oder Drohgebärden geklärt werden.
Interessant ist sein Verhalten gegenüber dem Pfleger: Viele Tiere werden schnell zutraulich, schwimmen beim Füttern aktiv zur Scheibe und scheinen ihre Bezugsperson zu erkennen.
Haltung im Aquarium
Beckengröße
Für die artgerechte Haltung eines Indischen Riffbarsches empfiehlt sich ein Meerwasseraquarium mit mindestens 300 Litern. Möchte man mehrere Tiere oder eine kleine Gruppe halten, sollte das Becken deutlich größer sein, idealerweise ab 450 Litern. Wichtig ist nicht nur das Volumen, sondern vor allem eine strukturreiche Einrichtung.
Einrichtung und Dekoration
Das Aquarium sollte mit Lebendgestein, Riffkeramik oder vergleichbaren Strukturen ausgestattet sein. Viele Verstecke, Spalten und Höhlen sind essenziell, damit der Fisch sein Revier abgrenzen und sich bei Stress zurückziehen kann. Freier Schwimmraum ist ebenfalls wichtig, da Pomacentrus indicus sehr aktiv ist.
Korallen können problemlos gehalten werden, da der Indische Riffbarsch als riffverträglich gilt und keine Korallen frisst oder beschädigt.
Wasserwerte
Stabile Wasserwerte sind entscheidend für langfristigen Erfolg:
- Temperatur: 24–26 °C
- Salzgehalt: 1,022–1,025
- pH-Wert: 8,0–8,4
- Karbonathärte: 7–9 dKH
- Nitrat: möglichst unter 20 mg/l
- Phosphat: sehr niedrig
Eine gute Strömung und effiziente Filterung sind wichtig, da diese Art sauerstoffreiches Wasser bevorzugt.
Vergesellschaftung
Die Vergesellschaftung von Pomacentrus indicus sollte gut durchdacht sein. Geeignete Mitbewohner sind:
- Größere, friedliche Lippfische
- Doktorfische
- Zwergkaiserfische
- Grundeln
- Fahnenbarsche
Weniger geeignet sind sehr ruhige oder scheue Fische sowie andere stark territoriale Riffbarsche, insbesondere aus derselben Gattung. Auch ähnliche Farbtypen können Aggressionen auslösen.
Ernährung
Der Indische Riffbarsch ist ein Allesfresser mit Schwerpunkt auf tierischer Nahrung. In der Natur ernährt er sich von Zooplankton, kleinen Krebstieren, Algenaufwuchs und organischen Partikeln.
Im Aquarium sollte er abwechslungsreich gefüttert werden:
- Frostfutter wie Artemia, Mysis, Cyclops
- Hochwertiges Granulat- und Flockenfutter für Meeresfische
- Gelegentlich feines pflanzliches Futter oder Algenprodukte
Mehrere kleine Fütterungen pro Tag sind besser als eine große, da sie dem natürlichen Fressverhalten entsprechen.
Giftigkeit
Pomacentrus indicus ist nicht giftig. Weder für den Menschen noch für andere Aquarienbewohner besteht eine Gefahr durch Giftstoffe. Allerdings besitzt er, wie viele Fische, kleine Dornen in der Rückenflosse, an denen man sich bei unvorsichtigem Hantieren verletzen kann. Diese Verletzungen sind jedoch mechanischer Natur und nicht toxisch.
Vermehrung und Zucht
Die Zucht von Pomacentrus indicus im Aquarium ist anspruchsvoll, aber grundsätzlich möglich. In der Natur handelt es sich um Substratlaicher. Das Männchen bereitet eine geeignete Stelle auf festem Untergrund vor, oft einen Stein oder eine geschützte Fläche im Riff.
Nach der Eiablage übernimmt das Männchen die Bewachung und Belüftung der Eier. Die Larven schlüpfen nach wenigen Tagen und sind planktonisch, was die Aufzucht im Aquarium schwierig macht. Sie benötigen sehr feines Lebendfutter und spezielle Aufzuchtbedingungen.
Erfolgreiche Nachzuchten sind bisher eher selten und erfordern Erfahrung in der Meerwasserzucht.
Mögliche Krankheiten
Wie viele Meeresfische kann auch der Indische Riffbarsch anfällig für typischen Meerwassererkrankungen sein, insbesondere bei Stress oder schlechten Wasserwerten.
Häufige Probleme sind:
- Pünktchenkrankheit
- Samtkrankheit
- Bakterielle Infektionen
- Flossenfransigkeit
Vorbeugend wirken stabile Wasserwerte, eine abwechslungsreiche Ernährung und eine Quarantäne neuer Tiere. Bei rechtzeitigem Eingreifen sind die meisten Erkrankungen gut behandelbar.
Alternative Bezeichnungen
Der Pomacentrus indicus ist unter verschiedenen Namen bekannt:
- Indischer Riffbarsch
- Indian Damselfish
- Indischer Korallenbarsch
- Pomacentrus sp. indicus
Im Handel wird er gelegentlich auch unter Sammelbezeichnungen für Riffbarsche geführt, was zu Verwechslungen mit ähnlichen Arten führen kann.
Häufig gestellte Fragen (FAQs)
Ist Pomacentrus indicus für Anfänger geeignet?
Ja, mit grundlegender Erfahrung in der Meerwasseraquaristik ist diese Art gut haltbar.
Kann man ihn einzeln halten?
Ja, Einzelhaltung ist problemlos möglich und oft sogar stressfreier als Gruppenhaltung.
Frisst er Korallen?
Nein, er gilt als riffverträglich.
Wie alt wird ein Indischer Riffbarsch?
Bei guter Pflege kann er 5 bis 7 Jahre alt werden, teilweise auch länger.
Ist er aggressiv?
Er ist territorial, aber nicht übermäßig aggressiv, wenn ausreichend Platz vorhanden ist.
Fazit
Der Pomacentrus indicus ist ein attraktiver, robuster und charakterstarker Meeresfisch, der jedes Riffaquarium belebt. Seine intensive Färbung, sein aktives Verhalten und seine vergleichsweise einfache Pflege machen ihn zu einer beliebten Wahl für viele Aquarianer. Wer ihm ausreichend Platz, stabile Wasserwerte und eine strukturreiche Umgebung bietet, wird lange Freude an diesem faszinierenden Riffbewohner haben.
Trotz seines selbstbewussten Auftretens ist der Indische Riffbarsch gut in Gemeinschaftsbecken integrierbar und zeigt spannende Verhaltensweisen, die ihn zu einem echten Blickfang machen. Für Aquarianer, die einen lebhaften, aber dennoch gut kontrollierbaren Fisch suchen, ist Pomacentrus indicus eine hervorragende Wahl.
Haltungsbedingungen
Um Pomacentrus indicus (Indischer Riffbarsch) möglichst artgerecht zu halten, empfehlen wir nachfolgende Bedingungen zu schaffen. Vor allem bei der Angabe zur Mindestgröße bitten wir zu beachten, dass die optimalen Verhältnisse unter Umständen erst in wesentlich größeren Aquarien hergestellt werden können.
- Wassertemperatur: 24° bis 26°C
- pH-Wert: 8.0 bis 8.4
- Mindestaquariengröße: 300 Liter