Pomacentrus pavo im Aquarium halten
Einrichtungsbeispiele mit Pfauen-Riffbarsch

Wissenswertes zu Pomacentrus pavo (Pfauen-Riffbarsch)
Herkunft und Verbreitung
Der Pfauen-Riffbarsch (Pomacentrus pavo) ist ein farbenprächtiger Vertreter der Familie der Riffbarsche, die in tropischen Meeren weit verbreitet sind. Sein natürliches Verbreitungsgebiet erstreckt sich über den Indopazifik, von den Küsten Ostafrikas über den Roten Meerraum bis hin zu den Korallenriffen Indonesiens, der Philippinen und Nordaustraliens. Besonders häufig findet man Pomacentrus pavo in flachen Lagunen und Riffzonen, wo das Wasser klar und gut durchlüftet ist und eine Vielzahl von Versteckmöglichkeiten in Form von Korallen, Felsen und Bodengrund besteht.
Die Art bevorzugt warmes Wasser mit Temperaturen zwischen 24 und 28 Grad Celsius und einem stabilen Salzgehalt, wie er in tropischen Meeren üblich ist. In der Natur lebt der Pfauen-Riffbarsch sowohl in kleinen Gruppen als auch einzeln, meist in unmittelbarer Nähe von Korallenformationen, die Schutz vor Fressfeinden bieten. Durch seine auffällige Färbung dient der Fisch sowohl der Kommunikation innerhalb der Art als auch der Abschreckung von Rivalen oder potenziellen Räubern.
Gattung und Familie
Pomacentrus pavo gehört zur Familie der Pomacentridae, einer sehr vielfältigen Fischfamilie, die über 350 Arten umfasst. Diese Familie ist für ihre farbenfrohen Vertreter bekannt, die in Riffen leben und oft territorial sind. Die Gattung Pomacentrus umfasst zahlreiche Arten, die sich in Größe, Färbung und Verhalten unterscheiden, wobei P. pavo zu den kleineren, aber besonders auffälligen Vertretern zählt.
Innerhalb der Familie sind die Pfauen-Riffbarsche eng verwandt mit anderen bekannten Riffbarschen wie Chromis oder Amphiprion. Charakteristisch für die Gattung Pomacentrus sind kompakte, meist hochrückige Körper, ausgeprägte Schwimmflossen und eine Vielzahl an leuchtenden Farben, die je nach Alter und Geschlecht variieren können.
Aussehen und Merkmale
Der Pfauen-Riffbarsch ist ein kleiner, aber auffälliger Fisch, der in der Regel eine Länge von 8 bis 10 Zentimetern erreicht, selten auch bis zu 12 Zentimeter. Die charakteristische Färbung besteht aus einem leuchtend blauen Grundton, der von kontrastierenden schwarzen oder dunkleren Flecken auf den Flanken begleitet wird. Besonders markant ist das „Pfauenmuster“, das ihm den Namen gegeben hat: ein Netz aus hellen Linien und Punkten, das an das Federkleid eines Pfaus erinnert.
Die Körperform ist typisch für Riffbarsche: hochrückig, seitlich leicht abgeflacht, mit einer kräftigen Schwanzflosse und gut entwickelten Rücken- und Afterflossen, die ihm Agilität und Wendigkeit verleihen. Die Augen sind relativ groß und stehen weit vorne, was eine gute Wahrnehmung der Umgebung ermöglicht. Männchen und Weibchen sind farblich ähnlich, wobei Männchen in der Regel etwas intensiver gefärbt sind, insbesondere während der Fortpflanzungsphase.
Verhalten
Pfauen-Riffbarsche sind territorial und zeigen in der Regel ein aktives, aber nicht übermäßig aggressives Verhalten. Sie leben sowohl einzeln als auch in kleinen Gruppen und verteidigen bei Bedarf ihr Revier gegenüber Artgenossen und anderen kleinen Fischen. Innerhalb einer Gruppe etabliert sich häufig eine Rangordnung, wobei dominante Tiere bevorzugt die besten Verstecke und Futterplätze besetzen.
In der Natur halten sich Pfauen-Riffbarsche bevorzugt in unmittelbarer Nähe von Korallenriffen auf, wo sie Schutz vor Räubern finden und gleichzeitig eine gute Nahrungsquelle haben. Sie sind tagaktiv, schwimmen in kurzen, wendigen Bewegungen und ernähren sich überwiegend von Plankton, kleinen Wirbellosen und Algen.
Im Aquarium zeigen sie ein vergleichbares Verhalten, wobei sie häufig neugierig auf ihre Umgebung reagieren und durchaus mit anderen friedlichen Fischen koexistieren können. Aufgrund ihrer Territorialschemata sollte man sie nicht mit besonders aggressiven oder dominanten Arten zusammenhalten, um Stress zu vermeiden.
Haltungsempfehlungen
Die Haltung von Pomacentrus pavo im Aquarium erfordert einige spezifische Bedingungen, um Wohlbefinden und Gesundheit zu gewährleisten. Die wichtigsten Faktoren lassen sich wie folgt zusammenfassen:
Beckengröße und Einrichtung
Für einzelne Tiere oder Paare wird ein Aquarium von mindestens 300 Litern empfohlen, für eine kleine Gruppe sollte das Becken 450 Liter oder mehr fassen. Die Einrichtung sollte naturnah gestaltet werden, mit reichlich Versteckmöglichkeiten wie Korallen, Riffaufbauten, Höhlen und Wurzeln. Offene Schwimmbereiche sollten ebenfalls vorhanden sein, da Pfauen-Riffbarsche aktive Schwimmer sind.
Der Bodengrund kann aus feinem Sand bestehen, der sowohl die Optik unterstützt als auch die natürliche Futtersuche ermöglicht. Lebende Steine sind besonders vorteilhaft, da sie Mikroorganismen und Algen beherbergen, die Teil der natürlichen Nahrung sind und zur biologischen Filterung beitragen.
Wasserqualität
Pfauen-Riffbarsche benötigen eine stabile Wasserqualität mit einem Salzgehalt von 1,023 bis 1,026 spezifisches Gewicht und einer Temperatur zwischen 24 und 28 Grad Celsius. Der pH-Wert sollte bei 8,1 bis 8,4 liegen, die Gesamthärte zwischen 8 und 12° dH. Regelmäßige Wasserwechsel, idealerweise 10 bis 15 % pro Woche, sowie ein leistungsfähiger Filter sorgen für ein gesundes Aquariumklima.
Ernährung
Die Ernährung sollte abwechslungsreich und reich an Proteinen sein. Lebendfutter wie Artemia, Mysis-Garnelen oder kleine Insektenlarven wird gern angenommen und fördert Gesundheit und Farbintensität. Zusätzlich sollte hochwertiges Frost- oder Trockenfutter angeboten werden, um eine ausgewogene Ernährung zu gewährleisten. Pflanzliche Nahrung kann gelegentlich ergänzt werden, um den Nährstoffbedarf zu decken.
Verträglichkeit
Pomacentrus pavo ist grundsätzlich friedlich, kann aber gegenüber Artgenossen territoriales Verhalten zeigen. In Gemeinschaftsaquarien sollte man auf ähnlich große und nicht übermäßig aggressive Fische achten. Sehr dominante Arten oder besonders räuberische Fische sind ungeeignet, da Pfauen-Riffbarsche schnell gestresst werden. Ideal sind andere kleine, friedliche Riffbewohner wie bestimmte Zwergbarsche, kleine Grundeln oder friedliche Schneckenfresser.
Giftigkeit
Der Pfauen-Riffbarsch ist für Menschen ungiftig. Es besteht kein Risiko bei Berührung oder versehentlichem Verschlucken kleiner Mengen. Auch im Aquarium zeigt die Art keine Tendenz, toxische Substanzen abzugeben, sodass sie bedenkenlos mit anderen friedlichen Riffbewohnern kombiniert werden kann.
Vermehrung und Zucht
Die Zucht von Pomacentrus pavo im Aquarium ist anspruchsvoll, aber mit entsprechender Vorbereitung möglich. Pfauen-Riffbarsche sind Eierleger, die ihr Gelege in kleinen Höhlen oder zwischen Korallen ablegen. Männchen betreiben Brutpflege, indem sie die Eier bewachen, reinigen und durch Flossenschläge mit Sauerstoff versorgen.
Die Fortpflanzung kann im Aquarium durch folgende Bedingungen gefördert werden:
- Einrichtung von ausreichend Verstecken und kleinen Höhlen.
- Stabilisierung der Wasserparameter und Vermeidung von Stress.
- Bereitstellung proteinreicher Nahrung zur Förderung der Paarung und Eiablage.
Nach der Eiablage schlüpfen die Larven nach etwa 5 bis 7 Tagen, sind jedoch zunächst winzig und benötigen sehr feines Lebendfutter, wie z. B. Infusorien oder frisch geschlüpfte Artemia. Die Aufzucht der Jungfische erfordert eine sorgfältige Wasserpflege, regelmäßige Fütterung und Schutz vor größeren Aquarienbewohnern.
Krankheiten und Prävention
Pfauen-Riffbarsche sind relativ robust, können jedoch wie alle tropischen Meeresfische unter Stress oder unzureichender Wasserqualität erkranken. Typische Krankheiten umfassen Parasitenbefall, bakterielle Infektionen und Pilzerkrankungen. Besonders häufig ist der Befall durch Ichthyophthirius multifiliis („Ich“) oder Cryptocaryon irritans, der sich durch weiße Punkte auf Haut und Flossen zeigt.
Zur Prävention sollte auf folgende Punkte geachtet werden:
- Stabile Wasserparameter und regelmäßige Wasserwechsel.
- Vermeidung von Überbesatz im Aquarium.
- Ausgewogene Ernährung zur Stärkung des Immunsystems.
- Quarantäne neuer Tiere vor Eingliederung ins Hauptbecken.
Bei Ausbruch von Krankheiten ist eine frühzeitige Behandlung mit geeigneten Medikamenten oder Salzbädern notwendig, um die Heilungschancen zu erhöhen.
Alternative Bezeichnungen
Pomacentrus pavo wird in der Literatur und im Aquaristikhandel unter verschiedenen Namen geführt. Dazu zählen unter anderem Pfauen-Riffbarsch, Peacock Damselfish und Blue Pomacentrus. Die Namensgebung hängt häufig von der regionalen Verbreitung und vom jeweiligen Handel ab, wobei „Pfauen-Riffbarsch“ im deutschsprachigen Raum die gängigste Bezeichnung ist.
FAQs
Frage: Wie groß wird ein Pfauen-Riffbarsch im Aquarium?
Antwort: In der Regel 8 bis 10 Zentimeter, selten bis zu 12 Zentimeter.
Frage: Ist Pomacentrus pavo für Anfänger geeignet?
Antwort: Mit der richtigen Wasserpflege, Ernährung und Beckeneinrichtung kann er auch von fortgeschrittenen Einsteigern gepflegt werden, ist jedoch nicht uneingeschränkt für Anfänger geeignet, da stabile Wasserwerte wichtig sind.
Frage: Kann der Pfauen-Riffbarsch mit anderen Fischen vergesellschaftet werden?
Antwort: Ja, er ist grundsätzlich friedlich, sollte aber nicht mit sehr dominanten oder räuberischen Arten zusammengehalten werden.
Frage: Wie kann man die Farbintensität des Fisches fördern?
Antwort: Durch abwechslungsreiche, proteinreiche Ernährung, stabile Wasserqualität und eine naturnahe Umgebung mit Verstecken und Korallen.
Frage: Ist der Pfauen-Riffbarsch aggressiv?
Antwort: Er ist territorial gegenüber Artgenossen, zeigt jedoch im Allgemeinen keine übermäßige Aggressivität gegenüber anderen Arten.
Fazit
Der Pfauen-Riffbarsch (Pomacentrus pavo) ist eine faszinierende und farbenprächtige Ergänzung für jedes tropische Riffaquarium. Seine auffällige Färbung, das interessante Verhalten und die aktive Lebensweise machen ihn zu einem beliebten Fisch für Meerwasseraquarien. Trotz seiner relativen Robustheit erfordert er eine sorgfältige Haltung, stabile Wasserparameter und eine naturnahe Einrichtung, um sein Wohlbefinden sicherzustellen.
Die Zucht im Aquarium ist möglich, aber anspruchsvoll und erfordert Erfahrung sowie optimale Bedingungen für Eiablage und Larvenaufzucht. Mit der richtigen Pflege zeigt der Pfauen-Riffbarsch jedoch eine beeindruckende Langlebigkeit und Farbintensität, die jeden Aquarianer begeistert. Durch seine friedliche Natur gegenüber anderen kompatiblen Arten und sein aktives Schwimmverhalten wird er zu einem echten Blickfang in jedem Riffbecken.
Für Aquarianer, die Wert auf farbenprächtige und interessante Fische legen, ist Pomacentrus pavo eine lohnende Wahl, die sowohl die Schönheit eines Riffaquariums unterstreicht als auch ein aktives, lebendiges Becken schafft. Mit Geduld, Wissen und der richtigen Pflege kann dieser kleine, aber beeindruckende Fisch viele Jahre Freude bereiten und das Aquarium in eine lebendige Miniaturwelt tropischer Riffe verwandeln.
Haltungsbedingungen
Um Pomacentrus pavo (Pfauen-Riffbarsch) möglichst artgerecht zu halten, empfehlen wir nachfolgende Bedingungen zu schaffen. Vor allem bei der Angabe zur Mindestgröße bitten wir zu beachten, dass die optimalen Verhältnisse unter Umständen erst in wesentlich größeren Aquarien hergestellt werden können.
- Wassertemperatur: 24° bis 28°C
- pH-Wert: 8.1 bis 8.4
- Mindestaquariengröße: 300 Liter
