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Pomacentrus nagasakiensis im Aquarium halten

Einrichtungsbeispiele mit Nagasaki Riffbarsch

Pomacentrus nagasakiensis im Aquarium halten (Einrichtungsbeispiele mit Nagasaki Riffbarsch)
Pomacentrus nagasakiensis (Nagasaki Riffbarsch) - Bildquelle: Das Bild stammt von der freien Enzyklopädie Wikipedia. Lizenzhinweise: Rickard Zerpe, Nagasaki damsel (Pomacentrus nagasakiensis) (37055928912), CC BY 2.0

Wissenswertes zu Pomacentrus nagasakiensis (Nagasaki Riffbarsch)

Der Pomacentrus nagasakiensis, besser bekannt als Nagasaki Riffbarsch, gehört zu den eher unbekannten, aber dennoch äußerst spannenden Vertretern der Riffbarsche. Gerade für Meerwasseraquarianer, die sich intensiver mit der Haltung kleiner, revierbildender Rifffische beschäftigen möchten, ist diese Art eine echte Bereicherung. Er kombiniert eine interessante Färbung mit typischem Riffbarschverhalten, ist robust, vergleichsweise pflegeleicht und bringt Leben in jedes gut strukturierte Riffaquarium.

Herkunft und natürlicher Lebensraum

Pomacentrus nagasakiensis stammt aus dem westlichen Pazifik. Sein natürliches Verbreitungsgebiet erstreckt sich über Teile Japans, insbesondere rund um die Ryukyu-Inseln, sowie angrenzende Regionen Ostasiens. Der Name „nagasakiensis“ verweist direkt auf die Gegend um Nagasaki, wo diese Art erstmals wissenschaftlich beschrieben wurde.

In freier Natur bewohnt der Nagasaki Riffbarsch flache Küstenriffe, Lagunen und geschützte Außenriffe. Dort hält er sich bevorzugt in Tiefen zwischen etwa 2 und 15 Metern auf. Typisch sind strukturreiche Riffbereiche mit vielen Spalten, kleinen Höhlen, Korallenästen und Geröllzonen. Diese Strukturen dienen nicht nur als Schutz vor Fressfeinden, sondern auch als Revier und potenzieller Laichplatz.

Die Wasserbedingungen im natürlichen Lebensraum sind stabil: warmes, klares Meerwasser mit Temperaturen zwischen 23 und 27 Grad Celsius, eine konstante Salinität und eine gute Sauerstoffversorgung. Strömung ist meist moderat, kann in äußeren Riffzonen aber auch deutlich stärker ausfallen.

Gattung und Familie

Der Nagasaki Riffbarsch gehört zur Familie der Pomacentridae, also der Riffbarsche. Diese Familie umfasst mehrere hundert Arten und ist weltweit in tropischen und subtropischen Meeren verbreitet. Riffbarsche zählen zu den auffälligsten und zahlenmäßig häufigsten Fischen an Korallenriffen.

Innerhalb dieser Familie gehört Pomacentrus nagasakiensis zur Gattung Pomacentrus. Diese Gattung ist besonders artenreich und umfasst zahlreiche kleine bis mittelgroße Riffbarsche, die für ihr ausgeprägtes Revierverhalten, ihre Anpassungsfähigkeit und ihre oft intensive Färbung bekannt sind.

Typisch für Pomacentrus-Arten sind:

  • eine gedrungene, seitlich abgeflachte Körperform
  • ein relativ großer Kopf mit kräftigem Maul
  • ausgeprägtes Territorialverhalten
  • hohe Anpassungsfähigkeit an verschiedene Riffzonen

Beschreibung und Aussehen

Pomacentrus nagasakiensis ist ein eher kleiner Riffbarsch. Die maximale Körperlänge liegt in der Regel bei etwa 7 bis 8 Zentimetern. Damit eignet er sich auch für kleinere Meerwasseraquarien, sofern diese gut strukturiert sind.

Die Grundfärbung ist meist ein kräftiges Blau bis Blaugrün, das je nach Lichteinfall metallisch schimmern kann. Besonders auffällig ist häufig ein dunkler bis schwarzer Fleck im Bereich der Rückenflosse oder im hinteren Körperbereich, der je nach Individuum unterschiedlich stark ausgeprägt sein kann. Die Flossen sind meist transparent bis leicht bläulich und können feine dunkle Säume aufweisen.

Jungtiere sind oft etwas kontrastreicher gefärbt als adulte Tiere. Mit zunehmendem Alter kann die Färbung minimal matter werden, bleibt aber insgesamt sehr attraktiv. Geschlechtsunterschiede sind äußerlich kaum zu erkennen, was die gezielte Zucht etwas erschwert.

Verhalten und Sozialstruktur

Wie die meisten Riffbarsche zeigt auch Pomacentrus nagasakiensis ein ausgeprägtes Territorialverhalten. Jedes Tier beansprucht ein eigenes kleines Revier, das energisch gegen Artgenossen und ähnlich aussehende Fische verteidigt wird. Dieses Verhalten ist besonders in kleineren Aquarien deutlich zu beobachten.

Gegenüber anderen Fischarten verhält sich der Nagasaki Riffbarsch meist selbstbewusst, aber nicht übermäßig aggressiv, solange genügend Platz und Rückzugsmöglichkeiten vorhanden sind. In zu kleinen oder schlecht strukturierten Becken kann es jedoch zu Dauerstress für schwächere Mitbewohner kommen.

Im natürlichen Habitat leben diese Fische entweder einzeln oder in lockeren Gruppen mit klar abgegrenzten Revieren. Eine Paarbildung ist möglich, vor allem im Zusammenhang mit der Fortpflanzung.

Haltung im Aquarium

Beckengröße

Für die dauerhafte Haltung eines einzelnen Pomacentrus nagasakiensis empfiehlt sich ein Meerwasseraquarium ab etwa 300 Litern. Möchte man ein Paar oder eine kleine Gruppe halten, sollte das Becken deutlich größer sein, idealerweise ab 450 Litern aufwärts.

Wichtig ist weniger das reine Volumen als vielmehr die Grundfläche und Strukturierung. Viele Verstecke, Höhlen und Sichtbarrieren helfen, Aggressionen zu reduzieren.

Einrichtung

Ein klassisches Riffaquarium mit Lebendgestein ist ideal. Das Gestein sollte so aufgebaut sein, dass mehrere getrennte Bereiche entstehen. Korallenäste, Überhänge und kleine Höhlen werden gerne angenommen.

Feiner bis mittlerer Bodengrund ist ausreichend. Der Fisch hält sich überwiegend im mittleren bis unteren Bereich des Aquariums auf und nutzt das Gestein intensiv.

Wasserwerte

Stabile Wasserwerte sind entscheidend für langfristige Gesundheit:

  • Temperatur: 24–26 °C
  • pH-Wert: 8,0–8,4
  • Salinität: 1,022–1,025
  • Karbonathärte: 7–9 dKH
  • Nitrat: möglichst unter 20 mg/l
  • Phosphat: niedrig, ideal unter 0,1 mg/l

Regelmäßige Wasserwechsel und eine gute Filterung sind wichtig, da Riffbarsche recht futterfreudig sind.

Vergesellschaftung

Pomacentrus nagasakiensis kann gut mit vielen anderen Meerwasserfischen vergesellschaftet werden, sofern diese nicht zu ähnlich aussehen oder ebenfalls stark territorial sind. Vorsicht ist geboten bei anderen Pomacentrus-Arten oder sehr kleinen, friedlichen Fischen.

Gut geeignet sind zum Beispiel:

  • Lippfische
  • Grundeln
  • größere Garnelen
  • friedliche Doktorfische in ausreichend großen Becken

Nicht empfehlenswert ist die Haltung mit extrem aggressiven Arten oder sehr schüchternen Zwergfischen.

Fütterung

Der Nagasaki Riffbarsch ist ein Allesfresser mit deutlicher Vorliebe für tierische Kost. In der Natur ernährt er sich von Zooplankton, kleinen Krebstieren, Algenaufwuchs und organischen Partikeln.

Im Aquarium sollte die Ernährung abwechslungsreich gestaltet werden:

  • Frostfutter wie Mysis, Artemia und Cyclops
  • feines Granulat- oder Flockenfutter für Meerwasserfische
  • gelegentlich pflanzliche Kost, zum Beispiel Spirulina

Mehrere kleine Fütterungen pro Tag sind besser als eine große, da dies dem natürlichen Fressverhalten entspricht.

Giftigkeit

Pomacentrus nagasakiensis gilt nicht als giftig. Er besitzt keine Giftstacheln oder toxischen Hautsekrete, wie sie bei manchen anderen Meeresfischen vorkommen. Dennoch sollte man beim Hantieren im Aquarium vorsichtig sein, da auch kleine Bisse oder Abwehrreaktionen möglich sind, wenn sich das Tier bedrängt fühlt.

Vermehrung und Zucht

Die Zucht von Pomacentrus nagasakiensis im Aquarium ist grundsätzlich möglich, aber nicht ganz einfach. Wie viele Riffbarsche sind sie Substratlaicher. Das Männchen wählt einen geeigneten Platz, meist eine glatte Steinfläche oder eine Höhle, und bewacht diesen intensiv.

Nach der Eiablage übernimmt in der Regel das Männchen die Brutpflege. Es befächelt die Eier mit den Flossen und verteidigt sie aggressiv gegen Eindringlinge. Die Larven schlüpfen nach wenigen Tagen, sind jedoch extrem klein und pelagisch.

Die größte Herausforderung liegt in der Aufzucht der Larven. Diese benötigen:

  • sehr feines Lebendfutter (z. B. Rädertierchen)
  • später frisch geschlüpfte Artemia-Nauplien
  • stabile Wasserwerte und spezielle Aufzuchtbecken

Daher gelingt die Nachzucht meist nur erfahrenen Aquarianern oder professionellen Zuchtanlagen.

Mögliche Krankheiten

Pomacentrus nagasakiensis gilt als robust, kann aber wie alle Meeresfische erkranken. Häufige Probleme sind:

  • Weißpünktchenkrankheit bei Stress oder Neueinsetzung
  • bakterielle Infektionen bei Verletzungen
  • Flossenfransigkeit durch schlechte Wasserqualität

Vorbeugend wirken:

  • Quarantäne neuer Fische
  • stabile Wasserwerte
  • stressarme Vergesellschaftung
  • abwechslungsreiche Ernährung

Alternative Bezeichnungen und Synonyme

Der Nagasaki Riffbarsch ist im Handel nicht sehr verbreitet, weshalb alternative Namen seltener sind. Gelegentlich findet man Bezeichnungen wie:

  • Nagasaki Damselfish
  • Nagasaki Demoiselle

Der wissenschaftliche Name Pomacentrus nagasakiensis ist jedoch eindeutig und sollte bevorzugt verwendet werden, um Verwechslungen zu vermeiden.

Häufig gestellte Fragen (FAQs)

Ist Pomacentrus nagasakiensis für Anfänger geeignet?

Ja, grundsätzlich schon. Er ist robust und anpassungsfähig, setzt aber ein grundlegendes Verständnis für Meerwasseraquaristik voraus.

Kann man mehrere Exemplare zusammen halten?

Das ist möglich, erfordert aber ein ausreichend großes und gut strukturiertes Becken, um Revierkämpfe zu minimieren.

Frisst der Nagasaki Riffbarsch Korallen?

Nein, er gilt als riffsicher und zeigt kein Interesse an Korallenpolypen.

Wie alt kann die Art werden?

Bei guter Pflege sind Lebensspannen von 5 bis 8 Jahren realistisch.

Fazit

Pomacentrus nagasakiensis ist ein faszinierender, vergleichsweise seltener Riffbarsch, der durch seine schöne Färbung, sein lebhaftes Verhalten und seine Robustheit überzeugt. Er eignet sich hervorragend für strukturreiche Riffaquarien und bringt Bewegung sowie Charakter ins Becken.

Wer bereit ist, sich mit dem territorialen Verhalten auseinanderzusetzen und auf eine passende Vergesellschaftung zu achten, wird lange Freude an diesem Fisch haben. Besonders für Aquarianer, die über die typischen Standardarten hinausblicken möchten, ist der Nagasaki Riffbarsch eine spannende und lohnende Wahl.

Haltungsbedingungen

Um Pomacentrus nagasakiensis (Nagasaki Riffbarsch) möglichst artgerecht zu halten, empfehlen wir nachfolgende Bedingungen zu schaffen. Vor allem bei der Angabe zur Mindestgröße bitten wir zu beachten, dass die optimalen Verhältnisse unter Umständen erst in wesentlich größeren Aquarien hergestellt werden können.

  • Wassertemperatur: 24° bis 26°C
  • pH-Wert: 8.0 bis 8.4
  • Mindestaquariengröße: 300 Liter