Pomacentrus brachialis im Aquarium halten
Einrichtungsbeispiele mit Holzkohlen-Riffbarsch

Wissenswertes zu Pomacentrus brachialis (Holzkohlen-Riffbarsch)
Der Holzkohlen-Riffbarsch, wissenschaftlich als Pomacentrus brachialis bezeichnet, gehört zu den faszinierenden Bewohnern tropischer Meerwasseraquarien. Aufgrund seiner lebhaften Färbung, seines aktiven Verhaltens und seiner relativ unkomplizierten Pflege erfreut sich diese Art zunehmender Beliebtheit bei Aquarianern, die sich für die Vielfalt der Riffbewohner interessieren.
Herkunft und Verbreitungsgebiet
Der Holzkohlen-Riffbarsch ist vor allem im westlichen Pazifik beheimatet. Sein Verbreitungsgebiet erstreckt sich von den Küsten Nordaustraliens über Papua-Neuguinea bis hin zu den Inseln des südöstlichen Asiens, einschließlich der Philippinen und Indonesiens. Die Art bewohnt vorzugsweise flache Korallenriffe und Lagunen mit einer maximalen Tiefe von etwa 15 bis 20 Metern. Dort findet sie sowohl Schutz in Felsspalten und Korallenblöcken als auch ein reichhaltiges Nahrungsangebot in Form von Plankton, Algen und kleinen wirbellosen Organismen.
In ihrem natürlichen Lebensraum bevorzugt Pomacentrus brachialis warme, klare Gewässer mit Temperaturen zwischen 24 und 28 Grad Celsius. Die Art ist in ihrer Heimat oft in kleinen Gruppen anzutreffen, wobei sie ein starkes Territorialverhalten zeigt, insbesondere während der Brutpflege.
Systematik, Gattung und Familie
Der Holzkohlen-Riffbarsch gehört zur Familie der Pomacentridae, die allgemein als Riffbarsche oder Damselfische bekannt ist. Innerhalb dieser Familie wird er der Gattung Pomacentrus zugeordnet, einer sehr artenreichen Gruppe, die weltweit in tropischen und subtropischen Meeren vorkommt. Charakteristisch für die Gattung sind kompakte Körperformen, kräftige Farben und eine aktive, oft territoriale Lebensweise.
Die Familie Pomacentridae zeichnet sich durch ihre ökologische Bedeutung auf Korallenriffen aus. Sie sind nicht nur wichtige Bestäuber kleiner Organismen und Futterquelle für Raubfische, sondern tragen auch durch ihr Grasen auf Algen zur Balance der Riffökosysteme bei. Innerhalb der Gattung Pomacentrus ist Pomacentrus brachialis eine eher kleinere und zurückhaltende Art, die sich dennoch in einem gut strukturierten Aquarium deutlich bemerkbar macht.
Beschreibung und Aussehen
Pomacentrus brachialis ist ein kleiner bis mittelgroßer Riffbarsch, der eine maximale Länge von etwa 8 bis 10 Zentimetern erreicht. Der Körper ist kräftig, seitlich etwas abgeflacht und zeigt eine harmonische Proportion zwischen Kopf, Rücken und Schwanz. Der Name „Holzkohlen-Riffbarsch“ leitet sich von der dunklen, fast schwarzbraunen Grundfärbung vieler ausgewachsener Tiere ab, die an glühende Holzkohle erinnert. Junge Exemplare zeigen häufig eine hellere, graubraune Färbung, die mit zunehmendem Alter in ein tiefes Anthrazit bis Schwarz übergeht.
Typisch für die Art sind die kontrastierenden hellen Akzente entlang der Flanken, die je nach Lichtverhältnissen bläuliche oder silbrige Schimmer aufweisen können. Die Rückenflosse ist vollständig ausgebildet, meist dunkel gefärbt und leicht transparent an den Rändern. Die Brust- und Bauchflossen sind ebenfalls dunkel, während die Afterflosse am Ansatz helllich getönt sein kann. Augen und Maul sind proportional klein, die Augen wirken jedoch durch ihre dunkle Iris sehr ausdrucksstark.
Verhalten
Der Holzkohlen-Riffbarsch gilt als lebhafter und aktiver Fisch, der sich in seinem Territorium selbstbewusst bewegt. In freier Wildbahn sind diese Fische meist territorial, was auch im Aquarium beobachtet werden kann. Innerhalb kleiner Gruppen gibt es klare Rangordnungen: Dominante Tiere beanspruchen die besten Reviere, während rangniedrigere Tiere in den Randbereichen des Territoriums verbleiben.
Trotz ihres Territorialverhaltens sind sie relativ friedlich gegenüber anderen, ähnlich großen oder etwas größeren Fischarten, insbesondere wenn ausreichend Verstecke und Raum im Aquarium vorhanden sind. In Aquarien können Holzkohlen-Riffbarsche tagsüber sehr aktiv sein, erkunden das Becken, jagen kleine Partikel im Wasser und suchen nach Versteckmöglichkeiten. Nachts ziehen sie sich meist in geschützte Bereiche zurück, wo sie Ruhe finden.
Die Art zeigt ein ausgeprägtes Sozialverhalten, was insbesondere in der Zuchtphase auffällt: Männchen bewachen das Gelege und können hierbei auch gegenüber Pflegern oder anderen Fischen sehr aggressiv reagieren.
Haltungsempfehlungen
Die Haltung von Pomacentrus brachialis im Aquarium ist anspruchsvoll, aber mit der richtigen Vorbereitung gut möglich. Entscheidend sind die Größe des Beckens, die Wasserwerte, das Einrichtungsdesign und die Gesellschaftsstruktur.
Aquariumgröße
Für einzelne Tiere oder Paare wird ein Meerwasseraquarium mit mindestens 300 Litern empfohlen, während Gruppen von 5 bis 6 Exemplaren ein Becken von 450 Litern oder mehr benötigen. Ein gut strukturiertes Riff-Aquarium mit zahlreichen Verstecken, Spalten und kleinen Höhlen simuliert den natürlichen Lebensraum und reduziert Aggressionen unter den Fischen.
Wasserparameter
Pomacentrus brachialis bevorzugt tropisches Meerwasser mit stabilen Parametern. Die idealen Werte sind:
- Temperatur: 24–28°C
- pH-Wert: 8,0–8,4
- Salzgehalt: 1,023–1,025 sg
- Gesamthärte: 8–12 dKH
- Nitrit/Nitrat: möglichst niedrig, Nitrit = 0 mg/l, Nitrat < 10 mg/l
Regelmäßige Wasserwechsel von 10–20 % pro Woche tragen entscheidend zu Gesundheit und Wohlbefinden bei. Eine gute Filterung und moderate Strömung helfen, natürliche Bedingungen nachzuahmen.
Einrichtung
Die Einrichtung sollte reich an Versteckmöglichkeiten sein. Natürliche Korallenblöcke, Felsen mit Spalten und Höhlen sowie einige künstliche Dekorationen können genutzt werden. Der Bodengrund kann sandig oder feinkiesig gestaltet werden, um ein naturnahes Erscheinungsbild zu erzeugen.
Beleuchtung ist weniger kritisch für das Wohlbefinden der Fische, sollte jedoch die allgemeine Stimmung des Aquariums unterstützen, besonders wenn auch Korallen oder andere sessile Tiere gepflegt werden.
Vergesellschaftung
Die Art verträgt sich gut mit anderen friedlichen Riffbewohnern, die ähnliche Größen haben. Sehr kleine Fische oder Garnelen könnten als Nahrung angesehen werden, während größere aggressive Arten den Holzkohlen-Riffbarsch stressen oder angreifen könnten.
Ernährung
Der Holzkohlen-Riffbarsch ist ein Allesfresser. In der Natur ernährt er sich von Plankton, Algen und kleinen wirbellosen Organismen. Im Aquarium kann eine abwechslungsreiche Ernährung aus Trockenfutter, gefrorenem Mysis- oder Artemia-Krebsen, Algenblättern und gelegentlich kleinen Schnecken angeboten werden.
Fütterung sollte mehrfach täglich in kleinen Mengen erfolgen, um Überfütterung zu vermeiden. Eine abwechslungsreiche Ernährung trägt nicht nur zur Gesundheit bei, sondern verstärkt auch die Färbung und Vitalität der Tiere.
Giftigkeit
Pomacentrus brachialis ist nicht giftig und stellt keine Gefahr für Menschen dar. Auch für andere Fische ist keine chemische Abwehr bekannt. Die Art gilt somit als ungefährlich, solange sie artgerecht gehalten wird.
Vermehrung und Zucht
Die Zucht des Holzkohlen-Riffbarsches ist möglich, erfordert jedoch Erfahrung und geeignete Bedingungen. Männchen entwickeln ein ausgeprägtes Brutverhalten: Sie bereiten einen flachen Untergrund vor, den sie gründlich säubern und auf dem sie die Eier ablegen lassen.
Die Eier sind klebrig und bleiben am Untergrund haften. Nach der Befruchtung bewacht das Männchen das Gelege sehr intensiv, lüftet die Eier mit den Flossen und vertreibt Eindringlinge. Die Larven schlüpfen nach etwa vier bis sechs Tagen, abhängig von Temperatur und Wasserqualität, und treiben zunächst im Plankton, bevor sie sich zu Jungfischen entwickeln.
Für die Aufzucht im Aquarium ist ein separates Aufzuchtbecken mit feinem Plankton oder Artemia-Nauplien notwendig. Regelmäßiger Wasserwechsel, konstante Temperatur und Ruhe sind entscheidend, um eine hohe Überlebensrate zu gewährleisten.
Mögliche Krankheiten
Wie viele Meerwasserfische kann auch der Holzkohlen-Riffbarsch von Krankheiten betroffen sein, insbesondere bei suboptimalen Haltungsbedingungen. Häufige Probleme sind:
- Ichthyophthirius (Ich): Kleine weiße Punkte auf Haut und Flossen, hervorgerufen durch Protozoen.
- Cryptocaryon: Ähnliche Symptome wie Ich, aber spezifisch für Salzwasser.
- Bakterielle Infektionen: Oft Folge von Stress oder schlechter Wasserqualität, zeigen sich durch offene Stellen oder aufgequollene Flossen.
- Parasitenbefall: Kann Flossenfraß, Gewichtsverlust oder allgemeine Mattheit hervorrufen.
Prävention ist einfacher als Behandlung. Stabile Wasserwerte, ausreichend Verstecke, ausgewogene Ernährung und Quarantäne neuer Tiere minimieren Krankheitsrisiken erheblich.
Häufig gestellte Fragen (FAQs)
Wie groß wird der Holzkohlen-Riffbarsch?
Die maximale Länge liegt bei 8–10 Zentimetern.
Ist die Art aggressiv?
Sie ist territorial, aber nicht übermäßig aggressiv gegenüber gleichgroßen Arten.
Welche Wasserparameter sind ideal?
Temperatur 24–28°C, Salzgehalt 1,023–1,025 sg, pH 8,0–8,4.
Kann er mit Garnelen oder kleinen Fischen vergesellschaftet werden?
Kleine Garnelen oder winzige Fische können als Futter angesehen werden. Mittelgroße friedliche Riffbewohner eignen sich gut als Gesellschaft.
Wie schwierig ist die Zucht?
Sie ist möglich, aber erfordert Erfahrung, spezielle Aufzuchtbecken und planktonreiche Nahrung für die Larven.
Braucht er viel Licht?
Nein, die Art ist an normale Riffbeleuchtung angepasst. Starke Beleuchtung ist nicht nötig, kann aber die Riffästhetik unterstützen.
Alternative Bezeichnungen
Neben der wissenschaftlichen Bezeichnung Pomacentrus brachialis wird die Art im Handel gelegentlich als Holzkohlen-Damsel oder Holzkohlen-Riffbarsch bezeichnet. In englischsprachigen Quellen findet sich auch die Bezeichnung „Coal Reef Damselfish“, was die dunkle Färbung und den Lebensraum im Riff widerspiegelt. Trotz der verschiedenen Namen handelt es sich stets um dieselbe Art.
Fazit
Der Holzkohlen-Riffbarsch ist ein faszinierender Meerwasserbewohner, der durch seine dunkle, markante Färbung und sein aktives Verhalten besticht. Er eignet sich für Aquarianer, die bereits Erfahrung mit tropischen Meeresfischen haben oder bereit sind, die Anforderungen an Wasserqualität, Aquariumstruktur und Fütterung zu erfüllen. Die Art zeigt ein interessantes Sozial- und Territorialverhalten, ist aber trotz gelegentlicher Aggressionen friedlich mit gleichwertigen Riffbewohnern zu vergesellschaften.
Durch die richtige Haltung können die Fische ihre volle Farbintensität entwickeln und sich im Aquarium lebhaft und aktiv zeigen. Für erfahrene Züchter bietet Pomacentrus brachialis die Möglichkeit, die komplexen Brutpflege- und Aufzuchtstrategien von Riffbarschen zu beobachten und erfolgreich umzusetzen. Die geringe Krankheitsanfälligkeit bei optimalen Bedingungen und die robuste Natur der Art machen sie zu einer wertvollen Bereicherung für gut strukturierte Riffaquarien.
Wer einen kleinen, aber charakterstarken Bewohner sucht, der in einem artgerechten Aquarium mit ausreichend Versteckmöglichkeiten, stabilen Wasserwerten und abwechslungsreicher Ernährung gedeiht, findet im Holzkohlen-Riffbarsch einen Fisch, der sowohl optisch als auch im Verhalten fasziniert.
Haltungsbedingungen
Um Pomacentrus brachialis (Holzkohlen-Riffbarsch) möglichst artgerecht zu halten, empfehlen wir nachfolgende Bedingungen zu schaffen. Vor allem bei der Angabe zur Mindestgröße bitten wir zu beachten, dass die optimalen Verhältnisse unter Umständen erst in wesentlich größeren Aquarien hergestellt werden können.
- Wassertemperatur: 24° bis 28°C
- pH-Wert: 8.0 bis 8.4
- Mindestaquariengröße: 300 Liter