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Pomacentrus smithi im Aquarium halten

Einrichtungsbeispiele mit Smiths Riffbarsch

Pomacentrus smithi im Aquarium halten (Einrichtungsbeispiele mit Smiths Riffbarsch)
Pomacentrus smithi (Smiths Riffbarsch) - Bildquelle: Das Bild stammt von der freien Enzyklopädie Wikipedia. Lizenzhinweise: Anders Poulsen, Deep Blue (https://www.colours.dk/), Pomacentrus smithi1, CC BY-SA 3.0

Wissenswertes zu Pomacentrus smithi (Smiths Riffbarsch)

Der Smiths Riffbarsch, wissenschaftlich Pomacentrus smithi, gehört zu den eher unbekannten, aber ausgesprochen interessanten Vertretern der Riffbarsche. In der Meerwasseraquaristik taucht er deutlich seltener auf als bekannte Arten wie Pomacentrus caeruleus oder Chrysiptera cyanea, was ihn gerade für erfahrene Aquarianer spannend macht, die abseits des Mainstreams nach etwas Besonderem suchen. Trotz seiner geringeren Bekanntheit überzeugt Pomacentrus smithi durch ein attraktives Erscheinungsbild, lebhaftes Verhalten und eine robuste Grundkonstitution, die ihn bei passender Haltung durchaus aquarientauglich macht.

Systematik: Gattung und Familie

Pomacentrus smithi gehört zur Familie der Pomacentridae, also zu den Riffbarschen oder Demoisellen. Diese Familie umfasst mehrere hundert Arten, die überwiegend in tropischen und subtropischen Korallenriffen des Indopazifiks beheimatet sind. Riffbarsche zeichnen sich durch ihre kompakte Körperform, ausgeprägtes Revierverhalten und oft leuchtende Farben aus.

Die Gattung Pomacentrus ist eine der artenreichsten innerhalb der Familie. Typisch für diese Gattung sind meist relativ kleine, schlanke Fische, die in enger Bindung an Korallenriffe leben und dort feste Reviere besetzen. Viele Pomacentrus-Arten verteidigen ihr Territorium energisch, was bei der Aquarienhaltung unbedingt berücksichtigt werden muss.

Herkunft und natürlicher Lebensraum

Pomacentrus smithi stammt aus dem westlichen und zentralen Indopazifik. Sein Verbreitungsgebiet erstreckt sich unter anderem über Regionen rund um Indonesien, Papua-Neuguinea, die Salomonen sowie Teile des Great Barrier Reef. Dort bewohnt er flache bis mitteltiefe Riffbereiche, meist in Tiefen zwischen etwa 2 und 20 Metern.

Der natürliche Lebensraum ist geprägt von verzweigten Steinkorallen, Felsformationen und Geröllzonen, die zahlreiche Versteckmöglichkeiten bieten. Pomacentrus smithi hält sich bevorzugt in der Nähe solcher Strukturen auf und entfernt sich selten weit von seinem Revier. Die Strömung ist in diesen Habitaten meist moderat, das Wasser klar, sauerstoffreich und stabil in seinen Parametern.

Diese Umweltbedingungen liefern wichtige Hinweise für eine erfolgreiche Haltung im Aquarium. Je näher das Becken den natürlichen Gegebenheiten kommt, desto ausgeglichener und gesünder verhält sich der Fisch.

Beschreibung und äußere Erscheinung

Pomacentrus smithi erreicht eine Endgröße von etwa 6 bis 7 Zentimetern und zählt damit zu den kleineren Riffbarschen. Der Körper ist seitlich leicht abgeflacht und wirkt insgesamt schlank und agil. Die Grundfärbung variiert je nach Herkunft und Stimmung, bewegt sich aber meist im Bereich von Grau, Braun oder Oliv mit bläulichen bis türkisfarbenen Akzenten.

Charakteristisch sind feine Schuppen, die je nach Lichteinfall schimmern können. Häufig zeigen sich dezente Linien oder leicht dunklere Bereiche im Kopf- und Rückenbereich. Die Flossen sind meist transparent bis leicht eingefärbt, gelegentlich mit einem zarten Blauschimmer.

Im Vergleich zu sehr farbintensiven Riffbarschen wirkt Pomacentrus smithi eher zurückhaltend, was ihm jedoch einen natürlichen und eleganten Look verleiht. Gerade in gut beleuchteten Riffaquarien mit lebenden Korallen entfaltet er seine volle optische Wirkung.

Verhalten und Sozialstruktur

Wie die meisten Riffbarsche ist auch Pomacentrus smithi territorial. In freier Natur besetzt er ein klar abgegrenztes Revier, das energisch gegen Artgenossen und andere kleine Fische verteidigt wird. Dieses Verhalten zeigt sich auch im Aquarium, wenn die Platzverhältnisse nicht stimmen oder zu viele ähnliche Arten eingesetzt werden.

Gegenüber friedlichen, größeren Fischen ist Pomacentrus smithi meist unproblematisch. Gegenüber kleineren oder sehr ruhigen Arten kann er jedoch dominant auftreten, insbesondere wenn diese sich seinem Revier nähern. Innerartlich kann es ebenfalls zu Reibereien kommen, weshalb eine Einzelhaltung oder ein gut durchdachtes Paar- beziehungsweise Gruppenmanagement empfehlenswert ist.

Im Alltag zeigt der Smiths Riffbarsch ein sehr aktives Verhalten. Er patrouilliert sein Revier, schwimmt kurze Strecken und zieht sich bei Gefahr blitzschnell in Spalten oder Höhlen zurück. Dieses lebhafte Verhalten macht ihn zu einem interessanten Beobachtungsfisch.

Haltung im Aquarium – Allgemeine Anforderungen

Die erfolgreiche Haltung von Pomacentrus smithi beginnt mit der richtigen Beckengröße. Für ein einzelnes Tier sollte das Aquarium mindestens 300 Liter fassen. Bei Paarhaltung oder Vergesellschaftung mit mehreren Revierfischen ist deutlich mehr Volumen notwendig, idealerweise ab 450 Litern aufwärts.

Wichtig ist eine strukturreiche Einrichtung mit ausreichend Lebendgestein, Höhlen und Spalten. Diese dienen nicht nur als Rückzugsorte, sondern helfen auch dabei, Reviergrenzen optisch zu trennen und Aggressionen zu reduzieren. Offene Schwimmflächen sollten ebenfalls vorhanden sein, da Pomacentrus smithi kein reiner Höhlenbewohner ist.

Die Wasserwerte sollten stabil und riffgerecht sein. Temperaturen zwischen 24 und 26 Grad Celsius haben sich bewährt. Der Salzgehalt sollte bei etwa 1,023 bis 1,025 liegen, der pH-Wert im Bereich von 8,0 bis 8,4. Nitrat und Phosphat sollten möglichst niedrig gehalten werden, da Pomacentrus smithi empfindlich auf schlechte Wasserqualität reagieren kann.

Strömung, Beleuchtung und Technik

In seinem natürlichen Lebensraum lebt Pomacentrus smithi in Bereichen mit moderater Strömung. Im Meerwasseraquarium sollte daher eine gleichmäßige, nicht zu starke Wasserbewegung vorhanden sein. Punktuelle Starkströmung sollte vermieden werden, da sie Stress verursachen kann.

Die Beleuchtung richtet sich primär nach den gehaltenen Korallen. Pomacentrus smithi selbst stellt keine besonderen Anforderungen an die Lichtstärke, profitiert aber von einem natürlichen Tag-Nacht-Rhythmus. Unter guter Beleuchtung kommen seine Farbnuancen besser zur Geltung.

Eine leistungsfähige Filterung und ein gut dimensionierter Abschäumer sind Pflicht. Regelmäßige Wasserwechsel tragen wesentlich zur Gesunderhaltung bei und helfen, Stoffwechselprodukte abzubauen.

Ernährung und Fütterung

Pomacentrus smithi ist ein Allesfresser mit Schwerpunkt auf tierischer Nahrung. In der Natur ernährt er sich von Zooplankton, kleinen Krebstieren, Larven sowie Aufwuchsbestandteilen. Im Aquarium zeigt er sich meist sehr futterfest und nimmt verschiedenste Futtersorten an.

Geeignet sind hochwertiges Frostfutter wie Mysis, Artemia und Cyclops, aber auch feines Granulat- oder Flockenfutter für Meerwasserfische. Eine abwechslungsreiche Ernährung ist wichtig, um Mangelerscheinungen zu vermeiden. Gelegentlich kann auch pflanzlicher Anteil in Form von Spirulina oder Algenfutter angeboten werden.

Mehrere kleine Fütterungen pro Tag sind besser als eine große, da sie dem natürlichen Fressverhalten entsprechen und die Wasserbelastung reduzieren.

Vergesellschaftung mit anderen Aquarienbewohnern

Die Vergesellschaftung von Pomacentrus smithi erfordert etwas Planung. Ideal sind robuste, nicht zu schreckhafte Mitbewohner ähnlicher Größe oder größere, friedliche Riffbewohner. Gut geeignet sind zum Beispiel Lippfische, Grundeln oder Zwergkaiserfische, sofern das Becken ausreichend groß ist.

Von der Vergesellschaftung mit sehr kleinen, zurückhaltenden Fischen oder anderen stark territorialen Riffbarschen ist eher abzuraten. Auch mehrere Pomacentrus-Arten in kleinen Becken führen häufig zu Problemen.

Wirbellose wie Garnelen, Schnecken und Korallen werden in der Regel nicht behelligt, was Pomacentrus smithi grundsätzlich rifftauglich macht.

Giftigkeit und mögliche Risiken

Pomacentrus smithi gilt als nicht giftig. Er besitzt keine Giftstacheln oder toxischen Hautsekrete. Wie bei vielen Riffbarschen können die Rückenflossen jedoch spitz sein und bei unsachgemäßem Umgang kleine Verletzungen verursachen. Diese sind in der Regel harmlos, sollten aber aus hygienischen Gründen gereinigt werden.

Für andere Aquarienbewohner besteht keine toxische Gefahr. Probleme entstehen eher durch Aggressionen als durch Giftigkeit.

Vermehrung und Zucht im Aquarium

Die Zucht von Pomacentrus smithi im Heimaquarium ist anspruchsvoll, aber nicht unmöglich. Wie andere Riffbarsche ist er ein Substratlaicher. Das Männchen bereitet einen Laichplatz auf einem festen Untergrund vor, häufig in der Nähe seines Reviers. Das Weibchen legt dort die Eier ab, die anschließend vom Männchen bewacht und befächelt werden.

Die Eier schlüpfen nach wenigen Tagen, die Larven sind jedoch extrem klein und benötigen spezielles Aufzuchtfutter wie Rotatorien und später Artemia-Nauplien. Die größte Herausforderung liegt in der Larvenaufzucht, da diese sehr empfindlich auf Wasserqualität und Futterdichte reagieren.

Eine erfolgreiche Nachzucht erfordert daher separate Aufzuchtbecken, Erfahrung und viel Geduld. Entsprechend selten ist Pomacentrus smithi aus Nachzuchten erhältlich.

Typische Krankheiten und Gesundheitsprobleme

Bei guten Haltungsbedingungen ist Pomacentrus smithi relativ robust. Dennoch können auch bei ihm typischen Meerwassererkrankungen auftreten. Dazu zählen insbesondere Pünktchenkrankheit, Samtkrankheit und bakterielle Infektionen.

Stress durch falsche Vergesellschaftung, schlechte Wasserwerte oder unzureichende Versteckmöglichkeiten erhöht die Anfälligkeit deutlich. Regelmäßige Beobachtung, stabile Wasserparameter und Quarantäne neuer Fische sind die besten Maßnahmen zur Krankheitsprävention.

Alternative Bezeichnungen und Handelsnamen

Neben der wissenschaftlichen Bezeichnung Pomacentrus smithi ist der Fisch im deutschen Sprachraum als Smiths Riffbarsch bekannt. Im englischsprachigen Handel wird er meist als Smith’s Damselfish oder Smith’s Demoiselle angeboten. Regionale Abweichungen im Namen sind möglich, abhängig vom Exportland.

Häufige Fragen zu Pomacentrus smithi

Ist Pomacentrus smithi für Anfänger geeignet?

Eher bedingt. Die Art ist zwar robust, stellt aber Anforderungen an Beckengröße und Struktur. Für absolute Einsteiger gibt es einfachere Riffbarsche.

Kann man ihn paarweise halten?

Ja, in ausreichend großen Becken und mit viel Struktur ist eine Paarhaltung möglich. Die Geschlechtsunterscheidung ist jedoch schwierig.

Ist er riffverträglich?

Ja, Pomacentrus smithi gilt als korallenverträglich und geht nicht an sessile Wirbellose.

Wie alt kann er werden?

Bei guter Pflege sind Lebensspannen von 5 bis 7 Jahren realistisch.

Fazit

Pomacentrus smithi ist ein spannender, eher seltener Riffbarsch, der sich besonders für Aquarianer eignet, die bereits Erfahrung mit territorialen Meerwasserfischen haben. Sein zurückhaltend elegantes Aussehen, kombiniert mit lebhaftem Verhalten, macht ihn zu einer interessanten Bereicherung für größere Riffaquarien.

Wer bereit ist, auf ausreichende Beckengröße, gute Strukturierung und stabile Wasserwerte zu achten, wird mit einem aktiven und langlebigen Pflegling belohnt. Auch wenn er kein klassischer Anfängerfisch ist, überzeugt Pomacentrus smithi durch Robustheit und Anpassungsfähigkeit. Für Liebhaber weniger verbreiteter Riffbarsche ist er definitiv eine Überlegung wert.

Haltungsbedingungen

Um Pomacentrus smithi (Smiths Riffbarsch) möglichst artgerecht zu halten, empfehlen wir nachfolgende Bedingungen zu schaffen. Vor allem bei der Angabe zur Mindestgröße bitten wir zu beachten, dass die optimalen Verhältnisse unter Umständen erst in wesentlich größeren Aquarien hergestellt werden können.

  • Wassertemperatur: 24° bis 26°C
  • pH-Wert: 8.0 bis 8.4
  • Mindestaquariengröße: 300 Liter