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Pomacentrus rodriguesensis im Aquarium halten

Einrichtungsbeispiele mit Rodrigues Riffbarsch

Pomacentrus rodriguesensis im Aquarium halten (Einrichtungsbeispiele mit Rodrigues Riffbarsch)
Pomacentrus rodriguesensis (Rodrigues Riffbarsch) - Bildquelle: Das Bild stammt von der freien Enzyklopädie Wikipedia. Lizenzhinweise: Emmanuel.BANO, Pomacentrus rodriguesensis 11112019, CC BY-SA 4.0

Wissenswertes zu Pomacentrus rodriguesensis (Rodrigues Riffbarsch)

Der Rodrigues Riffbarsch, wissenschaftlich Pomacentrus rodriguesensis, ist ein eher unbekannter Vertreter der Familie der Riffbarsche (Pomacentridae). Diese kleinen Fische sind charakteristisch für tropische Korallenriffe, und Pomacentrus rodriguesensis ist eine endemische Art, die ausschließlich rund um Rodrigues Island im westlichen Indischen Ozean vorkommt. Aufgrund seiner begrenzten Verbreitung und der seltenen Beobachtungen im Aquarium gilt diese Art als besonders interessant für Forscher und erfahrene Aquarianer.

Systematik und Familie

Pomacentrus rodriguesensis gehört zur Familie Pomacentridae, die umgangssprachlich als Riffbarsche oder Demoisellen bekannt ist. Die Familie umfasst mehrere hundert Arten in zahlreichen Gattungen, die weltweit in tropischen und subtropischen Meeren verbreitet sind. Typische Merkmale der Familie sind der seitlich abgeflachte Körper, die zwei Afterflossenstacheln, die unterbrochene Seitenlinie und die Vorliebe für Korallenriffe oder strukturierte felsige Untergründe. Viele Riffbarsche sind farbenprächtig und auffällig, während Pomacentrus rodriguesensis eher unscheinbar wirkt. Wie andere Riffbarsche zeigen sie ein komplexes Verhalten, sind meist territorial und weisen spezielle Fortpflanzungsstrategien auf, bei denen oft die Männchen die Brutpflege übernehmen.

Aussehen und Morphologie

Pomacentrus rodriguesensis erreicht eine maximale Länge von etwa acht Zentimetern. Der Körper ist kurz und seitlich abgeflacht. Die Grundfarbe der Tiere ist überwiegend braun bis grau, oft mit dunkleren Schuppenrändern. Ein gelblicher Unterton ist im Bereich der Brust- und Bauchflossen erkennbar, während die Rückenflosse am Rand ebenfalls gelblich gefärbt ist. After- und Schwanzflossen erscheinen braun, die Bauchflossen zeigen gelbliche Enden. Die Augen irisieren goldgelb.

Jungtiere weisen teilweise einen auffälligen Augenfleck auf der Rückenflosse auf, der mit zunehmendem Alter verblasst. Die Flossen sind typischerweise mit 14 Rückenstacheln, 13 bis 14 weichen Rückenstrahlen, 2 Afterstacheln und 15 bis 16 weichen Afterstrahlen ausgestattet.

Verhalten in der Natur

In ihrem natürlichen Habitat zeigen Rodrigues Riffbarsche ein klassisches Riffbarsche-Verhalten. Sie sind territorial, bleiben überwiegend in kleinen, definierten Bereichen des Riffs und verteidigen diese gegenüber Artgenossen oder anderen Fischen. Die Tiere leben in Korallenlagunen und Riffen in Tiefen zwischen 9 und 18 Metern, bevorzugt in Regionen mit lebenden Acropora-Korallen und etwas Schlickablagerung. Diese Strukturen bieten sowohl Nahrung als auch Schutz.

Die Ernährung in freier Wildbahn ist omnivor: Sie besteht aus Algen, kleinen Krebstierlarven, Flohkrebsen, Zooplankton und anderen Mikroorganismen. Dieses flexible Ernährungsverhalten ermöglicht es den Fischen, in einem dicht besiedelten Riffökosystem zu überleben.

Herkunft und Verbreitung

Pomacentrus rodriguesensis ist endemisch für Rodrigues Island, eine abgelegene Inselgruppe östlich von Mauritius. Außerhalb dieses Gebietes gibt es keine bekannten Populationen. Diese eingeschränkte Verbreitung macht die Art besonders empfindlich gegenüber Veränderungen ihres Lebensraums.

Haltung im Aquarium

Die Haltung von Pomacentrus rodriguesensis im Meerwasseraquarium gilt als extrem anspruchsvoll. Es gibt praktisch keine dokumentierten Fälle, was bedeutet, dass konkrete Empfehlungen aus Erfahrungswerten kaum existieren. Für Aquarianer, die dennoch einen Versuch wagen möchten, ist ein sehr artgerechtes System nötig: große Beckengröße von mindestens 300 Litern, stabile Wasserparameter, reichlich lebende Korallenstrukturen und ausreichend Versteckmöglichkeiten.

Die Wasserwerte sollten den natürlichen tropischen Bedingungen entsprechen: Temperaturen zwischen 23 und 28 Grad Celsius, stabiler Salzgehalt und regelmäßiger Wasseraustausch. Das Futterangebot muss vielfältig sein, da die Fische omnivor leben.

Fütterung und Ernährung

Im Aquarium sollte die Ernährung aus mehreren Komponenten bestehen:

  • Lebendfutter, wie Mysis, Artemia oder kleine Krebstierlarven, um die natürlichen Fressgewohnheiten zu decken.
  • Frostfutter, das eine ausgewogene Nährstoffversorgung sicherstellt.
  • Algen- und pflanzliches Futter, um den pflanzlichen Anteil der Ernährung zu decken.
  • Hochwertige Futterpellets oder Flocken für Meerwasserfische.

Die Fütterung sollte schrittweise angepasst werden, da die Umstellung auf künstliche Futterformen bei Wildfängen oft schwierig ist.

Zucht und Fortpflanzung

Wie viele Riffbarsche ist Pomacentrus rodriguesensis ovipar, legt also Eier, die an Substrate oder den Boden haften. Die Männchen übernehmen die Brutpflege, bewachen die Eier und sorgen für deren Belüftung. Über eine Zucht im Aquarium liegen keine Erfahrungsberichte vor, doch man kann davon ausgehen, dass das Verhalten ähnlich dem anderer Gattungsvertreter ist.

Die erfolgreiche Zucht erfordert ein Umfeld, das das natürliche Paarungsverhalten stimuliert, einschließlich geeigneter Laichplätze und ungestörter Bereiche im Aquarium.

Krankheiten und Gesundheitsprobleme

Da die Art kaum in Gefangenschaft beobachtet wurde, sind keine spezifischen Krankheiten bekannt. Wie bei anderen Meerwasserfischen können jedoch allgemeine Gesundheitsprobleme auftreten:

  • Protozoen-Infektionen, etwa Ichthyophthiriose („Ich“).
  • Bakterielle Infektionen, oft ausgelöst durch Stress oder schlechte Wasserqualität.
  • Parasitenbefall, insbesondere bei Wildfängen.
  • Pilzinfektionen, als Folge von Verletzungen oder geschwächter Immunabwehr.

Eine stabile Umgebung, gute Wasserwerte und eine schonende Eingewöhnung sind entscheidend, um Krankheiten vorzubeugen.

Giftigkeit

Pomacentrus rodriguesensis gilt als nicht giftig und stellt keine Gefahr für Menschen dar. Wie bei allen Fischen ist ein vorsichtiger Umgang notwendig, um Stress oder Verletzungen zu vermeiden.

Alternative Bezeichnungen und verwandte Arten

Neben dem wissenschaftlichen Namen wird die Art als Rodrigues Riffbarsch oder im Englischen als Rodrigues Damsel bezeichnet. Verwandte Arten innerhalb der Gattung Pomacentrus sind zum Beispiel die Zitronen-Demoiselle (Pomacentrus moluccensis) oder die Saphirdemoiselle (Pomacentrus pavo). Diese Arten können als Vergleich dienen, insbesondere hinsichtlich Verhalten und Haltungsanforderungen, auch wenn Pomacentrus rodriguesensis eigene Ansprüche hat.

Häufig gestellte Fragen

Kann man Pomacentrus rodriguesensis im Aquarium halten?

Die Haltung ist sehr schwierig und bislang kaum dokumentiert. Große, naturnahe Riffaquarien mit stabilen Bedingungen wären erforderlich.

Ist die Art für Anfänger geeignet?

Nein, die Art erfordert spezielle Kenntnisse, stabile Wasserwerte und Erfahrung mit anspruchsvollen Riffbewohnern.

Wie groß wird der Rodrigues Riffbarsch?

Etwa acht Zentimeter.

Welche Wasserparameter sind notwendig?

Tropische Meerwasserbedingungen: Temperatur 23–28°C, stabiler Salzgehalt, gute Wasserqualität.

Gibt es Zuchtberichte?

Nein, bisher wurden keine erfolgreichen Zuchten dokumentiert.

Fazit

Pomacentrus rodriguesensis ist ein faszinierender, aber nahezu unbekannter Riffbarsch. Seine Endemität und spezifischen Lebensraumansprüche machen ihn besonders interessant aus wissenschaftlicher Sicht. Für Aquarianer bleibt die Haltung extrem anspruchsvoll, da Erfahrungswerte fehlen und die Art sehr empfindlich gegenüber Veränderungen im Lebensraum ist. Wer sich für diese Art interessiert, benötigt fundierte Kenntnisse in Meerwasseraquaristik, viel Geduld und die Bereitschaft, mit Unsicherheiten umzugehen. Sie bleibt vorerst ein Geheimtipp für Spezialisten und erfahrene Riffaquarianer.

Haltungsbedingungen

Um Pomacentrus rodriguesensis (Rodrigues Riffbarsch) möglichst artgerecht zu halten, empfehlen wir nachfolgende Bedingungen zu schaffen. Vor allem bei der Angabe zur Mindestgröße bitten wir zu beachten, dass die optimalen Verhältnisse unter Umständen erst in wesentlich größeren Aquarien hergestellt werden können.

  • Wassertemperatur: 23° bis 28°C
  • Mindestaquariengröße: 300 Liter