Lebens(t)räume für Menschen, Tiere & Pflanzen
Gestaltungsbeispiele für naturnahe Lebensräume
Einrichtungsbeispiele.de-Logo
Neu
Login
Wir werden unterstützt von:

Pomacentrus nigromarginatus im Aquarium halten

Einrichtungsbeispiele mit Schwarzrand-Riffbarsch

Pomacentrus nigromarginatus im Aquarium halten (Einrichtungsbeispiele mit Schwarzrand-Riffbarsch)
Pomacentrus nigromarginatus (Schwarzrand-Riffbarsch) - Bildquelle: Das Bild stammt von der freien Enzyklopädie Wikipedia. Lizenzhinweise: Francois Libert, Pomacentrus nigromarginatus 236362672, CC BY-SA 4.0

Wissenswertes zu Pomacentrus nigromarginatus (Schwarzrand-Riffbarsch)

Der Pomacentrus nigromarginatus, im Deutschen meist als Schwarzrand-Riffbarsch bezeichnet, gehört zu den eher unbekannten, aber äußerst interessanten Vertretern der Riffbarsche. Gerade für Meerwasseraquarianer, die sich nicht nur auf die absoluten Klassiker konzentrieren möchten, ist diese Art eine spannende Alternative. Trotz seiner geringen Größe bringt er viel Persönlichkeit, Farbe und typisches Riffbarschverhalten ins Aquarium.

Herkunft und natürlicher Lebensraum

Pomacentrus nigromarginatus stammt aus dem westlichen und zentralen Indopazifik. Sein Verbreitungsgebiet erstreckt sich über Korallenriffe in tropischen Regionen, unter anderem in Teilen Indonesiens, der Philippinen, Papua-Neuguineas sowie angrenzender Inselgruppen. Dort bewohnt er bevorzugt flache bis mittlere Rifftiefen, meist zwischen einem und etwa 15 Metern.

In der Natur hält sich der Schwarzrand-Riffbarsch vor allem in verzweigten Steinkorallen auf, insbesondere in Bereichen mit vielen Spalten, Höhlen und Rückzugsmöglichkeiten. Diese Strukturen sind für ihn essenziell, da sie Schutz vor Fressfeinden bieten und gleichzeitig als Reviergrenzen dienen. Das Wasser in seinem natürlichen Lebensraum ist klar, gut durchströmt und reich an Sauerstoff, mit stabilen Temperaturen um 24 bis 28 Grad Celsius.

Gattung und Familie

Pomacentrus nigromarginatus gehört zur Familie der Pomacentridae, also zu den Riffbarschen oder Demoisellen. Diese Familie umfasst mehrere hundert Arten, die fast ausschließlich im Meer vorkommen und vor allem in Korallenriffen verbreitet sind.

Die Gattung Pomacentrus ist eine der artenreichsten innerhalb der Pomacentridae. Charakteristisch für diese Gattung sind meist kleine bis mittelgroße Fische mit kräftigen Farben, ausgeprägtem Territorialverhalten und einer engen Bindung an Korallenstrukturen. Viele Pomacentrus-Arten sind bei Aquarianern beliebt, da sie robust, relativ langlebig und vergleichsweise pflegeleicht sind, sofern man ihre Eigenheiten respektiert.

Beschreibung und allgemeine Merkmale

Der Schwarzrand-Riffbarsch ist ein eher kleiner Vertreter seiner Familie. Ausgewachsene Tiere erreichen in der Regel eine Länge von etwa 7 bis 8 Zentimetern, selten etwas mehr. Trotz seiner geringen Größe wirkt er sehr präsent, da er sein Revier aktiv verteidigt und ständig in Bewegung ist.

Typisch für Pomacentrus nigromarginatus ist sein kompakter, seitlich leicht abgeflachter Körperbau. Die Rückenflosse ist durchgehend und kräftig, die Schwanzflosse leicht gegabelt. Wie bei vielen Riffbarschen sind die Flossen nicht nur für die Fortbewegung wichtig, sondern spielen auch bei Drohgebärden und der innerartlichen Kommunikation eine große Rolle.

Aussehen und Farbgebung

Das Aussehen von Pomacentrus nigromarginatus ist subtil, aber dennoch sehr attraktiv. Die Grundfarbe des Körpers ist meist ein graublauer bis bläulich-brauner Ton, der je nach Lichteinfall und Stimmung des Fisches variieren kann. Der namensgebende schwarze Rand zeigt sich vor allem an den Flossen, insbesondere an der Rücken- und Schwanzflosse. Diese dunklen Säume verleihen dem Fisch ein kontrastreiches und elegantes Erscheinungsbild.

Jungtiere können teilweise etwas intensiver gefärbt sein als ausgewachsene Exemplare. Mit zunehmendem Alter wird die Farbgebung oft etwas gedämpfter, bleibt aber klar erkennbar. Unter guter Beleuchtung im Aquarium und bei optimalen Haltungsbedingungen zeigen die Tiere ihre Farben besonders deutlich.

Verhalten und Charakter

Wie viele Riffbarsche ist auch Pomacentrus nigromarginatus ausgesprochen territorial. Er beansprucht ein bestimmtes Areal im Aquarium für sich und verteidigt dieses energisch gegen Artgenossen und andere Fische, die ihm zu nahe kommen. Dieses Verhalten ist in der Natur überlebenswichtig, kann im Aquarium aber zu Problemen führen, wenn die Beckenplanung nicht stimmt.

Gegenüber friedlichen, ruhigen Fischen kann der Schwarzrand-Riffbarsch recht ruppig sein, vor allem in kleineren Aquarien. In ausreichend großen Becken mit gut strukturierter Dekoration relativiert sich dieses Verhalten jedoch deutlich. Dann beschränkt sich die Aggression meist auf kurze Vertreibungsaktionen, ohne ernsthafte Verletzungen zu verursachen.

Interessant ist auch sein neugieriges Wesen. Pomacentrus nigromarginatus beobachtet aktiv seine Umgebung, reagiert schnell auf Veränderungen und ist oft einer der ersten Fische, die beim Füttern erscheinen. Diese Eigenschaften machen ihn zu einem lebendigen Blickfang im Riffaquarium.

Haltung im Aquarium

Beckengröße und Einrichtung

Für die Haltung von Pomacentrus nigromarginatus empfiehlt sich ein Meerwasseraquarium mit mindestens 300 Litern Volumen. Zwar ist der Fisch klein, doch sein Territorialverhalten erfordert ausreichend Platz. In kleineren Becken steigt die Aggressivität deutlich an, was zu Dauerstress für andere Bewohner führen kann.

Die Einrichtung sollte viele Versteckmöglichkeiten bieten. Lebendgestein mit Höhlen, Spalten und Überhängen ist ideal. Besonders wichtig ist eine klare Strukturierung des Beckens, sodass sich Reviergrenzen natürlich ergeben. Korallen, vor allem verzweigte Steinkorallen oder ähnliche Strukturen, kommen dem natürlichen Lebensraum sehr nahe und werden gerne angenommen.

Wasserwerte

Pomacentrus nigromarginatus ist zwar relativ robust, reagiert aber dennoch sensibel auf stark schwankende Wasserwerte. Folgende Parameter haben sich bewährt:

Die Temperatur sollte konstant zwischen 24 und 26 Grad Celsius liegen. Der pH-Wert bewegt sich idealerweise zwischen 8,0 und 8,4. Die Salinität sollte etwa 34 bis 35 Promille betragen. Nitrit sollte nicht nachweisbar sein, Nitrat möglichst unter 20 mg/l gehalten werden.

Eine gute Strömung ist wichtig, sollte aber nicht direkt auf den bevorzugten Aufenthaltsort des Fisches gerichtet sein. Er mag wechselnde Strömungen, wie sie in natürlichen Riffen vorkommen.

Vergesellschaftung

Bei der Vergesellschaftung ist Vorsicht geboten. Pomacentrus nigromarginatus sollte nicht mit sehr kleinen, schüchternen oder extrem friedlichen Fischen zusammen gehalten werden, da diese leicht unterdrückt werden können. Gut geeignet sind robustere Riffbewohner ähnlicher Größe, die sich behaupten können.

Artgenossen sollten nur in sehr großen Meerwasseraquarien gehalten werden, idealerweise als harmonierendes Paar oder in einer kleinen Gruppe, wenn ausreichend Platz vorhanden ist. In kleineren Becken kommt es fast immer zu heftigen Revierkämpfen.

Wirbellose wie Garnelen, Schnecken oder Einsiedlerkrebse werden in der Regel ignoriert. Korallen werden nicht aktiv geschädigt, weshalb der Schwarzrand-Riffbarsch als riffverträglich gilt.

Ernährung und Fütterung

In der Natur ernährt sich Pomacentrus nigromarginatus omnivor. Er frisst Zooplankton, kleine Krebstiere, Algen und organische Partikel aus dem Wasser. Im Aquarium ist er unkompliziert und nimmt nahezu jedes angebotene Futter an.

Eine abwechslungsreiche Ernährung ist dennoch wichtig. Hochwertiges Flocken- oder Granulatfutter für Meerwasserfische bildet eine gute Basis. Ergänzend sollten regelmäßig Frostfutter wie Mysis, Artemia oder fein gehackte Krillstücke angeboten werden. Auch pflanzliche Anteile, etwa in Form von Spirulina-Futter, sind sinnvoll und unterstützen die Verdauung sowie die Farbintensität.

Mehrere kleine Fütterungen pro Tag sind besser als eine große, da sie dem natürlichen Fressverhalten näherkommen und die Wasserbelastung reduzieren.

Giftigkeit und Risiken

Pomacentrus nigromarginatus gilt nicht als giftig im klassischen Sinne. Er besitzt keine Giftdrüsen und gibt keine toxischen Substanzen an das Wasser ab. Allerdings verfügen viele Riffbarsche über kleine, spitze Flossenstrahlen, die bei unsachgemäßem Umgang schmerzhafte Stiche verursachen können.

Beim Hantieren im Aquarium, etwa beim Umsetzen oder Einfangen des Fisches, sollte daher vorsichtig vorgegangen werden. Für den Menschen besteht keine ernsthafte Gefahr, dennoch sind kleine Verletzungen möglich.

Vermehrung und Zucht

Die Vermehrung von Pomacentrus nigromarginatus im Aquarium ist grundsätzlich möglich, erfordert aber Erfahrung und Geduld. Wie viele Riffbarsche ist er ein Substratlaicher. Das Weibchen legt seine Eier auf eine feste Oberfläche, etwa einen Stein oder eine flache Korallenstruktur, ab. Das Männchen übernimmt anschließend die Bewachung und Pflege des Geleges.

Während dieser Zeit zeigt das Männchen ein besonders ausgeprägtes Territorialverhalten und verteidigt das Gelege aggressiv. Die Eier werden ständig befächelt, um sie mit Sauerstoff zu versorgen und Verpilzung zu verhindern.

Nach dem Schlupf treiben die Larven zunächst frei im Wasser. Die Aufzucht stellt die größte Herausforderung dar, da die Larven sehr klein sind und spezielles Lebendfutter wie Rädertierchen oder frisch geschlüpfte Artemia benötigen. Zudem ist ein separates Aufzuchtbecken mit stabilen Wasserwerten empfehlenswert.

Erfolgreiche Nachzuchten sind bisher eher selten, was Pomacentrus nigromarginatus zu einer interessanten Art für ambitionierte Züchter macht.

Mögliche Krankheiten

Wie alle Meeresfische kann auch der Schwarzrand-Riffbarsch von typischen Erkrankungen betroffen sein. Dazu zählen unter anderem Pünktchenkrankheit, Hauttrübungen oder bakterielle Infektionen. Stress, schlechte Wasserqualität und falsche Vergesellschaftung sind die häufigsten Auslöser.

Eine stabile Umgebung, regelmäßige Wasserwechsel und eine ausgewogene Ernährung sind die beste Vorbeugung. Neu eingesetzte Fische sollten idealerweise in Quarantäne gehalten werden, um das Risiko von Krankheitsübertragungen zu minimieren.

Alternative Bezeichnungen und Namen

Neben der deutschen Bezeichnung Schwarzrand-Riffbarsch ist Pomacentrus nigromarginatus auch unter verschiedenen englischen Namen bekannt, darunter Blackmargin Damselfish oder Black-edged Damselfish. In der Aquaristik wird er teilweise auch einfach unter seinem wissenschaftlichen Namen geführt, da die deutschen Trivialnamen nicht immer einheitlich verwendet werden.

Häufig gestellte Fragen (FAQs)

Viele Aquarianer fragen sich, ob Pomacentrus nigromarginatus für Anfänger geeignet ist. Grundsätzlich ja, sofern ein ausreichend großes Becken vorhanden ist und man sich mit dem Territorialverhalten auseinandersetzt.

Auch die Frage nach der Haltung in Nano-Aquarien taucht häufig auf. Davon ist klar abzuraten, da der Fisch dort sein natürliches Verhalten nicht ausleben kann und schnell aggressiv wird.

Ein weiterer Punkt ist die Verträglichkeit mit Korallen. Der Schwarzrand-Riffbarsch gilt als korallenverträglich und beschädigt weder Weich- noch Steinkorallen aktiv.

Fazit

Pomacentrus nigromarginatus ist ein faszinierender, charakterstarker Riffbarsch, der bei richtiger Haltung viel Freude bereiten kann. Seine dezente, aber elegante Farbgebung, sein lebhaftes Verhalten und seine Robustheit machen ihn zu einer interessanten Wahl für Meerwasseraquarianer, die ihr Riff um eine weniger alltägliche Art bereichern möchten.

Wichtig ist, seine territorialen Ansprüche ernst zu nehmen und ihm ausreichend Platz sowie eine gut strukturierte Umgebung zu bieten. Wer diese Voraussetzungen erfüllt, erhält mit dem Schwarzrand-Riffbarsch einen aktiven, langlebigen und spannenden Bewohner, der das Aquarium auf ganz eigene Weise belebt.

Haltungsbedingungen

Um Pomacentrus nigromarginatus (Schwarzrand-Riffbarsch) möglichst artgerecht zu halten, empfehlen wir nachfolgende Bedingungen zu schaffen. Vor allem bei der Angabe zur Mindestgröße bitten wir zu beachten, dass die optimalen Verhältnisse unter Umständen erst in wesentlich größeren Aquarien hergestellt werden können.

  • Wassertemperatur: 24° bis 26°C
  • pH-Wert: 8.0 bis 8.4
  • Mindestaquariengröße: 300 Liter