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Pomacentrus stigma im Aquarium halten

Einrichtungsbeispiele mit Schwarzfleck-Riffbarsch

Pomacentrus stigma im Aquarium halten (Einrichtungsbeispiele mit Schwarzfleck-Riffbarsch)
Pomacentrus stigma (Schwarzfleck-Riffbarsch) - Bildquelle: Das Bild stammt von der freien Enzyklopädie Wikipedia. Lizenzhinweise: Rickard Zerpe, Blackspot damsel (Pomacentrus stigma) (36717183945), CC BY 2.0

Wissenswertes zu Pomacentrus stigma (Schwarzfleck-Riffbarsch)

Der Pomacentrus stigma, allgemein bekannt als Schwarzfleck-Riffbarsch, ist eine faszinierende Art aus der Familie der Riffbarsche, die in der Aquaristik aufgrund ihres lebhaften Verhaltens und ihrer attraktiven Färbung immer beliebter wird. Mit seiner charakteristischen Färbung und seiner aktiven Lebensweise ist er ein idealer Bewohner für artenreiche Meerwasseraquarien.

Herkunft und Verbreitungsgebiet

Der Schwarzfleck-Riffbarsch ist vor allem in den tropischen und subtropischen Gewässern des westlichen Pazifiks verbreitet. Sein ursprüngliches Verbreitungsgebiet erstreckt sich von Indonesien über die Philippinen bis hin zu den Küsten Neuguineas und den Salomonen. Er besiedelt bevorzugt flache Riffbereiche, Lagunen und Riffkanten, wobei er häufig in unmittelbarer Nähe von Korallenkolonien anzutreffen ist. In diesen Strukturen findet er sowohl Schutz vor Fressfeinden als auch ein reichhaltiges Nahrungsangebot.

Die Art ist sehr an spezifische Lebensräume gebunden und zeigt eine deutliche Präferenz für Korallenriffe mit dichter Bepflanzung und zahlreichen Versteckmöglichkeiten. Diese ökologischen Gegebenheiten sind auch entscheidend für eine erfolgreiche Haltung im Aquarium, da sie die natürliche Aktivität und das Wohlbefinden der Tiere stark beeinflussen.

Systematik: Gattung und Familie

Der Schwarzfleck-Riffbarsch gehört zur Familie Pomacentridae, die weltweit für ihre farbenprächtigen und territorialen Riffbewohner bekannt ist. Innerhalb dieser Familie gehört er zur Gattung Pomacentrus, die zahlreiche kleine bis mittelgroße Arten umfasst.

  • Familie: Pomacentridae
  • Gattung: Pomacentrus
  • Art: Pomacentrus stigma
  • Deutscher Name: Schwarzfleck-Riffbarsch
  • Englischer Name: Spotbanded Damselfish

Die Gattung Pomacentrus zeichnet sich durch ihre typische Riffbarschform aus: kompakte Körper, leicht abgeflachte Seiten und eine ausgeprägte Schwanz- sowie Rückenflossenstruktur. Die Art Pomacentrus stigma hebt sich durch ihren markanten schwarzen Fleck auf der Körperseite sowie durch ihre lebhafte Färbung hervor.

Beschreibung und Aussehen

Der Schwarzfleck-Riffbarsch ist eine vergleichsweise kleine Art innerhalb der Pomacentridae und erreicht eine maximale Länge von etwa 8 bis 10 Zentimetern. Sein Körper ist oval und seitlich leicht abgeflacht, was ihm eine wendige Schwimmweise ermöglicht. Die Grundfärbung variiert zwischen leuchtendem Gelb bis zu einem blassen Orange, während der namensgebende schwarze Fleck meist auf der hinteren Hälfte des Körpers, nahe der Ansatzstelle der Schwanzflosse, deutlich sichtbar ist.

Zusätzlich zeichnet sich die Art durch die folgenden Merkmale aus:

  • Flossen: Die Rückenflosse ist lang und durchgehend, die Brust- und Bauchflossen sind eher klein, die Schwanzflosse leicht abgerundet.
  • Augen: Relativ groß, was auf eine gute Sehkraft zur Erkennung von Fressfeinden und Nahrung hinweist.
  • Maul: Klein, aber kräftig, angepasst für die Aufnahme von Algen, Zooplankton und kleinen Wirbellosen.

Die Färbung der Jungfische kann leicht von der adulten Form abweichen, wobei jüngere Tiere oft weniger intensiv gefärbt sind und der schwarze Fleck erst mit zunehmendem Alter deutlich sichtbar wird. Diese Farbunterschiede sind bei der Zucht und Haltung zu beachten, da Jungfische besonders empfindlich auf Umweltfaktoren reagieren.

Verhalten

Pomacentrus stigma ist ein ausgesprochen aktiver und lebhafter Fisch. Im natürlichen Lebensraum zeigt er ein stark territoriales Verhalten, insbesondere gegenüber Artgenossen und ähnlichen Arten. Männliche Tiere markieren ihr Revier häufig durch auffälliges Schwimmen und leichtes Drohverhalten. Trotz ihrer Größe können sie erstaunlich aggressiv gegenüber Eindringlingen werden, besonders in kleineren Aquarien, in denen kein ausreichender Rückzugsraum vorhanden ist.

Die Art lebt in der Natur in kleinen Gruppen oder Paaren, wobei Jungfische eher gesellig auftreten. Schwarzfleck-Riffbarsche sind tagaktiv und verbringen den größten Teil des Tages damit, ihr Revier zu überwachen, nach Nahrung zu suchen und mit Artgenossen zu interagieren. Sie zeigen eine enge Bindung zu bestimmten Korallenstrukturen, die als Rückzugsort und Schutz dienen.

In einem Aquarium zeigt sich dieses Verhalten durch das Erkunden von Höhlen, Ritzen und Spalten sowie durch eine gewisse Wachsamkeit gegenüber neuen Fischen. Es ist wichtig, die Einrichtung des Beckens so zu gestalten, dass sowohl territoriale Ansprüche als auch Rückzugsmöglichkeiten berücksichtigt werden.

Haltungsempfehlungen

Die Pflege von Pomacentrus stigma im Aquarium erfordert ein gewisses Maß an Vorbereitung, da die Art spezifische Ansprüche an Wasserqualität, Struktur und Zusammensetzung der Besatzgruppe hat. Nachfolgend sind die wichtigsten Punkte detailliert beschrieben:

Aquariumgröße

Für ein einzelnes Tier oder ein Paar wird ein Becken von mindestens 300 Litern empfohlen. Bei mehreren Tieren oder gemischten Besatzgruppen sollte die Größe auf 450 Liter oder mehr erweitert werden, um Konflikte zu minimieren. Eine ausreichende Wasseroberfläche sowie zahlreiche Verstecke sind entscheidend.

Wasserwerte

Die Wasserqualität ist ein entscheidender Faktor für das Wohlbefinden der Schwarzfleck-Riffbarsche. Ideale Parameter liegen wie folgt:

  • Temperatur: 24–28 °C
  • pH-Wert: 8,0–8,4
  • Salinität: 1,023–1,026 g/cm³
  • Härte: 8–12 dGH

Regelmäßige Kontrolle und Stabilität dieser Werte sind entscheidend, da Pomacentrus stigma empfindlich auf starke Schwankungen reagiert. Ein leistungsfähiger Filter und regelmäßige Wasserwechsel tragen maßgeblich zur Gesunderhaltung bei.

Einrichtung

Die Art benötigt zahlreiche Versteckmöglichkeiten, die am besten durch lebende oder künstliche Korallen, Felsen und Höhlen geschaffen werden. Offene Schwimmflächen sollten ebenfalls vorhanden sein, damit die Fische ihre natürlichen Schwimmgewohnheiten ausleben können. Eine dichte Bepflanzung mit Algen und Weichkorallen kann zusätzlich für ein naturnahes Ambiente sorgen.

Vergesellschaftung

Aufgrund ihres territorialen Verhaltens ist die Vergesellschaftung mit anderen Fischen vorsichtig zu planen. Verträglich sind andere Riffbarsch ähnlicher Größe, friedliche Grundeln oder kleine Kardinalbarsche. Aggressive oder stark dominante Arten können zu Stress führen. Jungfische lassen sich besser mit anderen Arten vergesellschaften, da sie noch nicht stark territoriale Ansprüche entwickeln.

Fütterung

Pomacentrus stigma ist allesfressend, mit einer Tendenz zu pflanzlicher Nahrung. Im Aquarium sollte eine abwechslungsreiche Ernährung angeboten werden:

  • Lebendfutter: Mysis, Artemia, kleine Krustentiere
  • Frostfutter: Cyclops, Krill, Zooplankton
  • Trockenfutter: Flocken- und Granulatfutter speziell für Meerwasserfische
  • Pflanzliche Ergänzungen: Algenblätter, Spirulina-Flocken

Eine regelmäßige Fütterung 1–2 Mal täglich in kleinen Mengen ist optimal, um eine gute Kondition zu erhalten, ohne die Wasserqualität zu belasten.

Giftigkeit

Der Schwarzfleck-Riffbarsch gilt als ungiftig. Er stellt keine Gefahr für Menschen dar und ist auch für die Vergesellschaftung mit anderen nicht giftigen Fischen unbedenklich. Dennoch können Stresssituationen oder unsachgemäße Haltungsbedingungen zu aggressivem Verhalten führen, das als Verletzungsrisiko interpretiert werden sollte.

Vermehrung und Zucht

Die Zucht von Pomacentrus stigma im Aquarium ist anspruchsvoll, aber möglich. Die Art ist eierlegend und zeigt ein typisches Riffbarsch-Verhalten bei der Fortpflanzung:

  • Paarbildung: Männchen suchen geeignete Nistplätze, oft an flachen Steinen oder Korallen.
  • Eiablage: Die Eier werden am Substrat befestigt und vom Männchen bewacht.
  • Brutpflege: Männchen übernehmen die Rolle des Beschützers, lüften die Eier und entfernen befallene Exemplare.
  • Schlupf: Nach 5–7 Tagen schlüpfen die Larven, die zunächst planktonisch leben und spezielles Aufzuchtfutter wie frisch geschlüpfte Artemia benötigen.

Erfolg in der Zucht hängt stark von Wasserqualität, Ernährung und Stressfreiheit ab. Eine gezielte Haltung von nur einem Paar im separaten Zuchtbecken erhöht die Erfolgschancen erheblich.

Mögliche Krankheiten

Pomacentrus stigma ist relativ robust, dennoch können bei suboptimalen Bedingungen typischen Meerwassererkrankungen auftreten:

  • Ichthyophthirius (Ich): Weißpunkterkrankung durch Protozoen.
  • Velvet-Krankheit: Gelbliche Staubschicht auf Haut und Flossen, verursacht durch Parasiten.
  • Bakterielle Infektionen: Meist durch Verletzungen oder Stress, äußern sich in roten Stellen oder geschädigten Flossen.
  • Pilzerkrankungen: Selten, treten jedoch bei geschwächtem Immunsystem auf.

Regelmäßige Wasserwechsel, kontrollierte Fütterung und die Beobachtung der Fische auf Verhaltensänderungen sind die effektivsten vorbeugenden Maßnahmen. Eine Quarantäne neuer Tiere wird dringend empfohlen, um das Risiko einer Krankheitsübertragung zu minimieren.

Alternative Bezeichnungen

Pomacentrus stigma wird gelegentlich unter verschiedenen Namen in der Aquaristik angeboten:

  • Schwarzfleck-Riffbarsch (deutsch)
  • Spotbanded Damselfish (englisch)
  • Stigma Damselfish (englisch)
  • Teilweise auch als “Blackspot Damselfish” im Handel

Die Kenntnis dieser Synonyme erleichtert die Recherche und den Vergleich von Pflegeinformationen.

Häufig gestellte Fragen (FAQs)

1. Wie groß wird Pomacentrus stigma?

Erwachsene Tiere erreichen etwa 8–10 cm Körperlänge.

2. Ist die Art aggressiv?

Ja, besonders gegenüber Artgenossen und ähnlichen Arten. Territorialität ist ausgeprägt, daher ist ausreichend Platz und Struktur notwendig.

3. Eignet sich Pomacentrus stigma für ein Gesellschaftsaquarium?

Ja, unter Berücksichtigung von Platz, Rückzugsmöglichkeiten und der Auswahl verträglicher Arten.

4. Welche Wasserwerte sind ideal?

Temperatur 24–28 °C, pH 8,0–8,4, Salinität 1,023–1,026 g/cm³.

5. Ist die Art giftig?

Nein, Pomacentrus stigma ist ungiftig und stellt keine Gefahr für Menschen oder andere Fische dar.

6. Wie kann man die Zucht fördern?

Ein ruhiges Zuchtbecken mit stabiler Wasserqualität, geeigneten Nistplätzen und einer gezielten Fütterung erhöht die Erfolgsquote.

7. Welche Krankheiten treten häufig auf?

Typische Krankheiten sind Ich, Velvet, bakterielle Infektionen und selten Pilzerkrankungen.

Fazit

Der Schwarzfleck-Riffbarsch, Pomacentrus stigma, ist eine faszinierende und attraktive Art für das Meerwasseraquarium. Mit seiner lebhaften Färbung, dem charakteristischen schwarzen Fleck und dem aktiven, teils territorialen Verhalten bereichert er jedes Riffbecken. Trotz seines Anspruchs an Wasserqualität, Struktur und Vergesellschaftung ist er für Aquarianer mit Erfahrung gut geeignet.

Die artgerechte Haltung erfordert ein ausreichend großes Becken, zahlreiche Versteckmöglichkeiten und eine abwechslungsreiche Ernährung. Wer diese Faktoren berücksichtigt, wird einen gesunden, aktiven Fisch erleben, der auch für die Beobachtung und sogar die Zucht geeignet ist. Aufgrund der robusten Natur, der Ungiftigkeit und des vergleichsweise geringen Pflegeaufwands im Vergleich zu anderen Meerwasserarten bietet Pomacentrus stigma eine ausgezeichnete Möglichkeit, lebendige Riffbewohner in einem naturnah eingerichteten Aquarium zu beobachten.

Zusammenfassend ist der Schwarzfleck-Riffbarsch ein lohnenswerter Bewohner für alle Aquarianer, die sich für tropische Riffgemeinschaften interessieren und die Natur möglichst naturnah im eigenen Aquarium abbilden möchten. Mit der richtigen Pflege, einer stabilen Wasserqualität und einer artgerechten Einrichtung wird diese Art viele Jahre Freude bereiten, sowohl in der Beobachtung als auch im sozialen Verhalten innerhalb einer artenreichen Aquariengemeinschaft.

Haltungsbedingungen

Um Pomacentrus stigma (Schwarzfleck-Riffbarsch) möglichst artgerecht zu halten, empfehlen wir nachfolgende Bedingungen zu schaffen. Vor allem bei der Angabe zur Mindestgröße bitten wir zu beachten, dass die optimalen Verhältnisse unter Umständen erst in wesentlich größeren Aquarien hergestellt werden können.

  • Wassertemperatur: 24° bis 28°C
  • pH-Wert: 8.0 bis 8.4
  • Mindestaquariengröße: 300 Liter