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Amano-Garnele im Aquarium halten

Einrichtungsbeispiele mit Caridina multidentata

Lesezeit: ca. 7 Minuten
Amano-Garnele im Aquarium halten (Einrichtungsbeispiele mit Caridina multidentata)
Caridina multidentata (Amano-Garnele)

Wissenswertes zu Caridina multidentata (Amano-Garnele)

Caridina multidentata, besser bekannt als Amano-Garnele, gehört zu den bekanntesten und beliebtesten Süßwassergarnelen in der Aquaristik. Kaum eine andere Garnelenart hat die moderne Aquarienhaltung so stark geprägt wie diese unscheinbar wirkende, aber extrem nützliche Garnele. Ihren Durchbruch verdankt sie nicht zuletzt dem japanischen Aquascaping-Pionier Takashi Amano, der sie gezielt zur Algenbekämpfung in Naturaquarien einsetzte. Seitdem ist die Amano-Garnele aus bepflanzten Aquarien kaum mehr wegzudenken.

Herkunft und natürliche Lebensräume

Die Amano-Garnele stammt ursprünglich aus Ostasien. Ihr natürliches Verbreitungsgebiet erstreckt sich über Japan, Taiwan, Korea und Teile Chinas. Dort bewohnt sie überwiegend klare, sauerstoffreiche Fließgewässer wie Bäche und kleinere Flüsse. Besonders häufig findet man sie in Flussmündungen, Übergangszonen zwischen Süß- und Brackwasser sowie in küstennahen Flusssystemen.

Charakteristisch für diese Lebensräume sind stabile Wasserwerte, eine gute Strömung und ein hoher Sauerstoffgehalt. Der Untergrund besteht meist aus Kies, Steinen und Laubansammlungen, die ideale Bedingungen für Aufwuchs, Algen und Mikroorganismen bieten. Diese natürlichen Gegebenheiten prägen das Verhalten und die Ansprüche der Amano-Garnele im Aquarium bis heute.

Ein entscheidender Punkt ist der Fortpflanzungszyklus: Die adulten Tiere leben im Süßwasser, während sich die Larven im Brack- bis Meerwasser entwickeln. Dieses amphidrome Lebensmodell erklärt, warum eine Nachzucht im reinen Süßwasseraquarium nicht möglich ist.

Gattung und Familie

Caridina multidentata gehört zur Gattung Caridina innerhalb der Familie Atyidae. Diese Familie umfasst zahlreiche Süßwassergarnelenarten, die überwiegend als Filtrierer oder Aufwuchsfresser leben. Typisch für Atyidae sind ihre spezialisierten Scheren, mit denen sie feinste Partikel, Algenbeläge und Biofilme von Oberflächen abweiden.

Innerhalb der Gattung Caridina gibt es eine enorme Artenvielfalt mit sehr unterschiedlichen Ansprüchen. Während viele Caridina-Arten weichere Wasserwerte bevorzugen und empfindlicher sind, gilt Caridina multidentata als vergleichsweise robust und anpassungsfähig. Dennoch unterscheidet sie sich biologisch deutlich von beliebten Zwerggarnelen wie Caridina cantonensis oder Neocaridina-Arten.

Beschreibung

Die Amano-Garnele ist eine mittelgroße Süßwassergarnele mit einem schlanken, leicht transparenten Körperbau. Sie wirkt auf den ersten Blick eher unspektakulär, überzeugt aber durch ihre Aktivität und ihren enormen Nutzen im Aquarium. Ihr Körper ist seitlich leicht abgeflacht, was ihr erlaubt, sich mühelos zwischen Pflanzen, Steinen und Wurzeln zu bewegen.

Auffällig ist ihr permanenter Bewegungsdrang. Amano-Garnelen sind fast ständig auf Nahrungssuche und durchstreifen das gesamte Aquarium. Dabei zeigen sie ein sehr natürliches Verhalten, das in bepflanzten Becken besonders gut zur Geltung kommt.

Aussehen

Das Grundfarbspiel von Caridina multidentata reicht von transparent-grau bis leicht bräunlich oder grünlich. Entlang der Körperseiten befinden sich charakteristische Punkt- oder Strichmuster, die je nach Geschlecht unterschiedlich ausgeprägt sind. Weibchen zeigen eher längliche Striche, während Männchen eher runde Punkte besitzen.

Die Augen sind dunkel gefärbt und sitzen deutlich sichtbar auf beweglichen Stielen. Die Antennen sind lang und sehr empfindlich, sie dienen der Orientierung und Nahrungsfindung. Die Beine sind filigran und enden in feinen Scheren, mit denen selbst kleinste Algenbeläge abgeweidet werden können.

Ausgewachsene Weibchen erreichen eine Körperlänge von bis zu 5 bis 6 Zentimetern, während Männchen meist etwas kleiner bleiben. Damit gehört die Amano-Garnele zu den größeren Arten, die regelmäßig im Süßwasseraquarium gepflegt werden.

Verhalten

Amano-Garnelen sind äußerst friedliche und soziale Tiere. Sie zeigen kein aggressives Verhalten gegenüber Artgenossen oder anderen Aquarienbewohnern. Im Gegenteil: Sie profitieren von der Gruppenhaltung und fühlen sich in einer Gruppe von mindestens fünf bis zehn Tieren deutlich wohler.

Ihr Verhalten ist geprägt von ständiger Aktivität. Sie durchsuchen Pflanzen, Dekoration und Bodengrund nach Futterresten, Algen und Mikroorganismen. Besonders bekannt sind sie für ihre Fähigkeit, Fadenalgen und andere problematische Algenarten effektiv zu reduzieren.

In Stresssituationen, etwa bei plötzlichen Bewegungen oder bei Bedrohung durch Fische, ziehen sie sich blitzschnell zurück oder verstecken sich in Spalten und unter Dekorationen. Eine ausreichende Strukturierung des Aquariums ist daher essenziell.

Haltung im Aquarium

Die Haltung von Caridina multidentata gilt als relativ einfach, wenn einige grundlegende Bedingungen erfüllt werden. Aufgrund ihrer Größe und ihres Bewegungsdrangs sollte das Aquarium ein Mindestvolumen von etwa 54 Litern aufweisen. Größere Becken sind deutlich besser geeignet.

Wasserwerte

Amano-Garnelen sind anpassungsfähig, bevorzugen jedoch stabile Wasserwerte. Ideal sind Temperaturen zwischen 20 und 26 Grad Celsius. Der pH-Wert sollte sich im Bereich von 6,5 bis 8 bewegen. Die Gesamthärte kann von weich bis mittelhart reichen, wobei extreme Werte vermieden werden sollten.

Wichtig ist eine gute Sauerstoffversorgung, da die Tiere aus strömungsreichen Gewässern stammen. Ein leistungsfähiger Filter und eine leichte Strömung sind daher empfehlenswert.

Einrichtung

Ein bepflanztes Aquarium mit feinfiedrigen Pflanzen, Moosen, Wurzeln und Steinen bietet ideale Bedingungen. Besonders wichtig sind Versteckmöglichkeiten, da sich Amano-Garnelen nach Häutungen zurückziehen müssen. Laub, etwa von Seemandelbaum oder Buche, wird gerne angenommen und dient gleichzeitig als zusätzliche Nahrungsquelle.

Vergesellschaftung

Die Vergesellschaftung mit friedlichen Fischen ist in der Regel problemlos. Geeignet sind kleine Schwarmfische, Bärblinge oder Salmler. Größere oder räuberische Fische sollten vermieden werden, da sie Amano-Garnelen als Beute betrachten können.

Fütterung

Obwohl Amano-Garnelen ausgezeichnete Algenfresser sind, reicht der natürliche Aufwuchs in vielen Aquarien nicht dauerhaft aus. Eine gezielte Zufütterung ist daher notwendig. Geeignet sind spezielle Garnelenfutter, pflanzliche Chips, überbrühte Gemüse wie Zucchini oder Spinat sowie hochwertiges Laub.

Giftigkeit

Caridina multidentata ist für den Menschen völlig ungiftig. Auch für andere Aquarienbewohner stellt sie keine Gefahr dar. Umgekehrt reagieren Amano-Garnelen jedoch äußerst empfindlich auf Schadstoffe im Wasser. Kupfer, Pestizide, Medikamente und Reinigungsmittelreste können schnell tödlich wirken. Beim Einsatz von Wasseraufbereitern oder Medikamenten ist daher besondere Vorsicht geboten.

Vermehrung und Zucht

Die Fortpflanzung der Amano-Garnele ist komplex und unterscheidet sich deutlich von der vieler anderer Süßwassergarnelen. Nach der Paarung tragen die Weibchen mehrere hundert bis über tausend Eier unter ihrem Hinterleib. Nach etwa vier bis sechs Wochen schlüpfen winzige Larven.

Diese Larven benötigen zwingend Brack- bis Meerwasser, um sich weiterzuentwickeln. Im Süßwasseraquarium sterben sie innerhalb weniger Tage ab. Eine erfolgreiche Zucht erfordert daher separate Aufzuchtbecken, Salzwasser, spezielle Fütterung mit Phytoplankton und sehr viel Erfahrung. Aus diesem Grund stammen nahezu alle im Handel erhältlichen Amano-Garnelen aus Wildfängen oder spezialisierten Zuchtanlagen.

Mögliche Krankheiten

Amano-Garnelen gelten als robust, können jedoch bei schlechten Haltungsbedingungen erkranken. Häufige Probleme sind Häutungsstörungen, bakterielle Infektionen oder parasitäre Erkrankungen. Symptome sind unter anderem Lethargie, Verfärbungen, Bewegungsstörungen oder unerklärliche Todesfälle.

Die meisten Krankheiten lassen sich durch stabile Wasserwerte, abwechslungsreiche Ernährung und regelmäßige Wasserwechsel vermeiden. Medikamente sollten nur im Ausnahmefall und garnelenverträglich eingesetzt werden.

Alternative Bezeichnungen

Caridina multidentata ist unter verschiedenen Namen bekannt. Am häufigsten wird sie als Amano-Garnele bezeichnet. Weitere Bezeichnungen sind Yamato-Garnele oder Japanische Algenfresser-Garnele. Ältere Literatur führt sie teilweise noch unter dem Namen Caridina japonica, der heute als Synonym gilt.

Häufige Fragen (FAQ)

Viele Aquarianer fragen sich, ob Amano-Garnelen Pflanzen schädigen. In der Regel fressen sie keine gesunden Pflanzen, können aber an sehr weichen oder geschwächten Pflanzenteilen knabbern.

Eine weitere häufige Frage betrifft die Lebenserwartung. Unter guten Bedingungen können Amano-Garnelen drei bis fünf Jahre alt werden.

Auch die Frage nach der Einzelhaltung taucht oft auf. Davon ist abzuraten, da es sich um soziale Tiere handelt, die in Gruppen deutlich aktiver und stressresistenter sind.

Fazit

Caridina multidentata ist eine der wertvollsten Garnelenarten für das Süßwasseraquarium. Ihre enorme Effizienz bei der Algenbekämpfung, ihr friedliches Wesen und ihre interessante Biologie machen sie zu einer idealen Wahl für Einsteiger und erfahrene Aquarianer gleichermaßen. Wer ihre natürlichen Bedürfnisse berücksichtigt und stabile Bedingungen schafft, wird lange Freude an diesen faszinierenden Tieren haben. Trotz ihrer unscheinbaren Optik zählt die Amano-Garnele zu den echten Arbeitstieren im Aquarium und verdient einen festen Platz in der modernen Aquaristik.

Haltungsbedingungen

Um Caridina multidentata (Amano-Garnele) möglichst artgerecht zu halten, empfehlen wir nachfolgende Bedingungen zu schaffen. Vor allem bei der Angabe zur Mindestgröße bitten wir zu beachten, dass die optimalen Verhältnisse unter Umständen erst in wesentlich größeren Aquarien hergestellt werden können.

  • Wassertemperatur: 20° bis 26°C
  • pH-Wert: 6.5 bis 8.0
  • Gesamthärte: 5° bis 20° dGH
  • Mindestaquariengröße: 54 Liter

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Video Amano vs Spirulinatabs von ehemaliger User (WLsaYs4GkiU)
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